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Hinweise zur Debian GNU/Linux 4.0-Veröffentlichung (»Etch«) auf PowerPC
Kapitel 5 - Probleme, die Sie bei Etch beachten sollten


5.1 Potenzielle Probleme

Manchmal haben Änderungen Nebenwirkungen, die wir nicht ganz vermeiden können, oder wir würden uns anderen Fehlern aussetzen. Wir dokumentieren hier alle Probleme, die uns bekannt sind. Bitte lesen Sie auch die Errata, die relevanten Paketdokumentationen, Fehlerberichte und andere Informationen, die in Was Sie noch lesen sollten, Abschnitt 6.1 erwähnt sind.


5.1.1 Probleme bezüglich Geräten und udev

Obwohl udev ausführlich getestet wurde, könnte es kleinere Probleme mit ein paar Geräten geben, die dann behoben werden sollten. Die häufigsten Probleme sind geänderte Zugriffsrechte und/oder Eigentümer von Geräten. In einigen Fällen kann es passieren, dass Geräte standardmäßig nicht erstellt werden (zum Beispiel /dev/video und /dev/radio).

udev stellt Konfigurationsmechanismen zur Verfügung, um diese Problemchen zu lösen. Siehe dazu auch udev(8) und /etc/udev für weitere Informationen.


5.1.2 Einige Anwendungen funktionieren nicht mehr mit 2.4er Kerneln

Einige Anwendungen in Etch werden nicht mehr mit Kernel 2.4 funktionieren, beispielsweise weil sie epoll()-Unterstützung benötigen, den es in 2.4er Kerneln nicht gibt. Solche Anwendungen werden entweder gar nicht oder nicht richtig funktionieren, bis Sie mit einem 2.6er Kernel neu gestartet haben.

Ein Beispiel hierfür ist der HTTP-Proxy squid.


5.1.3 Bestimmte Internet-Seiten können per TCP nicht erreicht werden

Seit 2.6.17 nutzt Linux aggressiv TCP Window Scaling, das in RFC 1323 spezifiziert ist. Einige Server haben ein fehlerhaftes Verhalten und geben falsche Fenstergrößen für sich selbst an. Schauen Sie bitte in die Fehlerberichte #381262, #395066 und #401435 falls Sie weitere Informationen benötigen.

Es gibt normalerweise zwei Möglichkeiten, diese Probleme zu umgehen: entweder setzen Sie die maximal erlaubten TCP-Fenster-Größen auf einen kleineren Wert zurück (bevorzugt) oder schalten TCP-Fenster-Skalierung komplett aus (nicht empfohlen). Schauen Sie die Beispielbefehle in der debian-installer Errata-Seite an.


5.1.4 Langsames Auffrischen von APT-Paketindex-Dateien

Die Etch-Version von apt benutzt standardmäßig eine neue Art, um die APT-Paketindex-Dateien aufzufrischen (auch wenn Sie aptitude update aufrufen), die lediglich die Differenzdateien (statt des kompletten Paketindex) herunterlädt. Diese neue Fähigkeit sollte weniger Bandbreite benutzen und auf den meisten Systemen schneller laufen. Unglücklicherweise kann es aber den gegenteiligen Effekt haben und das Auffrischen über eine schnelle Netzwerk-Anbindung (oder einen nahe gelegenen Spiegel) verlangsamen, da es – insbesondere bei unregelmäßigen Auffrischungen – mehr Zeit benötigen kann, die Differenzdateien einzuspielen, als den kompletten Paketindex herunterzuladen. Es ist möglich diese Fähigkeit abzuschalten, indem Acquire::Pdiffs "false"; der Konfigurationsdatei /etc/apt/apt.conf hinzufügt wird.

Diese Änderung betrifft aufgrund der fluktuierenden Natur dieser Archive hauptsächlich Benutzer des unstable- und testing-Zweiges von Debian GNU/Linux. Benutzer von Etch werden diese Fähigkeit hauptsächlich beim Auffrischen des Paketstatus vom Sicherheitsarchiv bemerken.


