B.4. Inhalt der Voreinstellungsdatei

Die Konfigurationsfragmente, die in diesem Abschnitt benutzt werden, sind auch als Beispiel-Voreinstellungsdatei unter http://www.debian.org/releases/etch/example-preseed.txt verfügbar.

Beachten Sie, dass dieses Beispiel auf einer Installation für die Intel x86-Architektur basiert. Wenn Sie auf einer anderen Architektur installieren, könnten einige der Beispiele (wie die Tastaturauswahl und die Bootloader-Installation) nicht relevant sein und müssen durch für Ihre Architektur passende debconf-Einstellungen ersetzt werden.

B.4.1. Lokalisierung

Lokalisierungswerte voreinzustellen funktioniert nur, wenn Sie Voreinstellung per initrd benutzen. Bei allen anderen Methoden wird die Voreinstellungsdatei geladen, nachdem diese Fragen gestellt wurden.

Die Locale kann verwenden werden, um sowohl Sprache wie auch Land anzugeben. Um die Locale als Boot-Parameter festzulegen, nutzen Sie locale=de_DE.

# Die Locale setzt Sprache und Land.
d-i debian-installer/locale string de_DE

Die Tastaturkonfiguration besteht aus der Auswahl der Tastaturarchitektur und der Tastaturbelegung. In den meisten Fällen ist die richtige Architektur bereits standardmäßig vorgewählt, sodass Sie normalerweise nicht voreingestellt werden muss. Die Tastaturbelegung muss zur ausgewählten Architektur passen.

# Auswahl der Tastatur.
#d-i console-tools/archs select at
d-i console-keymaps-at/keymap select de
# Beispiel für eine andere Tastaturarchitektur.
#d-i console-keymaps-usb/keymap select mac-usb-us

Um die Konfiguration der Tastatur zu überspringen, stellen Sie für console-tools/archs den Wert skip-config ein. Dies bewirkt, dass die Tastaturbelegung des Kernels weiter verwendet wird.

Anmerkung

Die Änderungen am Input-Layer für 2.6-Kernels haben die Tastatur-Architektur virtuell überflüssig gemacht. Für 2.6-Kernels sollte normalerweise eine „PC“-Tastaturbelegung (at) gewählt werden.

B.4.2. Netzwerk-Konfiguration

Die Voreinstellung der Netzwerk-Konfiguration funktioniert natürlich nicht, wenn Sie Ihre Voreinstellungsdatei vom Netzwerk laden, aber es ist toll, wenn Sie von CD oder USB-Stick booten. Sie können jedoch auch Netzwerkkonfigurations-Parameter automatisieren, wenn Sie die Voreinstellungsdatei per Netzwerk laden, und zwar per Kernel-Parameter.

Falls Sie beim Booten per Netzwerk eine bestimmte Netzwerkschnittstelle auswählen müssen, bevor eine Voreinstellungsdatei vom Netzwerk geladen wurde, benutzen Sie einen Bootparameter wie interface=eth1.

Obwohl das Voreinstellen der Netzwerkkonfiguration normalerweise nicht möglich ist, wenn Sie Voreinstellung über Netzwerk benutzen (mittels „preseed/url“), können Sie den folgenden Hack verwenden, um diese Einschränkung zu umgehen, wenn Sie zum Beispiel eine statische Adresse für die Netzwerk-Schnittstelle setzen möchten. Der Hack erzwingt, dass die Netzwerkkonfiguration erneut abläuft, nachdem die Voreinstellungsdatei geladen wurde. Dazu wird ein „preseed/run“-Script erzeugt mit den folgenden Zeilen:

killall.sh dhclient
netcfg

# netcfg versucht nach Möglichkeit, eine Netzwerkschnittstelle zu wählen,
# die bereits Verbindung hat (Netzwerkkabel gesteckt, aktive Gegenstelle). 
# Diese Zeile vermeidet, dass eine Liste angezeigt wird, wenn mehr als
# eine Schnittstelle verfügbar ist.
d-i netcfg/choose_interface select auto

# Um stattdessen eine bestimmte Schnittstelle vorzugeben:
#d-i netcfg/choose_interface select eth1

# Wenn Sie einen langsamen DHCP-Server haben und der Installer läuft in eine
# Zeitüberschreitung, während er auf ihn wartet, könnte dies nützlich sein:
#d-i netcfg/dhcp_timeout string 60

