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Debian GNU/Linux 3.0 installation; Für Alpha
Kapitel 3 - Vor dem Installieren von Debian GNU/Linux


3.1 Übersicht über den Installationsverlauf

Hier ist eine Übersicht der Schritte, die Sie während der Installation durchführen werden.

  1. Partitionierbaren Platz für Debian auf Ihrer Festplatte erstellen
  1. Kernel und Treiberdateien finden/herunterladen (außer Debian-CD-Benutzern)
  1. Bootdisketten erstellen oder Bootdateien platzieren (außer den meisten Debian-CD-Benutzern, die von einer der CDs booten können)
  1. Das Installationssystem booten
  1. Die Tastatur konfigurieren
  1. Debian-Partitionen erstellen und einhängen
  1. Dem Installationsprogramm die Quelle des Kernels und der Treiber zeigen
  1. Die Treiber für die Peripheriegeräte auswählen
  1. Netzwerkkarte konfigurieren
  1. Automatischer Download/Installation/Setup des Basissystems beginnen
  1. Linux- oder Mehrsystem-Boot konfigurieren
  1. Neu installiertes System booten und einige letzte Konfiguartionsschritte durchführen
  1. Wenn gewünscht einige zusätzliche Tasks und Pakete installieren

3.2 Sichern Sie Ihre existierenden Daten!

Bevor Sie beginnen, stellen Sie sicher, dass Sie jede Datei auf Ihrem System gesichert haben. Wenn Dies das erste Mal ist, dass Sie ein nicht natives Betriebssystem auf Ihrem Rechner installieren, müssen Sie möglicherweise Ihre Festplatte neu partitionieren, um Platz für Debian GNU/Linux zu schaffen. Jedesmal wenn Sie ihre Festplatte neu partitionieren, müssen Sie damit rechnen, alle Daten auf der Festplatte zu verlieren. Die Programme die während der Installation benutzt werden sind ziemlich zuverlässig und die meisten von ihnen werden seit Jahren benutzt; aber sie sind auch relativ mächtig und ein falscher Schritt kann Ihre Daten kosten. Seien Sie auch vorsichtig, nachdem Sie Ihre Daten gesichert haben. Zwei Minuten nachdenken kann Ihnen Stunden von unnötiger Arbeit ersparen.

Falls Sie ein Multiboot-System erstellen, stellen Sie sicher dass Sie die mitgelieferten Disketten oder CDs Ihres Betriebssystems zur Hand haben. Vor allem bei der Neupartitionierung Ihrer Festplatte kann es passierem, dass Sie den Bootloader Ihres Betriebssystems, oder in vielen Fällen sogar das ganze Betriebssystem und alle Dateien auf den betroffenen Partitionen, neu installieren müssen.


3.3 Benötigte Informationen


3.3.1 Dokumentation


3.3.1.1 Installationshandbuch

Die Datei, die Sie gerade lesen, in reinem ASCII, HTML oder PDF.


3.3.1.2 Dselect for Beginners

Tutorial für die Benutzung des dselect-Programms. dselect ist eine der Möglichkeiten, nach der Basisinstallation weitere Programme zu installieren.


3.3.1.3 Manpages der Partitionierungsprogramme

Manpages der Partitionierungssoftware, die während des Installationsprozesses benutzt wird.


3.3.1.4 MD5-Checksummen

Liste der MD5-Checksummen für die Binärdateien. Wenn Sie das md5sum-Programm haben, können Sie sicherstellen, dass die Dateien in Ordnung sind, indem Sie den Befehl md5sum -v -c md5sum.txt ausführen.