5.1.5 Asynchrone Netzwerk-Initialisierung kann unvorhersehbares Verhalten bewirken

Auf Systemen die udev benutzen, um Netzwerk-Schnittstellen-Treiber zu laden, kann es durch die asynchrone Natur von udev dazu kommen, dass die Netzwerk-Treiber noch nicht geladen sind, bevor /etc/init.d/networking beim Systemstart ausgeführt wird. Obwohl das Hinzufügen von allow-hotplug zu /etc/network/interfaces (zusätzlich zu auto) es ermöglicht, Netzwerk-Schnittstellen zu aktivieren, sobald sie verfügbar sind, gibt es keine Garantie, dass dies vollzogen ist, bevor die Boot-Sequenz beginnt Netzwerk-Dienste zu starten. Manche Dienste werden sich unter Umständen nicht korrekt verhalten, falls keine Netzwerk-Schnittstellen vorhanden sind.


5.1.6 Probleme mit WPA-gesicherten kabellosen Netzwerken

Unter Sarge wurde das Paket wpasupplicant als Systemdienst aufgesetzt und mittels /etc/default/wpasupplicant und vom Benutzer erstellten /etc/wpasupplicant.conf konfiguriert.

Unter Etch wurde /etc/init.d/wpasupplicant entfernt und das Debian-Paket integriert sich nun in /etc/network/interfaces, ähnlich wie es auch andere Pakete wie wireless-tools tun. Dies heißt, dass wpasupplicant den Systemdienst nicht mehr direkt zur Verfügung stellt.

Informationen zur Konfiguration von wpasupplicant befinden sich in /usr/share/doc/wpasupplicant/README.modes.gz. Dort sind auch Beispiele für die Datei /etc/network/interfaces. Aktualisierte Informationen zur Nutzung des Pakets wpasupplicant unter Debian sind zudem im Debian-Wiki zu finden.


5.1.7 Probleme mit nicht-ASCII-Zeichen in Dateinamen

Der Zugriff auf Dateien mit nicht-ASCII-Zeichen auf einem vfat-, ntfs- oder iso9660-Dateisystem funktioniert nur, wenn die Dateisysteme mit der Option utf8 eingebunden wurden. Ein Indiz für diese Fehler kann die folgende Meldung sein: »Invalid or incomplete multibyte or wide character«. In diesem Fall kann beispielsweise die mount-Option defaults,utf8 für ein solches Dateisystem benutzt werden.

Achtung: In diesem Fall wird der Linux-Kernel die Groß-/Klein-Schreibung der Dateinamen auf vfat-Dateisystemen nicht ignorieren.


5.1.8 Sound funktioniert nicht mehr

In seltenen Fällen könnte der Sound nach der Aktualisierung nicht mehr länger funktionieren. Falls dies geschieht, schauen Sie die Alsa-Prüfliste durch: Starten Sie alsaconf als Benutzer root, fügen Sie Ihren Kontonamen zur Gruppe audio hinzu, verwenden Sie alsamixer und stellen Sie sicher, dass die Lautstärke aufgedreht und nicht stumm geschaltet ist, vergewissern Sie sich, dass arts oder esound nicht mehr laufen und OSS-Module nicht geladen sind, stellen Sie sicher, dass die Lautsprecher an sind, überprüfen Sie, ob der Befehl cat /dev/urandom > /dev/dsp für root funktioniert.


5.2 Auf einen 2.6er Kernel aktualisieren

Die 2.6er Kernel-Serie enthält einige große Änderungen gegenüber der 2.4er Serie. Module wurden umbenannt und viele Treiber wurden teilweise oder manchmal sogar komplett neu geschrieben. Von einer früheren Version auf einen 2.6er Kernel zu aktualisieren, ist also nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Dieses Kapitel zielt darauf ab, Sie auf manche Probleme vorzubereiten, denen Sie begegnen könnten.

