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Debian GNU/Linux 3.0 installation; Für PowerPC
Kapitel 5 - Booten des Installations-Systems


Das Thema dieses Kapitels ist das Booten des Installations-Systems von Debian GNU/Linux von verschiedenen Medien: von einer CD-ROM, von Disketten, einer Partition einer Festplatte oder einem anderen Rechner im lokalen Netzwerk.


5.1 Bootparameter-Argumente

Boot-Parameter des Linux-Kernels werden ganz normall verarbeitet, z.B. die für Peripherie-Geräte und ähnliches. Für die meisten Geräte kann der Kernel alles automatisch erkennen, nur in wenigen Fällen müssen Sie manuell nachhelfen.

Detaillierte Informationen über Bootparameter können im Linux BootPrompt HOWTO gefunden werden; dieser Abschnitt wird nur die wichtigsten behandeln.

Wenn dies das erste mal ist, dass Sie Ihr System booten, versuchen Sie, die Standardeinstellungen zu belassen und überprüfen Sie, ob alles richtig funktioniert. Es wird sicherlich. Falls nicht, können Sie später Ihr System neu starten und nach speziellen Parametern Ausschau halten, die das System über Ihre Hardware informieren.

Wenn der Kernel startet, sollte eine Nachricht

     Memory: availk/totalk available

auftauchen. total sollte mit der tatsächlichen Größe ihres RAMs übereinstimmen, falls nicht, benötigen Sie den mem=ram-Parameter, wobei ram die Größe ihres RAMs ist. Sie können hinter der Größe ein ``k'' für Kilobyte oder ein ``m'' für Megabyte schreiben, mem=65536k und mem=64m bedeuten also beide 64MB RAM.

Falls Sie einen PowerMac mit einem IDE-Laufwerk haben und komische Kernelmeldungen bekommen, während er auf Ihre Festplatte zugreift, sind Sie vermutlich auf einen Bug im Kernel gestoßen, der auftritt, wenn er auf IDE-Laufwerk auf Ihrer Hardware zugreifen will. Benutzen Sie den folgenden Boot-Parameter, wobei /dev/hda ihre Festplatte ist: hda=noautotune.

Viele älter Apple-Monitore benutzen eine Auflösung von 640x480 bei 67Hz. Falls Ihr Bild auf einem älteren Apple-Monitor schräg aussieht, benutzen Sie den Bootparameter video=atyfb:vmode:6, was die richtige Auflösung für die meisten Mach64- und Rage-Grafikkarten auswählt. Für Rage 128-Karten benutzen Sie bitte video=aty128fb:vmode:6.

Wenn ihr Monitor nur Schwarz-Weiss kann, geben Sie den Parameter mono an. Andernfalls wird die Installation mit Farbe durchgeführt.

Wenn Sie mit einer seriellen Konsole booten, wird das der Kernel i.d.R. erkennen . Wenn Sie eine Grafikkarte (framebuffer) und Tastatur an den Computer angeschlossen haben und trotzdem eine angeschlossene Textkonsole verwenden möchten, müssen Sie die Kernel-Option console=device angeben, wobei device für den seriellen Anschluss steht, z.B. ``ttyS0´´.

Wie gesagt, mehr Details zu den Boot-Parametern finden sie in Linux BootPrompt HOWTO, einschliesslich Tipps für exotische Hardware. Einige typische Hinweise stehen auch weiter unten, Probleme bei der Installation beheben, Abschnitt 5.6.


5.1.1 Optionen von dbootstrap

Das Installationssystem akzeptiert ebenfalls einige Optionen, die nützlich werden könnten. Die Bedeutung von quiet und verbose wird in Efffekte von Verbose und Quiet, Abschnitt 11.5 beschrieben.