3.3.2 Quellen für Hardwareinformationen finden

Hardwareinformationen können aus folgenden Quellen entnommen werden:

                  Hardware Information Needed for an Install              
     +-------------------------------------------------------------------+
     |Hardware|              Information, die Sie benötigen              |
     |--------+----------------------------------------------------------|
      
     |        |  * Wie viele Sie haben                                   |
     |        |  * Ihre Reihenfolge im System                            |
     |Fest-   |  * Ob IDE oder SCSI (die meisten Rechner haben IDE)      |
     |platten |  * Verfügbarer freier Speicher                           |
     |        |  * Partitionen                                           |
     |        |  * Partitionen, auf denen andere Betriebssysteme         |
     |        |    installeiert sind                                     |
     |--------+----------------------------------------------------------|
     |        |  * Modell und Hersteller                                 |
     |        |  * Unterstütze Auflösungen                               |
     |Monitor |  * Horizontale Bildwiederholrate                         |
     |        |  * Vertikale Bildwiederholrate                           |
     |        |  * Unterstützte Farbtiefe                                |
     |        |  * Bildschirmgröße                                       |
     |--------+----------------------------------------------------------|
     |        |  * Typ: Seriell, PS/2 oder USB                           |
     |Maus    |  * Anschluss                                             |
     |        |  * Hersteller                                            |
     |        |  * Anzahl der Buttons                                    |
     |--------+----------------------------------------------------------|
     |Netzwerk|  * Modell und Hersteller                                 |
     |        |  * Type der Karte                                        |
     |--------+----------------------------------------------------------|
     |Drucker |  * Modell und Hersteller                                 |
     |        |  * Unterstützte Druckauflösungen                         |
     |--------+----------------------------------------------------------|
     |        |  * Modell und Hersteller                                 |
     |Grafik- |  * Verfügbarer Video-RAM                                 |
     |karte   |  * Unterstütze Auflösungen und Farbtiefen (diese sollten |
     |        |    auch gegen die Fähigkeiten des Monitors überprüft     |
     |        |    werden)                                               |
     +-------------------------------------------------------------------+

3.3.3 Hardware-Kompatibilität

Viele Markenprodukte arbeiten problemlos mit Linux zusammen. Zudem verbessert sich Hardware für Linux täglich. Jedoch unterstützt Linux immernoch auf vielen verschiedenen Hardwaretypen als einige Betriebssysteme.

Sie können Ihre Hardwarekompatibilität wie folgt überprüfen:


3.3.4 Netzwerkeinstellungen

Wenn Ihr Computer 24 Stunden am Tag mit einem Netzwerk verbunden ist (etwa Ethernet — keine PPP-Verbindung), sollten Sie den Systemadministrator Ihres Netzwerkes um diese Informationen bitten.

Falls die einzige Netzwerkverbindung Ihres Computers über einen Seriellen Anschluss über PPP oder einer ähnlichen Einwahlverbindung ist, können Sie das Basissystem nicht über das Netzwerk installieren. Um das System in diesem Fall zu installieren, benötigen Sie eine CD, müssen die Basispakete auf einer bestehenden Festplattenpartition installieren oder Disketten mit den Basispaketen erstellen. Siehe auch PPP Konfiguration, Abschnitt 8.9 weiter unten.


3.4 Den Nutzen Ihres Systems planen

Es ist wichtig zu entscheiden, was für einen Rechner Sie installieren. Daraus lässt sich der benötigte freie Platz ermitteln.


3.5 Minimale Hardwareanforderungen

Sobald Sie die Informationen über die Hardware Ihres Computers herausgefunden haben, überprüfen Sie, dass diese Hardware Ihnen die Art der Installation zulässt, die Sie machen wollen.

Abhängig von Ihren Bedürfnissen können Sie auch mit weniger als der unten aufgelisteten Hardware zurecht kommen. Die meisten Nutzer riskieren es jedoch frustriert zu sein, wenn sie diese Ratschläge unten ignorieren.

            Empfohlene minimale Systemvoraussetzungen
           
           +--------------------------------------------+
           |   Art der    |     RAM      |  Festplatte  |
           | Installation |              |              |
           |--------------+--------------+--------------|
           | Kein Desktop | 16 Megabyte  | 450 Megabyte |
           |--------------+--------------+--------------|
           | Mit Desktop  | 64 Megabyte  | 1 Gigabyte   |
           |--------------+--------------+--------------|
           | Server       | 128 Megabyte | 4 Gigabyte   |
           +--------------------------------------------+

Hier sind Beispiel einiger üblichen Debian-Systemkonfigurationen. Sie können auch eine Übersicht über den benötigten Speicherplatzbedarf bekommen, indem Sie Benötigter Plattenplatz für Tasks, Abschnitt 11.4 lesen.

