5.1. Starten des Installers auf PowerPC-Systemen

Warnung

Falls Sie andere Betriebssysteme auf Ihrem Rechner haben und diese auch behalten möchten (Dual-Boot-System), sollten Sie sicherstellen, dass diese korrekt heruntergefahren wurden, bevor Sie den Installer starten. Ein Betriebssytem zu installieren, während ein anderes auf dem gleichen Rechner sich in eingefrorenem Zustand befindet (bei Windows Ruhezustand genannt; Inhalt des Arbeitsspeichers auf die Festplatte gesichert), könnte zum Verlust oder zu einer Beschädigung des gesicherten Zustandes führen, was Probleme beim Start (Fortsetzen) dieses Betriebssystems zur Folge haben könnte.

Anmerkung

Informationen darüber, wie Sie den grafischen Installer booten, finden Sie im Abschnitt 5.1.1, „Der Grafische Installer“.

5.1.1. Der Grafische Installer

Die grafische Version des Installers ist nur für eine begrenzte Anzahl von Architekturen verfügbar, unter anderem für PowerPC. Die Funktionalität des grafischen Installers ist grundsätzlich die gleiche wie die des textbasierten Installers, da er die gleichen Programme verwendet, nur mit einer anderen Bedienoberfläche (Frontend).

Obwohl die Funktionalität identisch ist, hat der grafische Installer trotzdem einige bedeutende Vorteile. Der hauptsächliche Vorteil ist, dass mehr Sprachen unterstützt werden, nämlich solche, die einen Zeichensatz verwenden, der in dem textbasierten newt-Frontend nicht dargestellt werden kann. Außerdem gibt es einige weitere Vorteile bezüglich der Bedienung, zum Beispiel die Nutzung einer Maus sowie die Möglichkeit, in einigen Fällen mehrere Fragen in einem Bild darstellen zu können.

Für PowerPC existiert zur Zeit lediglich ein experimentelles mini ISO-Image[3]. Es sollte auf beinahe allen PowerPC-Systemen mit ATI-Grafikkarte funktionieren, wird aber wahrscheinlich auf anderen Systemen nicht laufen.

Wie auch bei dem textbasierten Installer ist es möglich, Boot-Parameter hinzuzufügen, wenn der grafische Installer gestartet wird.

Anmerkung

Der grafische Installer benötigt erheblich mehr Arbeitsspeicher als der textbasierte, und zwar mindestens 170MB. Falls nicht genügend Speicher verfügbar ist, wird automatisch das textbasierte newt-Frontend gebootet.

Wenn der installierte Arbeitsspeicher in Ihrem System kleiner als 32MB ist, könnte der Start des grafischen Installers fehlschlagen, wobei jedoch der textbasierte Installer korrekt booten würde. Es wird empfohlen, auf Systemen mit wenig Arbeitsspeicher den textbasierten Installer zu verwenden.

5.1.2. Booten von CD-ROM

Für viele Leute wird der einfachste Weg der sein, einen Satz Debian-CDs zu benutzen. Wenn Sie die CDs haben und Ihr Rechner kann direkt von CD booten – super! Legen Sie die CD ein, starten Sie den Rechner neu und machen Sie mit dem nächsten Kapitel weiter.

Beachten Sie, dass bestimmte CD-Laufwerke unter Umständen spezielle Treiber benötigen und deshalb im frühen Stadium der Installation vielleicht nicht nutzbar sind. Wenn sich herausstellt, dass der normale Weg, von CD zu booten, bei Ihrer Hardware nicht funktioniert, besuchen Sie dieses Kapitel wieder, nachdem Sie sich über alternative Kernel und Installationsmethoden informiert haben, die bei Ihnen sinnvoll sind.

Sie können vielleicht die Komponenten des Debian-Systems und alle vorhandenen Pakete von CD-ROM installieren, auch wenn Ihr Rechner nicht von CD-ROM bootet. Benutzen Sie einfach ein anderes Medium und wenn Sie an den Punkt kommen, das Betriebssystem, das Basis-System und zusätzliche Pakete installieren zu müssen, weisen Sie das Installationssystem an, die CD zu nutzen.