quiet
Damit werden alle weniger wichtigen Fragen unterdrückt. Wenn Sie mit den Standard-Antworten sowieso zufrieden sind, ist diese Option ganz brauchbar.
verbose
Mehr Fragen als üblich stellen.
debug
Spezielle Debug-Meldungen für Fehlersuche in das Installations-Protokol schreiben (siehe auch Die Shell benutzen oder die Logfiles ansehen, Abschnitt 5.7.1).
bootkbd=...
Typ der Tastatur vorher auswählen, z.B. bootkbd=qwerty/us
mono
Monochromen Bildschirmmodus (Schwarz/Weiss-Monitor).
nolangchooser
Einige Architekturen verwenden den Kernel-Framebuffer, um eine Installation in mehreren Sprachen anzubitten. Falls Framebuffer auf ihrem Rechner nicht fehlerfrei funktioniert, können Sie dieses Feature mit der Option nolangchooser abschalten. "Nicht fehlerfrei" beutet weisses Flackern, plötzliches Einfrieren des Systems in den ersten Minuten der Installation, Fehlermeldungen von bterm oder von bogl.

5.2 Booten von CD-ROM

Der einfachste Weg für die meisten Leute ist die Verwendung von einem Satz der Debian CDs. Wenn Sie einen solchen Satz haben und ihr System davon booten kann, wunderbar, legen Sie die CD ein, starten Sie das System neu und blätten zum nächsten Abschnitt. Momentan sind die einzigen PowerPC-Architekturen, die das Booten von CD-ROM erlauben, die PReP und New World PowerMacs. Auf PowerMacs müssen während des Bootens die 'c'-Taste oder Command, Option, Shift und Delete gleichzeitig drücken, um von CD-ROM zu starten. Die neuesten G4 PowerMacs, und diese die ohne MacOS 9 funktionieren, benötigen die neueste Version von yaboot, die auf der CD wird nicht funktionieren. Die neueste Verson ist unter http://penguinppc.org/projects/yaboot/ zu bekommen.

OldWorld Powermacs können keine Debian-CD booten, da OldWorld-Computer auf einen MacOSROM-CD-Boottreiber vertrauten, von dem es keine freie Version gibt. Alle OldWorld-Modelle haben ein Diskettenlaufwerk, Sie können also von Diskette starten und beim Installationsprogramm die CD als Quelle für die benötigten Dateien angeben.

Falls Ihr System nicht von CD-ROM startet, können Sie die CD-ROM trotzdem benutzen, um Ihr System zu installieren. Auf NewWorlds können Sie auch einen OpenFirmware-Befehl benutzen um manuell von der CD-ROM zu starten. Folgen Sie den Anweisungen unter NewWorld Macs aus OpenFirmware heraus booten, Abschnitt 5.4.3 um von Festplatte zu starten, nur benutzen Sie den Pfad zu yaboot auf der CD am OpenFirmware-Prompt, etwa

     0 > boot cd:,install\powermac\yaboot

Beachten Sie, dass bestimmte CD-Laufwerke spezielle Treiber benötigen und diese während der ersten Installationsschritte nicht verfübar sind. Falls es sich herausstellt, dass das Booten und installieren von der CD auf diesem Wege nicht möglich ist, lesen Sie über andere Installationsmöglichkeiten in diesem Kapitel.

USB-CD-ROM-Laufwerke werden von der Variante `bf2.4' unterstützt. FireWire-Geräte, die von den Treibern ohci1394 und sbp2 unterstützt werden, könnten ebenfalls mit `bf2.4' funktionieren.

Auch wenn Sie nicht von der CD-ROM booten können, können Sie die System-Komponenten von Debian und weitere Pakete mit Hilfe von anderen Medien installieren, zum Beispiel Disketten.

Sollten Sie Probleme mit CD-ROM-Boot bekommen, lesen Sie unter Probleme bei der Installation beheben, Abschnitt 5.6.


5.3 Von Disketten starten

Das Booten von Diskette wird zwar für PowerPC unterstützt, trotzdem ist es in der Regel auf OldWorld-Systemen nicht möglich. NewWorld-Systeme hingegen werden in der Regel nicht mit Diskettenlaufwerken ausgestattet.

Sie müssen die Disketten-Images schon heruntergeladen und auf Diskette geschrieben haben, wie in Disketten aus Images erstellen, Abschnitt 4.3 beschrieben.