Standard-Server
Dies ist ein kleiner Server, der keine Nettigkeiten für Shell-Nutzer hat. Er enthält einen FTP-Server, einen Webserver, DNS, NIS und POP. Dafür sollten 50MB ausreichen, zusätzlich benötigen Sie noch Speicherplatz für die Daten, die Sie bereitstellen.
Einwahl
Ein Standard-Desktoprechner mit X-Window-System, Grafikprogrammen, Anwendungsprogrammen, Sound, Editoren, etc. Etwa 500MB werden benötigt.
Arbeitskonsole
Ein System für Benutzer ohne X-Window-System oder X-Applikationen. Möglicherweise nützlich für einen Laptop oder mobilen Rechner. Die Größe beträgt rund 140MB.
Entwickler
Ein Desktopsystem mit allen Paketen für Entwickler, wie Perl, C, C++, etc. Die Größe beträgt rund 475MB. Sollten Sie noch X11 und einige andere Pakete installieren, sollten Sie mit 800MB rechnen.

Beachten Sie, dass bei diesen Größen noch keine anderen Daten wie Dateien oder e-Mails enthalten sind. Es ist immer gut, großzügig beim Platz für die Daten zu sein. Vor allem enthält die /var-Partition von Debian viele Information. Die Dateien, die von dpkg erstellt werden (mit den Informationen über alle installierten Pakete) können leicht 20MB belegen; mit Logdateien und dem anderen Rest sollten Sie üblicherweise 50MB für /var einplanen.


3.6 Vor dem Partitionieren von Multiboot-Systemen

Das Partitionieren Ihres Festplatten ist das aufteilen Ihrer Platte in einzelne Abschnitte. Jeder Abschnitt ist von den anderen unabhängig. Es ist so ähnlich wie das Aufstellen von Wänden in Ihrem Haus; wenn Sie in einem Raum ein Möbelstück aufstellen, betrifft es den anderen nicht.

Wenn Sie schon ein Betriebssystem (Tru64 (Digital UNIX), OpenVMS, Windows NT, FreeBSD, …) auf Ihrem System installiert haben und Linux auf die gleiche Festplatte installieren möchten, müssen Sie sie neu partitionieren. Es kann nicht auf einer Windows- oder einer MacOS-Partition installiert werden. Es kann sein, dass Sie einige Partitionen untereinander benutzen können, aber das wird hier nicht behandelt. Sie brauchen mindestens eine root-Partition, die Debian gewidmet ist.

Sie können Informationen über Ihre bisherigen Partitionen mit einem Partitionierungs-Tool ihres aktuellen Beitriebssystems herausfinden. Partitionierungsprogramme bieten immer einen Weg, existierende Partitionen anzuzeigen, ohne Änderungen vorzunehmen.

Normalerweise zerstört eine Änderung einer Partition mit einem Dateisystem alle Daten auf ihr. Deswegen sollten Sie vor einer Neupartitionierung immer Ihre Daten sichern. Denken Sie an die Analogie mit dem Haus; Sie werden Ihr Mobiliar woanders hinstellen, bevor Sie eine Mauer einbauen, oder Sie riskieren möglicherweise, es zu zerstören.

Wenn Ihr Rechner mehr als eine Festplatte hat, möchten Sie möglicherweise eine Ihrer Festplatten komplett Debian widmen. Wenn dies der Fall ist, müssen Sie vor dem Booten des Installationssystems nicht neu partitionieren; das beim Installer mitgelieferte Partitionierungspramm kann diese Aufgabe übernehmen.

Wenn Ihr Rechner nur eine Festplatte hat und Sie das aktuelle Betriebssystem komplett durch Debian GNU/Linux ersetzen wollen, können Sie mit der Partitionierung auch bis zur Installation warten (siehe Partitionieren der Festplatte, Kapitel 6). Dies funktioniert jedoch nur, wenn Sie das Installationsprogramm von Disketten, CD-ROM oder Dateien auf einer verbundenen Maschine gebootet haben. Bedenken Sie: wenn Sie von Dateien auf einer lokalen Festplatte starten und die Bootdateien dann löschen, werden Sie sicherlich froh sein, wenn die Installation geglückt ist. Zumindest in diesem Fall sollten Sie eine Möglichkeit haben, Ihr altes Betriebssystem wieder mit den originalen Installations-Disketten oder -CDs zu installieren.