# Wenn Sie es vorziehen, das Netzwerk manuell zu konfigurieren, entfernen
# Sie hier das Kommentarzeichen und ebenso bei den Zeilen für die statische
# Netzwerkkonfiguration unten.
#d-i netcfg/disable_dhcp boolean true

# Falls Sie möchten, dass die Voreinstellungsdatei sowohl auf Systemen mit
# DHCP-Server wie auch ohne einen solchen funktioniert, entfernen Sie hier
# die Kommentarzeichen sowie auch unten bei der statischen
# Netzwerkkonfiguration.
#d-i netcfg/dhcp_failed note
#d-i netcfg/dhcp_options select Configure network manually

# Statische Netzwerkkonfiguration.
#d-i netcfg/get_nameservers string 192.168.1.1
#d-i netcfg/get_ipaddress string 192.168.1.42
#d-i netcfg/get_netmask string 255.255.255.0
#d-i netcfg/get_gateway string 192.168.1.1
#d-i netcfg/confirm_static boolean true

# Bedenken Sie, dass jeder Hostname und Domänenname, der per DHCP
# zugewiesen wird, Vorrang hat vor den hier angegebenen. Allerdings
# bewirken diese Zeilen, dass keine Fragen angezeigt werden, auch wenn
# Werte per DHCP empfangen werden.
d-i netcfg/get_hostname string unassigned-hostname
d-i netcfg/get_domain string unassigned-domain

# Den lästigen WEP-Schlüssel-Dialog unterdrücken.
d-i netcfg/wireless_wep string
# Der verrückte DHCP-Hostname, den einige ISP als eine Art Passwort nutzen.
#d-i netcfg/dhcp_hostname string radish

B.4.3. Einstellungen für den Spiegelserver

Abhängig von der Installationsmethode, die Sie verwenden, kann ein Spiegelserver sowohl dazu genutzt werden, zusätzliche Komponenten des Installers und das Basissystem herunterzuladen wie auch um die /etc/apt/sources.list für das zu installierende System einzurichten.

Der Parameter mirror/suite beeinflusst die Paketquellen für das zu installierende System.

Der Parameter mirror/udeb/suite beeinflusst die Paketquellen für den Installer. Es ist nur nützlich, dies einzustellen, wenn aktuell Komponenten des Installers über das Netzwerk geladen werden; dieser Wert sollte mit dem übereinstimmen, der genutzt wurde, um die initrd, die Sie für Ihre Installationsmethode nutzen, zu bauen. Standardmäßig ist der Wert für mirror/udeb/suite der gleiche wie der für mirror/suite.

# Wenn Sie FTP wählen, muss mirror/country nicht gesetzt werden.
#d-i mirror/protocol string ftp
d-i mirror/country string enter information manually
d-i mirror/http/hostname string ftp.de.debian.org
d-i mirror/http/directory string /debian
d-i mirror/http/proxy string

# Distributionszweig von Debian, den Sie installieren möchten.
#d-i mirror/suite string testing
# Distributionszweig, der genutzt wird, um Installer-Komponenten zu
# laden (optional).
#d-i mirror/udeb/suite string testing

B.4.4. Partitionierung

Die Möglichkeiten der Voreinstellung für die Partitionierung der Festplatte werden begrenzt durch das, was partman-auto unterstützt. Sie können wählen, entweder vorhandenen freien Platz auf der Platte zu partitionieren oder die komplette Platte. Das Layout der Disk kann durch ein vordefiniertes Rezept festgelegt werden, durch ein selbst erstelltes aus einer Rezeptdatei oder durch ein Rezept, das in der Vorkonfigurationsdatei enthalten ist. Derzeit ist es nicht möglich, mehrere Festplatten per Voreinstellung zu partitionieren.

Warnung

Die Erkennung der Festplatten hängt von der Reihenfolge ab, in der ihre Treiber geladen werden. Falls mehrere Platten im System existieren, achten Sie verstärkt darauf, dass Sie die richtige ausgewählt haben, bevor Sie die Voreinstellung nutzen.

