[ zurück ] [ Inhalt ] [ 1 ] [ 2 ] [ 3 ] [ 4 ] [ 5 ] [ 6 ] [ 7 ] [ 8 ] [ 9 ] [ 10 ] [ 11 ] [ 12 ] [ weiter ]

Debian GNU/Linux 3.0 installation; Für SPARC
Kapitel 4 - Installations-Medien besorgen


4.1 Offizielle Debian GNU/Linux CD-ROM-Sets

Der mit Abstand einfachste Weg Debian GNU/Linux zu installieren läuft über ein offizielles CD-ROM-Set. Dieses kann man sich entweder kaufen (siehe auch die Seite der CD-Distributoren) oder, wenn man über eine schnelle Verbindung verfügt, als CD-ROM-Image aus dem Netz von einem Debian-Spiegel herunterladen und dann mit einem CD-Brenner auf eine bootbare CD zu übertragen (siehe auch die Debian CD-Page). Wenn Sie ein solches Set bereits besitzen und die CDs auf Ihrem Computer bootbar sind, können Sie die folgenden Abschnitte überspringen und direkt zu Booten von CD-ROM, Abschnitt 5.2 übergehen. Mit viel Mühe wurden die Dateien so ausgewählt, dass die Dateien, die am häufigsten benötigt werden, auf den ersten CDs sind. Auch wenn ein komplettes Set aus 7 CDs besteht, werden Sie selten mehr als die Pakete auf den ersten 3 CDs benötigen.

Wenn Ihr Computer kein Booten von CD unterstützt, Sie aber ein CD-Set besitzen, können Sie einen alternativen Ansatz ( Diskette, Festplatte oder Net-Boot) wählen, um das Installations-System erstmalig zu starten. Die Dateien, die für ein Booten von anderen Medien benötigt werden sind auch auf der CD; das Debian Network-Archiv und die CDs sind gleich strukturiert: Wenn Sie wissen, wo Sie die benötigten Dateien auf einem FTP-Spiegel finden, können Sie die Dateien auch auf der CD lokalisieren.

Ist der Installer gebootet, kann er alle benötigten anderen Dateien von CD laden.

Wenn Sie kein CD-Set besitzen, müssen Sie die benötigten Dateien downloaden und Sie entweder auf ihrer Festplatte, Diskette oder auf einem vernetzen Computer platzieren, damit sie zum Booten verwendet werden können.


4.2 Dateien von Debian-Spiegeln downloaden

Wenn Sie Dateien von einem Spiegel herunterladen, achten Sie darauf, den Binary-Modus zu verwenden und nicht den Text- oder Automatik-Modus. Es ist wichtig, die Verzeichnis- Struktur auf ihrem Spiegel zu replizieren, um einen lokalen "Sub-Spiegel" anzulegen.

Es ist nicht nötig dies zu tun, wenn Sie Disketten zur Installation verwenden, ermöglicht ihnen aber Dateien einfacher wiederzufinden.

Sie sollten ihre lokale Verzeichnis-Struktur auf der Ebene unter disks-sparc beginnen. Als Beispiel:

     current/subarchitecture/images-1.44/flavor/rescue.bin

Sie müssen nicht jede Datei auf dieser Ebene herunterladen, Sie sollten nur die benötigten downloaden (Welche Dateien Sie benötigen, finden Sie im Folgenden heraus). Benennen Sie einfach ihre Verzeichnisse wie auf dem Spiegel und halten Sie die Dateien im richtigen Verzeichnis.

Wenn ihr Computer beim Download automatisch dekomprimiert/dekodiert, müssen Sie dieses Feature abschalten wenn Sie die Installations-Dateien laden. Sie werden just-in-time vom Installer dekomprimiert. Sie beim Herunterladen zu Dekomprimieren kostet Zeit und Platz und verhindert die korrekte Nutzung durch den Installer.


4.2.1 Installations-Optionen

Dateien die Sie benötigen fallen in 3 Kategorien:

  1. Dateien, die Sie zum Booten des Installations-System brauchen (Zum Beispiel rescue.bin, linux.bin, und root.bin)
  1. Dateien, die das Installations-System nach dem Booten benötigt, um das Betriebsystem mit Kernel und Treibern zu installieren (Zum Beispiel rescue.bin und drivers.tgz)
  1. Dateien, die zur Installation des Basis-Systems nötig sind (Zum Beispiel basedebs.tar)

Wenn Sie eine funktionierende Ethernet-Verbindung auf Ihrem Computer haben und der Treiber für ihre Netzwerkkarte im Installations-Kernel einkompiliert ist, benötigen Sie vielleicht nur die Boot-Dateien.

