Debian Weekly News - 19. November 2002

Willkommen zur 45. Ausgabe der DWN in diesem Jahr, dem wöchentlichen Newsletter der Debian-Gemeinschaft. Falls Sie noch nicht wissen, was Sie zu Weihnachten schenken sollen, schauen Sie in der Debian-Kunstsammlung nach. Eine weitere gute Nachricht hat Drew Scott Daniels verkündet: Das LZW-Patent läuft in den USA am 20. Dezember 2002 aus. Das Patent betrifft die Kompressionsmethode in mehreren Datenformaten wie TIFF.

Entwurf der W3C-Patent-Regeln. Der Rechtsanwalt Larry Rosen hat berichtet, dass das World Wide Web Consortium (W3C) auf Rückmeldungen zu seinem abschließenden Entwurf der neuen Patentregeln angewiesen ist. Die gute Nachricht ist, dass der letzte Entwurf fordert, dass alle W3C-Spezifikationen frei implementiert werden können. Larry sagt: "Die Gemeinschaft muss nun gehört werden, damit die Regeln unterstützt und nicht während der Phase öffentlicher Einsprüche oder der W3C-Advisory-Council-Phase rückgängig gemacht werden." Kommentare werden bis zum 31. Dezember 2002 unter www-patentpolicy-comment@w3.org angenommen.

Pakete vom Release-Manager entfernt. Gemäß der Ankündigung letzten Monat hat Anthony Towns von etwa 30 Paketen berichtet, die aus der Distribution entfernt worden sind. Jedoch sind auch mindestens drei weitere Pakete aus dem Archiv non-US gelöscht worden. Anthony hat klargestellt, dass diese Pakete wieder hochgeladen werden dürfen und dann als neue Pakete mit dem üblichen Verfahren angesehen werden. Bitte stellen Sie für diesen Fall sicher, dass zuvor alle bekannten Fehler behoben worden sind.

Pre-Release von OpenOffice.org verfügbar. Chris Halls hat auf einen neuen Satz von Pre-Release-Paketen für die OpenOffice.org-Suite (OOo) hingewiesen. Sofern keine Probleme auftauchen, sollen diese Pakete in Kürze nach "unstable" hochgeladen werden. Die Programmautoren haben um Hilfe bei einer neuen Initiative gebeten, OOo zu einem wohlerzogenen Bewohner auf jedermanns Festplatte zu machen, indem der natürliche System-Installer das vorgewählte Verfahren zur Installation, Modifikation oder Deinstallation wird. Die Debian-Pakete sind natürlich schon für das nächste Release vorgemerkt.

Änderungsanträge zum Wahlverfahren. Die zurzeit gültige Verfassung enthält einige Zweideutigkeiten, und mehrere Leute haben verschiedene Ansichten darüber, was die Verfassung für den Fall vorsieht, dass Debian eine Abstimmung durchführt, in der einige Wahlmöglichkeiten eine Verfassungsänderung beantragen und andere nicht. Einige dieser Interpretationen könnten enttäuschende Ergebnisse für große Abstimmungen mit beliebten Stimmmöglichkeiten ergeben. Mehrere Personen entwerfen gerade ein überarbeitetes Wahlverfahren ohne diese Zweideutigkeiten, und das so wenig wie möglich Stimmen selbst bei großen Wahlen mit vielen Abstimmmöglichkeiten vernachlässigt.

Neues zur Statistik "Debian auf dem Desktop". Die laufende Umfrage auf Desktoplinux.com fragt nach der bevorzugten GNU/Linux-Distribution auf dem Desktop. Letzten Monat war Debian mit 8.9 % auf dem 4. Platz. Nun hat Debian mit 14.1 % der Stimmen Red Hat und SuSE überholt und ist auf den 2. Platz nach Mandrake vorgerückt. Etwa 1300 weitere Stimmen wurden seit Oktober registriert; insgesamt gingen über 6200 Antworten ein.

Angleichung an die Linux Standard Base. Steve Greenland hat einige Bedenken geäußert wie "run-parts" aus dem Paket debianutils Dateinamen behandeln sollte. "Run-parts" wird verwendet, um zahlreiche Skripte oder Programme in einem Verzeichnis auszuführen (zum Beispiel Skripte in /etc/cron.daily). "run-parts" erwartet, dass die Namen dieser Skripte ausschließlich aus Buchstaben, Ziffern, Unter- oder Bindestrichen bestehen. Alle Dateinamen, die einen Punkt enthalten, werden ignoriert. Skripte wie "script.dpkg-new" werden also übergangen. Jemand sandte einen Fehlerbericht mit dem Vorschlag ein, dass der Punkt in Dateinamen erlaubt sein sollte, zum Beispiel "script.sh". Es wurde auch darauf hingewiesen, dass die Linux Standard Base fordert, dass der Punkt erlaubt ist. Steve denkt, dass es eine gute Idee wäre, einen standardisierten Weg für alle Programme dieser Art in Debian zu finden, anstatt plötzliche Änderungen an "run-parts" vorzunehmen.

