5.1. Starten des Installers auf ARM-Systemen

5.1.1. Booten per TFTP

Um per Netzwerk booten zu können, benötigen sie eine Netzwerkverbindung und einen TFTP-Netzwerk-Boot-Server (DHCP, RARP oder BOOTP).

Die Installationsmethode, um Netzwerk-Boot zu unterstützen, ist im Abschnitt 4.3, „Dateien vorbereiten für TFTP-Netzwerk-Boot“ beschrieben.

5.1.2. Booten von CD-ROM

Für viele Leute wird der einfachste Weg der sein, einen Satz Debian-CDs zu benutzen. Wenn Sie die CDs haben und Ihr Rechner kann direkt von CD booten – super! Legen Sie die CD ein, starten Sie den Rechner neu und machen Sie mit dem nächsten Kapitel weiter.

Beachten Sie, dass bestimmte CD-Laufwerke unter Umständen spezielle Treiber benötigen und deshalb im frühen Stadium der Installation vielleicht nicht nutzbar sind. Wenn sich herausstellt, dass der normale Weg, von CD zu booten, bei Ihrer Hardware nicht funktioniert, besuchen Sie dieses Kapitel wieder, nachdem Sie sich über alternative Kernel und Installationsmethoden informiert haben, die bei Ihnen sinnvoll sind.

Sie können vielleicht die Komponenten des Debian-Systems und alle vorhandenen Pakete von CD-ROM installieren, auch wenn Ihr Rechner nicht von CD-ROM bootet. Benutzen Sie einfach ein anderes Medium, wie eine Floppy-Disk. Wenn Sie an dem Punkt ankommen, das Betriebssystem, das Basis-System und zusätzliche Pakete installieren zu müssen, weisen Sie das Installationssystem an, die CD zu nutzen.

Wenn Sie Probleme haben, das Installationssystem zu booten, lesen Sie Abschnitt 5.4, „Beseitigen von Problemen während der Installation“.

5.1.3. Booten von Firmware

Es gibt immer mehr Geräte für Endbenutzer, die direkt von einem Flash-Chip im Gerät booten. Der Installer kann in das Flash geschrieben werden, so dass er automatisch bootet, wenn Sie Ihr Gerät neu starten.

Anmerkung

In vielen Fällen verlieren Sie den Garantieanspruch für das Gerät, wenn Sie die Firmware verändern. Manchmal ist es nicht möglich, das Gerät wieder zu reaktivieren, wenn es Probleme während des Flash-Prozesses gibt. Seien Sie deshalb vorsichtig und folgenden Sie präzise der Anleitung.

5.1.3.1. Booten des NSLU2

Es gibt drei Wege, die Installer-Firmware in das Flash zu bekommen:

5.1.3.1.1. Das Webinterface des NSLU2 benutzen

Gehen Sie zum Abschnitt Administration und wählen Sie den Menüpunkt Upgrade. Sie können dann auf Ihrer Festplatte das Firmware-Image suchen, das Sie vorher heruntergeladen haben. Drücken Sie dann Start Upgrade, bestätigen Sie die Nachfrage, warten Sie ein paar Minuten und bestätigen Sie erneut. Das System wird dann direkt den Installer booten.

5.1.3.1.2. Via Netzwerk mit Linux/Unix

Sie können upslug2 von jeder Linux- oder Unix-Maschine aus benutzen, um den NSLU2 via Netzwerk zu aktualisieren. Diese Software ist auch als Debian-Paket verfügbar. Als erstes müssen Sie Ihren NSLU2 in den Upgrade-Modus bringen:

  1. Entfernen Sie alle Festplatten und/oder anderen Geräte von den USB-Ports.

  2. Schalten Sie den NSLU2 aus.

  3. Drücken und halten Sie den Reset-Knopf (Sie erreichen Ihn durch das kleine Loch auf der Rückseite direkt über der Buchse für die Versorgungsspannung).

  4. Drücken Sie den Power-Knopf des NSLU2 und lassen Sie ihn wieder los, um das Gerät einzuschalten.

  5. Warten Sie 10 Sekunden und beobachten Sie dabei die Ready/Status-LED. Nach 10 Sekunden wechselt sie von beige nach rot. Lassen Sie dann den Reset-Knopf los.

  6. Die Ready/Status-LED des NSLU2 wird abwechselnd rot und grün blinken (es gibt eine kleine Verzögerung von einer Sekunde vor dem ersten Aufleuchten). Der NSLU2 befindet sich jetzt im Upgrade-Modus.

Falls Sie Probleme hiermit haben sollten, besuchen Sie die NSLU2-Linux-Seiten. Sobald Ihr NSLU2 sich im Upgrade-Modus befindet, können Sie das neue Image ins Flash übertragen:

sudo upslug2 -i di-nslu2.bin

Beachten Sie, dass das Programm auch die MAC-Adresse Ihres NSLU2 anzeigt, welche nützlich sein könnte, um Ihren DHCP-Server zu konfigurieren. Nachdem das komplette Image übertragen und nochmals überprüft wurde, wird das System automatisch neu starten. Schließen Sie jetzt unbedingt Ihre USB-Festplatte wieder an, ansonsten kann der Installer sie nicht finden.