Wenn Sie Probleme haben, das Installationssystem zu booten, lesen Sie Abschnitt 5.4, „Beseitigen von Problemen während der Installation“.

Im Moment unterstützen lediglich die PowerPC-Unterarchitekturen PReP/CHRP (jedoch auch nicht alle Systeme) und NewWorld-PowerMac das Booten von CD-ROM. Bei PowerMacs drücken Sie die Taste c oder sonst die Kombination Command - Option - Shift - Delete, um von dem standardmäßig ab Werk eingebauten CD/DVD-Laufwerk zu starten.

Um einen PowerMac von einem externen Firewire-CD/DVD-Laufwerk zu booten, rufen Sie zunächst den OpenFirmware-Prompt auf (Details unter Abschnitt 3.6.1, „OpenFirmware aufrufen“); tippen Sie dann ein:

0 > boot fw/node/sbp-2/disk:,\install\yaboot

Um alternativ vom internen, standardmäßig ab Werk eingebauten CD/DVD-Laufwerk zu starten, tippen Sie ein:

0 > boot cd:,\install\yaboot

OldWorld-PowerMacs werden nicht von einer Debian-CD booten, weil OldWorld-Maschinen einen MacOS-ROM-CD-Boot-Treiber auf der CD-ROM benötigen und eine freie Version dieses Treibers nicht verfügbar ist. Alle OldWorld-Systeme haben aber ein Diskettenlaufwerk, also benutzen Sie dieses, um den Installer zu starten und verweisen Sie ihn auf die CD, wenn er weitere Dateien benötigt.

Um eine Debian-CD/-DVD auf einer Pegasos II-Maschine zu starten, halten Sie die Esc-Taste gedrückt, unmittelbar nachdem Sie den Einschaltknopf betätigt haben; wenn der SmartFirmware-Prompt erscheint, tippen Sie ein:

boot cd install/pegasos

Auf YDL-Powerstation-Maschinen drücken Sie s, direkt wenn die Meldung Press 's' to enter Open Firmware erscheint; auf dem SLOF-Prompt tippen Sie dies ein:

0 > boot cdrom

5.1.3. Booten von Festplatte

Von einem existierenden Betriebssystem aus zu booten ist oft eine gute Möglichkeit; für einige Systeme ist es sogar die einzige unterstützte Methode, Debian zu installieren.

Um den Installer von der Festplatte aus zu starten, müssen Sie die benötigten Dateien bereits heruntergeladen und abgespeichert haben, wie unter Abschnitt 4.4, „Dateien vorbereiten für das Booten von Festplatte“ angegeben.

5.1.3.1. OldWorld-PowerMacs von MacOS aus booten

Wenn Sie BootX passend einrichten (siehe auch Abschnitt 4.4.1, „Booten des Installers von Festplatte auf OldWorld-Macs“), können Sie es nutzen, um das Installationssystem zu starten. Doppelklicken Sie auf das Icon der BootX-Anwendung. Klicken Sie auf den Options-Button und wählen Sie Use Specified RAM Disk. Jetzt haben Sie die Gelegenheit, die ramdisk.image.gz-Datei auszuwählen. Sie müssen eventuell, abhängig von Ihrer Hardware, die No Video Driver-Checkbox anwählen. Klicken Sie dann den Linux-Button, um MacOS herunterzufahren und den Installer zu starten.

5.1.3.2. NewWorld-Macs über OpenFirmware booten

Sie sollten die Dateien vmlinux, initrd.gz, yaboot und yaboot.conf bereits im Wurzelverzeichnis Ihrer HFS-Partition gespeichert haben (lesen Sie dazu Abschnitt 4.4.2, „Booten des Installers von Festplatte auf NewWorld-Macs“). Sie müssen nun neu booten und OpenFirmware aufrufen (siehe Abschnitt 3.6.1, „OpenFirmware aufrufen“). Geben Sie am Prompt

0 > boot hd:x,yaboot

ein, ersetzen Sie dabei x durch die Partitionsnummer Ihrer HFS-Partition, auf der der Kernel und die yaboot-Dateien abgelegt sind und drücken Sie Enter. Auf einigen Maschinen müssen Sie vielleicht ide0: benutzen statt hd:. Ein paar Sekunden später sehen Sie den yaboot-Prompt.

boot:

Am yaboot-boot:-Prompt geben Sie entweder install oder install video=ofonly ein, gefolgt von Enter. Das video=ofonly-Argument ist lediglich vorhanden, um ein Maximum an Kompatibilität zu gewährleisten; probieren Sie es aus, wenn install nicht funktioniert. Das Debian-Installationssystem sollte nun starten.

