Inhaltsverzeichnis
Das Wiki enthält ebenfalls Informationen zu diesem Thema.
In dieser Veröffentlichung wird die offizielle Unterstützung für die HP PA-RISC- („hppa“), Alpha- („alpha“) und ARM-Architektur („arm“) eingestellt.
Die folgenden Architekturen werden offiziell von Debian GNU/Linux Squeeze unterstützt:
32-Bit PC („i386“)
SPARC („sparc“)
PowerPC („powerpc“)
MIPS („mips“ (big-endian) und „mipsel“ (little-endian))
Intel Itanium („ia64“)
S/390 („s390“)
64-Bit PC („amd64“)
ARM EABI („armel“)
Zusätzlich zu den offiziell unterstützten Architekturen führt Debian GNU/Linux Squeeze die GNU/kFreeBSD-Portierungen („kfreefsd-amd64“ und „kfreebsd-i386“) als Technologie-Vorschau ein. Diese Portierungen sind die ersten zu einer Debian-Veröffentlichung hinzugefügten, die nicht auf dem Linux-Kernel basieren, sondern stattdessen den FreeBSD-Kernel verwenden mit einer GNU-Userland-Umgebung. Benutzer dieser Versionen sollten gewarnt sein, dass die Qualität dieser Portierungen noch dabei ist, zu der besonderen Qualität unserer Linux-Portierungen aufzuschließen und dass einige erweiterte Desktop-Funktionalitäten noch nicht unterstützt werden. Allerdings ist die Unterstützung für allgemeine Server-Software stark und erweitert die Funktionalitäten von Linux-basierten Debian-Versionen mit einzigartigen Merkmalen aus der BSD-Welt. Dies ist das erste Mal, dass eine Linux-Distribution derart aufgestockt wurde, um die Verwendung eines nicht-Linux-Kernels zu ermöglichen.
Näheres zum Stand der Portierung und Port-spezifische Informationen für Ihre Architektur finden Sie auf Debians Portierungs-Webseiten.
Diese neue Version von Debian erscheint mit viel mehr Software als ihr Vorgänger Lenny; die Distribution enthält über 10352 neue Pakete und damit insgesamt über 29050 Pakete. Die meiste Software in der Distribution wurde aktualisiert: über 15436 Softwarepakete (entspricht 67% von allen Paketen in Lenny). Außerdem wurde eine signifikante Zahl von Paketen (über 4238, 18% der Pakete in Lenny) aus verschiedenen Gründen aus der Distribution entfernt. Für diese Pakete werden Sie keine Aktualisierungen finden und sie werden in den Paketverwaltungsprogrammen als „veraltet“ (obsolete) markiert sein.
Debian GNU/Linux aktualisiert mit dieser neuen Veröffentlichung X.Org von Version 7.3 auf 7.5.
Debian GNU/Linux erscheint wieder mit mehreren Desktop-Anwendungen und -Umgebungen. Neben weiteren enthält es jetzt die Desktop-Umgebungen GNOME 2.30[1], KDE 4.4.5, Xfce 4.6.2 und LXDE 0.5.0. Produktionsanwendungen wurden ebenfalls aktualisiert, inklusive der Büroanwendungen OpenOffice.org 3.2.1 und KOffice 2.2.1 sowie GNUcash 2.2.9, GNUmeric 1.10.8 und Abiword 2.8.2.
Aktualisierungen anderer Desktop-Anwendungen schließen
Evolution auf Version
2.30.3 und Pidgin auf
Version 2.7.3 ein. Die
Mozilla-Suite wurde
ebenfalls aktualisiert: Iceweasel
(Version 3.15.3) ist der umbenannte
Firefox-Browser
und Icedove (Version 3.0.7) ist das
umbenannte E-Mail-Programm
Thunderbird.
Neben vielen weiteren enthält diese Veröffentlichung auch folgende Aktualisierungen:
Debian unterstützt weiterhin die Linux Standard Base (LSB) Version 3.2.
Die offizielle Debian GNU/Linux-Distribution wird jetzt auf 7 bis 8
Binär-DVDs
oder 44 bis 53 Binär-CDs
(abhängig von der Architektur)
bzw. auf 6 Quellcode-DVDs oder 33
Quellcode-CDs geliefert. Zusätzlich gibt es eine
multi-arch-DVD mit einer Teilmenge
der Veröffentlichung für die amd64- und
i386-Architekturen zusammen mit dem Quellcode. Debian GNU/Linux
wird auch auf
Blu-ray-Images
veröffentlicht, jeweils zwei für die amd64- und
i386-Architekturen, oder eine für den Quellcode. Aus
Platzgründen wurden einige sehr große Pakete von den CDs ausgeschlossen;
diese Pakete passen besser zu den DVDs und
BDs, daher sind sie auf diesen auch enthalten.
