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Der Debian-Installer ist das offizielle Installationssystem für Debian. Er stellt eine breite Auswahl an Installationsmethoden zur Verfügung. Welche Methoden auf Ihrem System möglich sind, hängt von der Architektur Ihres Systems ab.
Images des Installationssystems für Etch sind ebenso auf der Debian-Webseite
zu finden wie eine Installations-Anleitung.
Der Installations-Leitfaden ist ebenfalls auf der ersten CD bzw. DVD des offiziellen CD/DVD-Satzes enthalten:
/doc/install/manual/Sprache/index.html
Sie sollten auch die Errata
des Debian-Installers auf bekannte Probleme hin überprüfen.
Es hat seit seiner offiziellen Veröffentlichung mit Sarge eine umfangreiche Entwicklung am Debian-Installer stattgefunden, was sich in verbesserter Hardware-Unterstützung sowie in einigen tollen neuen Funktionen zeigt.
In diesen Hinweisen zur Veröffentlichung werden wir lediglich die größeren
Veränderungen im Installer auflisten. Eine Übersicht der detaillierten
Änderungen seit Sarge ist bei den Ankündigungen zu den Beta- und RC-Versionen
für Etch im Archiv der Webseite Letzte Neuigkeiten
zum Debian-Installer zu finden.
Die Installation war in zwei Teile geteilt: das Einrichten des Grundsystems
sowie alles Notwendige, um es bootfähig zu machen, gefolgt von einem Neustart
und danach dem Starten von base-config, das sich um Dinge wie die
Einrichtung von Benutzerzugängen, die Konfiguration des Paketsystems und die
Installation von zusätzlichen Paketen (mittels tasksel) kümmert.
In Etch wurde diese zweite Hälfte (alles nach dem Neustart) in den Debian-Installer direkt integriert. Dies hat eine Reihe von Vorteilen, darunter eine Erhöhung der Sicherheit und die Tatsache, dass nach dem Neustart am Ende der Installation das neue System bereits die korrekte Zeitzone hat und sofort die grafische Benutzeroberfläche startet (falls eine Desktop-Umgebung installiert wurde).
Der Installer richtet das System so passend ein, dass UTF-8 statt der alten sprachspezifischen Kodierungen (wie ISO-8859-1, EUC-JP oder KOI-8) benutzt wird.
Es ist jetzt möglich, mittels geführter Partitionierung Dateisysteme auf einem LVM-Volume zu erstellen.
Außerdem kann der Installer verschlüsselte Dateisysteme einrichten. Während
der manuellen Partitionierung haben Sie die Wahl zwischen dm-crypt
und loop-aes, mit einer Passphrase oder einem zufälligen Schlüssel
und Sie können noch verschiedene andere Optionen einstellen. Bei der geführten
Partitionierung wird der Installer eine verschlüsselte LVM-Partition erzeugen,
die alle anderen Dateisysteme (außer /boot) als logische Volumes
enthält.
Sie können den Installer verwenden, um Probleme an Ihrem System zu beheben, zum Beispiel, wenn es nicht mehr startet. Die ersten Schritte sind die gleichen wie bei einer normalen Installation, aber der Installer wird nicht das Partitionierungsprogramm starten. Stattdessen bietet er ein Menü mit Optionen zur Systemrettung an.
Der Rettungsmodus kann aktiviert werden, indem der Installer mit rescue gestartet wird, oder durch hinzufügen des Boot-Parameter rescue/enable=true.
Während einer expert-Installation kann entschieden werden, keinen root-Zugang
einzurichten (dieser wird dann gesperrt), sondern stattdessen sudo
zu konfigurieren, so dass der erste eingerichtete Benutzer diesen für die
Systemadministration benutzen kann.
Pakete, die vom Installationssystem heruntergeladen werden, werden nun
kryptografisch mit apt überprüft. Dadurch wird es nun deutlich
schwerer, ein über Netz installiertes System zu kompromotieren.
Falls das »Standard System« installiert wird, setzt das Installationssystem eine einfache Konfiguration eines E-Mail-Servers des Systems auf, so dass lokale E-Mails zugestellt werden. Der E-Mail-Server steht für andere Systeme des Netzwerks nicht zur Verfügung. Damit das System nicht-lokale E-Mails weiterverarbeiten kann (weitersenden oder empfangen), muss das E-Mail-System nach der Installation neu konfiguriert werden.
Das Installationssystem wird einen GNOME-Desktop als Standard-Desktop installieren, falls der Benutzer eine Desktop-Installation vornimmt.