Um von der boot-floppy-hfs.img-Diskette zu starten, legen Sie sie in Ihr Diskettenlaufwerk ein, nachdem Sie Ihr System heruntergefahren haben, und bevor Sie es wieder einschalten. Für diejenigen, die nicht so vertraut mit den Disketten auf einem Macintosh sind: Das System wird als erstes versuchen, von einer Diskette zu starten, die vor dem Booten eingelegt wurde. Eine Diskette, die nicht bootfähig ist, wird ausgeworfen und das System wird nach bootbaren Partitionen auf der Festplatte suchen.

Nach dem Booten wird die root.bin-Diskette verlangt. Legen Sie die Root-Diskette ein und drücken Sie Enter. Das Installationsprogramm dbootstrap wird automatisch gestartet, nachdem das Root-System in der Speicher geladen wurde.

Falls SIe probleme beim Booten haben, sehen Sie unter Probleme bei der Installation beheben, Abschnitt 5.6 nach.


5.4 Von einer Festplatte booten

Aus einem bestehenden Betriebssystem heraus zu starten ist oft eine praktischere Methode; für einige Architekturen sogar die einzige Möglichkeit, um das Installationsprogramm zu starten.

Um das Installationsprogramm von der Festplatte zu starten, müssen Sie die in Dateien für das Booten von Festplatte vorbereiten, Abschnitt 4.4 angegebenen Dateien schon heruntergeladen und an der richtigen Stelle platziert haben.


5.4.1 CHRP aus OpenFirmware heraus booten

Not yet written.


5.4.2 OldWorld PowerMacs aus MacOS heraus booten

Falls Sie BootX schon in Installer von Festplatte auf OldWorld-Macs booten, Abschnitt 4.4.1 eingerichtet haben, können Sie dieses nutzen, um das Installationssystem zu booten. Doppelklicken Sie auf das BootX-Symbol. Klicken Sie auf den 'Options'-Knopf und wählen 'Use Specified RAM Disk'. Jetzt können Sie die ramdisk.img.gz auswählen. Unter Umständen müssen Sie noch 'No Video Driver' auswählen, abhändig von Ihrer Hardware. Klicken Sie dann auf den 'Linux'-Button um MacOS herunterzufahren und das Installationsprogramm zu starten.


5.4.3 NewWorld Macs aus OpenFirmware heraus booten

Sie müssen die linux.bin, yaboot, yaboot.conf und root.bin schon im Wurzelverzeichnis Ihrer HFS-Partition abgelegt haben (siehe Installer von Festplatte auf NewWorld-Macs booten, Abschnitt 4.4.2. Starten Sie den Computer neu und drücken Sie sofort (während dem Ton) die Kleeblatt-, Apfel-, o- und f-Tasten gemeinsam. Nach ein paar Sekunden wird Ihnen der OpenFirmware-Prompt präsentiert:

     0 >

An diesem Prompt tippen Sie

     0 > boot hd:x,yaboot

wobei x die Partitionsnummer Ihrer HFS-Partiton ist, auf welcher der Kernel und die yaboot-Dateien liegen. Drücken Sie dann Enter. Auf einigen Maschinen müssen Sie ide0: statt hd: benutzen. Nach einigen weiteren Sekunden werden Sie den yaboot-Promot sehen:

     boot:

Tippen Sie am boot:-Prompt entweder install oder install-safe, gefolgt von Enter. Die `safe'-Option benutzt das video=ofonly-Argument für eine maximale Kompatibilität; Sie können es versuchen, wenn install nicht funktioniert. Das Debian-Installationsprogramm sollte starten.


5.4.4 PReP aus OpenBug heraus installieren

Not yet written.


5.5 Über TFTP booten

Über Netzwerk zu booten erfordert, dass Sie eine Netzwerkverbindung haben, die von den Bootdisketten unterstützt wird, entweder durch eine statische Netzwerkadresse, einen DHCP-Server, einem BOOTP-Server und einem TFTP-Server. Momentan unterstützten PReP und NewWorld PowerMacs das Booten von Netzwerk. Die Installationsmethode für TFTP-Unterstützung ist in Dateien für das Booten per TFTP vorbereiten, Abschnitt 4.5 beschrieben. Auf Maschinen mit Open Firmware, wie etwa den NewWorld Power Macs, gehen Sie in den Bootmonitor (siehe OpenFirmware aufrufen, Abschnitt 3.8.1) und benutzen den Befehl boot enet:0. PReP- und CHRP-Geräte adressieren das Netzwerk womöglich anders. Auf einer PReP-Maschine sollten Sie boot server_ipaddr,file,client_ipaddr probieren.