5.1.4. Per TFTP booten

Um per Netzwerk booten zu können, benötigen sie eine Netzwerkverbindung sowie einen TFTP-Netzwerk-Boot-Server (und unter Umständen auch einen DHCP-, RARP- oder BOOTP-Server zur automatischen Netzwerkkonfiguration).

Die server-seitige Einrichtung zur Unterstützung vom Booten über Netzwerk ist im Abschnitt 4.5, „Dateien vorbereiten für TFTP-Netzwerk-Boot“ beschrieben.

Im Moment unterstützen PReP- und NewWorld-PowerMac-Systeme das Booten per Netzwerk.

Auf Maschinen mit OpenFirmware, wie den NewWorld-PowerMacs, starten Sie den Boot-Monitor (siehe Abschnitt 3.6.1, „OpenFirmware aufrufen“) und benutzen den Befehl

0 > boot enet:0

Falls dies nicht funktioniert, müssen Sie vielleicht den Dateinamen hinzufügen, wie hier:

0 > boot enet:0,yaboot

PReP- und CHRP-Rechner adressieren möglicherweise ihre Netzwerkschnittstellen anders. Auf einer PReP-Maschine sollten Sie dies ausprobieren:

boot net:server_ipaddr,file,client_ipaddr

Auf einigen PReP-Systemen (z.B. Motorola PowerStack-Maschinen) gibt der Befehl help boot eventuell eine Beschreibung der Syntax sowie verfügbare Optionen aus.

5.1.5. Booten von Diskette

Booten von Diskette wird für PowerPC unterstützt, obwohl es eigentlich nur für OldWorld-Systeme relevant ist. NewWorld-Systeme sind nicht mit Diskettenlaufwerken ausgerüstet und per USB angeschlossene Diskettenlaufwerke werden für das Booten nicht unterstützt.

Sie sollten die Images, die Sie benötigen, bereits heruntergeladen und damit Diskette erstellt haben (in Abschnitt 4.3, „Disketten erstellen aus den Disk-Images“ erläutert).

Um von dem boot-floppy-hfs.img Disketten-Image zu booten, legen Sie es in das Diskettenlaufwerk ein, nachdem der Rechner heruntergefahren ist und bevor Sie den Power-Knopf drücken!

Anmerkung

Für alle, die sich mit dem Macintosh-Diskette-Prozedere nicht so auskennen: eine Diskette, die im Laufwerk liegt, bevor der Rechner bootet, ist die erste Möglichkeit für das System, davon zu starten. Eine Diskette ohne gültiges Boot-System wird ausgeworfen und die Maschine überprüft dann die Festplatten-Partitionen auf bootfähige Betriebssysteme.

Nach dem Booten wird die root.bin-Diskette verlangt. Legen Sie die Root-Diskette ein und drücken Sie Enter. Der Installer wird automatisch gestartet, nachdem das Root-System in den Speicher geladen wurde.

5.1.6. PowerPC-Boot-Parameter

Viele ältere Apple-Monitore haben einen 640x480-67Hz-Modus benutzt. Wenn bei Ihnen auf einem älteren Apple-Monitor das Bild verzerrt ist, versuchen Sie, den Boot-Parameter video=atyfb:vmode:6 mit anzugeben, der den passenden Grafikmodus für die meiste Mach64- und Rage-Grafik-Hardware auswählt. Bei Rage 128-Grafikkarten ändert sich dies auf video=aty128fb:vmode:6.



[3] Das mini-ISO-Image kann von einem Debian-Spiegel-Server heruntergeladen werden (wie in Abschnitt 4.2, „Dateien von einem Debian-Spiegel-Server herunterladen“ beschrieben). Suchen Sie nach netboot/gtk/mini.iso.