Solutions Linux Paris 2005 -- Bericht

Solutions Linux Paris fand statt vom 1. bis zum 3. Februar bei der CNIT in Paris-La Défense. Auch dieses Jahr wurde uns ein Stand im .Org-Pavillon angeboten.

Der Stand wurde dieses Jahr besetzt durch (ein keiner speziellen Reihenfolge) Christian Perrier, Sven Luther, Bill Allombert, Jean-Michel Kelbert, Raphaël Hertzog, Cédric Delfosse, Ludovic Drolez, Frédéric Peters, Niv Altivanik, Aurélien Gérôme, Nicolas Pétillon, Frédéric Lehobey, Géraud Gratacap, Nadine St-Amand und mich selbst.

Andere Debian-Entwickler waren auf der Ausstellung anwesend und repräsentierten ihre Firmen: Benjamin Drieu und Arnaud Quette. Sam Hocevar, Thomas Seyrat und Jérôme Marant kamen kurz auf ein Hallo vorbei.

Unser diesjähriger Stand war großartig, was wir all den Leuten verdanken, die ihre Hilfe angeboten hatten, und auch unseren freundlichen Sponsoren. Eigentlich war es unser bester Stand seit der ersten Ausgabe dieser Ausstellung.

Andere Berichte und Photos können auf meiner Seite gefunden werden.

»Wann wird Sarge veröffentlicht?«

Genau wie letztes Jahr sind wir diese Frage unzählige Male gefragt worden. Glücklicherweise konnten wie unseren Besuchern erklären, dass Sarge kurz vor der Veröffentlichung steht, und welche Schritte vor der Veröffentlichung noch bewältigt werden müssen.

Augenscheinlich hat eine große Mehrheit unserer Benutzer bereits auf Sarge gewechselt, obgleich keine Sicherheitsunterstützung besteht. Heimbenutzer kümmern sich darum meist nicht so sehr (auch wenn es einige wirklich tun), und Firmenbenutzer verbringen ihre Zeit lieber damit, Sicherheitsaktualisierungen in Unstable zu verfolgen und danach ihren Schnappschuss von Sarge zu aktualisieren.

Nicht alle Firmenbenutzer sind mit dieser Situation zufrieden, aber sie ziehen dies deutlich der Verwendung von Woody oder dem Wechsel zu einer anderen Distribution vor. Woody-Backports werden von den meisten nicht als ausreichend gute Lösung angesehen.

l10n/i18n im Debian-Installer

Christian Perrier brachte Babelbox mit, eine Vorzeigemaschine, die sich automatisch unter Verwendung des Debian-Installers selbst neu installiert und dabei bei jedem Durchgang eine andere Sprache verwendet.

Diese Vorführung war ein großer Erfolg; sie demonstrierte die Fähigkeit des Debian-Installers unbeaufsichtigte Installationen durchzuführen und das hohe Niveau der im Installer und dem gesamten System erreichten i18n/l10n.

Für Bill Allombert war dies die Chance zu überprüfen, ob das von ihm betreute menu-Paket in den verschiedenen Sprachen korrekt arbeitet.

»Wie kann man Debian für unsere Produkte unterstützen?«

Einige Firmen kamen vorbei und fragten uns, wie eine Firma Debian für ihre Produkte unterstützen könne. In Wirklichkeit ging es darum, welche Version unterstützt werden solle und an wen man sich bezüglich einiger Schlüsselelemente des Systems (vor allen Dingen: der Kernel) wenden könnte. Christian Perrier leitete diese Fragen während der Ausstellung an debian-devel weiter.

Augenscheinlich weisen Software-Anbieter einen steigenden Bedarf zur Unterstützung von Debian für ihre Produkte auf. Einige Ministerien in Frankreich verlangen Debian-Unterstützung in ihren Ausschreibungen; dies geschieht mit steigender Tendenz.

Technische Fragen

Die Ausstellung bietet eine Gelegenheit für unsere Benutzer, mal eben vorbei zu kommen und den Entwicklern am Stand detaillierte technische Fragen zu stellen.

Auch dieses Jahr hatten wir wieder unseren Anteil an Fragen mit unterschiedlichem Komplexitätsgrad. Wir konnten alle uns gestellten Fragen beantworten, was zu einigen sehr interessanten Diskussionen mit unsere Benutzern führte.

Dokumentation, Übersetzung

Ein zurückgetretener Dokumentationsübersetzer kam zu unserem Stand und stellte eine Frage zur Unterstützung für das Sagem Fast 800 ADSL Modem (ein USB-Schrottstück, das von den eagle-usb-*-Paketen unterstützt wird).

Die Diskussion wechselte zur Verfügbarkeit und Qualität der übersetzten Dokumentation. Es mag für einige offensichtlich sein, aber man kann technische Dokumentation nicht übersetzen, wenn man die Sprachen (sowohl Original- wie auch Zielsprache) und das Thema der Dokumentation nicht beherrscht.

Wir kamen zu dem Schluss, dass in diesem Bereich noch einiger Aufwand betrieben werden muss; das ist nichts wirklich Neues, aber die Situation mag schlimmer sein, als es sich einige von uns vorgestellt haben.

Nicht-i386-Architekturen

Sven Luther brachte einen Pegasos-Rechner mit, so dass wir Linux auf einem nicht-Apple PowerPC-Rechner vorführen konnten. Mit zwei blauen Neonlichtern ausgerüstet zog dieser feine Rechner so einige Besucher an. Unglücklicherweise konnten wir seinen Rechner nicht an der Vorderseite des Standes platzieren, da unsere Übernahmepläne betreffend den PLF-(Mandrake-)Stand neben unserem fehlschlugen ;)

Augenscheinlich sind mehr und mehr Benutzer an nicht-i386-Architekturen interessiert, zumeist um Debian auf Apple- und amd64-Rechnern laufen zu lassen. Viele Leute (und Firmen) fragten nach der amd64-Portierung und konnten nicht verstehen, warum sie noch nicht Teil des offiziellen Archives ist. Debians interne politische Angelegenheiten zu erklären ist nicht so einfach.

Popularität

Entgegen dem, was so hier und da gelesen werden kann, sind wir immer noch eine der populärsten Distributionen da draußen. Wir hörten auch eine Menge über erschreckende Erfahrungen mit anderen Distributionen ;)

Danke

Unser Dank geht an die folgenden Leute und Firmen für ihre Unterstützung und ihre Hilfe dabei, unseren Stand dazu zu bekommen, weit besser als einige kommerzielle Stände zu wirken:

Ohne die Hilfe dieser Leute und Sponsoren wäre der Debian-Stand nicht ein solcher Erfolg gewesen. Danke an euch alle.

Besonderer Dank

Loïc Bernable verdient besonderen Dank dafür, dass er dieses Jahr wieder den .Org-Pavillon koordinierte. Es ist ein harter Job, besonders dieses Jahr, da er sich mit ineffizienten Organisatoren herumschlagen musste.

Alix Guillard und Anne waren da, um ihm zu helfen, Danke auch an sie.

Nächstes Jahr

Nächstes Jahr werden wir wieder dabei sein. Wir sehen uns!

Julien Blache