# Wenn das System freien Platz auf der Platte hat, können Sie festlegen, nur
# diesen Platz zu partitionieren.
# NOTE: this must be preseeded with a localized (translated) value.
# HINWEIS: die Voreinstellungswerte für diese Frage müssen lokalisiert
# (übersetzt) sein.
#d-i partman-auto/init_automatically_partition \
#      select Geführt - den größten freien Speicherbereich benutzen

# Alternativ können Sie eine Festplatte angeben, die partitioniert
# werden soll. Der Gerätename kann entweder als devfs-Bezeichnung
# oder im traditionellen Format angegeben werden. 
# Um z.B. die erste Platte zu nutzen:
d-i partman-auto/disk string /dev/discs/disc0/disc
# Zusätzlich müssen Sie angeben, welche Partitionsmethode genutzt werden
# soll. Derzeit verfügbare Methoden: "regular", "lvm" und "crypto"
d-i partman-auto/method string lvm

# Falls eine der Festplatten, die automatisch partitioniert werden sollen, eine
# alte LVM-Konfiguration enthält, wird dem Benutzer normalerweise eine Warnung
# angezeigt. Diese kann aber durch Voreinstellung unterdrückt werden...
d-i partman-auto/purge_lvm_from_device boolean true
# Das gleiche gilt für die Bestätigung, die LVM-Partitionen zu schreiben.
d-i partman-lvm/confirm boolean true

# Sie können eines der vordefinierten Partitionierungsrezepte wählen:
# NOTE: this must be preseeded with a localized (translated) value.
# HINWEIS: die Voreinstellungswerte für diese Frage müssen lokalisiert
# (übersetzt) sein.
d-i partman-auto/choose_recipe \
       select Alle Dateien auf eine Partition (für Anfänger empf.)
#d-i partman-auto/choose_recipe \
#       select Separate /home-Partition
#d-i partman-auto/choose_recipe \
#       select Separate /home-, /usr-, /var- und /tmp-Partitionen

# Oder erstellen Sie ein eigenes Rezept...
# Das Rezept-Format ist in der Datei devel/partman-auto-recipe.txt
# beschrieben. Wenn Sie eine Möglichkeit haben, eine Rezeptdatei in die
# d-i-Umgebung zu bekommen, können Sie einfach darauf verweisen:
#d-i partman-auto/expert_recipe_file string /hd-media/recipe

# Falls nicht, können Sie auch ein ganzes Rezept in eine einzige (logische)
# Zeile packen. Dieses Beispiel erzeugt eine kleine /boot-Partition, eine
# Swap-Partition passender Größe und benutzt den Rest des Platzes für
# die root-Partition:
#d-i partman-auto/expert_recipe string                         \
#      boot-root ::                                            \
#              40 50 100 ext3                                  \
#                      $primary{ } $bootable{ }                \
#                      method{ format } format{ }              \
#                      use_filesystem{ } filesystem{ ext3 }    \
#                      mountpoint{ /boot }                     \
#              .                                               \
#              500 10000 1000000000 ext3                       \
#                      method{ format } format{ }              \
#                      use_filesystem{ } filesystem{ ext3 }    \
#                      mountpoint{ / }                         \
#              .                                               \
#              64 512 300% linux-swap                          \
#                      method{ swap } format{ }                \
#              .

# Dies veranlasst partman, automatisch ohne Nachfrage zu partitionieren.
d-i partman/confirm_write_new_label boolean true
d-i partman/choose_partition \
       select Finish partitioning and write changes to disk
d-i partman/confirm boolean true

B.4.5. Partitionierung mit RAID

Sie können auch Voreinstellung verwenden, um Partitionen auf einem Software-RAID einzurichten. Es werden RAID-Level 0, 1 und 5 unterstützt sowie die Einrichtung von degradierten Arrays und die Festlegung von Reserve-Geräten. Wenn Sie RAID 1 verwenden, können Sie voreinstellen, dass grub auf allen Geräten im Verbund installiert wird; siehe Abschnitt B.4.10, „Installation des Bootloaders“.

Warnung

Bei dieser Art von automatisierter Partitionierung kann leicht etwas falsch laufen. Auch ist diese Installer-Komponente recht neu und könnte noch Fehler enthalten bzw. nicht vorhandene Fehlerbehandlung. Die Verantwortung, die verschiedenen Rezepte richtig hinzubekommen (so dass Sie Sinn machen und nicht miteinander kollidieren), liegt beim Benutzer! Schauen Sie in /var/log/syslog, wenn Probleme auftreten.

Bedenken Sie, dass nur RAID 0 und RAID 1 von den Entwicklern dieser Komponente getestet wurden. RAID 5 ist noch ungetestet. Erweiterte RAID-Einstellungen mit degradierten Arrays und Reserve-Geräten wurden nur oberflächlich getestet.