5.6 Probleme bei der Installation beheben


5.6.1 Zuverlässigkeit der Disketten

Das größte Problem bei Leuten, die zum ersten mal Debian installieren, scheint die Zuverlässigkeit von Disketten zu sein.

Die Rescue-Diskette ist die Diskette mit den schwierigsten Problemen, da sie direkt von der Hardware gelesen wird, bevor Linux bootet. Oft liest die Hardware nicht so zuverlässig wie der Diskettenlaufwerkstreiber von Linux und hält einfach bei Leseproblemen ohne Fehlermeldung an. Auch können Fehler in der Treiberdiskette auftreten, die man aber meist an einer Flut von Nachrichten über I/O-Fehler erkennt.

Das erste was Sie machen sollten, wenn die Installation bei einer bestimmten Diskette anhält, ist das Disketten-Image neu herunterzuladen und auf eine andere Diskette zu schreiben. Einfach nur die alte Diskette neu zu formatieren kann nicht immer ausreichen, auch wenn es so aussieht, als wäre sie fehlerlos formatiert und beschrieben worden. Manchmal ist es auch nützlich, die Diskette auf einem anderen System zu beschreiben.

Ein Nutzer berichtete, dass er die Images der dritten Diskette mehrmals schreiben musste bevor so funktionierten, danach allerdings funktionierten sie tadellos.

Andere Nutzer berichteten, dass mehrmaliges neustarten ohne die Diskette zu wechseln auch zu einem erfolgreichen Boot führen kann. Lässt sich das Problem dadurch beheben, ist die Hardware oder die Firmware des Diskettenlaufwerks schuld.


5.6.2 Boot-Konfiguration

Falls der Kernel während des Bootens hängt oder vorhandene Peripheriegeräte oder Laufwerke nicht (korrekt) erkennt, sollten Sie als erstes die Bootparameter, wie in Bootparameter-Argumente, Abschnitt 5.1 beschrieben, überprüfen.

Falls Sie ihren eigenen Kernel statt den mit dem Installationsprogramm mitgelieferten booten, achten Sie darauf, dass CONFIG_DEVFS nicht gesetzt ist. Das Installationsprogramm ist nicht auf CONFIG_DEVFS vorbereitet.

Oft können Probleme auch dadurch gelöst werden, dass Sie Zusatzkarten und Peripheriegeräte entfernen und dann versuchen neu zu booten.

Es gibt jedoch einige Limitationen in den Bootdisketten hinsichtlich der Hardwareunterstützung. Einige Plattformen die von Linux unterstützt werden müssen nicht unbedingt von unseren Bootdisketten unterstützt werden. Wenn dies der Fall ist, können Sie eine speziell angepasste Rescue-Diskette erstellen (siehe Kernel auf der Notfalldiskette ersetzen, Abschnitt 10.3) oder eine Netzwerk-Installation in Erwägung ziehen.

Falls Sie viel Hauptspeicher in Ihrem System installiert haben (mehr als 512MB) und das Installationsprogramm während des Boots hängt, können Sie die Größe des Speichers (die der Kernel sieht) reduzieren, verwenden Sie hierzu ein Bootargument wie mem=512m. then it is possible that floppy booting is simply not supported on


5.6.3 Interpretieren der Kernel-Meldungen

Während der Bootsequenz werden Sie möglicherweise viele Nachrichten in der form can't find irgendwas, irgendwas not present, can't initialize irgendwas oder sogar this driver release depends on irgendwas sehen. Die meisten dieser Nachrichten sind harmlos. Sie sehen diese, da der Kernel des Installationssystems so konfiguriert ist, dass er auf Computern mit vielen verschiedenen Peripheriegeräten läuft. Natürlich hat wohl kein Computer alle möglichen Peripheriegeräte, deswegen wird sich der Kernel über Peripheriegeräte die Sie nicht besitzen beschweren. Es kann auch sein, dass das System einige Zeit anhält. Dies passiert, wenn es auf ein Gerät wartet, das gar nicht existiert. Wenn Sie diese Zeit für zu lange empfinden, können Sie später auch ihren eigenen Kernel bauen (siehe Kernel selbst kompilieren, Abschnitt 9.4).