Wenn Ihr Rechner schon mehrere Partitionen hat und genug Platz durch das Löschen oder Ersetzen einer oder mehrere von ihnen geschafft werden kann, dann können Sie auch warten und Debians Partitionierungsprogramm bei der Installation nutzen. Sie sollten sich trotzdem durch die Informationen unten lesen, da es einige besondere Umstände (wie etwa die Anordnung der Partitionen) gibt, die Sie zwingen, trotzdem vor der Installation neu zu partitionieren.

In allen anderen Fällen müssen Sie Ihre Festplatte vor der Installation so neupartitionieren, um partitionierbaren Platz für Debian zu schaffen. Wenn einige Partitionen anderen Betriebssystemen gehören, sollten Sie diese mit einem Programm für das Betriebssystem verändern. Wie empfehlen Ihnen, Debian-Partitionen nicht mit einem Programm für ein anderes Betriebssystem installieren.

Wenn Sie mehr als ein Betriebssystem auf dem gleichen Rechner installieren wollen, sollten Sie alle anderen Systeme vor der Installation von Linux installieren. Windows und andere Betriebssysteme können den Bootloader von Linux zerstören oder Sie ermutigen, nicht-native Partitionen neu zu formatieren.

Sie können diese Dinge zwar rückgängig machen oder vermeiden, jedoch erspart Ihnen das Installieren des nativen Betriebssystems als erstes eine Menge Mühe.

Wenn Sie momentan eine Festplatte mit einer Partition (das ist normalerweise der Fall auf Desktop-Computern) haben und später das native Betriebssystem und Debian booten booten wollen, müssen Sie:

  1. Sichen Sie alle Daten auf dem Rechner.
  1. Starten Sie von den Installationsmedien (wie CD-ROM oder Disketten) des nativen Betriebssystems
  1. Benutzen Sie die nativen Partitionierungstools um native Systempartitionen zu erstellen. Lassen Sie entweder einen Platzhalter oder freien Platz für Debian GNU/Linux.
  1. Installieren Sie das native Betriebssystem auf seiner neuen Partition.
  1. Starten Sie wieder das native System um sicherzustellen, dass alles OK ist und um die Bootdateien für den Debian-Installer herunterzuladen.
  1. Booten Sie den Debian-Installer, um Debian zu installieren.

3.6.1 Partitionieren in Tru64 UNIX

Tru64, ehemals bekannt als Digital UNIX, welches ehemals als OSF/1 bekannt war, benutzt ein Partitionsschema, das ähnlich den BSD `disk labels' ist, welches bis zu acht Partitionen je Laufwerk erlaubt. Die Partitionen sind in Linux von `1' bis `8' nummeriert, in UNIX von `a' bis `h' ``buchstabiert''. Bei Linux-Kernel ab 2.2 ist `1' immer `a', `2' immer `b', und so weiter. Beispielsweise würde rz0e in Tru64 UNIX in Linux höchstwahrscheinlich sda5 genannt werden.

Partitionen im Disk-Label können überlappen. Ferner wird die `c'-Partition benötigt, die die ganze Platte umfassen soll (alle nicht-leeren Partitionen überlappen). Unter Linux macht das sda3 identisch zu sda, sdb3 zu sdb, und so weiter. Abgesehen davon, dass Sie diese Bedingung erfüllen, sollten Sie überlappende Partitionen vermeiden.

Eine andere übliche Bedingung ist, dass die `a'-Partition am Anfang der Festplatte anfängt, sodass Sie immer den Bootblock mit dem Disk-Label enthält. Wenn Sie vorsehen, Debian von dieser Platte zu booten, müssen Sie mindestens 2MB für sie einplanen, damit auf sie ein Bootblock und ggf. ein Kernel passen.

