Debian Weekly News - 20. September 2005

Willkommen zur 38. Ausgabe der DWN in diesem Jahr, dem wöchentlichen Newsletter der Debian-Gemeinschaft. David Moreno Garza berichtete, dass er 729 Fehler zu Arbeit-bedürfenden und In-Aussicht-stehenden Paketen geschlossen habe, die mehr als 600 Tage alt und ohne Hoffnung auf Fortschritt seien. Branden Robinson hat seine Ideen und Gedanken über die Verwaltung von Debians Marke gepostet, speziell im Hinblick auf die DCC Alliance. Die m68k-Portierung läuft Gefahr, bei der Testing-Übertragung aufgrund von internen Compiler-Fehlern und einem riesigen Rückstand von Paketen ignoriert zu werden.

Teilnahme Freiwilliger in Debian. Ein Vortrag über die Entwicklung der Teilnahme Freiwilliger in Debian ist auf der International Conference on Open Source Systems gehalten worden. Er stellt eine quantitative Untersuchung der Daten der Hauptveröffentlichungen von Debian in den letzten sieben Jahren als eine Fallstudie der Teilnahme Freiwilliger bei Freien Software-Projekten vor. Das Fazit ist, dass die Entwickler dazu neigten, mehr Pakete zu betreuen und für längere Zeitperioden aktiv zu bleiben.

Entfernung nicht-freier Dokumentation. Frank Lichtenheld gab bekannt, wie das Veröffentlichungsteam mit nicht-freier Dokumentation für die Etch-Veröffentlichung umgehen werde. Der Status von Paketen mit solchen Dateien werde mit der neuen Benutzermarken-Fähigkeit der Fehlerdatenbank verfolgt. Er riet den Betreuern, mit ihren Originalautoren zu sprechen und die Entscheidung in Fehlerberichten zu dokumentieren.

Ehren der Arbeit des Veröffentlichungsteams. Barry Hawkins betrachtete, wie viel Aufwand es bei der Arbeit mit sechs Entwicklern und 18 Abhängigkeiten zu Bibliotheken Dritter bedürfe, um Fehler zu beheben, Punkte zu klären und die Software zu warten. Im Vergleich mit den 10.000 Quellpaketen in Debian und der Koordination und dem Einsatz, der benötigt werde, um eine Veröffentlichung zu schaffen, bewundere er um so mehr das Debian-Veröffentlichungsteam.

Aktivitäten von Debian-Women zum Software Freedom Day. Aus Anlass des diesjährigen Software Freedom Days hat das Debian-Women-Projekt mehrere Aktivitäten durchgeführt, um sich um alle Erfahrungsgrade zu bemühen: Ein neuer IRC-Kanal, #debian-women-new, wurde für bislang inaktive Leute, die gerne in das Debian-Women-Projekt einbezogen werden wollen, eröffnet. Für die erfahreneren Mitglieder war ein Hilfe-Tag auf dem normalen #debian-women-Kanal. Erinn Clark installierte lokal ein BTS, dak und buildd, damit die Leute sie ausprobierten und mit ihnen übten. Schlussendlich wurde eine Fehlerausmerz-Party von Hanna Wallach auf #debian-bugs organisiert. Alle drei Ereignisse wurden gut angenommen und viele Frauen nutzten die Gelegenheit, um sich über das Debian-Women-Projekt und die allgemeine Debian-Entwicklung zu informieren.

Parallelisierte Boot-Sequenz. Petter Reinholdtsen begann von Neuem die Diskussion über die parallele Abarbeitung von Init-Skripten und steuerte einen einfachen Patch gegen rc bei, der schlichtweg alle Skripte mit derselben Priorität parallel ausführe. Basierend auf der LSB lieferte er ein Beispiel für einen Abhängigkeits-Block in Init-Skripten, der von zukünftigen Start-Programmen ausgelesen werden könnte.