Wird MAME unter der GPL lizenziert? Es wurde berichtet, dass die Entwickler des Multi Arcade Machine Emulator (MAME) darauf hingewiesen haben, dass sie in Betracht ziehen, künftige Versionen unter der GNU General Public License (GPL) zu veröffentlichen. MAMEs derzeitige Lizenz enthält bestimmte Beschränkungen, die es gemäß den Debian Richtlinien Freier Software als nicht-frei einordnen. Die Annahme der GPL für MAME wäre ein Gewinn für die Freie Software, obwohl die meisten Spiele-ROMs, die MAME verwendet, stark proprietär bleiben.

Signierte Pakete. Javier Fernández-Sanguino Peña hat um Hilfe bei der Integration von Signaturprüfungen in die Debian-Infrastruktur gebeten. Ian Jackson hat seine Besorgnis über kompromittierte Systeme geäußert und die Notwendigkeit einer Autorisierung mittels Zertifikaten betont. Javier ist jedoch noch von Signaturen für jedes Paket abhängig, und Anthony Towns hat erneut detailliert erklärt, warum dieser Weg für Debian nicht geeignet ist.

Entfernung undokumentierter Manualseiten. Manoj Srivastava berichtet, dass über einen Vorschlag nachgedacht wird, die undocumented(7) Manualseiten zu ändern. Der Vorschlag stellt noch ausdrücklicher klar, dass eine fehlende Manpage ein Fehler ist und in die Fehlerdatenbank aufgenommen werden sollte.

URLs in der Paketbeschreibung. David Goodenough (als ein Beispiel für andere) hat darum gebeten, die URLs zu den Originalquellen der Paketbeschreibung auf den Paketseiten hinzuzufügen. Raphaël Hertzog hat dazu angemerkt, dass bereits die "Best Packaging Practice", einen URL zur Originalquelle in der Beschreibung vorschreiben. Joey Hess hat jedoch beklagt, dass das Beschreibungfeld nicht als Müllhalde für Daten vorgesehen ist, die nicht in andere Felder passen. Branden Robinson hat schließlich darauf hingewiesen, dass die Regeln bereits URLs auf die Originalquellen fordern, jedoch in der Datei "copyright".

Pre-Release-Pakete für Phoenix. Eric Dorland hat Pre-Release-Pakete für den Webbrowser Phoenix angekündigt. Phoenix ist eine Neuzusammenstellung der Komponenten des Mozilla-Webbrowsers, ähnlich wie Galeon. Es gibt noch keine Quellcodepakete, da Eric noch keinen guten Weg gefunden hat, die Quellen zu paketieren. Er möchte keine überflüssigen Komponenten darin aufnehmen, weil die Quellen sehr umfangreich sind.

Debian-Zugangs-Projekt. Mario Lang hat den aktuellen Stand bezüglich der Zugänglichkeit von Debian zusammengefasst und versucht, einen kleinen Überblick über die Aufgaben zu geben, die nötig sind, um Debian Behinderten zugänglich zu machen. Er enthält Referenzen zu Software, die bereits Teil von Debian ist, fasst die Situation zusammen und stellt eine Aufgabenliste für interessierte Helfer zur Verfügung.

Knoppix-Med. Aufgrund des großen Erfolgs von Knoppix haben Mitglieder des Debian-Med-Unterprojekts begonnen, verschiedene medizinische Software in "Knoppix-Med" zu integrieren. Das Dokument, das die Neuerzeugung von Knoppix und Integration von GNUmed und weiterer medizinische Software beschreibt, ist nun online.

Sicherheitsaktualisierungen. Sie kennen es schon, bitte stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Systeme aktualisieren, falls Sie eines der folgenden Pakete installiert haben.

Neue oder bemerkenswerte Pakete. Die folgenden Pakete wurden kürzlich dem Debian-Archiv hinzugefügt oder enthalten wichtige Aktualisierungen.

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Diese Ausgabe der wöchentlichen Debian-Nachrichten wurde von Andre Lehovich, Raul Miller, Matt Black und Martin 'Joey' Schulze erstellt.