Debians Einstellung zu Software-Patenten

19. Februar 2012

Das Debian-Projekt gibt die Verfügbarkeit seiner Patentrichtlinien für das Debian-Archiv bekannt.

Das Debian-Projekt hat eine kritische Einstellung gegenüber Software-Patenten: Wir betrachten Software-Patente als Bedrohung für Freie Software und als Hindernis auf Debians Mission, ein vollständig freies Betriebssystem anzubieten, das jeder benutzen kann. Wir sind der Ansicht, dass Software-Patente keine Vorteile beim Verbreiten von Software-Innovationen liefern und regen unsere Upstream-Autoren an, Software-Patente ebenfalls abzulehnen.

Gleichzeitig, unter der de-facto-Möglichkeit, software-bezogene Ideen in einigen Ländern der Erde zu patentieren, ist es wichtig, Software-Patentangelegenheiten weder zu unter- noch zu überschätzen. Wir sind vor allem von Patentängsten, -unsicherheiten und -zweifeln (FUD) betroffen und haben daran gearbeitet, Klarheit in diese Sache zu bringen.

Nach der Veröffentlichung der Community Distribution Patent Policy FAQ ist die Verfügbarkeit einer Patentrichtlinie für das Debian-Archiv unser nächster Schritt, mit dem Software-Patentsystem, das wir gerne abgeschafft sehen würden, fertig zu werden. Wir danken den Anwälten des Software Freedom Law Center dafür, dass sie mit uns an dieser Richtlinie gearbeitet haben.

Patentaggressionen sind in der IT-Industrie zur Zeit sehr weit verbreitet, erklärt Eben Moglen, Gründungsdirektor des Software Freedom Law Center: Gesellschaften haben Milliarden Dollar für den Versuch ausgegeben, Patentmonopole für die Blockierung von Innovationen und Bedrohung von Innovatoren zu benutzen. Mit der Übernahme dieser Patentrichtlinien bereitet sich Debian darauf vor, seine Entwickler und Benutzer effektiver, kraftvoller und verständiger zu schützen.

Debian-Projektleiter Stefano Zacciroli sagte: Das Debian-Projekt hat eine lange Tradition darin, für die Rechte der Benutzer auf ein vollständig freies Betriebssystem einzustehen. Patentängste, -unsicherheiten und -zweifel (FUD) untergraben das. Eine Patentrichtlinie und eine Kontaktstelle für entsprechende Schwierigkeiten im Debian-Archiv wird dabei helfen, Patent-FUD unter unseren Benutzern zu reduzieren.

Über Debian

Das Debian-Projekt wurde 1993 von Ian Murdock als wirklich freies Gemeinschaftsprojekt gegründet. Seitdem ist das Projekt zu einem der größten und einflussreichsten Open-Source-Projekte angewachsen. Tausende von Freiwilligen aus aller Welt arbeiten zusammen, um Debian-Software herzustellen und zu betreuen. Verfügbar in über 70 Sprachen und eine große Bandbreite an Rechnertypen unterstützend bezeichnet sich Debian als das universelle Betriebssystem.

Kontaktinformationen

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Debian-Webseiten unter http://www.debian.org/ oder schicken eine E-Mail an <press@debian.org>.