Eine neue Funktionalität in Squeeze ist das Hinzufügen der
isohybrid-Unterstützung
zu den CDs, DVDs und
BDs für die i386- und
amd64-Architekturen. Um mit einem dieser Images einen
bootfähigen USB-Stick zu erzeugen, bedurfte es in der Vergangenheit eines
besonderen Prozederes nach dem Herunterladen des Images; das Einzige was Sie
nun tun müssen ist, das Image direkt auf den Stick zu schreiben. Weitere
Informationen finden Sie im Abschnitt „Dateien vorbereiten für das
Booten von einem USB-Memory-Stick“ der Installations-Anleitung.
Einige im Linux-Kernel enthaltene Treiber enthielten nicht-freie
Firmware-Bestandteile. Beginnend mit Squeeze wurde diese Firmware in
separate Pakete im non-free-Bereich des Archivs verschoben, wie zum Beispiel
in das firmware-linux-Paket. Wenn
solche Pakete installiert sind, wird die Firmware falls nötig automatisch
geladen.
aptitude ist das empfohlene Programm für interaktive
Paketverwaltung auf der Kommandozeile. Als nicht-interaktives
Kommandozeilenprogramm zur Paketverwaltung wird apt-get
empfohlen. apt-get ist auch das Werkzeug der Wahl für
Upgrades von einer Veröffentlichung auf die nächste. Falls Sie immer noch
dselect verwenden, sollten Sie zu aptitude als offizielle Oberfläche zur
Paketverwaltung wechseln.
Ab Squeeze werden empfohlene Pakete (Recommends) in der
Standardeinstallung von Apt automatisch mitinstalliert[2]. Sie können dies ändern, indem Sie die folgende Zeile in der
Datei /etc/apt/apt.conf einfügen:
APT::Install-Recommends "false";
Eine wichtige Verbesserung im Debian GNU/Linux-Bootsystem ist die Einführung von abhängigkeitsbasiertem Bootablauf und parallelen Bootvorgängen. Diese Funktionalität wird bei Neuinstallationen standardmäßig aktiviert, bei Upgrades von Lenny ebenso, falls möglich.
Diese Funktionalität wird aktiviert, indem insserv von sysv-rc genutzt wird, um die
init.d-Skripte auf Basis ihrer festgelegten Abhängigkeiten zu
ordnen[3]. Dies wurde möglich durch langandauernde Bemühungen, während
derer alle Bootskripte von Paketen, die in der Distribution angeboten
werden, wie auch das Bootsystem selbst entsprechend angepasst wurden.
Durch den abhängigkeitsbasierten Bootablauf ist es jetzt möglich, Bootsystemskripte parallel laufen zu lassen, was in den meisten Situationen die Geschwindigkeit des Bootvorgangs erhöhen kann. Diese Funktionalität wird bei Neuinstallationen und Upgrades standardmäßig aktiviert, wann immer dies möglich ist. Um sie zu deaktivieren, fügen Sie
CONCURRENCY=none
in /etc/default/rcS ein. Mehr Informationen über diese
Funktionalität finden Sie unter
/usr/share/doc/insserv/README.Debian.
In dieser neuen Veröffentlichung wurde die Konfiguration der Tastatur
vereinheitlicht, so dass sowohl die Konsole wie auch der Xorg-Server die
gleichen Einstellungen verwenden. Die Tastatureinstellungen werden jetzt in
der Konfigurationsdatei /etc/default/keyboard
definiert, wodurch die Einstellungen in der Xorg-Konfigurationsdatei
überschrieben werden.
Das Paket console-setup wickelt
jetzt die Tastaturkonfiguration für beide Umgebungen ab wie auch die
Schriftartkonfiguration für die Konsole. Sie können das Tastaturlayout sowie
zugehörige Einstellungen erneut konfigurieren, indem Sie
dpkg-reconfigure keyboard-configuration ausführen oder
die Konfigurationsdatei /etc/default/keyboard von Hand
bearbeiten.