Wenn Sie eine Ethernet-Verbindung haben, aber die Netzwerkkarte vom Installer nicht erkannt wird, benötigen Sie die Boot-Dateien und die Dateien mit Kernel und Treibern.

Wenn Sie keine Ethernet-Verbindung haben (aber über ein Modem Zugang zum Internet haben) benötigen Sie alle 3 Dateitypen (Boot-Dateien, Kernel und Treiber, Basis-System).

Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Dateien Sie benötigen, fangen Sie einfach mit den Boot-Dateien an: Scheitert ihr Versuch, das Netzwerk zu konfigurieren können Sie einfach aufhören, die zusätzlichen Dateien downloaden und einen neuen Versuch starten.

Die Datei mit dem Basis-System basedebs.tar ist zur Zeit etwa 27 MB groß. Wenn Sie CDs benutzen können oder das Netzwerk vor der Installation des Basis-Systems konfigurieren können ist es besser, diese Möglichkeit zur ergreifen: In diesem Falle benötigen Sie diese Datei nicht. Wie Sie dann vorgehen müssen, erfahren Sie im Anhang (Dateien für die Installation eines Debian Basis-Systems, Abschnitt 11.2.3.4).


4.2.2 Das richtige Installations-Set wählen

Die Installations-Dateien gibt es mit verschiedenen Kernel-Images, die für verschieden "Subarchitekturen" verfügbar sind. Jede Subarchitektur unterstützt eine andere Gruppe von Hardware. Die verfügbaren Subarchitekturen für SPARC sind:

`sparc32'
Dieser kernel wird für ältere SPARC-Hardware benötigt. Welche Modelle unterstützt werden, kann man auf CPU-, Mainboard- und Grafikkarten-Support, Abschnitt 2.1.2 nachschlagen.
`sparc64'
UltraSPARC-Maschinen.

Die Kernel-Konfiguration für diese Subarchitekturen kann in ihren entsprechenden Verzeichnissen in der Datei kernel-config gefunden werden.


4.2.3 Wo die Installations-Dateien zu finden sind

Die Orte an denen sich die Installations-Dateien der verschiedenen Versionen für sparc befinden sind im Anhang aufgelistet. Dazu gehören:

Das rescue-Image enthält einen komprimierten Linux Kernel zum booten. Er wird benutzt um beide Floppy-Disketten zu booten (wenn er auf Diskette kopiert wird) und als Quelle für den Linux Kernel wenn ein Kernel auf ihrem Computer installiert wird. Die Kernel-Binär-Datei linux.bin ist ein unkomprimierter Binär-Kernel. Er wird benutzt, wenn von der Festplatte oder dem CD-ROM gebootet wird. Er wird nicht gebraucht, wenn von Diskette gebootet wird.

Sehen Sie sich Disketten aus Images erstellen, Abschnitt 4.3 an, um zu erfahren wie Sie korrekte Boot-Floppies aus den Images erstellen können.

Das root-Image enthält ein komprimiertes RAM-Disk-Dateisystem, das nach dem Booten des Installers in den Speicher geschrieben wird.

Die Treiber können entweder als eine Reihe von Disketten-Images oder als Tarball runtergeladen werden (drivers.tgz). Der Installer muß auf die Treiber während der Installation zugreifen. Wenn Sie eine Festplatte an ihrem Rechner haben, auf die der Installer zugreifen kann (siehe unten) ist das Tarball einfacher zu benutzen. Die Floppy-Images sollten Sie nur dann benutzen, wenn Sie keine andere Möglichkeit haben.

Wenn Sie Dateien herunterladen, sollten Sie auch auf das benutzte Dateisystem achten, auf dem Sie die Daten speichern, wenn Sie die Images nicht später auf Disketten schreiben. Der Installer kann Dateien von vielen Dateisystemen lesen, darunter FAT, HFS, ext2 und Minix. Wenn Sie die Dateien auf einer Platte speichern, wählen Sie die größte Datei.

Während Installation müssen Sie (eine) Partition(en) auf der Sie Debian installieren löschen. Achten Sie darauf, keine Dateien die Sie beim Installations-Prozess benötigen auf diesen Partitionen zu speichern.


4.3 Disketten aus Images erstellen

Bootbare Disketten werden oft benutzt, um den Installer zu starten, sofern die Maschinen ein Disketten-Laufwerk haben. Disketten können auch für die eigentliche Installation verwendet werden.