Benutzer, die andere Desktop-Umgebungen installieren wollen, können dies durch die Boot-Parameter tasks="standard, kde-desktop" für KDE und tasks="standard, xfce-desktop" für Xfce. Achtung, diese Methode funktioniert nicht, wenn von einer vollständigen CD ohne einen Netzwerk-Spiegel installiert wird; sie funktioniert, wenn eine DVD oder eine andere Installationsmethode verwendet wird.
Es stehen separate CD-Images zur Verfügung, die KDE bzw. Xfce als Standard-Desktop installieren.
Dank der großen Anstrengungen der Übersetzer kann Debian jetzt im textbasierten Installationssystem in 47 Sprachen installiert werden. Dies sind sechs Sprachen mehr, als im Installationssystem von Sarge. Die in dieser Veröffentlichung neue Sprachen sind: Weißrussisch, Esperanto, Estnisch, Kurdisch, Mazedonisch, Tagalog, Vietnamesisch und Wolof. Durch das Fehlen von aktuellen Übersetzungen mussten leider die Übersetzungen in zwei Sprachen für diese Veröffentlichung eingestellt werden. Dies sind Persisch und Walisisch.
Benutzer, die keine Lokalisierung (Standorteinstellung) benutzen möchten,
können jetzt C als ihre bevorzugte Standorteinstellung (locale) in der
Sprachauswahl im Installer auswählen. Weitere Informationen über die
Sprachabdeckung ist unter d-i languages
list verfügbar.
Die Konfiguration von Sprache, Land und Zeitzone wurde vereinfacht, um die vom Benutzer benötigte Informationsmenge zu minimieren. Das Installationssystem wird nun anhand der gewählten Sprache versuchen, Land und Zeitzone zu erraten oder eine eingeschränkte Auswahl anzubieten, falls es nicht anders gehen sollte. Benutzer können weiterhin obskure Kombinationen auswählen, falls sie es benötigen.
Die meisten Internationalisierungs- und Lokalisierungs-Tasks, die bisher vom
localization-config-Werkzeug gehandhabt wurden, sind nun direkt im
Installationssystem oder den Paketen selbst integriert. Dies bedeutet, dass
die Auswahl einer Sprache automatisch die Installation der für diese Sprache
notwendigen Pakete (Wörterbücher, Dokumentation, Schriftarten, ...) sowohl in
Standard- als auch in Desktop-Umgebungen mit sich bringt. Konfigurationen, die
nicht mehr automatisch gehandhabt werden, betreffen die Papiergröße und einige
weiterführende Einstellungen für die Tastatur unter X Windows bei einigen
Sprachen.
Achtung: Sprachspezifische Pakete werden nur dann automatisch installiert, falls sie während der Installation verfügbar sind.
Viele Änderungen, die im vorherigen Kapitel erwähnt wurden, bringen auch Veränderungen bei der Unterstützung des Installers für automatisierte Installationen mittels Voreinstellungsdateien mit sich. Das bedeutet, dass Sie nicht erwarten können, dass diese ohne Anpassung mit dem neuen Installer funktionieren, falls Sie Voreinstellungsdateien haben, die mit dem Sarge-Installer funktioniert hatten.
Die gute Nachricht hierzu ist, dass der Installations-Leitfaden
jetzt einen separaten Anhang mit ausführlicher Dokumentation über die Nutzung
der Voreinstellung enthält.
Der Etch-Installer führt einige tolle neue Funktionen ein, die erweiterte und einfachere Automatisierung von Installationen erlauben. So wurde zum Beispiel Unterstützung für erweiterte Partitionsschemata mit RAID, LVM und verschlüsseltem LVM hinzugefügt. Weitere Details sind in der Dokumentation.
Das Installationssystem wird Ihnen wieder anbieten, das Paket
popularity-contest zu installieren. Dieses Paket wurde in Sarge
standardmäßig nicht installiert, allerdings in älteren Veröffentlichungen.
popularity-contest bietet dem Debian-Projekt wertvolle
Informationen darüber, welche Pakete der Distribution in welchem Maße genutzt
werden. Diese Informationen werden hauptsächlich dazu genutzt, festzulegen, in
welcher Reihenfolge die Pakete auf den Installations-CDs enthalten sein
sollten, aber sie werden auch oft von Debian-Entwicklern herangezogen, wenn es
um die Frage geht, ob ein verwaistes Paket (das keinen Betreuer mehr hat)
adoptiert werden sollte oder nicht.
Die Informationen von popularity-contest werden anonym
verarbeitet. Wir würden es begrüßen, falls Sie an dieser offiziellen Umfrage
teilnehmen würden; Sie helfen damit, Debian weiter zu verbessern.
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Hinweise zur Debian GNU/Linux 4.0-Veröffentlichung (»Etch«) auf Mipsel
$Id: release-notes.de.sgml,v 1.69 2007-08-16 22:36:22 jseidel Exp $debian-doc@lists.debian.org