Beachten Sie, dass diese zwei Partitionen nur für die Kompatiblität benötigt werden; Sie dürfen kein Dateisystem auf ihnen erstellen, sonst zerstören Sie Daten. Wenn Sie nicht vorhaben, die Platte mit Tru64-UNIX oder einem der freien 4.4BSD-Lite-Betriebssysteme (FreeBSD, OpenBSD oder NetBSD) zu teilen, können Sie diese Bedingungen ignorieren und die Partitionierungsprogramme der Debian-Bootdisketten verwenden. Siehe auch Partitionierungsprogramme unter Debian Abhängig von der Architektur ihres Rechners, stehen unterschiedliche Programme für die Partitionierung zur Verfügung:, Abschnitt 6.4 für Details.

Platten können entweder mit dem graphischen Plattenkonfigurationstool, das man durch den Application Manager erreichen kann oder mit dem Kommandozeilenprogramm disklabel partitioniert werden. Der Partitionstyp für das Linux-Dateisystem sollte zu `resrvd8' gesetzt werden. Dies ist nur mit disklabel möglich; jedoch kann die ganze andere Konfiguration mit dem graphischen Tool durchgeführt werden.

Es ist möglich, und sogar sinnvoll, eine Swap-Partition mit UNIX und Linux zu teilen. In diesem Fall muss jedoch mkswap bei jedem Reboot von UNIX nach Linux ausgeführt werden, da UNIX die Signatur der Swap-Partition zerstören wird. Sie müssen mkswap dafür vor dem Hinzufügen des Swap-Bereichs mit swapon -a ausführen. Dies ist mit Hilfe der Bootskripte möglich.

Wenn Sie UNIX-Partitionen unter Linux einhängen wollen, müssen Sie beachten, dass Digital UNIX zwei verschiedene Dateisystem, UFS und AdvFS, benutzen kann, Linux jedoch nur UFS versteht.


3.6.2 Partitionieren in Windows NT

Windows NT benutzt eine Partitionstabelle, wie sie beim PC verwendet wird. Wenn Sie existierende FAT- oder NTFS-Partitionen verändern wollen, wird es empfohlen, die nativen Windows NT-Werkzeuge (oder das AlphaBIOS Setup-Menü) zu verwenden. Ansonsten ist es nicht wirklich nötig, von Windows aus zu partitionieren; die Linux-Partitionierungsprogramme tun ihre Arbeit gewöhnlicherweise besser. Beachten Sie: Wenn Sie Windows NT starten, wird Ihnen der Disk Administrator möglicherweise anbieten, eine ``harmlose Signatur'' auf nicht-Windows-Festplatten, falls Sie welche haben, zu schreiben. Lassen Sie ihn das nie tun, da diese Signatur die Partitionsinformationen zerstören wird.

Wenn Sie vorhaben, Linux von einer ARC/AlphaBIOS/ARCBIOS-Konsole aus zu booten, benötigen Sie eine (kleine) FAT-Partition für MILO. 5MB reichen hierfür aus. Wenn Windows NT installiert ist, kann dessen 6MB große Bootstrap-Partition hierfür verwendet werden.


3.7 Debian GNU/Linux von einem Unix/Linux-System installieren

Dieser Abschnitt erklärt, wie man Debian GNU/Linux von einem existieren Unix- oder Linux-System installiert, ohne das ncurses-basierte, menügesteuerte Installationsprogramm zu benutzen, wie es im Rest dieses Handbuchs beschrieben wird. Dieses "cross-install"-HOWTO wurde von Benutzern gewünscht, die von Redhat, Mandrake oder SUSE auf Debian GNU/Linux wechseln möchten. Es wird angenommen, dass Sie mit dem Eingeben von Unix-Befehlen und dem Bewegen im Dateisystem vertraut sind. In diesem Abschnitt symbolisiert $ einen Befehl, der im aktuellen System des Benutzers eingegeben werden muss, während # einen Befehl beschreibt, der im Debian-chroot eingegeben wird.