5.6.4 dbootstrap Problembericht

Wenn Sie zwar das System booten können, aber die Installation nicht fertig stellen können, kann ``Ein Problem berichten'' im dbootstrap-Menü hilfreich sein. Es erstellt eine dbg_log.tgz auf Diskette, Festplatte oder einem per NFS eingehängten Dateisystem. Die dbg_log.tgz enthält detaillierte Informationen über das System (/var/log/messages, /proc/cpuinfo, ...). Die dbg_log.tgz kann Ihnen Hinweise geben, was schief gelaufen ist und wie man es beheben könnte. Auch beim berichten eines Bugs ist es hilfreich, diese Datei an den Bugreport anzuhängen.


5.6.5 Einen Bug berichten

Falls Sie immernoch Probleme haben, berichten Sie bitte den Bug. Schicken Sie dazu eine e-Mail an submit@bugs.debian.org. Sie müssen die folgenden Zeilen als erstes in Ihrer e-Mail haben:

     Package: boot-floppies
     Version: Version

Stellen Sie sicher, dass Sie statt Version die Version ihres Bootdisketten-Sets schreiben. Falls Sie Version nicht wissen, benutzen Sie stattdessen das Downloaddatum und die Distribtuion (etwa ``stable'', ``frozen'' oder ``woody'').

Sie sollten außerdem die folgenden Informationen in Ihrem Bugreport beinhalten:

     architecture:  powerpc
     model:         Hardwarehersteller und Modell
     memory:        RAM-Größe
     scsi:          SCSI-Host-Adapter, falls vorhanden
     cd-rom:        CD-ROM-Modell und Schnittstellentype (z.B. ``ATAPI'')
     network card:  Netzwerkkarte, falls vorhanden
     pcmcia:        Details über PCMCIA-Geräte

Abhängig vom Bug kann es auch nützlich sein zu berichten, ob Sie auf eine IDE- oder SCSI-Festplatte installieren, welche anderen Peripheriegeräte (etwa Soundkarten) Sie haben, die Festplattenkapazität oder welche Grafikkarte Sie benutzen.

Im Bugreport beschreiben Sie was das Problem ist und die letzten sichtbaren Kernelmeldungen, falls der Kernel hing. Beschreiben Sie auch die Schritte, die Sie gemacht haben, die das System in diesen Problemfall brachten.


5.7 Einführung in dbootstrap

dbootstrap ist der Name des Programms, das nach dem Booten des Installationssystems gestartet wird. Es ist verantwortlich für die anfängliche Systemkonfiguration und die Installation des Basissystems, des ``base systems''.

Die Hauptaufhabe von dbootstrap, und der Zweck der anfänglichen Systemkonfiguration, ist es, essentielle Dinge Ihres Systems zu konfigurieren. Unter Umständen benötigen Sie bestimmte Kernelmodule, das sind Treiber, die mit dem Kernel verknüpft sind. Diese Module können Treiber für Speicherhardware, Netzwerkkarten und -protkolle, spezielle Sprachunterstützung oder Treiber für Peripheriegeräte, die nicht im normalen Kernel eingebaut sind.

Festplattenpartitionierung und -formatierung und Netzwerkkonfiguration werden auch von dbootstrap erleichtert. Diese fundamentalen Einstellungen werden zuerst gemacht, da sie oft für das richtige Funktionieren Ihres Systems notwendig sind.

dbootstrap ist ein einfaches, zeichenbasiertes Programm, das auf maximale Kompatibilität in allen Situationen (wie etwa der Installation über eine serielle Konsole) ausgelegt ist. Es ist sehr einfach zu benutzen. Es wird Sie nacheinander durch jeden Schritt der Installation führen. Auch können Sie zurückspringen und Schritte wiederholen, falls Sie herausgefunden haben, dass Sie einen Fehler gemacht haben.