Falls Sie Ihren eigenen Kernel aus den Quellen installieren, stellen Sie sicher, dass Sie module-init-tools installiert haben, bevor Sie mit Ihrem 2.6er Kernel neu starten. Dieses Paket ersetzt modutils für 2.6er Kernel. Falls Sie eines von Debians kernel-image-Paketen installieren, wird dieses Paket aufgrund der Abhängigkeiten automatisch mit installiert.

Falls Sie LVM verwenden, sollten Sie lvm2 installieren, bevor Sie neu starten, da 2.6er Kernel LVM1 nicht mehr direkt unterstützen. Um auf LVM1-Volumes zuzugreifen, wird eine Kompatibilitätsschicht von lvm2 (das Modul dm-mod) benutzt. Sie können lvm10 installiert lassen – das init-Skript wird feststellen, welcher Kernel benutzt wird und die entsprechend passende Version ausführen.

Falls Sie Einträge in der Datei /etc/modules haben (die Liste der Module, die beim Booten geladen werden sollen), beachten Sie bitte, dass sich einige Modulnamen geändert haben könnten. Sollte dies der Fall sein, müssen Sie in dieser Datei die entsprechenden Modulnamen ersetzen.

Nachdem der 2.6er Kernel installiert wurde, aber vor dem Neustart, sollte sichergestellt werden, dass ein Rettungsweg verfügbar ist. Dazu ist zunächst zu prüfen, dass die Bootloader-Konfiguration Einträge für beide Kernel enthält: Den alten, funktionierenden 2.4er Kernel und den neuen 2.6er. Außerdem wäre es sinnvoll, eine »Rettungs«- bzw. »rescue«-Diskette oder -CD-ROM zur Hand zu haben, falls eine Fehlkonfiguration einen Start des alten Kernels verhindert.


5.2.1 Tastatur-Konfiguration

Die größte Änderung in den 2.6er Kerneln ist eine fundamentale Änderung der Eingabeschnittstelle. Dies bewirkt, dass alle Tastaturen als »normale« PC-Tastaturen betrachtet werden. Falls Sie also im Augenblick einen anderen Tastaturtyp ausgewählt haben (zum Beispiel USB-MAC oder Sun-Tastatur), werden Sie nach dem Neustart mit einem neuen 2.6er Kernel mit einer nicht funktionierenden Tastatur enden.

Falls Sie per SSH von einer anderer Maschine aus zugreifen können, können Sie dieses Problem lösen, indem Sie dpkg-reconfigure console-data ausführen, die Option »Select keymap from full list« und dort eine »pc«-Tastatur auswählen.

Falls die Tastatur auf Ihrer Konsole betroffen ist, werden Sie möglicherweise auch die Tastatur des X Window Systems ändern müssen. Sie können dies tun, indem Sie dpkg-reconfigure xserver-xorg ausführen, oder indem Sie direkt die Datei /etc/X11/xorg.conf editieren. Vergessen Sie nicht, die in Was Sie vor dem nächsten Neustart tun sollten, Abschnitt 4.7 erwähnte Dokumentation zu lesen.

Beachten Sie, dass USB-Tastaturen entweder als »normale« PC-Tastatur oder als USB-MAC-Tastatur konfiguriert sein können. Im ersten Fall betrifft Sie dieses Problem nicht.


5.2.2 Maus-Konfiguration

Aufgrund der gleichen Änderungen an der Eingabeschnittstelle müssen Sie unter Umständen das X Window System und gpm rekonfigurieren, falls Ihre Maus nach der Aktualisierung auf den 2.6er Kernel nicht mehr funktioniert. Am wahrscheinlichsten ist, dass sich lediglich das Gerät, das die Daten von der Maus erhält, geändert hat. Es könnte auch sein, dass Sie ein anderes Modul laden müssen.


5.2.3 Sound-Konfiguration

Bei 2.6er Kernel werden die ALSA-Sound-Treiber gegenüber den OSS-Sound-Treibern bevorzugt. ALSA-Sound-Treiber werden standardmäßig als Module angeboten. Damit der Sound funktioniert, müssen die für Ihre Sound-Hardware passenden Module geladen sein. Generell geschieht dies automatisch, falls Sie zusätzlich zum Paket alsa-base entweder hotplug oder discover installiert haben. Das alsa-base-Paket hat auch OSS-Module auf einer schwarzen Liste, um zu verhindern, dass hotplug oder discover diese lädt. Falls Sie OSS-Module in Ihrer /etc/modules haben, sollten Sie die Einträge entfernen.


