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Debian GNU/Linux 2.1 installation; Für Intel x86 - Kapitel 7
Booten des Installations-Systems


Sie haben im vorhergehenden Kapitel Ihr Installations- und Boot-Medium ausgewählt und vorbereitet. Das kann die Rescue-Diskette, eine bootfähige CDROM oder ein vorinstalliertes Linux sein. In diesem Kapitel wird nun der eigentliche Installationsvorgang beschrieben, nachdem alle Vorbereitungen erledigt wurden, wie das Erstellen der Disketten und das Sichern aller Daten des Systems. Ebenso werden einige mögliche Probleme beschrieben und wie Sie auf den Boot-Vorgang Einfluß nehmen können (falls Probleme auftreten).

Beachten Sie, daß Ctrl-Alt-Del nicht auf allen Systemen zu einem richtigen Reset des Rechners führt. Wir empfehlen daher, daß Sie einen harten Reset[7] durchführen. Wenn Sie von einem anderen Betriebssystem (zum Beispiel DOS) installieren, dann haben Sie keine Wahl, anderfalls sollten Sie einen harten Reset durchführen, wenn Sie neu booten wollen.


7.1 Einflußnahme auf den Bootvorgang

Boot-Parameter sind Einstellungen des Linux-Kernels, die dem Kernel beim Booten übergeben werden. Normalerweise werden Sie dazu verwendet, sicherzustellen, daß der Kernel die Peripherie richtig anspricht. In den meisten Fällen kann der Kernel jedoch selbst herausfinden, welche Peripherie angeschlossen ist und welche Adressen sie belegt. In einigen Fällen müssen Sie dem Kernel jedoch auf die Sprünge helfen.

Wenn Sie von der Notfall-Diskette oder von CDROM booten, wird Ihnen der Boot-Prompt boot: präsentiert. Details dazu finden Sie in Booten mit der Notfall-Diskette (rescue), Abschnitt 7.3. Wenn Sie von einem bestehenden System booten, funktioniert die Übergabe von Boot-Parametern anders. Sie können zum Beispiel install.bat mit einem Text-Editor ändern. Ausführliche Informationen über die möglichen Boot-Parameter finden Sie im Linux BootPrompt HOWTO, dieser Abschnitt enthält nur die wichtigsten Angaben.

Wenn Sie das erste Mal booten, probieren Sie einfach die Standard-Einstellungen aus, das heißt, Sie setzen keine Boot-Parameter. Wahrscheinlich funktioniert es so. Falls nicht, können Sie später neu booten und spezielle Parameter heraussuchen, die den Linux-Kernel entsprechend konfigurieren.

Wenn der Kernel bootet, dann sehen Sie eine Meldung Memory: nutzbark/totalk available, die Sie über den Hauptspeicher informiert. total sollte mit dem eingebauten Hauptspeicher übereinstimmen (in Kilobytes). Ist das nicht der Fall, dann benutzen Sie den Boot-Parameter mem=ram. ram bezeichnet dabei die Größe des Hauptspeichers (mit ``k'' am Schluß für Kilobytes und ``m'' für Megabytes). mem=128m bedeutet also, daß 128 Megabytes RAM zur Verfügung stehen. Geben Sie auf keinen Fall mehr RAM an als tatsächlich vorhanden ist.

Einige Systeme haben Disketten-Laufwerke mit umgekehrtem DCL. Wenn Sie Lese-Fehler vom Disketten-Laufwerk erhalten und wissen, daß Ihr Laufwerk in Ordnung ist, probieren Sie den Boot-Parameter floppy=thinkpad.

Bei einigen Systemen (wie IBM PS/1 oder ValuePoint), die ST-506-Adapter für Festplatten besitzen, wird das IDE-Laufwerk eventuell nicht richtig erkannt. Probieren Sie es zuerst ohne Parameter aus und warten Sie ab, ob die Platten erkannt werden. Falls nicht, finden Sie die technischen Daten der Festplatten (Zylinder, Köpfe, Sektore) heraus und probieren Sie den Boot-Parameter hd=zylinder,köpfe,sektoren aus.

Es sei noch einmal darauf hingewiesen, daß Sie detailierte Informationen über die Boot-Parammeter von Linux in der Linux BootPrompt HOWTO finden, genauso wie Hinweise für einige obskure Hardware.

Um mit der Notfall-Diskette ein bestehendes System zu booten, muß die Root-Partition beim Booten angegeben werden, da sonst die RAM-Disk geladen wird. Dazu wird am boot:-Prompt root=root als Kernel-Parameter angegeben, wobei root die Root-Partition (z.B. /dev/sda1) bezeichnet.


