Mehrere lokale und entfernte Verwundbarkeiten wurden im Linux-Kernel
entdeckt, die zu Diensteverweigerungen oder der Ausführung beliebigen Codes
führen können. Das Common Vulnerabilities and Exposures
-Projekt
identifiziert die folgenden Probleme:
Solar Designer
entdeckte, dass die arithmetischen Berechnungen in
der do_replace()-Funktion in Netfilter zu einem Pufferüberlauf und der
Ausführung beliebigen Codes führen können. Da allerdings der Vorgang die
CAP_NET_ADMIN-Privilegien benötigt, ist dies nur ein Problem für
Virtualisierungssysteme und feinkörnige Zugriffskontrollsysteme.
Solar Designer
entdeckte, dass eine race condition
in
der do_add_counters()-Funktion in Netfilter erlaubt, Informationen aus
dem Kernel-Speicher durch Ausnutzung einer race condition
aufzudecken. Entsprechend zu CVE-2006-0038, benötigt sie CAP_NET_ADMIN-Privilegien.
Es wurde entdeckt, dass Intel EM64T-Systeme anfällig für lokale DoS aufgrund eines endlosen rekursiven Fehlers (engl. fault) in Bezug auf defekte ELF-Eintrittsadressen sind.
Die inkorrekt deklarierte Funktion die_if_kernel() kehrt nie
zurück
, was von einem lokalen Angreifer ausgenutzt werden kann und
zu einem Kernel-Crash führt.
Es wurde herausgefunden, dass AMD64-Maschinen (und andere AuthenticAMD-Prozessoren der 7. und 8. Generation) verwundbar bezüglich Leckens sensitiver Informationen sind, aufgrund der Art, wie sie das Speichern und Wiederherstellen der FOP-, FIP- und FDP-x87-Register in FXSAVE/FXRSTOR handhaben, wenn eine Ausnahme aussteht. Dies erlaubt es einem Prozess, Teile des Zustandes der Fließkommabefehle von anderen Prozessen zu bestimmen.
Marco Ivaldi entdeckte, dass es eine ungeplante Informationsoffenlegung
gab, die es Angreifern erlaubte, Schutzmaßnahmen gegen Idle Scans
(nmap -sI) durch Missbrauch des ID-Feldes von IP-Paketen und die Maßnahme
gegen Null-IP-ID in DF-Paketen zu umgehen. Dies war das Ergebnis der
unsachgemäßen Erhöhung des IP-ID-Feldes beim Senden von RST nach dem
Erhalt unverlangter TCP SYN-ACK-Pakete.
Pavel Kankovsky berichtete über die Existenz eines potenziellen Informationslecks, das aus dem Fehlen der Initialisierung von sin.sin_zero im IPv4-Socket-Code stammt.
Shaun Tancheff entdeckte einen Pufferüberlauf (Grenzbedingungs-Fehler) in der USB-Gadget-RNDIS-Implementierung, die es entfernten Angreifern erlaubt, einen DoS auszulösen. Beim Erstellen der Antwortnachricht alloziert der Treiber Speicher für die Antwort-Daten, aber nicht für die Antwort-Struktur. Dem Kernel mangelt es an einer angemessenen Beschränkungsüberprüfung von Benutzer-übergebenen Daten, bevor er diese in einen Speicherpuffer ungenügender Größe kopiert. Angreifer könnten das System zum Absturz bringen oder möglicherweise beliebigen Maschinencode ausführen.
Hugh Dickins entdeckte ein Problem in der madvise_remove()-Funktion, worin Datei- und Mmap-Beschränkungen nicht gefolgt wird, was lokalen Benutzern erlaubt, IPC-Berechtigungen zu umgehen und Teile von nur-lesend erlaubten tempfs-Dateien mit Nullen zu ersetzen.
Alexandra Kossovsky berichtete über eine NULL-Zeiger-Dereferenzierungsbedingung in ip_route_input(), die durch einen lokalen Benutzer durch Anfrage einer Route für eine Multicast-IP-Adresse ausgelöst werden kann und zu einer Diensteverweigerung (Panik) führt.
Vlad Yasevich berichtete über ein Datenüberprüfungsproblem im SCTP-Subsystem, das es entfernten Benutzern erlauben könnte, einen Puffer mit einem falsch-formatierten HP-ACK-Chunk zum Überlauf zu bringen, was zu einer Diensteverweigerung führt.
Vlad Yasevich berichtete einen Fehler im Code, der im SCTP Begrenzungen überprüft, der es entfernten Angreifern erlauben könnte, eine Diensteverweigerungsangriff auszulösen, falls die gerundete Parameterlänge zu Berechnung der Parameterlänge anstatt der tatsächlichen Werte verwendet wird.
Mark Mosely entdeckte, dass aus Chroots auf SMB-Freigaben mit einer
speziell erstellen CD
-Sequenz entkommen werden kann.
Das Mu security team
entdeckte, dass sorgfältig erstellte
ECNE-Chunks einen Kernelcrash durch inkorrekten Zugriff auf stabile
Zustandseinträge im SCTP-Netzsubsystem hervorrufen können, was eine
Dienstverweigerung erlaubt.
Das Mu security team
entdeckte, dass fragmentierte
SCTP-Kontroll-Chunks eine Kernelpanik auslösen können, was
Diensteverweigerungsangriffe erlaubt.
Es wurde entdeckt, dass SCTP-Pakete mit zwei anfänglich angehängten Daten-Paketen zu einer unendlichen Rekursion führen können, was Diensteverweigerungsangriffe ermöglicht.
Die folgende Matrix erklärt, welche Kernelversion für welche Architektur die oben erwähnten Probleme behebt:
| Debian 3.1 (Sarge) | |
|---|---|
| Quellen | 2.4.27-10sarge3 |
| Alpha-Architektur | 2.4.27-10sarge3 |
| ARM-Architektur | 2.4.27-2sarge3 |
| Intel IA-32-Architektur | 2.4.27-10sarge3 |
| Intel IA-64-Architektur | 2.4.27-10sarge3 |
| Motorola 680x0-Architektur | 2.4.27-3sarge3 |
| Big endian-MIPS | 2.4.27-10.sarge3.040815-1 |
| Little endian-MIPS | 2.4.27-10.sarge3.040815-1 |
| PowerPC-Architektur | 2.4.27-10sarge3 |
| IBM S/390-Architektur | 2.4.27-2sarge3 |
| Sun Sparc-Architektur | 2.4.27-9sarge3 |
Die folgende Matrix listet zusätzliche Pakete auf, die zur Kompatibilität mit dieser Aktualisierung, oder um Vorteile von dieser Aktualisierung zu nehmen, gebaut wurden:
| Debian 3.1 (Sarge) | |
|---|---|
| fai-kernels | 1.9.1sarge2 |
| kernel-image-2.4.27-speakup | 2.4.27-1.1sarge2 |
| mindi-kernel | 2.4.27-2sarge2 |
| systemimager | 3.2.3-6sarge2 |
Wir empfehlen, dass Sie Ihr Kernelpaket umgehend aktualisieren und Ihre Maschine neu starten. Falls Sie einen angepassten Kernel aus den Kernelquellen gebaut haben, müssen Sie ihn erneut bauen, um von diesen Korrekturen zu profitieren.
MD5-Prüfsummen der aufgeführten Dateien stehen in der ursprünglichen Sicherheitsankündigung zur Verfügung.