5.3 Wechsel von XFree86 nach X.Org

Der Wechsel nach X.Org schließt einige strukturelle Änderungen mit ein. Falls alle installierten Pakete von Debian stammen und auch in Etch vorhanden sind, sollte das Upgrade ohne Probleme funktionieren. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass es einige Änderungen gibt, auf die geachtet werden sollte, da sie möglicherweise Probleme während des Upgrades verursachen könnten.

Die wichtigste Änderung ist, dass /usr/X11R6/bin entfernt wurde und nur als symbolischer Link auf /usr/bin weiter existiert. Das bedeutet, dass dieses Verzeichnis leer sein muss, wenn die neuen Pakete installiert werden. Für diese neuen Pakete ist die Conflict-Abhängigkeit gegen die meisten Pakete gesetzt, die /usr/X11R6/bin benutzen, aber in manchen Fällen könnte ein manuelles Eingreifen notwendig sein. Bitte denken Sie daran, keine Distributionsupgrades aus einer X-Sitzung heraus zu starten.

Sollte das Upgrade während der Installation von X.Org abbrechen, sollten Sie überprüfen, ob noch irgendwelche Dateien in /usr/X11R6/bin verblieben sind. Sie können dpkg -S verwenden, um herauszufinden, durch welches Debian-Paket eine solche verbliebene Datei (falls es eine gibt) installiert wurde; entfernen Sie solche Pakete mit dpkg --remove. Bitte notieren Sie sich, welche Pakete Sie entfernen mussten, um später die entsprechenden stellvertretenden Pakete installieren zu können. Bevor Sie mit dem Upgrade fortfahren, müssen alle Dateien aus /usr/X11R6/bin entfernt werden.

Lesen Sie bitte http://wiki.debian.org/Xorg69To7 für weitere Details und Infos über andere Probleme.

Falls Sie Probleme mit X.Org nach einem Neustart bemerken, kann es auch sinnvoll sein, den Font-Server mittels /etc/init.d/xfs restart neu zu starten. Dies geschieht, da /etc/X11/fs/xfs.options eine Zeile mit no-restart-on-upgrade enthält, aber die Pfade zu Schriften geändert wurden.


5.4 Keine Unterstützung für 8-Bit-Darstellungen in vielen Anwendungen

Nach der Aktualisierung auf X.Org und den aktuellen Bibliotheken werden X-Terminals, die nur eine Farbtiefe von 8-Bit verwalten können, nicht mehr funktionieren. Dies liegt an der Cairo-2D-Vektor-Grafik-Bibliothek (libcairo2), die keine 8-Bit-Pseudocolor-Unterstützung hat. Diese Bibliothek wird von GNOME und Xfce und vielen anderen Desktop-Anwendungen, die die Gtk2+-Werkzeugsammlung benutzen, wie zum Beispiel abiword, verwendet.

Uns bekannte, hiervon betroffene Systeme sind einige Maschinen von Sun und X-Terminals von Tektronix, NCD, IBM und SGI, sowie andere Fern-X-Windows-Systeme. Sie sollten, sofern möglich, diese Terminals dazu bringen 16-Bit Farbtiefe zu benutzen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Freedesktops Fehler #4945.


5.5 Aktualisierung von exim nach exim4

Eines der Pakete, das mit der Veröffentlichung von Etch auf »veraltet« gesetzt worden ist, ist der Mail Transfer Agent (MTA) exim, der durch das komplett neue Paket exim4 ersetzt wurde.

exim (Version 3.xx) wurde lange Zeit vom Originalautor nicht mehr betreut und auch der Debian-Support für diese Version wurde eingestellt. Falls Sie immer noch exim 3.xx verwenden, aktualisieren Sie Ihre Installation bitte manuell auf exim4. Da exim4 auch bereits Teil von Sarge ist, können Sie dieses Upgrade bereits auf Ihrem Sarge-System durchführen, vor der Aktualisierung auf Etch, oder danach, ganz wie Sie möchten. Denken Sie daran, dass Ihr altes exim-Paket nicht aktualisiert wird und die Unterstützung mit Sicherheitsaktualisierungen eingestellt wird, wenn der Support für Sarge endet.