# HINWEIS: diese Option hat noch Beta-Charakter und sollte mit großer Vorsicht
# verwendet werden.
#
# Die Partitionierungsmethode sollte auf "raid" gesetzt werden.
#d-i partman-auto/method string raid
# Geben Sie die Festplatten an, die partitioniert werden sollen. Sie bekommen
# alle das gleiche Layout, dies wird also nur funktionieren, wenn alle
# Festplatten die gleiche Größe haben.
#d-i partman-auto/disk string /dev/discs/disc0/disc /dev/discs/disc1/disc

# Als nächstes müssen Sie die zu nutzenden physikalischen Partitionen einrichten.
#d-i partman-auto/expert_recipe string \
#      multiraid ::                                         \
#              1000 5000 4000 raid                          \
#                      $primary{ } method{ raid }           \
#              .                                            \
#              64 512 300% raid                             \
#                      method{ raid }                       \
#              .                                            \
#              500 10000 1000000000 raid                    \
#                      method{ raid }                       \
#              .

# Als letztes muss noch angegeben werden, wie die vorher definierten Partitionen
# im RAID-Setup verwendet werden sollen. Denken Sie daran, die korrekten
# Partitionsnummern für die logischen Partitionen zu benutzen.
# Parameter sind:
# <raidtype> <devcount> <sparecount> <fstype> <mountpoint> \
#          <devices> <sparedevices>
# RAID-Level 0, 1 und 5 werden unterstützt; mehrere Geräte werden mit "#" getrennt.
#d-i partman-auto-raid/recipe string \
#    1 2 0 ext3 /                                           \
#          /dev/discs/disc0/part1#/dev/discs/disc1/part1    \
#    .                                                      \
#    1 2 0 swap -                                           \
#          /dev/discs/disc0/part5#/dev/discs/disc1/part5    \
#    .                                                      \
#    0 2 0 ext3 /home                                       \
#          /dev/discs/disc0/part6#/dev/discs/disc1/part6    \
#    .

# Dies veranlasst partman, automatisch ohne Nachfrage zu partitionieren.
d-i partman-md/confirm boolean true
d-i partman/confirm_write_new_label boolean true
d-i partman/choose_partition \
       select Finish partitioning and write changes to disk
d-i partman/confirm boolean true

B.4.6. Einstellung von Zeit und Zeitzone

# Einstellung, ob die Hardware- (CMOS-) Uhr auf UTC eingestellt ist.
d-i clock-setup/utc boolean true

# Sie können dies auf jeden gültigen Wert für $TZ setzen; siehe
# /usr/share/zoneinfo/ für passende Werte.
d-i time/zone string Europe/Berlin

B.4.7. Konfiguration von Apt

Die Konfiguration von /etc/apt/sources.list und grundlegenden Einstellungsoptionen ist voll automatisiert, basierend auf der Installationsmethode und Antworten auf frühere Fragen. Sie können optional weitere (lokale) Paket-Repositories hinzufügen.

# Sie können wählen, ob Sie Software aus dem "non-free"- und
# "contrib"-Zweig installieren möchten.
#d-i apt-setup/non-free boolean true
#d-i apt-setup/contrib boolean true
# Entfernen Sie das folgende Kommentarzeichen, wenn Sie keinen Netzwerk-
# Spiegel verwenden möchten.
#d-i apt-setup/use_mirror boolean false
# Entfernen Sie hier das Kommentarzeichen, um das Hinzufügen von Quellen
# für Sicherheitsaktualisierungen zu vermeiden oder fügen Sie einen Hostnamen
# hinzu, um einen anderen Server als security.debian.org zu verwenden.
#d-i apt-setup/security_host string

# Zusätzliche Paketquellen (Repositories), "local[0-9]" verfügbar
#d-i apt-setup/local0/repository string \
#       deb http://local.server/debian stable main
#d-i apt-setup/local0/comment string local server
# deb-src-Zeilen aktivieren
#d-i apt-setup/local0/source boolean true
# URL zum öffentlichen Schlüssel des lokalen Repositories; Sie müssen einen
# Schlüssel bereitstellen, oder apt wird sich über ein nicht-authorisiertes
# Repository beschweren und die Zeile in der sources.list wird auskommentiert
# bleiben und nicht genutzt.
#d-i apt-setup/local0/key string http://local.server/key

# Standardmäßig verlangt der Installer, dass Paket-Repositories mittels
# bekannter GPG-Schlüssel authentifiziert werden. Folgendes kann verwendet
# werden, um dies zu deaktivieren. WARNUNG: unsicher, nicht empfohlen.
#d-i debian-installer/allow_unauthenticated string true

B.4.8. Einrichtung von Benutzerzugängen

Das Passwort für den Superuser-Zugang (root) sowie Name und Passwort des ersten regulären Benutzers können voreingestellt werden. Für die Passwörter können Sie entweder Klartext-Werte oder MD5-Hashes verwenden.