Sobald Sie ihr neues Debian-System ihren Vorlieben entspreche konfiguriert haben, können Sie Ihre existierenden Daten (sofern vorhanden) zu ihm migrieren und sofort weiterarbeiten. Es ist also eine Debian GNU/Linux-Installation ohne "Downtime". Es ist auch ein cleverer Weg mit Hardware umzugehen, die sonst nicht mit verschiedenen Boot- oder Installationsmedien arbeiten würde.


3.7.1 Erste Schritte

Partitionieren Sie ihre Festplatte mit ihren aktuellen Partitionierungsprogrammen neu, erstellen Sie jedoch mindestens ein Dateisystem und Swap. Sie benötigen mindestens 150MB Platz für ein Konsolensystem, oder mindestens 300MB mit X.

Erstellen Sie Dateisysteme auf Ihren Partitionen. Um etwa ein ext3-Dateisystem auf /dev/hda6 (das ist unsere Beispiel-Rootpartition) zu ertstellen, geben Sie ein:

      $ mke2fs -j /dev/hda6

Um stattdessen ein ext2-Dateisystem zu erstellen, lassen Sie -j weg.

Initialisieren und aktivieren Sie Swap (ersetzen Sie die Partition mit der, die Sie für Debians Swap-Partition vorgesehen haben):

      $ mkswap /dev/hda5
      $ sync; sync; sync
      $ swapon /dev/hda5

Hängen Sie eine Partition als /mnt/debinst ein (das Installationsziel, das später das Root-Dateisystem / auf Ihrem neuen System wird). Der Einhängepunkt ist völlig willkürlich gewählt, es wird später auf ihn zurückgegriffen.

      $ mkdir /mnt/debinst
      $ mount /dev/hda6 /mnt/debinst

3.7.2 debootstrap installieren

Das Debian-Installationsprogramm benutzt debootstrap, das ist der offzielle Weg, das Basis-System zu installieren. Es benutzt wget, ansonsten hängt es nur von glibc ab. Installieren Sie wget, falls es noch nicht auf Ihrem System installiert ist, dann laden Sie debootstrap herunter und installieren es.

Wenn Sie ein rpm-basiertes System haben, können Sie alien benutzen, um das .deb in ein .rpm umzuwandeln oder die rpm-Version von http://people.debian.org/~blade/install/debootstrap benutzen.

Sie können auch die folgende Prozedur verwenden, um es manuell zu installieren. Erstellen Sie ein Arbeitsverzeichnis, in das Sie das .deb extrahieren:

      $ mkdir work
      $ cd work

Die debootstrap-Binary befindet sich im Debian-Archiv (wählen Sie die richtige Datei für Ihre Architektur aus). Laden Sie das debootstrap-.deb aus dem Pool herunter, kopieren das Paket in das Arbeitsverzeichnis und extrahieren Sie die Binärdateien davon. Sie benötigen Root-Privilegien, um die Binärdateien zu installieren.

      $ ar -xf debootstrap_0.X.X_arch.deb
      $ cd /
      $ zcat < /full-path-to-work/work/data.tar.gz | tar xv

3.7.3 debootstrap ausführen (mit Netzwerkverbindung)

debootstrap kann die benötigten Dateien automatisch aus dem Archiv herunterladen, wenn Sie es starten. Sie können http.us.debian.org/debian durch jeden Mirror ersetzen, der das Debian-Archiv hat, vorzugsweise einer, der Ihnen aus Netzwerksicht am nächsten liegt. Sie finden eine Liste der Mirror unter http://www.debian.org/misc/README.mirrors.

Wenn Sie eine Debian GNU/Linux-Woody-CD in /cdrom eingehängt haben, können Sie eine Datei-URL statt der http-URL verwenden: file:/cdrom/debian.

Ersetzen Sie ARCH durch eines der folgenden: alpha, arm, hppa, i386, ia64, m68k, mips, mipsel, powerpc, s390 oder sparc.