Beachten Sie, dass Sie abhängig von Ihrer debconf-Konfiguration keine weiteren Fragen während der Installation von exim4 gestellt bekommen. Falls Ihnen keine Fragen gestellt werden, wird ein »Nur lokale E-Mail-Zustellung«-Setup eingestellt. Sie können die Konfiguration wiederholen, indem Sie dpkg-reconfigure exim4-config aufrufen.

Die exim4-Pakete in Debian sind ausführlich dokumentiert. Die Internet-Seite ist http://wiki.debian.org/PkgExim4 im Debian-Wiki und die README-Datei finden Sie unter http://pkg-exim4.alioth.debian.org/README/README.Debian.html sowie im Paket selbst.

Die README-Datei enthält ein Kapitel über das Paketieren, das die verschiedenen Paketvariationen erklärt, sowie eines über die Aktualisierung von exim3, das Ihnen helfen wird, das Upgrade zu vollziehen.


5.6 Upgrade auf apache2

Apache wurde auf die neue Version 2.2 aktualisiert. Obwohl dies den erfahrenen Benutzer nicht großartig belasten dürfte, gibt es einige potenzielle Gefahren, auf die geachtet werden sollte.

http://httpd.apache.org/docs/2.2/upgrading.html enthält Infos, was von den Originalautoren geändert wurde. Bitte lesen Sie diese Seite und denken Sie speziell an Folgendes:

Zu den Debian-spezifischen Änderungen gehört unter anderem, dass der String SSL nun nicht mehr definiert ist, da ssl jetzt vom Standardpaket unterstützt wird.

Falls Sie die experimentelle ITK MPM (aus dem Paket apache2-mpm-itk) benutzen, wird das cgi-Modul standardmäßig nicht korrekt aktiviert. Um es korrekt zu aktivieren, müssen Sie manuell mod_cgid deaktivieren und mod_cgi aktivieren:

     # cd /etc/apache2/mods-enabled
     # rm cgid.conf cgid.load
     # ln -s ../mods-available/cgi.load .
     # /etc/init.d/apache2 force-reload

5.7 Aktualisieren von Zope und Plone

Zope und alle verwandten Produkte wurden aktualisiert. Viele Produkte wurden aus der Distribution entfernt (weil sie entweder veraltet waren oder weil sie mit dem neueren Zope, CMF oder Plone inkompatibel waren).

Unglücklicherweise gibt es keinen einfachen und garantierten Weg, einen komplexen zope- oder plone-Server zu aktualisieren. Obwohl Plone ein Migrationswerkzeug enthält, hat die Erfahrung gezeigt, dass automatische Migrationen schnell fehlschlagen können.

Aus diesem Grund wird Benutzern empfohlen, das System so aufzusetzen, dass sowohl die Zope/Plone-Installation aus Sarge, als auch eine Installation der Version aus Etch verwendet werden kann, um die Migration zu testen.

Der einfachste und sicherste Weg dies zu erreichen ist es, einfach eine Kopie des Sarge-Systems auf einer anderen Festplatte oder Partition zu erstellen und dann lediglich eine der beiden Kopien zu aktualisieren. chroot kann dazu benutzt werden, die Version aus Sarge parallel zu der Version aus Etch laufen zu lassen.

Es ist nicht möglich, sowohl die alte, als auch die neue Version von Zope/Plone zusammen auf einem Etch-System laufen zu lassen. Dies beruht unter anderem darauf, dass die alten Pakete von python2.3 abhängen, welches sich nicht parallel mit python2.4 installieren lässt.