Disketten-Images enthalten den gesamten Inhalt einer Diskette in eime Roh- (raw-)Format. Diese Images (wie rescue.bin) können nicht einfach auf Diskette kopiert werden. Ein spezielles Programm wird benötigt, um die Datei im raw-Modus auf das Medium zu übertragen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Disketten zu erstellen, die zu empfehlende hängt von Ihrer Plattform ab. Dieser Abschnitt beschreibt, wie Sie die Disketten auf verschiedenen Plattformen erstellen können.

Egal wie Sie die Disketten erstellen: Denken Sie daran, den Hardware-Schreibschutz (der kleine Plastik-Schieber) zu aktivieren, um unbeabsichtigtes Überschreiben zu verhindern.


4.3.1 Erstellen der Disketten von einem Image unter Unix/Linux

Um die Disketten zu erstellen, benötigen Sie vermutlich root-Zugriff zu dem System. Legen Sie eine freie, funktionierende Diskette in das Laufwerk und führen Sie dann das folgende aus.

     dd if=file of=/dev/fd0 bs=1024 conv=sync ; sync

Dabei ist file das zu Schreibende Image. /dev/fd0 sollte der Name ihres Floppy-Laufwerks sein. Ist er dies nicht, tragen Sie den korrekten Pfad ein. Das Kommando kann eventuell beendet werden, bevor das Betriebsystem den Schreibvorgang beendet hat: Achten Sie beim Herausnehmen der Diskette auf die LED, die die Aktivität anzeigt! Auf manchen Systemen (wie Solaris) müssen Sie ein Programm benutzen, um die Diskette auszuwerfen. Dies kann z.B. eject sein (Die genaue Benutzung wird in der Manpage erklärt).

Einige System mounten eine Diskette direkt nach dem Einlegen. Dieses Feature müssen Sie abstellen, um im raw mode auf die Diskette zu schreiben. Wie dies funktioniert, ist leider sehr abhängig von der verwendeten Plattform. Fragen Sie im Zweifelsfalle ihren Administrator/jemanden, der sich gut mit dem verwendeten Betriebssystem auskennt.


4.3.2 Erstellen der Disketten von einem Image unter DOS, Windows oder OS/2

Um auf einer i386-Maschine mit den genannten Betriebssystemen eine Diskette zu im raw mode zu schreiben, können Sie die folgenden Programme nutzen.

FDVOL, WrtDsk oder RaWrite3 können unter MS-DOS genutzt werden: http://www.minix-vmd.org/pub/Minix-vmd/dosutil/

Um diese Programme zu benutzen, stellen Sie sicher dass Sie DOS gebootet haben: Diese Programme funktionieren nicht in einer DOS-Box oder durch Doppelklick im Windows Explorer. Drücken Sie beim Booten von Windows auf F8, um DOS zu starten.

NTRawrite ist ein Versuch, eine Windows NT/2k/XP-Kompatible Version von Rawrite(3) zu erschaffen. Es ist eine selbsterklärende GUI-Anwendung: Sie wählen das Disketten-Laufwerkt und das entsprechende Image aus und klicken dann auf den Write-Button. http://sourceforge.net/projects/ntrawrite/


4.3.3 Modifizieren der Rescue-Diskette, um eine andere Sprache zu verwenden

Die Nachrichten beim Booten der Rescue-Diskette (vor dem Laden des Linux-Kernels) können in Ihrer Muttersprache angezeigt werden. Um dies zu erreichen, wenn Ihre Muttersprache nicht Englisch ist, müssen Sie die entsprechenden Nachrichten- und Schriftarten-Dateien nach dem Schreiben des Image-Files auf die Diskette kopieren. Für DOS- und Windows-User gibt es die Batch-Datei setlang.bat im dosutils Verzeichnis, welches die korrekten Daten kopiert. Wechseln Sie einfach in das entsprechende Verzeichnis (zB:

             cd c:\debian\dosutils

) in einer DOS-Box und führen Sie setlang lang aus, wobei lang ein zweibuchstabiger Code für ihre Sprache ist. Zur Zeit werden folgende Sprachen unterstützt:

     ca cs da de eo es fi fr gl hr hu it ko ja pl pt ru sk sv tr zh_CN

Beachten Sie, dass dieses Handbuch davon ausgeht, dass Sie eine nicht lokalisierte Installation (Englisch) verwenden. Ist dies nicht der Fall, könnten die Menüs und Buttons andere Titel tragen.