Um innerhalb von dbootstrap zu navigieren, benutzen Sie:


5.7.1 Die Shell benutzen oder die Logfiles ansehen

Wenn Sie ein erfahrener Unix- oder Linux-Benutzer sind, drücken Sie Alt links-F2 , um zur zweiten virtuellen Konsole zu gelangen. Sie drücken also die Alt-Taste links neben der Leertaste und die Funktionstaste F2 gleichzeitig. Sie erhalten nun ein seperates Fenster, in dem ein Bourne Shell-Klon namens ash läuft. Zu diesem Zeitpunkt haben Sie von der RAMdisk gestartet und es gibt eine limitierte Anzahl von Unix-Utilities die für Sie zur verfügung stehen. Sie sehen die verfügbaren Programme mit ls /bin /sbin /usr/bin /usr/sbin. Der Texteditor ist nano-tiny.

Benutzen Sie die Menüs wenn immer es möglich ist. Die Shell und die Befehle sind nur für den Fall da, dass etwas schief läuft. Beispielsweise sollten Sie immer das Menü statt der Shell benutzen um Ihre Swap-Partition zu aktivieren, da die Menüsoftware nicht wissen kann, dass Sie das bereits von der Shell aus getan haben. Drücken sie Alt links-F1, um wieder zurück zu dem Menüs zu kehren. Linux bietet bis zu 64 virtuelle Konsolen an, trotzdem benutzt die Rescue-Diskette nur einige von ihnen.

Fehlermeldungen werden zur dritten virtuellen Konsole (auch bekannt als tty3) weitergeleitet. Sie können auf diese virtuelle Konsole mit der Tastenkombination Alt links-F3 (Linke Alt-Taste gedrückt halten, während Sie die Funktionstaste F3 drücken) zugreifen. Zu dbootstrap zurück kommen Sie mit der Tastenkombination Alt links-F1.

Diese Nachrichten können auch in /var/log/messages gefunden werden. Nach der Installation wied diese Logdatei als /var/log/installer.log auf Ihr neues System kopiert.

Während der Installation des Basissystems werden die Nachrichten über das Entpacken und Konfigurieren auf tty4 weitergeleitet. Sie können diese Konsole mit der Tastenkombination Alt links-F4 erreichen; zurück zu dbootstrap wieder mit Alt links-F1.

Die Nachrichten über das Entpacken/Konfigurieren werden in /target/tmp/debootstrap.log gespeichert, wenn die Installation über eine serielle Konsole durchgeführt wird.


5.8 ``Choose The Language''

Ihre Architektur unterstützt die neuen Internationalisieruns-Fähigkeiten. Wählen Sie aus diesem Grund als ersten Schritt bei der Installation die Sprache aus, in der Sie die Installation durchführen wollen.

Bei einigen Sprachen gibt es zusätzlich noch Varianten, wählen Sie deshalb Ihre Sprachvariante bei ``Choose Language Variant'' aus, nachdem Sie ihre Sprache ausgewählt haben.

Die Antworten, die Sie bei den letzten zwei Fragen getätigt haben, werden dazu benutzt, um die Sprache des Installationsprogramm zu setzen, ein geeignetes Tastaturlayout zu setzen und, später im Installationsprozess, um einen Standard-Debian-Mirror zu wählen, der Ihnen geographisch nahe liegt. Sie können diese Einstellungen jedoch auch, wenn gewünscht, verändern.


5.9 ``Versions-Info''

Der erste Bildschirm, den dbootstrap nach ``Choose the Language'' präsentiert, ist ``Versions-Info''. Dieser Bildschirm zeigt Ihnen die Versionsnummer der boot-floppies, die Sie benutzen und gibt Debian-Entwicklern eine kurze Einführung.