      $ /usr/sbin/debootstrap --arch ARCH woody \
          /mnt/debinst http://http.us.debian.org/debian

3.7.4 debootstrap ausführen (mit basedebs.tar)

debootstrap kann auch basedebs.tar benutzen, die Sie schon heruntergeladen haben. Die Datei wird nur gelegentlich aktualisiert, Sie bekommen die neueste Version des Basissystems also, indem Sie debootstrap direkt ein Debian-Archiv übergeben, wie im letzten Abschnitt gezeigt wurde.

basedebs.tar kann im base-images-current-Verzeichnis im Debian-Archiv für Ihre Architektur gefunden werden, beispielsweise: http://http.us.debian.org/debian/dists/woody/main/disks-i386/base-images-current/basedebs.tar

Ersetzen Sie ARCH durch eines der folgenden: alpha, arm, hppa, i386, ia64, m68k, mips, mipsel, powerpc, s390, ooder sparc.

      
     $ /usr/sbin/debootstrap --arch ARCH --unpack-tarball \
         /pfad-zu-den-heruntergeladenen/basedebs.tar woody /mnt/debinst

3.7.5 Das Basissystem konfigurieren

Jetzt haben Sie ein echtes Basissystem, jedoch mehr schlecht als recht, auf der Festplatte. chrooten Sie hinein:

      $ chroot /mnt/debinst /bin/bash

3.7.5.1 Partitionen einhängen

Sie müssen eine /etc/fstab erstellen.

      # editor /etc/fstab

Hier ist eine Beispieldatei, die Sie Ihren Bedürfnissen anpassen können:

     # /etc/fstab: Statische Informationen über die Dateisysteme
     #
     # Dateisystem    Einhängepunkt Typ     Optionen                 dump pass
     /dev/XXX         /             ext2    defaults                 0    0
     /dev/XXX         /boot         ext2    ro,nosuid,nodev          0    2
     
     /dev/XXX         none          swap    sw                       0    0
     proc             /proc         proc    defaults                 0    0
     
     /dev/fd0         /mnt/floppy   auto    noauto,rw,sync,user,exec 0    0
     /dev/cdrom       /mnt/cdrom    iso9660 noauto,ro,user,exec      0    0
     
     /dev/XXX         /tmp          ext2    rw,nosuid,nodev          0    2
     /dev/XXX         /var          ext2    rw,nosuid,nodev          0    2
     /dev/XXX         /usr          ext2    rw,nodev                 0    2
     /dev/XXX         /home         ext2    rw,nosuid,nodev          0    2

Bneutzen Sie mount -a, um alle Dateisysteme, die Sie in Ihrer /etc/fstab festgelegt haben, einzuhängen. Um die Dateisysteme indviduell einzuhängen, benutzen Sie:

      # mount /pfad  # Beispiel:  mount /usr

Sie könnnen das proc-Dateisystem mehrmals und an verschiedene Orte einhöngen, da /proc einheitlich ist. Wenn Sie mount -a nicht benutzt haben, stellen Sie sicher, proc eingehängt zu haben, bevor Sie weitermachen:

      # mount -t proc proc /proc

3.7.5.2 Tastatur konfigurieren

Um Ihre Tastatur zu konfigurieren:

      # dpkg-reconfigure console-data

3.7.5.3 Netzwerk konfigurieren

Um Netzwerk zu konfigurieren, editieren Sie /etc/network/interfaces, /etc/resolv.conf und /etc/hostname.

      # editor /etc/network/interfaces

Hier sind einige einfache Beispiele aus /usr/share/doc/ifupdown/examples:

     ######################################################################
     # /etc/network/interfaces -- configuration file for ifup(8), ifdown(8)
     # See the interfaces(5) manpage for information on what options are 
     # available.
     ######################################################################
     
     # We always want the loopback interface.
     #
     auto lo
     iface lo inet loopback
     
     # To use dhcp:
     #
     # auto eth0
     # iface eth0 inet dhcp
     
     # An example static IP setup: (broadcast and gateway are optional)
     #
     # auto eth0
     # iface eth0 inet static
     #     address 192.168.0.42
     #     network 192.168.0.0
     #     netmask 255.255.255.0
     #     broadcast 192.168.0.255
     #     gateway 192.168.0.1

Geben Sie ihre(n) Nameserver und Such-Direktiven in /etc/resolv.conf ein:

      # editor /etc/resolv.conf

Eine Beispiel-/etc/resolv.conf:

     # search hqdom.local\000
     # nameserver 10.1.1.36
     # nameserver 192.168.9.100

Geben Sie Ihren Hostnamen ein (2 bis 63 Zeichen):

      # echo DebianHostName > /etc/hostname

Wenn Sie mehrere Netzwerkkarten haben, sollten Sie die Reihenfolge der Treibermodule in der /etc/modules anpassen. Dann wird während des Bootens jede Karte mit dem gewünschten, erwarteten Namen (eth0, eth1, ...) versehen.