7.2 Tastaturbelegung

Wenn Sie den Rechner starten, ist noch keine deutsche Tastaturbelegung verfügbar. Unter Linux kann sie geladen werden, doch dazu muß Linux erst einmal laufen bzw. installiert sein. Das Installationsprogramm wird Sie dabei unterstützen. Bis dahin ist die amerikanische Tastaturbelegung aktiv. Einige Zeichen liegen auf einer deutschen oder schweizer Tastatur an anderer Stelle. Die folgende Tabelle hilft Ihnen bei der Zuordnung:

       Zeichen   Deutsche Beschriftung   Schweizer Beschriftung
           y                z                        z
           z                y                        y
           =                '                        ^
           /                -                        -
           #                §                        *
           "                Ä                        à
           +                `                        `
           -                ß                        '
           _                ?                        ?
           ;                ö                        ö
           :                Ö                        é


7.3 Booten mit der Notfall-Diskette (rescue)

Legen Sie zunächst die Notfall-Diskette in Ihr A:-Laufwerk ein und starten Ihren Computer neu. Dieses können Sie durch Drücken der Reset-Taste oder durch aus- und wieder einschalten des Rechners erreichen. Nach einer kleinen Weile sollte auf das Diskettenlaufwerk zugegriffen werden und danach ein Text erscheinen, auf dem Sie mit einer kurzen Einführung zur Notfall-Diskette begrüßt werden. Am unteren Ende des Bildschirms erscheint die Eingabeaufforderung mit boot:.

Die Bezeichnung Notfall-Diskette wurde gewählt, weil Sie Ihren Rechner auch später von dieser Diskette aus starten können. Dies ist Ihr Rettungsanker, wenn Sie keinen Zugriff mehr auf Ihre Festplatte haben. Deshalb sind auch die für diese Tätigkeit notwendigen Programme auf dieser Diskette vorhanden. Bewahren Sie deshalb diese Diskette gut auf, auch nach der erfolgreichen Installation Ihres Systems.

Wenn Sie eine alternative Möglichkeit benutzen, das System zu booten, folgen Sie den Anweisungen und warten Sie auf den boot:-Prompt. Wenn Ihr Rechner weniger als 5MB Hauptspeicher besitzt, müssen Sie von der Low-Memory Diskette booten (siehe Rechner mit wenig Hauptspeicher (RAM), Abschnitt 7.4). Wenn Sie mit Disketten booten, die weniger als 1.44MB fassen, dann müssen Sie die RAM-Disk Methode benutzen und benötigen zusätzlich die Root-Disk.

Sie haben nun die Möglichkeit sich mit den Funktionstasten F1 bis F10 einige Textseiten mit weiteren nützlichen Informationen anzeigen zu lassen. Mit F4 und F5 sehen Sie Informationen zu Boot-Parametern. Mit Enter wird der Kernel mit Standard-Einstellungen gestartet. Wenn Sie Boot-Parameter angeben müssen, vergessen Sie nicht, die Boot-Methode ebenfalls anzugeben (voreingestellt ist linux) und mit einem Leerzeichen von den Parametern zu trennen (z.B. linux floppy=thinkpad). Wenn Sie einfach Enter drÜcken, bedeutet es das gleiche wie die Eingabe von linux ohne zusätzliche Parameter.

Nachdem Sie Enter gedrückt haben, erscheint die Meldung Loading... auf dem Bildschirm. Nach Uncompressing Linux ... folgen Hinweise über die Hardware, die Linux in Ihrem System gefunden hat. Näheres unter Kernel-Meldungen interpretieren, Abschnitt 7.6.

Wählen Sie eine andere als die voreingestellte Boot-Methode, wie zum Beispiel ramdisk oder floppy, so werden Sie aufgefordert, die Root-Diskette in das A:-Laufwerk einzulegen. Haben Sie das gemacht, bestätigen Sie es durch Drücken der Enter-Taste. (Haben Sie floppy1 gewählt, so müssen Sie das zweite Diskettenlaufwerk B: benutzen.)


7.4 Rechner mit wenig Hauptspeicher (RAM)

Ist Ihr Rechner mit weniger als 5 MB Hauptspeicher ausgestattet, so wird Ihnen nun ein erklärender Absatz darüber und ein Textmenü mit vier Auswahlmöglichkeiten präsentiert. Das heißt, es wurde festgestellt, daß das System nicht über genügend Hauptspeicher für den normalen Installationsvorgang verfügt. Daher gelangen Sie in ein spezielles Menü. Gehen Sie also der Reihe nach durch die vier Punkte:


7.5 Von CDROM booten

Um von CDROM zu booten, müssen Sie lediglich die bootfähige CDROM in das Laufwerk legen und den Rechner neustarten. Zuvor müssen Sie im BIOS Ihres Rechners eingestellt haben, daß er von CDROM booten soll (siehe Boot-Laufwerk bestimmen, Abschnitt 4.4.3). Das System sollte wie von Disketten (jedoch schneller) booten und Ihnen den boot:-Prompt präsentieren. Dort können Sie, wie oben beschrieben, zusätzliche Parameter an den Kernel übergeben.