4.4 Dateien für das Booten per TFTP vorbereiten

Wenn ihr Computer an ein lokales Netzwerk angeschlossen ist, können Sie eventuell mit TFTP über das Netzwerk von einem anderen Rechner aus booten. Wenn Sie dies vor haben, müssen sich die Boot-Dateien an bestimmten Stellen auf dem TFTP-Server befinden und der Server muß entsprechend konfiguriert sein.

Sie müssen also einen TFTP-Server aufsetzen. Für CATS-Maschinen benötigen Sie zusätzlich einen BOOTP-Server oder RARP-Server oder einen DHCP server.

Das "Reverse Address Resolution Protocol" (RARP) ist ein Weg, einem Rechner mitzuteilen, welche IP-Adresse er für sich selbst benutzen soll. Ein anderer Weg ist das BOOTP-Protokoll.

BOOTP ist ein IP-Protokoll, dass einem Rechner mitteilt wie seine IP-Adresse lautet und wo er im Netzwerk ein Boot-Image laden kann.

Das DHCP-Protokoll ("Dynamic Host Configuration Protocol") ist ein flexible, abwärts-kompatible Erweiterung von BOOTP. Einige Systeme können nur per DCHP konfiguriert werden.

Das "Trivial File Transfer Protocol" (TFTP) wird benutzt, um ein Boot-Image an den Client zu übertragen. Theoretisch kann jeder Server, der dieses Protokoll implementiert, genutzt werden. In den Beispielen in diesem Abschnitt werden wird die nötigen Kommandos für SunOS 4.X, SunOS 5.X (a.k.a. Solaris) und GNU/Linux nennen.


4.4.1 Einen RARP-Server konfigurieren

Um RARP zu konfigurieren, müssen Sie die Hardware- (MAC-) Adresse des Ethernet-Adapters kennen, dem Sie eine IP-Adresse zuordnen wollen. Wenn Sie diese Information nicht haben, können Sie sie in den OpenPROM Boot-Meldungen lesen, das OpenBoot .enet-addr-Kommando nutzen oder in den Rescue-Modus booten (mit der Rescue-Floppy) und /sbin/ifconfig eth0 ausführen. Setzen Sie für eth0 den Namen ihres Ethernet-Devices ein, wenn dieser anders lauten sollte.

Auf Systemen mit einem Linux 2.2.x Kernel müssen Sie die RARP-Tabelle des Kernels füllen. Um dies zu tun, führen Sie folgenden Befehle aus:

     /sbin/rarp -s client-hostname client-enet-addr
     /usr/sbin/arp -s client-ip client-enet-addr

Sollten Sie

     SIOCSRARP: Invalid argument

sehen, müssen Sie entweder das RARP-Kernel-Modul laden oder ihren Kernel mit RARP rekompilieren. Versuchen Sie zuerst ein modprobe rarp.

Auf Systemen mit dem Linux 2.4.x Kernel gibt es kein RARP-Modul, Sie müssen das rarpd-Programm nutzen. Es ähnelt dem Programm, das unter SunOS existiert und im nächsten Abschnitt beschrieben wird.

Unter SunOS müssen Sie sicher stellen, dass die Hardware- (MAC-)Adresse ihres Ethernet-Adapters in der ``ethers''-Datenbank und in der ``hosts''-Datenbank enthalten ist. Diese ``ethers''-Datenbank befindet sich entweder in /etc/ethers oder wird per NIS/NIS+ geladen. Danach benötigen Sie den RARP-Dämonen. Führen Sie unter SunOS 4 (als root) /usr/etc/rarpd -a aus, unter SunOS 5 müssen Sie /usr/sbin/rarpd -a ausführen.


4.4.2 Einen BOOTP-Server konfigurieren

Es gibt für GNU/Linux 2 BOOTP-Server, der eine ist CMU bootpd, der andere ist eigentlich ein DHCP-Server: ISC dhcpd. Sie sind als bootpd- und dhcpd-Paket in Debian GNU/Linux verfügbar.

