Debian Weekly News - 28. Oktober 2003

Willkommen zur 43. Ausgabe der DWN in diesem Jahr, dem wöchentlichen Newsletter der Debian-Gemeinschaft. Das XPde-Team diskutierte die rechtliche Tragweite des Nacheiferns von Aspekten von proprietären Arbeitsplatzumgebungen. Andreas Steinel verwies auf einige Bilder, die er bei OpenSaar (Infos) und am Linux-Kongress (Infos, Bericht) geschossen hat. Des Weiteren hat die Debian-Benutzer-Gruppe aus Sao Paulo einen Debian-Workshop organisiert.

SPI-Vorstands-Wahl. Wichert Akkerman kündigte an, dass Software in the Public Interest (SPI) eine Wahl abhalte, um drei offene Stellen in seinem Vorstand aufzufüllen. SPI ist eine gemeinnützige Organisation, die Debian und andere Freie Software Projekte in rechtlichen Dingen unterstützt, wie beispielsweise dem Halten von Schutzmarken/Urheberrechten oder der Entgegennahme von Spenden. Der 6. November ist der Stichtag, um seine Kandidatur anzumelden, die Abstimmung wird vom 7. bis 21. November laufen.

Verfassungsänderung des Abschnitts 4.1.5. Manoj Srivastava verschickte den zweiten Aufruf zur Stimmabgabe zur vorgeschlagenen Verfassungsänderung. Alle drei Vorschläge erfüllten die Quorum-Bedingungen in den ersten 72 Stunden, nachdem die Wahl begonnen hatte. Bis jetzt gab es 124 gültige Stimmen, was eine geringere Beteiligung als bei der diesjährigen DPL-Wahl ist (die wiederum der letztjährigen DPL-Wahl hinterherhinkte). Romain Francoise fand ebenfalls einen großen Fehler in der DEbian VOTE Engine (Devotee), der einige Stimmen als ungültig zurückwies.

Linux-Broschüren-Projekt. Martin Michlmayr schickte eine E-Mail vom Linux-Broschüren-Projekt weiter, das Schlüsselinformationen zu Linux in Broschüren in Standard-Größen dokumentiert, deren Quellcode unter der GNU GPL veröffentlicht ist. Im Augenblick gibt es zwei Versionen der Broschüre: Eine »Linus«-Version, die berühmte Zitate von Linus enthält, und eine VLUG-Version, die als die offizielle Broschüre der Victoria Linux User Group (VLUG) angenommen wurde. Frank Lichtenheld übernahm es, eine Debian-Broschüre zu erstellen, die etwas Hilfe gebrauchen könnte.

Wie man Debian-Pakete baut. Joe »Zonker« Brockmeier erklärte, wie man Debian-Pakete baue. Sein Artikel bietet eine gut strukturierte Diskussion, die von »was ist ein Paket« bis zu den letzten Schritten des Erstellens reicht. Er fügte auch Links zu anderen Quellen hinzu, inklusive dem Debian-Policy-Handbuch und dem pkgwrite-Werkzeug, das dabei hilft, sowohl Debian- als auch RPM-Pakete aus einer einzelnen Beschreibungsdatei zu erstellen.

Debian mit Red Hat installieren? Ian Murdock kündigte an, dass Progeny Red Hats Anaconda-Installationssystem auf Debian portiere und die Arbeit an PGI (Progeny Graphical Installer) eingestellt habe. Sie arbeiten ebenfalls mit verschiedenen Gruppen zusammen, um RPM-Unterstützung in die Hauptlinie von APT einzufügen, um es Debian- und RPM-basierten Distributionen zu erlauben, eine einzelne APT-Codebasis zu verwenden, und es möglicherweise sogar zu ermöglichen, Debian- und RPM-Pakete Seite an Seite zu verwenden.

Debian bei der World Solar Challenge. Während der siebten World Solar Challenge tritt das westaustralische Solar-Team Sungroper ebenfalls für das »Yahoo – ungewöhnlichstes oder am weitesten entferntes Internet-Café« an. Onno Benschop verwendet seinen Arbeitsplatz (Debian testing) als Gateway und Teams aus der ganzen Welt versammeln sich jede Nacht um den Satellitentisch, um E-Mails zurück nach Hause zu schicken.