3.7.5.4 Zeitzone, Benutzer und APT konfigurieren

Setzen Sie Ihre Zeitzone, fügen Sie einen normalen Benutzen hinzu und wählen Sie ihre apt-Quellen, indem Sie

      # /usr/sbin/base-config

ausühren.


3.7.5.5 Locales konfigurieren

Um Ihre locale-Einstellungen anzupassen, dass sie eine andere Sprache als Englisch benutzen, installieren Sie das Paket für die Lokalisierung und konfigurieren es:

      # apt-get install locales
      # dpkg-reconfigure locales

Achtung: Apt muss vorher konfiguriert sein, etwa in der base-config-Phase. Bevor Sie locales mit einem Anderen Zeichensatz als ASCII oder latin1 benutzen, konsultieren Sie bitte vorher das passende Lokalisierungs-HOWTO.


3.7.6 Kernel installieren

Wenn Sie vorhaben, dieses System zu booten, möchten Sie womöglich einen Linux-Kernel und einen Bootloader installieren. Finden Sie verfügbare, vorpaketierte Kernel mut

      # apt-cache search kernel-image

Dann installieren Sie Ihre Wahl.

      # apt-get install kernel-image-2.X.X-arch-etc

3.7.7 Bootloader einrichten

Um Ihr Debian GNU/Linux-System bootbar zu machen, richten Sie ihren Bootloader so ein, dass er den installierten Kernel mit Ihrer neuen root-Partition bootet.


3.8 Vorkonfiguration von Hardware und Betriebssystem

Dieser Abschnitt wird Sie durch die Vorkonfiguration der Hardware führen, falls sie benötigt wird, um Debian zu installieren. Dazu müssen Sie möglicherweise die die Firmware-Einstellungen überprüfen und ggf. korrigieren. Die ``Firmware'' ist die Kernsoftware, die von der Hardware benutzt wird; Sie wird meistens beim Bootstrap-Prozess aufgerufen (nach dem Einschalten). Bekannten Hardwareprobleme, die die Zuverlässigkeit von Debian GNU/Linux beeinträchtigen könnten, werden auch besprochen.


3.8.1 Hardwareprobleme auf die Sie achten sollten

Viele Leute betreiben ihre 90 MHz CPU bei 100 MHz oder versuchen Ähnliches. Das funktioniert manchmal, aber es wirkt sich auf die Temperatur und andere Faktoren aus, die Ihr System beschädigen können. Einer der Autoren dieses Dokumentes selbst hat sein System für ein Jahr übertaktet, aber dann fing gcc an mit einem unerwarteten Fehler zu beenden als er seinen Kernel kompilieren wollte. Das Herabsetzen des CPU-Taktes auf seinen Soll-Wert löste das Problem.

Der gcc Compiler ist oft eins der ersten Dinge, die an fehlerhaften Speichermodulen (oder anderen Hardware-Problemen, die Daten im Speicher zufällig ändern) scheitert, da er große Datenstrukturen aufbaut, die er mehrfach durchläuft. Ein Fehler in diesen Strukturen führt dann dazu, dass er versucht einen illegalen Befehl auszuführen oder eine nicht existente Adresse anzusprechen. Das entsprechende System ist, dass gcc mit einem unerwarteten Fehler abstürzt.


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Debian GNU/Linux 3.0 installation; Für Alpha

version 3.0.24, 18. Dec. 2002

Bruce Perens
Sven Rudolph
Igor Grobman
James Treacy
Adam Di Carlo
Christian Leutloff
Alexander Harderer
Philipp Frauenfelder
Martin Schulze