7.6 Kernel-Meldungen interpretieren

Während des Boot-Vorgangs sehen Sie viele Meldungen wie can't find ..., ... not present oder auch this driver release depends on ... dabei sein. Im allgemeinen sind sie harmlos und können ignoriert werden. Der Grund für ihr Erscheinen ist, daß die Notfall-Diskette für möglichst viele verschiedene Rechner geeignet ist. Deshalb ist es nur natürlich, daß kein Rechner über alle Hardwarebestandteile verfügt und deshalb das Fehlen erkannt und angezeigt wird.

Teilweise werden Sie beobachten können, daß das System zeitweilig Pausen einlegt. In diesen Augenblicken wartet es darauf, daß ein bestimmtes Gerät reagiert, das vielleicht gar nicht vorhanden ist. Dauern Ihnen diese Zwischenpausen auf Dauer zu lange, so können Sie sich, nachdem Sie das System fertig installiert haben, einen systemspezifischen Kernel erzeugen. Bei diesem Kernel lassen Sie dann alle nicht benötigten Geräte einfach weg. Siehe Kernel selbst kompilieren, Abschnitt 10.5.


7.7 Fehlersuche im Bootvorgang

Wenn Sie während des Bootvorgangs Probleme entdecken und der Kernel hängt oder Ihre Hardware nicht erkennt, sollten Sie zuerst die Bootparameter überprüfen. Siehe Einflußnahme auf den Bootvorgang, Abschnitt 7.1.

Teilweise können Probleme beseitigt werden, indem zusätzliche Hardware entfernt und der Rechner neu gestartet wird. Interne Modems, Soundkarten sowie Plug-n-Play-Karten können insbesondere solche Probleme verursachen.

Notebooks von Tecra oder anderen Herstellern sowie einige stationäre PCs sind teilweise nicht in der Lage, den Cache zu leeren, wenn auf das A20-Gate umgeschaltet wird. Dieses wird von bzImage-Kernel verursacht, jedoch nicht von zImage-Kernel. Wenn Sie von diesem Problem betroffen sind, sehen Sie eine Meldung wie A20 gate failed auf dem Bildschirm. In diesem Fall müssen Sie die Disketten-Images für tecra benutzen.

Wenn Sie immer noch Probleme haben, schicken Sie uns bitte einen Fehlerbericht - auf Englisch. Die Mail wird an submit@bugs.debian.org geschickt. Sie muß folgende Zeilen am Anfang der Mail enthalten:

     Package: boot-floppies
     Version: version

Bitte schreiben Sie unbedingt die von Ihnen verwendete Version der Boot-Floppies als version. Wenn Sie die version nicht kennen, geben Sie bitte das Datum an, an dem Sie die Images heruntergeladen haben und erwähnen Sie die Distribution, von der Sie die Images benutzt haben (dies sind stable und frozen).

Sie sollten ebenfalls die folgenden Informationen in Ihre Fehlerbeschreibung aufnehmen:

     architecture:  i386 
     model:         Rechnertyp und -modell
     memory:        RAM
     scsi:          SCSI-Adapter, falls vorhanden
     cd-rom:        CDROM-Typ und Schnittstelle, z.B. ATAPI
     network card:  Typ der Netzwerkkarte, falls vorhanden
     pcmcia:        Detais der PCMCIA-Geräte, falls vorhanden

Abhängig von der Art des Fehlers ist es ebenfalls hilfreich, die Festplatten-Typen und -Kapazitäten sowie das Modell der Grafikkarte anzugeben. Vergessen Sie ebenfalls nicht die BootParameter, falls Sie welche angegeben haben.

Beschreiben Sie bitte das Problem im Fehlerbericht genau, insbesondere inklusive der letzten sichtbaren Meldungen vom Kernel, wenn der Kernel anschließend hängt. Beschreiben Sie die Schritte, die Sie unternommen haben, die schließlich zu diesem Problem führten.


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Debian GNU/Linux 2.1 installation; Für Intel x86
version 2.1.11, 28 August, 1999
Bruce Perens
Sven Rudolph
Igor Grobman
James Treacy
Adam Di Carlo
Christian Leutloff
Alexander Harderer
Philipp Frauenfelder
Martin Schulze