Um den CMU bootpd zu nutzen, müssen Sie zuerst die entsprechende Zeile in /etc/inetd.conf einfügen. Unter Debian GNU/Linux können Sie mit update-inetd --enable bootps und danach /etc/init.d/inetd reload den Server aktivieren. Auf anderen Systemen müssen Sie die folgende Zeile nutzen:

     bootps         dgram   udp     wait    root    /usr/sbin/bootpd        bootpd -i -t 120

Nun müssen Sie eine /etc/bootptab-Datei aufbauen. Diese besitzt das gleiche bekannte kryptische Format wie die guten alten BSD printcap(5), termcap(5), und disktab(5) Dateien. Sehen Sie sich bootptab(5) für mehr Informationen an. Für CMU bootpd müssen die Hardware- (MAC-)Adresse des zu konfigurierenden Ethernet-Adapters kennen. Hier ist ein Beispiel für eine /etc/bootptab-Datei:

     client:\
             hd=/tftpboot:\
             bf=tftpboot.img:\
             ip=192.168.1.90:\
             sm=255.255.255.0:\
             sa=192.168.1.1:\
             ha=0123456789AB:

Sie müssen die letzte Zeile ("ha") ändern, sie enthält die Hardware- (MAC-) Adresse. Die Zeile, die mit "bf" beginnt konfiguriert, welches Boot-Image der Client über TFTP laden soll. Sehen Sie sich TFTP-Images bereitstellen, Abschnitt 4.4.5 für mehr Informationen an.

Relativ dazu ist das Konfigurieren des ISC dhcpd-Servers wirklich einfach, weil es BOOTP nur als speziellen Fall von DHCP betrachtet. Einige Architekturen benötigen eine komplexe Konfiguration um über BOOTP zu booten: Ist ihre Architektur eine solche, lesen Sie Einen DHCP-Server konfigurieren, Abschnitt 4.4.3. Sonst könnten Sie mit dem Hinzufügen allow bootp zum Konfigurations-Block für das Subnet des Clients und einem Neustart von dhcpd mit /etc/init.d/dhcpd restart davon kommen.


4.4.3 Einen DHCP-Server konfigurieren

Während dies geschrieben wird, gibt es nur einen einzigen freien DHCP-Server, den ISC dhcpd. In Debian GNU/Linux ist er als dhcpd-Paket erhältlich. Hier ist eine Beispielkonfiguration für ihn: (Normalerweise in /etc/dhcpd.conf)

     option domain-name "example.com";
     option domain-name-servers ns1.example.com;
     option subnet-mask 255.255.255.0;
     default-lease-time 600;
     max-lease-time 7200;
     server-name "servername";
     
     subnet 192.168.1.0 netmask 255.255.255.0 {
       range 192.168.1.200 192.168.1.253;
       option routers 192.168.1.1;
     }
     
     host clientname {
       filename "/tftpboot/tftpboot.img";
       server-name "servername";
       next-server servername;
       hardware ethernet 01:23:45:67:89:AB; 
       fixed-address 192.168.1.90;
     }

In diesem Beispiel gibt einen Server "servername", welcher sowohl DCHP-Server, TFTP-Server und Netzwerk-Gateway ist. Sie werden praktisch sicher die "domain-name"-Optionen anpassen müssen, genauso wie die Server- und Client-IP-Adresse. Die Option "filename" gibt den Pfad des Boot-Images an, das per TFTP geladen werden soll.

Nachdem Sie die Konfigurations-Datei des dhcpd angepaßt haben müssen Sie ihn mit /etc/init.d/dhcpd restart neu starten.


4.4.4 Den TFTP-Server aktivieren

Um den TFTP-Server benutzen zu können, müssen Sie sicher stellen, dass er in /etc/inetd.conf freigeschaltet ist. Die entsprechende Zeile muß so aussehen:

     tftp dgram udp wait root /usr/sbin/tcpd in.tftpd /tftpboot

Sehen Sie sich diese Datei an un merken Sie sich, welches Verzeichnis als Argument für in.tftpd übergeben wird, Sie werden es weiter unten benötigen. Das -l-Argument bringt einige Versionen von in.tftpd dazu, alle Anfragen in die Log-Dateien zu schreiben, dies ist nützlich bei der Analyse von Fehlern. Wenn Sie /etc/inetd.conf ändern müssen, müssen Sie inetd darüber informieren. Auf einer Debian-Maschine führen Sie einfach /etc/init.d/inetd reload aus. Auf anderen Maschinen müssen Sie die Prozess-ID (PID) des inetd-Prozesses erfahren und führen dann einfach kill -HUP inetd-pid aus.


4.4.5 TFTP-Images bereitstellen

Platzieren Sie als nächstes die TFTP-Boot-Images die Sie brauchen (dazu mehr in Beschreibung der Dateien des Installations-Systems, Abschnitt 11.2.3) in das konfigurierte Verzeichnis des TFTP-Servers. Normalerweise ist dies /tftpboot. Sie müssen in diesem Verzeichnis einen Link zu der Datei mit den Daten anlegen, die tftpd zum Booten eines bestimmten Clients nutzen soll. Leider wird der Datei-Name vom TFTP-Client bestimmt, es gibt keine zwingenden Standards.

