3.5. Im Voraus partitionieren für eine Multiboot-Installation

Das Partitionieren Ihrer Festplatte ist das Aufteilen Ihrer Platte in einzelne Abschnitte. Jeder Abschnitt ist von den anderen unabhängig. Es ist so ähnlich wie das Aufstellen von Wänden in einem Haus; wenn Sie in einem Raum ein Möbelstück aufstellen, beeinflusst das die anderen Räume nicht.

Wenn Sie bereits ein Betriebssystem auf Ihrem Rechner haben und Linux auf die gleiche Festplatte installieren möchten, müssen Sie sie neu partitionieren. Debian benötigt eigene Festplatten-Partitionen. Es kann nicht auf Windows- oder MacOS-Partitionen installiert werden. Es kann sich möglicherweise Partitionen mit anderen Linux-Systemen teilen, was hier jedoch nicht behandelt wird. Sie benötigen mindestens eine eigene Partition für das Debian-Root-Verzeichnis.

Sie können Informationen über Ihre bisherigen Partitionen mittels eines Partitionierungs-Tools Ihres aktuellen Betriebssystems bekommen, wie etwa Drive Setup, HD Toolkit oder MacTools. Partitionierungsprogramme bieten immer eine Möglichkeit, existierende Partitionen anzuzeigen, ohne Änderungen vorzunehmen.

Normalerweise zerstört die Änderung einer Partition, die bereits ein Dateisystem enthält, alle Daten, die darauf gespeichert sind. Daher sollten Sie vor einer Neupartitionierung immer alle Ihre Daten sichern. Denken Sie an die Analogie mit dem Haus, auch dort würden Sie Ihr Mobiliar aus dem Zimmer räumen, bevor Sie eine Mauer verschieben, da Sie ansonsten riskieren, es zu zerstören.

Wenn Ihr Rechner mehr als eine Festplatte hat, möchten Sie vielleicht eine der Festplatten komplett für Debian verwenden. Wenn dies der Fall ist, müssen Sie diese Festplatte nicht partitionieren, bevor Sie die Installation starten; das im Installer enthaltene Partitionierungsprogramm kann diese Aufgabe problemlos übernehmen.

Hat Ihr Rechner nur eine Festplatte und Sie möchten Ihr Betriebssystem komplett durch Debian GNU/Linux ersetzen, können Sie mit dem Partitionieren auch warten, bis es als Teil des Installationsprozesses aufgerufen wird (siehe Abschnitt 6.3.2, „Partitionierung und Auswahl der Einhängepunkte im Dateisystem“). Das funktioniert jedoch nur, wenn Sie den Installer von System-Tapes, CD-ROM oder per Netzwerk-Boot starten. Denken Sie daran: wenn Sie von Dateien booten, die sich auf der Festplatte befinden, und diese Festplatte im Installationsvorgang neu partitionieren (das heißt, Sie zerstören die Boot-Dateien), sollten Sie hoffen, dass die Installation gleich auf Anhieb erfolgreich funktioniert. Zumindest sollten Sie in diesem Fall eine alternative Methode zum Wiederherstellen des Systems wie zum Beispiel die CDs oder Tapes der Originalinstallation bereithalten.

Wenn Ihr Gerät bereits mehrere Partitionen hat und genug Platz durch das Löschen oder Ersetzen von einer oder mehreren von ihnen geschaffen werden kann, dann können Sie ebenfalls warten und das Partitionierungsprogramm des Debian-Installers verwenden. Sie sollten sich trotzdem die folgenden Informationen durchlesen, da es spezielle Umstände (wie die Reihenfolge der existierenden Partitionen innerhalb der Partitionstabelle) gibt, die Sie dazu zwingen könnten, die Partitionierung doch vor dem Debian-Installationsprozess durchzuführen.

In allen anderen Fällen müssen Sie Ihre Festplatte vor der Installation neu partitionieren, um partitionierbaren Platz für Debian zu schaffen. Wenn einige der Partitionen zu anderen Betriebssystemen gehören, sollten Sie diese unter Verwendung der Partitionsprogramme dieser Betriebssysteme anlegen. Wir empfehlen, nicht zu versuchen, Partitionen für Debian GNU/Linux unter Verwendung von Systemprogrammen anderer Betriebssysteme zu erstellen. Stattdessen sollten Sie nur die nativen Partitionen dieses Betriebssystems erstellen, die Sie behalten wollen.