5.1.3.1.3. Via Netzwerk mit Windows

Es gibt ein Hilfsprogramm für Windows, um die Firmware über das Netzwerk zu aktualisieren.

5.1.3.2. Booten des SS4000-E

Aufgrund von Einschränkungen in der SS4000-E-Firmware ist es derzeit unglücklicherweise nicht möglich, den Installer ohne Verwendung eines seriellen Ports zu booten. Um den Installer zu booten, benötigen Sie ein serielles Nullmodem-Kabel, einen Rechner mit einem seriellen Port[2] und ein Flachbandkabel mit einem männlichen DB9-Anschluß auf der einen und einem 10-poligen .1" IDC-Stecker auf der anderen Seite[3].

Um den SS4000-E zu booten, verwenden Sie Ihr Nullmodem-Kabel und das Flachbandkabel, um sich mit dem seriellen Anschluß des SS4000-E zu verbinden und starten Sie die Maschine neu. Sie müssen ein serielles Terminal-Programm benutzen, um mit dem Rechner zu kommunizieren; auf Debian GNU/Linux-Systemen ist es eine gute Wahl, das Programm cu aus dem gleichnamigen Paket zu verwenden. Angenommen, der serielle Port auf Ihrem Rechner ist /dev/ttyS0, benutzen Sie folgende Befehlszeile:

cu -lttyS0 -s115200

Wenn Sie Windows verwenden, sollten Sie vielleicht das Programm hyperterminal nutzen. Wählen Sie eine Baudrate von 115200, 8 Bit Wortlänge, kein Stopbit und ein Parity-Bit.

Beim Starten der Maschine werden Sie folgende Ausgabe sehen:

No network interfaces found

EM-7210 ver.T04 2005-12-12 (For ver.AA)
== Executing boot script in 1.000 seconds - enter ^C to abort

Drücken Sie an diesem Punkt Strg-C, um den Bootloader zu unterbrechen[4]. Sie kommen jetzt zum RedBoot-Prompt. Geben Sie folgende Befehle ein:

+load -v -r -b 0x01800000 -m ymodem ramdisk.gz
+load -v -r -b 0x01008000 -m ymodem zImage
+exec -c "console=ttyS0,115200 rw root=/dev/ram mem=256M@0xa0000000" -r 0x01800000

Nach jedem load-Befehl erwartet das System die Übermittlung einer Datei mittels des YMODEM-Protokolls. Wenn Sie cu verwenden, stellen Sie sicher, dass Sie das Paket lrzsz installiert haben, drücken Sie dann Enter, gefolgt von der „~<“-Escape-Sequenz, um ein externes Programm zu starten, und führen Sie dann sb initrd.gz bzw. sb vmlinuz aus.

Alternativ dazu ist es möglich, den Kernel und die Ramdisk mittels HTTP statt YMODEM zu laden. Dies ist schneller, erfordert jedoch einen funktionierenden HTTP-Server im Netzwerk. Um diesen Weg zu gehen, schalten Sie zunächst den Bootloader in den RAM-Modus:

fis load rammode
g

Dies führt scheinbar dazu, dass die Maschine neu startet; tatsächlich wird jedoch reboot in den RAM geladen und die Maschine von dort neu gestartet. Ohne diesen Schritt würde das System sich im nächsten, zwingend notwendigen IP-Adressen-Schritt aufhängen.

Sie müssen nochmals Strg-C drücken, um den Bootvorgang zu unterbrechen. Führen Sie dann folgendes aus:

ip_address -l 192.168.2.249 -h 192.168.2.4
load -v -r -b 0x01800000 -m http /initrd.gz
load -v -r -b 0x01008000 -m http /zImage
exec -c "console=ttyS0,115200 rw root=/dev/ram mem=256M@0xa0000000" -r 0x01800000

Dabei entspricht 192.168.2.249 der IP-Adresse des installierten Systems und 192.168.2.4 der IP-Adresse des HTTP-Servers, der die Kernel- und Ramdisk-Dateien enthält.

Der Installer wird nun wie gewöhnlich starten.



[2] Ein USB-Seriell-Converter funktioniert auch.

[3] Solch ein Kabel findet sich oft in älteren Desktop-Rechnern mit eingebauten 9-poligen Anschlüssen für die seriellen Ports.

[4] Beachten Sie, dass Sie dazu nur eine Sekunde Zeit haben; falls Sie dies Zeitfenster verpasst haben, trennen Sie kurz die Stromzufuhr des Rechners und versuchen Sie es nach dem Start erneut.