5.10 ``Debian GNU/Linux Installation - Hauptmenü''

Sie sehen unter Umständen eine Dialogbox mit dem Text ``Das Installationsprogramm untersucht den momentanen Status des Systems und ermittelt, welcher Schritt als nächstes durchzuführen ist.''. Auf einigen Systemen wird dies zu schnell gehen, um es lesen zu können. Sie sehen diese Dialogbox zwischen zwei Schritten in Hauptmenü. Das Installationsprogramm dbootstrap überprüft den Status des Systems zwischen jedem Schritt. Diese Überprüfung erlaubt Ihnen, die Installation neu zu starten ohne Daten zu verlieren, wenn Ihr System aus irgendeinem Grund herunterfährt. Wenn Sie eine Installation neu starten müssen, müssen Sie Ihre Tastatur konfigurieren, Ihre Swap-Partition neu aktivieren und alle bereits formatierten Partitionen einbinden. Alles andere was Sie mit dem Installationssystem getan haben wird gespeichert.

Während des gesamten Installationsprozesses wird Ihnen das Hauptmenü präsentiert, betitelt mit ``Debian GNU/Linux Installation - Hauptmenü''. Die Auswahlmöglichkeiten oben im Menü verändern sich, um den Fortschritt bei der Installation des Systems zu sehen. Phil Hughes schrieb im Linux Journal, dass man einem Huhn beibringen könnte, Debian zu installieren! Er meinte, dass der Installationsprozess hauptsächlich daraus bestand, auf die Enter-Taste zu picken. Die erste Möglichkeit die im Installationsmenü auftaucht ist die, die das Installationsprogramm vorschlägt als nächstes zu tun und ist mit ``Weiter'' benannt.


5.11 ``Tastaturkonfiguration''

Stellen Sie sicher, dass die Auswahl auf den ``Weiter''-Punkt zeigt und ie Enter um zur Tastaturkonfiguration zu gelangen. Wählen Sie ein Layout aus das dem Ihrer Tastatur entspricht oder ein ähnliches, falls Ihre Tastatur nicht aufgelistet ist. Sobald die Installation abgeschlossen ist, können Sie Ihre Tastatur aus einer noch längeren Liste von verschiedenen Modellen auswählen, benutzen Sie hierfür das Programm kbdconfig als root.

Wählen Sie die gewünschte Tastatur aus und drücken Sie Enter Zum auswählen können Sie die Pfeiltasten benutzen. Da diese auf allen internationalen Tastaturen an der selben Stelle sind, sind sie unabhängig von der Tastaturkonfiguration. Eine "erweiterte" Tastatur ist eine mit den Tasten F1 bis F10 in der oberen Reihe.

Es gibt zwei Tastaturlayouts für US-Tastaturen: Das qwerty/mac-usb-us-Layout verwendet die Command/Apple-Taste als Funktionstaste Alt, während das qwerty/us-Layout (standard) die Optionstaste als Alt verwendet (auf den meisten Mac-Tastaturen mit 'Alt' betitelt). Sonst sind beide Layouts gleich.

Falls Sie von einer Workstation ohne Festplatte installieren, werden die nächsten Schritte übersprungen, da es keine Festplatte zu partitionieren gibt. In diesem Fall wird der nächste Schritt ``Konfiguration des Netzwerks'', Abschnitt 7.7 sein. Danach werden Sie aufgefordert, Ihre NFS-Root-Partition einzuhängen (``Einbinden einer bereits formatierten Partition'', Abschnitt 6.8).


5.12 Letzte Chance!

Haben wir Ihnen gesagt, dass Sie ein Backup erstellen sollen? Dies ist die letzte Chance, Ihr altes System zu retten. Wenn Sie noch nicht alle Daten gesichichert haben, entfernen Sie die Diskette vom Laufwerk, starten das System neu und sichern Sie diese.


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Debian GNU/Linux 3.0 installation; Für PowerPC

version 3.0.24, 18. Dec. 2002

Bruce Perens
Sven Rudolph
Igor Grobman
James Treacy
Adam Di Carlo
Christian Leutloff
Alexander Harderer
Philipp Frauenfelder
Martin Schulze