Debian Weekly News - 27. August 2002

Willkommen zur 33. Ausgabe der DWN in diesem Jahr, dem wöchentlichen Newsletter der Debian-Gemeinschaft. Viele Entwickler scheinen noch ihre Ferien zu genießen, daher ist es auf den Listen noch ziemlich ruhig im Vergleich zu anderen Monaten. Nach vielen Beschwerden auf debian-project, Slashdot und Debian Planet hat Rob Levin, der Leiter des betreffenden Netzes, schließlich bekanntgegeben, dass die allgemeinen Spendenaufrufe eingestellt werden.

Wiederbelebung eines Änderungsantrages. Im Dezember 2000 hatte Raul Miller einen Allgemeinen Beschluss vorgeschlagen, um den Wahlprozess im Sinne der Verfassung zu korrigieren. Der Allgemeine Beschluss wurde zurückgezogen, bis ein für die Untersuchung des Problems zusammengestelltes Komitee eine Empfehlung abgibt. Der Assistent des Debian-Projekts, Manoj Srivastava, hat die Diskussion kürzlich wiederbelebt.

OpenLDAP und TLS/SSL. Torsten Landschoff hat erwogen, die Unterstützung für SSL in OpenLDAP zu aktivieren. Dies führt jedoch zu einem Prioritätsproblem, da libldap2 eine höhere Priorität im Debian-Archive hat als libssl0.9.6. Daher muss die Priorität eines der beiden Pakete geändert werden. Zwei Pakete kommen eigentlich nicht in Frage, da die Zahl der -ssl-Paketvarianten abnehmen sollte, da Kryptographie-Software nun im Archiv "main" erlaubt ist.

Über den neuen GCC 3.2. Gerhard Tonn hat damit begonnen, alle Pakete auf S/390, die von C++ abhängen, neu zu bauen. Die Ergebnisse sehen nicht sehr gut aus, da die Neukompilierung bei mehr als einem Drittel aller betroffenen Pakete scheiterte. Mehrere Pakete ließen sich jedoch aufgrund von Problemen, die nicht unmittelbar auf den GCC 3.2 zurückzuführen sind, nicht bauen. Gerhard stimmte zu, Fehlerberichte zu Problemen zu schreiben, die nicht GCC-3.2-spezifisch sind.

Python 2.2 als die Standardversion? Matthias Klose hat vorgeschlagen, die Standardversion von Python in Debian "unstable" auf Version 2.2 zu ändern. Matthias bittet Betreuer darum, wenn sie Pakete für mehrere Python-Versionen vorbereiten, die Unterstützung für Python1.5 aufzugeben und Unterstützung für die experimentellen Python2.3-Pakete in Betracht zu ziehen.

Paketierung von Dock-Apps. Josselin Mouette hat vorgeschlagen, wie Window-Maker-Dock-Apps für Debian zu paketieren wären. Grundsätzlich werden Dock-Apps derselben Kategorie in einem Paket zusammengefasst. Die vorgeschlagenen Pakete enthalten viele Dock-Apps, die bereits im Archiv enthalten sind.

Unterstützung für GNOME 2. Es gibt fortlaufende Diskussionen über das Verfahren, wie GNOME 2 dem Debian-Archive hinzugefügt wird. Es ist noch nicht entschieden, ob es sowohl GNOME 1 als auch GNOME 2 in Debian geben wird, da beide Entscheidungen Nachteile mit sich bringen. Es wurde erwähnt, dass einige Anwendungen nicht mit GNOME 2 laufen würden, und die Unterstützung beider Versionen schaffe neue Integritäts- und Namensraumprobleme. Ian Jackson hat schließlich eine Lösung vorgeschlagen.

Neue Sun Documentation License. Peter Novodvorsky (Петр Новодворский) wollte wissen, ob diese Lizenz, die für die Dokumentation von OpenOffice.Org verwendet werden wird, im Einklang mit den DFSG (Debian-Richtlinien für Freie Software) steht. Dies scheint tatsächlich der Fall zu sein. Branden Robinson wies jedoch daraufhin, dass man einwenden könnte, dass die Lizenz de facto weitere Restriktionen durch die Wahl einer Gesetzesklausel auferlegt und eine zunehmend feindseligere Situation gegenüber Freier Software in den USA herrsche.

Sind Wortlisten urheberrechtlich schützbar? Bas Zoetekouw hat um Rat gebeten bei der Paketierung eines holländischen Aspell-Wörterbuches, dem eine eigene Lizenz fehlt, das aber auf einem Paket zu basieren scheint, das unter der GNU General Public License lizenziert ist, obwohl es eine nicht-freie Wortliste verwendet. Richard Stallman stimmt darin überein, dass Wortlisten urheberrechtlich geschützt werden können.

Befreiung von nicht-freien Packern. Juhapekka Tolvanen hat sich gewundert, wieso Debian immer noch "non-free" Packer enthält. Andere Packer als die allgemein gebräuchlichen gzip oder bzip2 werden zum Entkomprimieren von Archiven wie arj, rar, lha, zoo oder ace benötigt. Sie sind besonders nützlich, wenn jemand Musikmodule hören möchten, die unter anderen Betriebssystemen erstellt wurden oder wenn Virenscannern auch viele komprimierte Daten untersuchen können sollen. Juhapekka hat die Situation untersucht und gefunden, dass es einige freie Alternativen gibt, die nur paketiert werden müssen, oder portiert, oder vervollständigt werden könnten. Für Packer mit Lizenz- oder Patentproblemen wäre es erforderlich, sich mit den Autoren in Verbindung zu setzen und um DFSG-kompatible Änderungen zu bitten.

Der Debian-Installer läuft wieder. Tollef Fog Heen hat einen weiteren Statusbericht über die Arbeit am Debian-Installer veröffentlicht. Die wichtigste Neuigkeit ist, dass cdebconf repariert worden ist und nun fabelhaft läuft. Die zweite wichtige Neuigkeit ist, dass mit der Unterstützung für mehrere Architekturen begonnen wurde, da Colin Walters am PowerPC-Port und Wartan Hachaturow am Alpha-Port arbeiten. Zurzeit ist es jedoch fraglich, ob eine reduzierte libc möglich sein wird.

Erste Bug-Squashing-Party. Raphaël Hertzog hat die erste Bug-Squashing-Party für die Sarge-Distribution angekündigt. Sie wird am kommenden Wochenende, vom 30. August bis 2. September stattfinden. Raphaël hat erklärt, dass die Zahl veröffentlichungskritischer Fehler in Sarge noch zu hoch für ein Release ist und wir auf einen kurzen Releasezyklus hinarbeiten.

Sicherheitsaktualisierungen. Sie kennen es schon, bitte stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Systeme aktualisieren, falls Sie eines der folgenden Pakete installiert haben.

Neue oder bemerkenswerte Pakete. Die folgenden Pakete wurden kürzlich dem Debian-Archiv hinzugefügt oder enthalten wichtige Aktualisierungen.

Verwaiste Pakete. Letzte Woche wurden keine Pakete aufgegeben (oder das LDAP-Gateway zur Fehlerdatenbank ist zurzeit außer Betrieb).

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Diese Ausgabe der wöchentlichen Debian-Nachrichten wurde von Martin 'Joey' Schulze erstellt.