Oft wird der TFTP-Client nach der Datei client-ip-in-hexclient-architecture suchen. Um diese client-ip-in-hex zu bestimmen, wandeln Sie einfach die einzelnen Teile der IP-Adresse in Hexadezimale Werte um und hängen Sie sie aneinander. Wenn Sie auf das bc-Programm zugreifen können, benutzen Sie dieses einfach. Geben Sie zuerst obase=16 ein, danach jeweils getrennt die einzelnen Teile der IP-Adresse. Hängen Sie die Werte wieder aneinander. Um client-architecture zu bestimmen, müssen Sie einige Werte ausprobieren.

SPARC-Architekturen nutzen Subarchitektur-Namen wie ``SUN4M'' oder ``SUN4C''; in manchen Fällen ist der Name der Subarchitektur aber auch leer. Das gesuchte Boot-Image heißt dann also client-ip-in-hex. Wenn Ihr System also ein SUN4C-System ist und ihre IP 192.168.1.3 lautet, dann ist der Dateiname für das Boot-Image C0A80103.SUN4C.

Sie können einige SPARC-Systeme aber auch dazu zwingen, nach einem bestimmten Datei-Namen zu suchen, beispielsweise mit boot net my-sparc.image.


4.4.6 TFTP-Installationen auf Systemen mit wenig Speicher

Auf manchen Systemen paßt die Standard-RAMDisk nicht zusammen mit dem Kernel in den Speicher. In diesem Falle können Sie trotzdem per TFTP installieren, müssen aber einfach als zusätzlichen Schritt ihr Root-Dateisystem per NFS über das Netzwerk mounten. Dieses Setup ist auch geeignet für Clients, die keine Festplatten besitzen.

Folgen Sie zuerst den oben beschriebenen Schritten in Dateien für das Booten per TFTP vorbereiten, Abschnitt 4.4.

  1. Kopieren Sie das Kernel-Image auf ihren TFTP-Server. Nehmen Sie dafür das a.out-Image für ihre Architektur.
  1. Ent"tar"en Sie das Root-Image auf ihrem NFS-Server (der auch ihr TFTP-Server sein kann). Achten Sie darauf, das GNU tar-Programm zu verwenden, da andere Versionen, wie zum Beispiel die von SunOS, Probleme mit den device-Files haben können.
         # cd /tftpboot
         # tar xvzf root.tar.gz
    
  1. Exportieren Sie das /tftpboot/debian-sparc-root- Verzeichnis mit root-Zugriff für ihren Client. Benutzen Sie dafür die folgende Zeile, wobei Sie "client" durch die IP-Adresse/den Hostnamen ersetzen, über den der Server den Client erreichen kann: (Auf GNU/Linux, bei anderen Betriebssystemen bitte anpassen)
         /tftpboot/debian-sparc-root	client(rw,no_root_squash)
    
  1. Erstellen Sie einen symbolischen Link von ihrer IP-Adresse in Punkt-Notation zu debian-sparc-root im /tftpboot-Verzeichnis. Beispiel:
         # ln -s /tftpboot/debian-sparc-root /tftpboot/192.168.1.3
    

Wie Sie den Client booten können steht auf Über TFTP booten, Abschnitt 5.5.


4.5 Automatische Installation

Um Debian GNU/Linux auf mehreren Computern auf gleiche Weise zu installieren, ist es möglich das Programm FAI zu benutzen. Das Debian-Package für dieses Programm heißt fai und muß auf dem Computer, der als Installations-Server dienen soll installiert sein. Beim Booten über Netzwerk oder Diskette wird dies erkannt und alle Computer installieren Debian GNU/Linux automatisch auf ihre lokalen Festplatten.


[ zurück ] [ Inhalt ] [ 1 ] [ 2 ] [ 3 ] [ 4 ] [ 5 ] [ 6 ] [ 7 ] [ 8 ] [ 9 ] [ 10 ] [ 11 ] [ 12 ] [ weiter ]

Debian GNU/Linux 3.0 installation; Für SPARC

version 3.0.24, 18. Dec. 2002

Bruce Perens
Sven Rudolph
Igor Grobman
James Treacy
Adam Di Carlo
Christian Leutloff
Alexander Harderer
Philipp Frauenfelder
Martin Schulze