Verbessern der Init-Skripte. Marc Chantreux schlug vor, Init-Skripte effizienter zu schreiben, d.h. Möglichkeiten zu nutzen, die die Shell und die verwendeten Hilfswerkzeuge bereitstellten. Miquel van Smoorenburg wies darauf hin, dass nur POSIX-konforme Möglichkeiten genutzt werden sollten. David Weinehall fügte hinzu, dass busybox nicht alle GNU-Erweiterungen implementiere.

Fehlerberichte schließen. Grzegorz Bizon fragte sich, was der bevorzugte Weg sei, um Fehlerberichte zu schließen. Blars Blarson erklärte, dass der Fehler automatisch vom hochgeladenen Paket geschlossen werde, wenn er im Changelog vermerkt sei. Falls er auf einem anderen Weg behoben worden sei, oder die Änderung bereits hochgeladen wurde, dann müsse die Adresse nnn-done mit einer Version-Pseudo-Kopfzeile verwendet werden.

Bericht vom New-Maintainer-Empfang. Marc Brockschmidt berichtete über signifikante Änderungen im New Maintainer-Prozess. Zu Debian beizusteuern sei nun eine Voraussetzung, und ein Mangel in dieser Hinsicht werde dazu führen, dass die Bewerbung entfernt werde. Die Web-Schnittstelle, die nun auch UTF-8 unterstütze, sei außerdem auf einen neuen Host verschoben worden und nutze nun HTTPS, so dass sichere Verbindungen möglich seien.

Begrenzen der GNU GPL. Harri Järvi bemerkte, dass die Lizenz von linuxsampler die GNU GPL einschränke und explizit die geschäftsmäßige Verwendung verbiete. Justin Pryzby fragte sich, ob es nicht entfernt werden müsse, da es gegen eine freie Bibliothek gelinkt sei.

Versehentlicher verteilter Diensteverweigerungs-Angriff (DDoS). Am Montag wurde ein verteilter Diensteverweigerungs-Angriff vom Sicherheits-Team initiiert. Sie hatten 1,7 GB an Paketen im Rahmen der jüngsten XFree86-Aktualisierung installiert. Aufgrund der großen Anzahl an Benutzern und der Größe der XFree86-Pakete erzeugte dies eine konstante 97 MBit/s Ausgabe-Rate auf dem Sicherheits-Rechner. Es laufen Diskussionen, wie dies in der Zukunft vermieden werden kann.

Wohnorte der Entwickler öffentlich machen? Robert Lemmen schlug vor, die Wohnorte aller Entwickler öffentlich zu machen. Ben Armstrong merkte an, dass andere Entwickler bereits zu diesen Informationen Zugang hätten, und fügte hinzu, dass er nicht glücklich wäre, wenn sein Wohnort zusammen mit seinem Namen öffentlich gemacht würde. Wolfgang Borgert regte an, stattdessen ein neues Feld zu verwenden.

Aktualisierungen zur Systemsicherheit. Die alte Leier! Wer die folgenden Pakete einsetzt, sollte sie der Sicherheit wegen auf den neuesten Stand bringen:

Einen Blick wert. Die folgenden Pakete wurden kürzlich dem Debian-Unstable-Archiv hinzugefügt oder enthalten wichtige Aktualisierungen.

Verwaiste Pakete. Vier Pakete wurden diese Woche aufgegeben und benötigen einen neuen Betreuer. Damit gibt es insgesamt 195 verwaiste Pakete. Vielen Dank an die bisherigen Betreuer, die ihre Zeit für alle zur Verfügung gestellt und damit das Konzept Freie Software unterstützt haben. Die vollständige Liste finden Sie auf den WNPP-Seiten. Fügen Sie bitte eine Notiz zum Fehlerbericht hinzu und benennen Sie ihn in ITA: um, wenn Sie eines dieser Pakete übernehmen wollen.

Entfernte Pakete. 38 Pakete sind während der letzten Woche aus dem Debian-Archiv entfernt worden:

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Diese Ausgabe der wöchentlichen Debian-Nachrichten wurde von Jesus Gonzalez-Barahona, Meike Reichle und Martin 'Joey' Schulze erstellt.
Sie wurde von Helge Kreutzmann und Florian Ernst übersetzt.