2.3. Hardware speziell für GNU/Linux kaufen

Es gibt einige Anbieter, die Systeme mit Debian oder anderen GNU/Linux-Distributionen vorinstalliert anbieten, Informationen hierzu finden Sie unter Computerhersteller mit vorinstalliertem Debian . Sie bezahlen möglicherweise mehr für dieses Privileg, aber Sie kaufen sich auch ein Stück Seelenfrieden, denn Sie können dadurch sicher gehen, dass Ihre Hardware von GNU/Linux gut unterstützt wird.

Ob Sie nun ein System mit mitgeliefertem Linux kaufen oder ohne, oder gar gebrauchte Hardware, es ist immer wichtig, zu kontrollieren, ob Ihre Hardware vom Linux-Kernel unterstützt wird. Überprüfen Sie, ob Ihre Hardware in den oben angegebenen Referenzen aufgelistet ist. Lassen Sie Ihren Verkäufer wissen, dass Sie für ein Linux-System einkaufen. Unterstützen Sie Linux-freundliche Hardware-Verkäufer!

2.3.1. Vermeiden Sie proprietäre oder Closed Hardware

Einige Hardware-Hersteller werden uns einfach nicht mitteilen, wie Treiber für ihre Hardware zu schreiben sind. Andere gewähren keinen Zugriff auf die Dokumentation ohne einen Geheimhaltungsvertrag, was uns davon abhalten würde, den Quellcode des Treibers zu veröffentlichen. Treiber sind eines der zentralen Elemente freier Software. Wenn uns kein Zugang zu verwertbarer Dokumentation für diese Geräte gewährt wurde, werden diese unter Linux einfach nicht funktionieren.

In vielen Fällen gibt es Standards (oder zumindest De-Facto-Standards), die beschreiben, wie ein Betriebssytem und dessen Gerätetreiber mit einer bestimmten Geräteklasse kommunizieren. Alle Geräte, die sich an solch einen (De-Facto-)Standard halten, können mit einem einzigen generischen Gerätetreiber verwendet werden und es sind keine weiteren, gerätespezifischen Treiber nötig. Mit einigen Gerätenklassen (z.B. USB-Human Interface Devices wie Tastaturen, Mäusen etc. und USB-Massenspeicher-Geräten wie USB-Sticks und Speicherkartenlesern) funktioniert dies sehr gut und praktisch jedes in diesem Marktsegment verkaufte Gerät ist standard-konform.

In anderen Bereichen, wie z.B. bei Druckern, ist dies unglücklicherweise nicht der Fall. Während es viele Drucker gibt, die mit einer kleinen Menge von (De-Facto-)Standard-Steuersprachen bedient werden können und daher ohne Probleme in jedem Betriebssystem zum Laufen gebracht werden können, gibt es auch ziemlich viele Modelle, die nur proprietäre Steuerbefehle verstehen, für die keine verwertbare Dokumentation existiert. Diese können so auf einem freien Betriebssystem entweder gar nicht genutzt werden, oder nur mit einem vom Hersteller beigestellten Treiber, für den der Quellcode nicht zugänglich ist.

Auch wenn zum Zeitpunkt des Kaufs ein Treiber mit nicht zugänglichem Quellcode vom Hersteller für solche Hardware angeboten wird, ist die praktische Lebensdauer abhängig von der Verfügbarkeit des Treibers. Heutzutage sind die Produktzyklen kurz geworden und es ist nicht unüblich, dass kurze Zeit, nachdem der Hersteller die Produktion eines Gerätes einstellt, auch keine Aktualisierungen für den Treiber vom Hersteller mehr bereitgestellt werden. Wenn der Treiber, für den der Quellcode nicht zugänglich ist, nach einem System-Update nicht mehr funktioniert, wird das ansonsten perfekt funktionierende Gerät nutzlos, da die Treiberunterstützung fehlt, und es gibt nichts, was in diesem Fall dagegen getan werden könnte. Sie sollten daher von vornherein vermeiden, Hardware zu kaufen, die nicht quelloffen ist, unabhängig davon, auf welchem Betriebssystem Sie sie verwenden möchten.

Sie können helfen, diese Situation zu verbessern, indem Sie die Hersteller ermuntern, die Dokumentation und andere für die Programmierung von Treibern für ihre Hardware notwendigen Ressourcen zu veröffentlichen.