5.8 Platzhalter-Auswertung (globbing) mit GNU tar

Frühere Versionen von GNU tar gingen von einer Shell-artigen Erweiterung von Platzhaltern aus, wenn Dateien aus einer Liste in einem Archiv entpackt wurden. Beispielsweise hat:

     tar xf foo.tar '*.c'

alle Dateien entpackt, deren Namen auf ».c« endeten. Diese Verhalten war nicht dokumentiert und inkompatibel mit der traditionellen tar-Implementierung. Daher wird seit Version 1.15.91 von GNU tar globbing standardmäßig nicht mehr benutzt. Der obere Beispielaufruf wird als Versuch gewertet, aus dem Archiv die Datei mit dem Namen »*.c« zu extrahieren.

Siehe auch /usr/share/doc/tar/NEWS.gz für weitere Informationen.


5.9 NIS und Network-Manager

Die in nis enthaltene Version von ypbind unterstützt nun auch Network-Manager. Dies führt dazu, dass ypbind NIS-Client-Funktionalitäten deaktiviert, wenn er vom Netzwerk getrennt wird. Da Network-Manager normalerweise melden, dass der Computer nicht verbunden ist, wenn er nicht benutzt wird, sollten NIS-Benutzer mit NIS-Client-Systemen sicherstellen, dass die Network-Manager Unterstützung auf solchen Systemen deaktiviert ist.

Dies kann entweder geschehen, indem das Paket network-manager deinstalliert wird oder indem Sie /etc/default/nis editieren und YPBINDARGS -no-dbus hinzufügen.

Die Option -no-dbus ist Standard für neue Installationen von Debian, war es aber nicht in früheren Versionen.


5.10 Unsichere PHP-Konfigurationen abgelehnt

Lange Jahre war es bekanntermaßen unsicher und gefährlich, die register_globals-Einstellungen zu aktivieren und darum waren sie auch für einige Zeit standardmäßig ausgeschaltet. Diese Konfiguration wurden jetzt auf Debian-Systemen letztendlich als zu gefährlich abgelehnt. Das gleiche gilt für Fehler in safe_mode und open_basedir, die auch seit einiger Zeit nicht mehr betreut werden.

Beginnend mit diesem Release wird das Debian-Sicherheitsteam keine Sicherheitsunterstützung mehr anbieten für eine Reihe von PHP-Konfigurationen, die als unsicher bekannt sind. Vor allem werden solche Probleme nicht mehr behandelt, die durch das Aktivieren von register_globals begründet sind.

Falls Sie alte Applikationen am Laufen haben, die register_globals erfordern, aktivieren Sie es nur für den jeweiligen Pfad, zum Beispiel in der Apache-Konfigurationsdatei. Weitere Informationen finden Sie in der Datei README.Debian.security im PHP-Dokumentationsverzeichnis (/usr/share/doc/php4 oder /usr/share/doc/php5).


5.11 Sicherheitsstatus von Mozilla-Produkten

Für viele Benutzer sind die Mozilla-Programme firefox und thunderbird (in Debian zu »iceweasel« bzw. »icedove« umbenannt) wichtige Werkzeuge. Unglücklicherweise ist die Sicherheitspolitik der Originalautoren darauf ausgelegt, dass Sie jeweils auf deren neueste Version aktualisieren, was mit Debians Strategie kollidiert, keine größeren funktionellen Änderungen durch Sicherheitsupdates einzuführen. Wir können es zwar heute nicht prophezeien, aber während der Lebensdauer von Etch könnte das Debian-Sicherheitsteam an einen Punkt kommen, an dem eine Unterstützung von Mozilla-Produkten nicht mehr möglich ist, so dass die Sicherheitsunterstützung für Mozilla-Produkte eingestellt werden muss. Dies sollte bei einem Einsatz von Mozilla-Produkten bedacht werden. Eventuell sind andere in Debian verfügbaren Alternativen im konkreten Einzelfall besser geeignet.


