Linuxwochen 2003 – Bericht

Zum zweiten Mal tourten dieses Jahr die Linuxwochen durch Österreich, und auch dieses Mal hatten wir für das Debian-Projekt einen Stand zu betreuen. Die Organisation des Standes fand allerdings recht kurzfristig statt, da ich durch etwas Stress leider erst recht spät dazu aufgerufen habe, was zu organisieren.

Donnerstag, 5. Juni: Business-Tag

Der Aufbau der Stände und der ganzen Veranstaltung fing am Donnerstag frühmorgens statt. Als ich irgendwann zwischen 8h und 9h morgens eintraf, waren einige Frühaufsteher schon beinahe damit fertig, die Netzwerkverkabelung im gemieteten MuseumsQuartier zu verlegen. An einigen Ecken und Enden konnte ich noch helfen.

Nach kurzer Zeit kamen dann auch Mark und Werner, die mir beim Stand helfen wollten, jedoch noch ohne Rechner. Mark hatte die Tischdecken bereits dabei, die uns dann klar von den anderen Ständen abgehoben haben :) Werner hatte auch schon die Poster dabei, damit man auch auf den ersten Blick erkannte, wer wir sind.

Da ich sonst alleine am Stand gewesen wäre, hab ich Stefan Kulka angerufen, dass er mir hilft. Es tut immer wieder gut, dass man weiß, wenn man die eine oder andere Person quasi noch auf Abruf bereit hat, falls etwas nicht ganz so läuft, wie man es gerne hätte. Riesigen Dank hier nochmal an Dich!

Werner brachte dann etwas später noch seinen PA-Risc Rechner vorbei, mit dem wir jedoch zwei kleine Probleme hatten: Zum einem hatte er es noch nicht geschafft, X11 drauf zum Laufen zu bewegen, zum anderem hatte seine Netzwerkkarte nur einen BNC-Anschluss, und dafür bot unser Netzwerk leider keine Unterstützung. So stand zwar der recht beeindruckende Rechner auf dem Tisch, jedoch ohne eine brauchbare Möglichkeit, etwas Hübsches zum Herzeigen installieren zu können. Werners Kollege versprach jedoch für den nächsten Tag einen kleinen Hub, der auch einen BNC-Anschluss hat.

Die Vorträge an diesem Tag waren primär für Firmenkunden ausgelegt, der Tag verlief recht rund und ruhig, und wir versuchten, über das IRC auf einem Notebook, Hilfe beim Konfigurieren der graphischen Oberfläche zu erhalten.

Während des Tages kam dann noch meine Frau vorbei und brachte die von Dennis Stampfer gestellten Debian- und Swirl-Folien vorbei, allein eine Schere fehlte uns, um sie auseinander zu trennen.

Am Abend kamen dann noch die von Gordon Fraser gedruckten und von Michael Prokop transportierten T-Shirts an, wodurch wir für den nächsten Tag dann quasi komplett waren, die Hacker konnten kommen.

Freitag, 6. Juli: Hacker-Tag

Ich war zwar wieder der Erste, der am Veranstaltungsort war, jedoch kam kurz danach Werners Kollege mit dem Hub, und so stand nichts mehr im Weg, zumindest bb auf der HP-Kiste zu installieren, um so etwas zeigen zu können. Jedoch gingen wir davon wieder ab, da die Framebuffer-Konsole doch etwas hochauflösend war und der Prozessor nicht der schnellste ist. Deswegen hatten wir kurzerhand dann francine installiert, um zumindest so was fürs Auge bieten zu können :)

Im Laufe des Vormittags hatte es Werner dann geschafft, die graphische Oberfläche zum Laufen zu bekommen. Hier gebührt ein herzlicher Dank willy, der uns mit Rat und Tat im IRC beiseite gestanden hat!

Im Laufe des Tages haben wir dann einigen Leuten bei ihren Problemen und Fragen geholfen, es war zum Beispiel ein Herr anwesend, der Debian gerne in einer Krankenanstalt einsetzen will, da mit Debian eine Basisinstallation ohne graphische Oberfläche möglich ist. Diese will er erst nach einer ersten Eingewöhnungsphase einrichten, da hier bei heterogenen Rechnern eher Probleme zu erwarten sind und er die Akzeptanz nicht gleich von Anfang an gefährden will.

Am Abend hatte ich dann meinen Vortrag über exim, in dem ich die Einfachheit seiner Konfiguration aufzeigte. Im Anschluss daran fand die Keysigning-Party statt. Leider gab es hier Probleme mit dem Drucker, aber Sven Guckes hat die Leute bei Laune gehalten, während ich darauf gewartet habe, dass der Ausdruck endlich abgeschlossen war. Somit war der zweite Tag zu Ende gebracht.

Samstag, 7. Juli: Einsteiger-Tag

An diesem Tag war ich wieder der Erste – diesmal allerdings gezwungenermaßen: Die Vortragsreihe startete mit meinem Vortrag über die ersten Schritte mit Debian und wie man sein System an seine Bedürfnisse anpasst. Obwohl zu recht früher Stunde angesetzt war der Saal recht voll und die Leute sehr daran interessiert, über die diversen update-* Skripte und Ähnliches zu erfahren.

Da ich hier etwas überziehen musste (der nächste Vortragende war noch nicht ganz fertig mit seinen Vorbereitungen :)), fing meine Präsentation des neuen Debian-Installers mit etwas Verzögerung an. Leider hatten wir für das Image wohl einen schlechten Tag erwischt, die Probleme waren leider zu groß und wir sind auf die alte, aber ausgereifte boot-floppies Installation von Woody zurückgefallen und gingen damit die Installation durch. Auch dieser Vortrag kam meiner Meinung nach recht gut an, zumindest ließ die anschließende Fragerunde dies vermuten.

Auch an diesem Tag gab es diverse Anfragen. Nach CDs wurde recht häufig gefragt, ungünstigerweise hatten wir keine, da ich dachte, zum derzeitigen Entwicklungsstand wären diese nicht wirklich sinnvoll. Diesen Fehler werde ich wohl nicht mehr so schnell ein zweites Mal begehen ...

Zusammenfassung

Die Veranstaltung war allgemein gesehen ein großer Erfolg, und auch das Debian-Projekt ist in den Medien erwähnt worden: Im WCM (einem österreichischen Computer-Magazin) gab es einen ausführlichen Bericht über alle drei Tage, an dem meine beiden Vorträge am Samstag erwähnt wurden, und auf Radio Orange wurde ein Beitrag mit einem Interview mit mir über die Linuxwochen im Allgemeinen und Debian im Speziellen gesendet, das während der Linuxwochen geführt wurde. Im Cultural Broadcasting Archive gibt es den Sendungsmitschnitt im MP3-Format zum herunterladen.

Gerfried Fuchs