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Release Notes für Debian GNU/Linux 3.1 (»Sarge«), IA-64
Kapitel 5 - Probleme, die Sie bei Sarge beachten sollten


5.1 Änderungen bei Python-Paketen

Keines der Python2.x-Pakete aus Sarge enthält die Standardmodule »profile« und »pstats«, da sie einer Lizenz unterliegen, die nicht DFSG-konform ist (sehen Sie für Details bitte Fehler #293932). Diese zwei Module können Sie in den python-profiler- und python2.X-profiler-Paketen aus dem non-free-Abschnitt des Debian-Archivs finden.


5.2 Auf einen 2.6er Kernel aktualisieren

Die 2.6er Kernel-Serie enthält einige große Änderungen gegenüber der 2.4er Serie. Module wurden umbenannt, und viele Treiber wurden teilweise oder manchmal sogar komplett neu geschrieben. Von einer früheren Version auf einen 2.6er Kernel zu aktualisieren, ist also nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Dieses Kapitel zielt darauf ab, Sie auf manche Probleme vorzubereiten, denen Sie begegnen könnten.

Es wird Ihnen daher aufs dringendste empfohlen, nicht als Teil der Aktualisierung von Woody zu Sarge auf einen 2.6er Kernel zu wechseln. Stattdessen sollten Sie zunächst sicherstellen, dass Ihr System korrekt mit dem alten Kernel oder einem 2.4er Kernel aus Sarge arbeitet, und dann als separates Projekt auf einen 2.6er Kernel wechseln.

Wenn Sie Ihren eigenen Kernel aus den Quellen installieren, stellen Sie sicher, dass Sie module-init-tools installiert haben, bevor Sie mit Ihrem 2.6er Kernel neu starten. Dieses Paket ersetzt modutils für 2.6er Kernel. Wenn Sie eines von Debians kernel-image-Paketen installieren, wird dieses Paket aufgrund der Abhängigkeiten automatisch installiert.

Falls Sie LVM verwenden, sollten Sie lvm2 installieren, bevor Sie neu starten, da 2.6er Kernel LVM1 nicht mehr direkt unterstützen. Um auf LVM1-Volumes zuzugreifen, wird eine Kompatibilitätsschicht von lvm2 (das Modul dm-mod) benutzt. Sie können lvm10 installiert lassen – das init-Skript wird feststellen, welcher Kernel benutzt wird, und die entsprechend passende Version ausführen.

Falls Sie Einträge in der Datei /etc/modules haben (die Liste der Module, die beim Booten geladen werden sollen), beachten Sie bitte, dass sich einige Modulnamen geändert haben. Sollte dies der Fall sein, müssen Sie in dieser Datei die entsprechenden Modulnamen ersetzen.

Nachdem Sie den 2.6er Kernel installiert haben, aber bevor Sie neu starten, stellen Sie sicher, dass Sie einen Rettungsweg haben. Stellen Sie zunächst sicher, dass die Bootloader-Konfiguration Einträge für beide Kernel enthält: Ihren alten, funktionierenden 2.4er Kernel und den neuen 2.6er. Sie sollten außerdem sicherstellen, dass Sie eine »Rettungs«- bzw. »rescue«-Diskette oder CD-ROM zur Hand haben, falls eine Fehlkonfiguration verhindert, dass Sie Ihren alten Kernel starten können.


5.2.1 Tastatur-Konfiguration

Die größte Änderung in den 2.6er Kerneln ist eine fundamentale Änderung der Eingabeschnittstelle. Diese bewirkt, dass alle Tastaturen als »normale« PC-Tastaturen betrachtet werden. Wenn Sie also im Augenblick einen anderen Tastatur-Typ ausgewählt haben (zum Beispiel USB-MAC oder Sun-Tastatur), werden Sie nach dem Neustart mit einem neuen 2.6er Kernel mit einer nicht funktionierenden Tastatur enden.

Wenn Sie per SSH von einer anderer Maschine aus zugreifen können, können Sie dieses Problem lösen, indem Sie dpkg-reconfigure console-data ausführen, die Option »Select keymap from full list« und dort die »pc« Tastatur auswählen.

Wenn die Tastatur auf Ihrer Konsole betroffen ist, werden Sie möglicherweise auch die Tastatur des X-Window-Systems ändern müssen. Sie können dies tun, indem Sie dpkg-reconfigure xserver-xfree86 ausführen, oder indem Sie direkt die Datei /etc/X11/XF86Config-4 editieren. Vergessen Sie nicht die in Was Sie vor dem nächsten Neustart tun sollten, Abschnitt 4.5 erwähnte Dokumentation zu lesen.

Beachten Sie, dass USB-Tastaturen entweder als »normale« PC-Tastatur oder als USB-MAC Tastatur konfiguriert sein können. Im ersten Fall betrifft Sie dieses Problem nicht.


5.2.2 Maus-Konfiguration

Aufgrund der gleichen Änderungen der Eingabeschnittstelle müssen Sie unter Umständen das X-Window-System und gpm rekonfigurieren, wenn Ihre Maus nach der Aktualisierung auf den 2.6er Kernel nicht mehr funktioniert. Am wahrscheinlichsten ist, dass sich lediglich das Gerät, das die Daten der Maus erhält, geändert hat. Es könnte auch sein, dass Sie ein anderes Modul laden müssen.


5.2.3 Sound-Konfiguration

Bei 2.6er Kernel werden die ALSA-Sound-Treiber den OSS-Sound-Treibern vorgezogen. Sobald Sie alsa-base installieren, werden die ALSA-Module für Ihre Sound-Karte automatisch geladen; dies trägt auch automatisch die OSS-Module in einer schwarzen Liste für discover und hotplug ein, um zu verhindern, dass Sie geladen werden. Wenn Sie OSS-Module in Ihrer /etc/modules aufgelistet haben, sollte Sie die Einträge entfernen.


5.2.4 Wechseln zu 2.6 aktiviert möglicherweise udev

udev ist eine Userspace-Implementation von devfs. Es wird über das Verzeichnis /dev/ eingebunden und wird dieses Verzeichnis mit den entsprechenden vom Kernel unterstützten Geräten bestücken. Wenn Kernel-Module ge- oder entladen werden, werden außerdem dynamisch neue Geräte erstellt und entfernt. Dabei wird auf hotplug zurückgegriffen, um neue Hardware zu erkennen. udev arbeitet ausschließlich mit 2.6er Kerneln.

Da udev automatisch als eine Abhängigkeit von beispielsweise gnome installiert wird, besteht die Möglichkeit, dass die Aktualisierung auf einen 2.6er Kernel mit der Aktivierung von udev resultiert.

Obwohl udev ausführlich getestet wurde, können Sie kleinere Probleme mit manchen Geräten entdecken. Die häufigsten Probleme sind geänderte Zugriffsrechte und/oder Eigentümer eines Gerätes. In einigen Fällen könnten diese auch nicht standardmäßig angelegt werden (zum Beispiel /dev/video und /dev/radio).

udev enthält Konfigurationsmechanismen, um diese Probleme zu behandeln. Sehen Sie für weitere Informationen hierzu bitte in udev(8) und /etc/udev nach.


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Release Notes für Debian GNU/Linux 3.1 (»Sarge«), IA-64

$Id: release-notes.de.sgml,v 1.36 2005/09/04 10:10:14 jseidel Exp $

Josip Rodin, Bob Hilliard, Adam Di Carlo, Anne Bezemer, Rob Bradford (derzeit), Frans Pop (derzeit)
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