5.12 KDE-Desktop

Die Handhabung von Medien in KDE hat sich in der Version in Etch von device:/ zu media:/ geändert. Konfigurationsdateien einiger Benutzer könnten noch Verweise auf device:/ enthalten und sollten korrigiert werden. Insbesondere ~/.kde/share/apps/konqsidebartng/virtual_folders/services enthält solche Referenzen und kann gefahrlos gelöscht werden, da es beim Erstellen der Einstellung für einen neuen Benutzer auch nicht erstellt wird.

Es gab vielerlei Änderungen in der KDE-Desktop-Umgebung, von der Version, die mit Sarge ausgeliefert wurde, zu der Version in Etch. Weitere Informationen finden Sie in den KDE 3.5 Release Notes.


5.13 Änderungen und Unterstützung des GNOME-Desktops

Einige Änderungen der Konfiguration des GNOME-Desktops werden nicht aktiviert, wenn dieser bereits in Sarge benutzt wurde. In extremen Fällen ist es auch möglich, dass sich der GNOME-Desktop mit Ihrer alten Konfiguration nicht mehr korrekt verhält.

Falls Sie viel in die Konfiguration Ihres GNOME-Desktops investiert haben, sollten Sie vielleicht das .gconf Verzeichnis Ihres Benutzers umbenennen (zum Beispiel .gconf.old), so dass es mit der neuen Standardkonfiguration von Etch neu erstellt wird, sobald Sie eine neue Sitzung starten.

Mit der Freigabe von Etch enthält Debian kaum noch Pakete für die veraltete GNOME Version 1. Einige Pakete wurden bisher noch nicht aktualisiert und sind weiterhin in der GNOME Version 1 vorhanden. GTK1.2 Pakete bleiben weiterhin vollständig unterstützt.

Es gab viele Änderungen in der GNOME-Desktop-Umgebung seit der Version, die mit Sarge ausgeliefert wurde. Sie finden weitere Informationen in den GNOME 2.14 Release Notes.


5.14 Standard-Editor

Der Standard-Editor während der Aktualisierung könnte von vim zu nano geändert werden.

Administratoren, die den Standard-Editor für alle Benutzer ändern wollen, können das alternatives-System für eine Aktualisierung benutzen:

     # update-alternatives --config editor

Benutzer, die den Standard-Editor ändern möchten, können die Umgebungsvariable EDITOR definieren, indem sie die folgenden Zeilen zu ihrer Datei »profiles« hinzufügen:

     EDITOR=vi
     export EDITOR
     alias editor=$EDITOR

5.15 Mitteilung des Tages

/etc/motd ist nun ein symbolischer Link zu /var/run/motd, was von /etc/init.d/bootmisc.sh aus einer Vorlage /etc/motd.tail bei jedem Rechnerstart erstellt wird. Es bedeutet, dass Änderungen an /etc/motd verloren sind. Änderungen an /etc/motd.tail werden nicht automatisch, wie bei einem Neustart, auf /etc/motd angewandt.

Die Variable EDITMOTD in /etc/default/rcS hat auch nicht mehr länger Auswirkungen. Falls Sie die Aktualisierung von motd nicht durchführen wollen, oder Ihren eigenen Inhalt für die Mitteilung de Tages verwenden möchten, müssen Sie nur die Datei /etc/motd auf eine andere Datei wie /etc/motd.static verweisen lassen und Ihre Änderungen dort durchführen.


5.16 Keine standardmäßige Unterstützung für Unicode in emacs21*

Emacs21 und emacs21-nox sind nicht standardmäßig dafür konfiguriert, Unicode zu verwenden. Für weitere Informationen und eine Problemumgehung lesen Sie bitte Fehler #419490.


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Hinweise zur Debian GNU/Linux 4.0-Veröffentlichung (»Etch«) auf PowerPC

$Id: release-notes.de.sgml,v 1.69 2007-08-16 22:36:22 jseidel Exp $

Josip Rodin, Bob Hilliard, Adam Di Carlo, Anne Bezemer, Rob Bradford (derzeit), Frans Pop (derzeit), Andreas Barth (derzeit), Javier Fernández-Sanguino Peña (derzeit), Steve Langasek (derzeit)
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