Warnung

Bedenken Sie, dass die Voreinstellung von Passwörtern nicht ganz sicher ist, da jeder, der Zugang zur Voreinstellungsdatei hat, Kenntnis von den Passwörtern hat. Hier MD5-Hashes zu verwenden, wird von der Sicherheit her betrachtet als besser angesehen, allerdings könnte Sie dies auch in falscher Sicherheit wiegen: der Zugriff auf einen MD5-Hash birgt die Gefahr von Brute-Force-Attacken.

# Das Anlegen des Root-Zugangs abbrechen (der normale Benutzer
# bekommt dann die Möglichkeit, sudo zu benutzen)
#d-i passwd/root-login boolean false
# Alternativ dazu können Sie auch das Anlegen eines normalen
# Benutzers abbrechen ...
#d-i passwd/make-user boolean false

# Root-Passwort, entweder als Klartext ...
#d-i passwd/root-password password r00tme
#d-i passwd/root-password-again password r00tme
# ... oder verschlüsselt als MD5-Hash.
#d-i passwd/root-password-crypted password [MD5 hash]

# Um einen regulären Benutzerzugang zu erstellen:
#d-i passwd/user-fullname string Debian User
#d-i passwd/username string debian
# Passwort des regulären Benutzers, entweder als Klartext ...
#d-i passwd/user-password password insecure
#d-i passwd/user-password-again password insecure
# ... oder verschlüsselt als MD5-Hash.
#d-i passwd/user-password-crypted password [MD5 hash]

Die Variablen passwd/root-password-crypted und passwd/user-password-crypted können auch mit „!“ als Wert voreingestellt werden. In diesem Fall wird der entsprechende Zugang deaktiviert. Dies könnte für den root-Zugang sinnvoll sein, vorausgesetzt natürlich, dass alternative Möglichkeiten vorhanden sind, um administrative Tätigkeiten oder root-Logins zu ermöglichen (z.B. per Authentifizierung mit SSH-Schlüssel oder per sudo).

Ein MD5-Hash für ein Passwort kann mit dem folgenden Befehl generiert werden:

$ echo "r00tme" | mkpasswd -s -H MD5

B.4.9. Installation des Basissystems

Es gibt derzeit nicht viel, was an diesem Punkt der Installation voreingestellt werden kann. Die einzigen gestellten Fragen betreffen die Installation des Kernels.

# Den initramfs-Generator wählen, der zur Erstellung der initrd für
# 2.6-Kernels genutzt wird.
#d-i base-installer/kernel/linux/initramfs-generators string yaird

B.4.10. Installation des Bootloaders

# Grub ist (für x86) der Standard-Bootloader. Wenn Sie stattdessen lilo
# installieren möchten, entfernen Sie hier das Kommentarzeichen:
#d-i grub-installer/skip boolean true

# Dies ist eine ziemlich sichere Einstellung; sie bewirkt, dass grub
# automatisch in den MBR installiert wird, wenn kein anderes Betriebssystem
# erkannt wird. 
d-i grub-installer/only_debian boolean true

# Dies bewirkt, dass grub in den MBR installiert wird, wenn auch noch andere
# Betriebssysteme erkannt wurden. Dies ist nicht so sicher, da möglicherweise
# die anderen Systeme nicht mehr gestartet werden können.
d-i grub-installer/with_other_os boolean true

# Wenn Sie alternativ an einen anderen Ort als in den MBR installieren
# möchten, entfernen Sie hier die Kommentarzeichen und passen Sie
# die Zeilen an:
#d-i grub-installer/only_debian boolean false
#d-i grub-installer/with_other_os boolean false
#d-i grub-installer/bootdev  string (hd0,0)
# Um grub auf mehrere Festplatten zu installieren:
#d-i grub-installer/bootdev  string (hd0,0) (hd1,0) (hd2,0)

B.4.11. Paketauswahl

Sie können jede Kombination der verfügbaren Programmgruppen auswählen. Mögliche Werte zum Zeitpunkt, als dies geschrieben wurde:

  • standard (Standard-System)

  • desktop (Arbeitsplatz-System)

  • gnome-desktop (Arbeitsplatz-System mit Gnome)

  • kde-desktop (Arbeitsplatz-System mit KDE)

  • web-server (Web-Server)

  • print-server (Druck-Server)

  • dns-server (DNS-Server)

  • file-server (Datei-Server)

  • mail-server (Mail-Server)

  • sql-database (SQL-Datenbank)

  • laptop (tragbarer Computer)

Sie können hier auch wählen, gar nichts zu installieren und die Installation von bestimmten Paketen auf andere Art erzwingen. Wir empfehlen aber, immer zumindest die Programmgruppe „standard“ auszuwählen.

