Debian Weekly News - 1. Januar 2002

Ein frohes neues Jahr! Willkommen im neuen Jahr 2002 und zur ersten Ausgabe der wöchentlichen Debian-Nachrichten in diesem Jahr. Wir hoffen, dass Sie munter und wohlauf zurück sind. Beginnen wir das neue Jahr mit verantwortungsvoller Entwicklung und Verbesserung von freier Software und freier Dokumentation. Nebenbei: Das DWN-Team könnte ebenfalls ein oder zwei zusätzliche Personen gebrauchen, die ganze Absätze beitragen, daher sind Freiwillige willkommen.

Netz-Installation für Woody. Ian Eure hat einige spezielle CD-Images für eine Woody Netzwerk-Installation entwickelt, sowohl für i386 als auch für powerpc. Das Image beinhaltet nicht volle 650MB Pakete (die Sie nicht mal komplett verwenden), aber beinhaltet ein Debian Basis-System, das bootfähig ist. Wenn das Image gebootet ist, führt es den Benutzer durch die Debian Installations-Prozedur bis es den Schritt erreicht hat, wo er APT einrichten muss. Ab diesem Zeitpunkt wird die Installation unter Verwendung des Netzwerks wie erwartet fortgesetzt. Benutzen Sie diese Images auf Ihr eigenes Risiko. Wenn Sie Ian eine höfliche E-Mail an ieure@debian.org schicken, wird er versuchen, bei Ihren Problemen zu helfen.

GRSecurity und Debian. Jonathan McDowell übernahm den GRSecurity Kernel-Patch von Russell Coker. GRSecurity ist ein Patch für 2.4.x Kernel für zusätzliche Sicherheit. Er fügt die Möglichkeit hinzu, sich vor vielen Arten von Port-Scans zu verstecken und bestimmte Informationen aus dem Netzwerk-Verkehr herauszufiltern. Er beschränkt den Zugriff auf Daten in /proc in einer Art, dass reguläre Benutzer nur ihre eigenen Prozesse und keine wichtigen Netzwerk-Daten (die Ausgabe von ifconfig ist gestutzt) oder die dmesg Ausgabe sehen können. Ebenfalls beschränkt es stark die Möglichkeiten in einem chroot-Gefängnis, um Programme am Ausbruch zu hindern, und beinhaltet eine Portierung des kompletten OpenWall-Codes. Vorläufige Pakete gibt es hier.

Unstable festhalten. Haben Sie jemals von der Festhalte-Fähigkeit der neueren Versionen von apt-get gehört? Allen, die Woody (aka testing) verwenden, aber einige Pakete von unstable verwenden wollen, wird diese Fähigkeit helfen. Nehmen wir evolution als Beispiel, da es im Augenblick nur in unstable verfügbar ist. Grant Bowman schickte uns eine Beschreibung zu dieser Fähigkeit.

Potatoes zählen. Jesus Gonzalez-Barahona ist Teil einer Gruppe, die Interesse hat, einige Aspekte der Software, die vom Debian-Projekt betreut wird, zu messen. Sie haben die Anzahl der physischen Quellcode-Zeilen (source lines of code, SLOC) von verschiedenen Debian-Distributionen gezählt. Hier ist ein interessantes Zitat der Abstraktion: "Es zeigt sich auch dass, falls Debian mit traditionellen proprietären Methoden entwickelt werden würde, das COCOMO-Modell schätzt, dass es an die $1.9 Milliarde US-Dollar kosten würde, Debian 2.2 zu entwickeln."

Drei weitere SuperH-Architekturen? Takeshi Yaegashi (八重樫剛史) hat zusätzliche Architekturen basierend auf unterschiedlichen Typen des SuperH-Prozessors diskutiert. Um alle zu unterstützen, wäre es erforderlich, Binärpakete für vier SuperH-Architekturen in unstable zur Verfügung zu stellen: sh3, sh4 und ihre big endian Versionen. Es ist allerdings fraglich, ob die Benutzerschaft ausreichend groß sein wird, um drei weitere Architekturen zu rechtfertigen. Yutaka Niibe daraufhin hat detailliert erläutert, worin die Unterschiede und die Historie dieser Prozessoren liegen.