Fehlerberichte gehören in das Debian-BTS. Russell Coker bemerkte, dass ein Betreuer einen von ihm entdeckten Fehler mit dem Hinweis »Upstream-Fehler an das Debian-BTS zu schicken verlangsamt den Paketierungsaufwand, indem es von dem Betreuer verlangt, als Mittelsmann aufzutreten« wieder schloss. Jedoch sollten die Debian-Benutzer ihre Fehler an die Fehlerdatenbank (Bug Tracking System, BTS) schicken, von wo aus die Betreuer die Fehler an Upstream weiterleiten können, falls es ein Upstream-Fehler ist. Folglich öffnete Adrian Bunk all diese Fehlerberichte wieder.

zopectl zu einem Pre-Depends von Zope machen. Wie in den Richtlinien beschrieben bittet Luca De Vitis um einen Konsens, um ein Pre-Depends auf zopectl in zope hinzufügen zu dürfen, da zopectl benötigt werde, um Dateien zu finden, wenn Zope gelöscht werde. Da die Orte dieser Dateien konfigurierbar seien, wäre es schwierig, diese ohne zopectl zu finden.

Verschiedene Kernel und Konfigurationen unterstützen. Mattia Dongili fragte sich, wie er eine Standard-Konfiguration für cpufreqd erstellen solle. cpufreqd ist ein Speedstep-Applet, das den Batteriezustand überwacht und Programme ausführt, um die CPU-Frequenz anzupassen. Die Kernel-Schnittstelle hat sich zwischen den Kernel-Versionen 2.4 und 2.6 geändert. Wouter Verhelst schlug vor, die Geschwindigkeit abhängig von der Geschwindigkeit des Hauptprozessors zu berechnen.

Debian-Fehlerausmerz-Party. Erik Rossen kündigte eine Debian-Fehlerausmerz-Party am Sonntag, dem 9. November 2003, in Ecublens in der Schweiz an. Um den 10. Geburtstag der Debian GNU/Linux Distribution zu feiern, wird die »Groupe romand des Utilisateurs de Linux et de Logiciels Libres« 10 bis 40 Freiwillige in einem großen Raum einsperren und sie mit allem an Computern, Bandbreite, Elektrizität, Pizza und Bier zu versorgen, was sie benötigen, um gut zu arbeiten.

Debian-Installer-Pakete. Joey Hess fragte sich, wie der Debian-Installer Binär-Pakete erstellen solle, wenn er sich in einem Status befinde, in dem die Buildds ihn aufnehmen könnten – abgesehen von den regulären .deb und .udeb-Dateien. Einerseits könnte man alle Boot-Images in einer .deb-Datei zusammenfassen, wie es in Alastairs ursprünglichem debian/build passiert. Andererseits wäre auch ein Tar-Ball denkbar, der von den FTP-Leuten händisch bearbeitet und in das richtige Verzeichnis entpackt werden müsse. Die letztere Methode wird jene sein, die umgesetzt wird.

Debian-Installer mit geringem Speicherverbrauch. Goswin von Brederlow bemerkte, dass der Debian-Installer zurzeit viel Speicher benötige, um die udeb-Dateien von der CD-ROM zu installieren. Großer Speicherbedarf würde mehrere Rechner mit nur 16MB oder weniger RAM ausschließen. Er schlug vor, eine große initrd zu verwenden, die als loopback eingebunden werde, und ein lvm-Schnappschuss-System mit einer RAM-Disk als Kopiere-beim-Schreiben-Speicher darüber aufzusetzen.

Neue Glibc für Sid. Dan Jacobowitz kündigte an, dass es in der TODO-Datei von glibc nichts gäbe, das das Hochladen verhindern würde. Daher schlug er vor, CVS am Dienstag einzufrieren, 2.3.2.ds1-8 auf so vielen Architekturen wie möglich zu bauen und zu testen, und es wahrscheinlich direkt nach Unstable hochzuladen.

Einen Blick wert. Die folgenden Pakete wurden kürzlich dem Unstable Debian-Archiv hinzugefügt oder enthalten wichtige Aktualisierungen.

Verwaiste Pakete. 15 Pakete wurden diese Woche aufgegeben und benötigen einen neuen Betreuer. Damit gibt es insgesamt 195 verwaiste Pakete. Vielen Dank an die bisherigen Betreuer, die ihre Zeit für alle zur Verfügung gestellt und damit das Konzept »Freie Software« unterstützt haben. Die vollständige Liste finden Sie auf den WNPP-Seiten. Fügen Sie bitte eine Notiz zum Fehlerbericht hinzu und benennen Sie ihn in ITA: um, wenn Sie eines dieser Pakete übernehmen wollen.

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Hier gibt es ältere Ausgaben dieser Nachrichtenseite.

Diese Ausgabe der wöchentlichen Debian-Nachrichten wurde von Andre Lehovich, Matt Black, Onno Benschop und Martin 'Joey' Schulze erstellt.
Sie wurde von Gerfried Fuchs übersetzt.