Wenn Sie zusätzlich zu den Paketen, die durch die Programmgruppen installiert werden, weitere benötigen, können Sie den Parameter pkgsel/include benutzen. Der Wert für diesen Parameter kann eine Liste von Paketen sein, getrennt entweder durch Kommas oder durch Leerzeichen, so dass Sie ihn auch recht einfach auf der Kernel-Kommandozeile verwenden können.

tasksel tasksel/first multiselect standard, desktop
#tasksel tasksel/first multiselect standard, web-server
#tasksel tasksel/first multiselect standard, kde-desktop

# Individual additional packages to install
#d-i pkgsel/include string openssh-server build-essential

# Einige Versionen des Installers können Informationen an das Debian-
# Projekt zurück senden, welche Pakete Sie installiert haben.
# Standardeinstellung ist, nichts zu senden, aber Informationen zu senden
# hilft dem Projekt zu entscheiden, welche Software wie beliebt ist und ob
# bzw. wo sie auf die CDs gepackt werden sollte.
#popularity-contest popularity-contest/participate boolean false

B.4.12. Die erste Stufe der Installation beenden

# Die letzte Meldung "Installation abgeschlossen" unterdrücken.
d-i finish-install/reboot_in_progress note

# Dies verhindert, dass der Installer während des Neustarts die CD
# auswirft, was in einigen Situationen sinnvoll sein könnte.
#d-i cdrom-detect/eject boolean false

B.4.13. Konfiguration des X-Server-Systems

Die Konfiguration von Debian's X-System voreinzustellen ist möglich, aber Sie müssen vielleicht einige Details über die Video-Hardware des Rechners kennen, da Debian's X-Konfigurationsprogramm nicht in jedem Fall eine vollautomatische Konfiguration durchführen kann.

# X kann den richtigen Treiber für einige Grafikkarten erkennen, aber wenn
# Sie eine Voreinstellung treffen, überschreiben Sie diese Auswahl. Vesa
# sollte aber in den meisten Fällen funktionieren.
#xserver-xorg xserver-xorg/config/device/driver select vesa

# Das Problem mit der automatischen Mauserkennung ist: wenn es schief geht,
# wird X es wieder und wieder versuchen. Wenn also automatische Erkennung
# voreingestellt ist, besteht die Gefahr einer Endlosschleife, falls die
# Maus nicht erkannt werden kann.
#xserver-xorg xserver-xorg/autodetect_mouse boolean true

# Die automatische Erkennung des Monitors wird empfohlen.
xserver-xorg xserver-xorg/autodetect_monitor boolean true
# Entfernen Sie hier das Kommentarzeichen, wenn Sie ein LCD-Display haben.
#xserver-xorg xserver-xorg/config/monitor/lcd boolean true
# Die X-Konfiguration bietet drei mögliche Wege für die Konfiguration des
# Monitors. Dies ist die Voreinstellung für "medium", was immer verfügbar
# ist. Der einfache Weg ("simple") ist nicht immer verfügbar und "advanced"
# (erweitert) stellt zu viele Fragen.
xserver-xorg xserver-xorg/config/monitor/selection-method \
       select medium
xserver-xorg xserver-xorg/config/monitor/mode-list \
       select 1024x768 @ 60 Hz

B.4.14. Andere Pakete voreinstellen

# Abhängig davon, welche Software Sie zur Installation auswählen oder ob
# Dinge während des Installationsprozesses schief laufen, ist es möglich,
# dass andere Fragen auftauchen. Sie können auch für diese natürlich
# Voreinstellungen festlegen. Eine Liste mit allen möglichen Fragen, die
# gestellt werden könnten, bekommen Sie, indem Sie eine Installation
# durchführen und danach diese Befehle ausführen:
#   debconf-get-selections --installer > file
#   debconf-get-selections >> file