Rückblick vom DDTP. Am Ende des letzten Jahres hat Michael Bramer sein Resümee des Debian Description Translation Project (DDTP) geschrieben, das er ins Leben gerufen hat. Sein Bericht enthält nicht nur den aktuellen Status, sondern behandelt ebenfalls seine Pläne für die Zukunft. Zwei Debian-Spiegel unterstützen bereits übersetzte Pakete, so dass ein Teil der Übersetzungen bereits von einigen Anwendern genutzt werden kann.

Freiwillige für die Portierung benötigt. Phil Blundell hat kürzlich nach mehr Freiwilligen aufgerufen, um ihm beim ARM-Port von Debian zu unterstützen. Der Port benötigt weitere Freiwillige, die Probleme beim Kompilieren von Paketen untersuchen, sie beheben und Fehler berichten, wo es nötig ist. Da das Release von Woody immer näher kommt und es einige Pakete gibt, die sich nicht vernünftig kompilieren lassen, wird Hilfe wirklich benötigt. Dieses ist ebenfalls das Hauptproblem, mit dem der M68k-Port zu kämpfen hat. Wir verlieren diesen Port vielleicht eines Tages, nicht weil wir zu wenig Maschinen haben, die nicht mit der riesigen Anzahl an Paketen mithalten können, sondern, weil es nicht mehr genügend Entwickler gibt, die tatsächlich portieren und Probleme beheben.

Mehrere Boot-Images auf der Woody-CD. Jim Westveer hat die Möglichkeit angekündigt, fünf Boot-Images auf der ersten woody-i386 CD-ROM zu installieren. Mit der i386-woody CD#1 und einem aktuellen BIOS im Computer wird die CD booten und mit einem Menü aufwarten, in dem Sie auswählen können, welchen Kernel Sie booten möchten. Mit einem älteren BIOS wird die CD#1 einfach den voreingestellten Kernel wie bisher booten.

Das Berichten von Fehlern bei nicht-kommerzieller Software. Seth LaForge hat einen Artikel für Linux Weekly News (LWN) über die Verwendung des Debian Bug Tracking Systems (BTS) geschrieben, in dem er herausgestellt hat, wie einfach es benutzt werden kann. Schaut man sich die aktuelle Zahl der berichteten Fehler im BTS an, so muss man zugeben, dass unsere Anwender und Entwickler das BTS exzessiv nutzen, um Fehler in der Software zu berichten und um damit zu helfen, die Software sowohl im Original als auch in Debian zu verbessern.

Drei Entwickler für ein Paket benötigt? Janos Lenart hat einen Vorschlag vorbereitet, der die Upload-Policy für neue Pakete abändert. Seine Bedenken beziehen sich auf große Menge an Paketen in Debian, da er glaubt, dass sich darunter so viele unnötige, unbenutzt und nicht gewartete Pakete befinden. Er würde es gerne für Entwickler komplizierter machen, neue Pakete in die Distribution zu bringen. Obwohl er damit kaum jemanden glücklich gemacht hat, hat Raphaël Hertzog den Vorschlag verfeinert.

Debian GNU/Linux oder Debian GNU? Jeroen Dekkers hat sich über Entwickler beschwert, die Debian GNU/Linux schreiben, wenn Sie stattdessen ein Debian-System meinen. Das ist ein weitläufiger Fehler, der das Küken Hurd-Port trifft. Die Hurd-Leute werden wahrscheinlich einige Fehlerberichte über dieses schreiben (müssen).

Neue oder bemerkenswerte Pakete. Die folgenden neuen oder aktualisierten Pakete wurden kürzlich aktualisiert oder in das Debian-Archiv aufgenommen.

Sicherheits-Hinweise. Sie kennen den Druck, stellen Sie sicher, dass Sie Ihr System aktualisieren, wenn Sie eines dieser Pakete installiert haben.

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Diese Ausgabe der wöchentlichen Debian-Nachrichten wurde von Joe 'Zonker' Brockmeier und Martin 'Joey' Schulze erstellt.