Wenn Sie mehr als ein Betriebssystem auf dem gleichen Gerät installieren, sollten Sie alle anderen Betriebssysteme installieren, bevor Sie mit der Linux-Installation beginnen. Windows- und andere Betriebssystem-Installationen könnten das Starten von Linux unmöglich machen, oder Ihnen empfehlen, nicht-eigene Partitionen neu zu formatieren.

Sie können Beschädigungen durch solche Aktionen reparieren oder vermeiden, aber das vorherige Installieren dieser Systeme erspart Probleme.

Damit OpenFirmware Debian GNU/Linux automatisch startet, sollten sich die Linux-Partitionen vor allen anderen Partitionen auf der Platte befinden, speziell vor MacOS-Boot-Partitionen. Daran sollten Sie denken, wenn Sie vor der Linuxinstallation partitionieren; Sie sollten einen Platzhalter für eine Linux-Partition vor den anderen bootfähigen Partitionen auf der Platte anlegen. (Die kleinen Partitionen, die für Apple-Disk-Treiber reserviert sind, sind keine bootfähigen Partitionen.) Sie können die Platzhalter-Partition später während der eigentlichen Installation mit den Linux-Partitionierungsprogrammen löschen und durch Linux-Partitionen ersetzen.

Wenn Sie momentan eine Festplatte mit nur einer Partition haben (eine gängige Einstellung für Desktop-Computer) und das aktuelle Betriebssystem und Debian per Multi-Boot starten wollen, so müssen Sie:

  1. Alles auf dem Computer sichern.

  2. Mit dem Installationsmedium des originalen Betriebssystems, wie der CD-ROM oder den Tapes, starten. Wenn Sie von einer MacOS-CD starten, halten Sie die Taste c während des Bootens gedrückt, um den Start des MacOS-Systems von der CD zu erzwingen.

  3. Verwenden Sie die nativen Partitionierungsprogramme von MacOS zum Erstellen der nativen Systempartition(en). Erzeugen Sie entweder eine Platzhalter-Partition für Linux oder lassen Sie Speicherplatz für Debian GNU/Linux frei.

  4. Installieren Sie das native Betriebssystem neu in seiner neuen (verkleinerten) Partition.

  5. Starten Sie das native Betriebssystem, um sicherzustellen, dass alles funktioniert und um die Debian-Installer-Boot-Dateien herunterzuladen.

  6. Starten Sie den Debian-Installer, um Debian zu installieren.

3.5.1. Partitionieren auf MacOS-/MacOS X-Systemen

Das Programm Apple Drive Setup finden Sie im Utilities-Verzeichnis der MacOS-CD. Es kann keine vorhandenen Partitionen bearbeiten; es ist darauf beschränkt, die ganze Festplatte auf einmal zu partitionieren. Die Disk Driver-Partitionen (die kleinen Partitionen, die für Apple-Disk-Treiber reserviert sind) werden in Drive Setup nicht angezeigt.

Denken Sie daran, eine Platzhalter-Partition für GNU/Linux zu erstellen, möglichst am Anfang der Platte. Es spielt keine Rolle, was für einen Typ diese Partition bekommt, sie wird eh vom Debian GNU/Linux-Installer gelöscht und ersetzt.

Wenn Sie vorhaben, sowohl MacOS 9 als auch OS X zu installieren, ist es das Beste, separate Partitionen für OS 9 und OS X zu erzeugen. Wenn Sie auf der gleichen Partition installiert sind, muss das Programm Startup Disk (und reboot) benutzt werden, um zwischen den beiden auszuwählen; die Auswahl kann nicht zum Zeitpunkt des Bootens getroffen werden. Mit zwei separaten Partitionen werden verschiedene Wahlmöglichkeiten für OS 9 und OS X erscheinen, wenn Sie beim Booten die Option-Taste gedrückt halten; es können ebenfalls separate Einträge für das Bootmenü von yaboot konfiguriert werden. Außerdem wird Startup Disk alle anderen mountbaren Partitionen verunreinigen, was sich auf den Boot-Vorgang von GNU/Linux auswirken kann. Sowohl auf die OS 9- als auch auf die OS X-Partition kann von OS 9 und OS X aus zugegriffen werden.

GNU/Linux kann nicht auf „UFS“-Partitionen zugreifen, unterstützt jedoch HFS+ (aka MacOS Extended). OS X erfordert eine der beiden Typen für seine Boot-Partition. MacOS 9 kann entweder auf HFS (aka MacOS-Standard) oder HFS+ installiert werden. Um Daten zwischen MacOS und GNU/Linux austauschen zu können, ist eine extra Austausch-Partition praktisch. HFS-, HFS+- und MS-DOS-FAT-Partitionen werden sowohl von MacOS wie auch von Linux unterstützt.