D.5. Der Grafische Installer

Die grafische Version des Installers ist nur für eine begrenzte Anzahl von Architekturen verfügbar, unter anderem für PowerPC. Die Funktionalität des grafischen Installers ist grundsätzlich die gleiche wie die des normalen Installers, da er die gleichen Programme verwendet, nur mit einem anderen Frontend (Bedienoberfläche).

Obwohl die Funktionalität identisch ist, hat der grafische Installer trotzdem einige bedeutende Vorteile. Der hauptsächliche Vorteil ist, dass mehr Sprachen unterstützt werden, nämlich solche, die einen Zeichensatz verwenden, der mit dem normalen „newt“-Frontend nicht dargestellt werden kann. Außerdem gibt es einige weitere Vorteile bezüglich der Bedienung, zum Beispiel die Nutzung einer Maus sowie die Möglichkeit, in einigen Fällen mehrere Fragen in einem Bild darstellen zu können.

Für PowerPC existiert zur Zeit lediglich ein experimentelles „mini“ ISO-Image[24]. Es sollte auf beinahe allen PowerPC-Systemen mit ATI-Grafikkarte funktionieren, wird aber wahrscheinlich auf anderen Systemen nicht laufen.

Wie auch bei dem normalen Installer ist es möglich, Boot-Parameter hinzuzufügen, wenn der grafische Installer gestartet wird. Einer dieser Parameter ermöglicht es, die Maus für Linkshänder zu konfigurieren. Mit einem anderen kann die Geräteschnittstelle für die Maus ausgewählt werden (z.B. für eine serielle Maus) sowie das Maus-Protokoll. Weitere gültige Parameter finden Sie in Abschnitt 5.3, „Boot-Parameter“. .

Anmerkung

Der grafische Installer benötigt erheblich mehr Arbeitsspeicher als der normale Installer, und zwar mindestens 128MB. Falls nicht genügend Speicher verfügbar ist, wird automatisch das normale „newt“-Frontend gebootet.

Wenn der installierte Arbeitsspeicher in Ihrem System kleiner als 32MB ist, könnte der Start des grafischen Installers fehlschlagen, wobei jedoch der reguläre Installer korrekt booten würde. Es wird empfohlen, auf Systemen mit wenig Arbeitsspeicher den regulären Installer zu verwenden.

D.5.1. Den grafischen Installer verwenden

Wie bereits erwähnt, funktioniert der grafische Installer genauso wie der normale Installer und deshalb kann Sie der Rest dieses Handbuchs auch durch den weiteren Installationsprozess leiten.

Wenn Sie es vorziehen, statt der Maus die Tastatur zu verwenden, gibt es zwei Dinge, die Sie wissen sollten. Um eine ausklappbare Liste (wie z.B. die zur Auswahl der Länder sortiert nach Kontinenten) ein- oder auszuklappen, können Sie die Tasten + und - benutzen. Bei Fragen, bei denen mehr als eine Option ausgewählt werden kann (z.B. bei der Auswahl der Programmgruppen), müssen Sie (wenn Sie Ihre Auswahl getroffen haben) zunächst mit der Tab-Taste der Tastatur den Fokus zur Weiter-Schaltfläche wechseln, bevor Sie Enter drücken; einfach nur Enter zu drücken würde die gerade aktive Markierung umschalten, aber nicht den Weiter-Knopf aktivieren.

Um auf eine andere Konsole umzuschalten, müssen Sie zusätzlich zur Tastenkombination im textbasierten Installer die Strg-Taste mit benutzen, wie beim X-Window-System. Um zum Beispiel auf VT2 (die erste Shell (Eingabeaufforderung), die Sie zur Fehlersuche benutzen können) umzuschalten, benutzen Sie: Strg+Alt+F2. Der grafische Installer selbst läuft auf VT5, Sie können also Alt+F5 verwenden, um wieder dorthin zurück zu gelangen.

D.5.2. Bekannte Probleme

Das grafische Frontend für den Installer ist noch relativ neu; deshalb gibt es einige, bereits bekannte Probleme. Wir arbeiten bereits daran, diese zu lösen.

  • Auf einigen Seiten sind die Texte noch nicht schön in Spalten formatiert, wie es eigentlich sein sollte.

  • Die Unterstützung für Touchpads auf Laptops ist noch nicht optimal.



[24] Das mini-ISO-Image kann von einem Debian-Spiegelserver heruntergeladen werden (wie in Abschnitt 4.2, „Dateien von einem Debian-Spiegelserver herunterladen“ beschrieben). Suchen Sie nach netboot/gtk/mini.iso.