Der Code für das Setzen des Kernel-Modes (Kernel-Modesetting, KMS) wurde für die gängigsten Desktop-Chipsätze (von Intel, ATI/AMD und NVIDIA) aus dem entsprechenden Xorg-Treiber in den Linux-Kernel verschoben. Dies bietet eine Reihe von Vorteilen, wie zum Beispiel:
zuverlässigere Suspend- und Resume-Funktionalitäten (Ruhezustand, Standby, Fortsetzen nach einem der vorherigen Vorgänge)
erweiterte Funktionalitäten der Grafikkarte können jetzt verwendet werden, ohne dass X dazu laufen muss
schnellere Umschaltung zwischen den virtuellen Konsolen
nativer Modus für die Auslösung auf der Textkonsole
Weitere Details finden Sie unter Abschnitt 5.7, „Änderungen am Grafik-Stack“ und im Debian Wiki.
Diese Debian-Veröffentlichung enthält verschiedene Optionen für die
Implementierung von klient-seitiger Authentifizierung mittels LDAP. Benutzer
der Pakete libnss-ldap und
libpam-ldap sollten ein Upgrade auf
libnss-ldapd und libpam-ldapd in Betracht ziehen.
Diese neueren Pakete delegieren die LDAP-Anfragen an einen zentralen unprivilegierten Daemon (nslcd), was eine Trennung gestattet zwischen dem Prozess, der die LDAP-Informationen nutzt und dem Daemon, der die LDAP-Anfragen durchführt. Dies vereinfacht die Handhabung von sicheren LDAP-Verbindungen und LDAP-Authentifizierungs-Zeugnissen, bietet einen einfacheren Mechanismus für Verbindungs-Ausfallsicherung sowie Fehlersuche und vermeidet es, dass LDAP und zugehörige Bibliotheken in die meisten Applikationen geladen werden müssen.
Ein Upgrade auf libnss-ldapd und
libpam-ldapd sollte einfach sein, da
vorhandene Konfigurationsinformationen überwiegend wiederverwendet
werden. Lediglich für erweiterte Konfigurationen sollte eine manuelle
Neueinrichtung nötig sein.
Diesen Paketen fehlt allerdings derzeit die Unterstützung für verschachtelte Gruppen und sie unterstützen nur die Änderung des Passworts über die LDAP-Passwort-Modifikationsoperation EXOP.
Einige Pakete aus proposed-updates werden unter Umständen
auch über den squeeze-updates-Mechanismus zur
Verfügung gestellt. Dieser Weg wird für Aktualisierungen gewählt, die viele
Benutzer möglicherweise bereits vor der nächsten Zwischenveröffentlichung
installieren möchten, wie zum Beispiel Aktualisierungen für Virenscanner und
Zeitzonendaten. Alle Pakete von squeeze-updates
werden auch in Zwischenveröffentlichungen enthalten sein.
Beachten Sie, dass dies die Funktion ersetzt, die vorher durch das volatile.debian.org-Archiv bereitgestellt wurde.
Um Pakete aus squeeze-updates zu verwenden, können
Sie einen Eintrag in Ihrer sources.list einfügen:
deb http://mirrors.kernel.org/debian squeeze-updates main contrib deb-src http://mirrors.kernel.org/debian squeeze-updates main contrib
Wenn Sie das nächste Mal apt-get update ausführen, wird
Ihr System über die Pakete im
squeeze-updates-Bereich informiert und diese für
Upgrades berücksichtigen.
Note that if APT::Default-Release is set in your
/etc/apt/apt.conf (or in any of
/etc/apt/apt.conf.d/*), then, in order for automatic
upgrades to work, it is necessary to add the following configuration block
into /etc/apt/preferences (see
apt_preferences(5) for more information):
Package: * Pin: release o=Debian GNU/Linux,n=squeeze-updates Pin-Priority: 990
Wenn ein neues Paket über squeeze-updates zur
Verfügung gestellt wird, wird dies auf der
debian-stable-announce Mailing-Liste angekündigt.
Der Dienst, der durch die backports.org-Depots bereitgestellt wurde, ist in die Debian-Infrastruktur integriert worden und jetzt ein offizieller Debian-Service, der auf backports.debian.org beheimatet ist.
Ab Squeeze bietet Debian offizielle Live-Systeme für die amd64- und i386-Architekturen an.
Ein Debian-Live-System ist ein Debian-System, das direkt von einem
Wechseldatenträger (CD-ROM, DVD, USB-Stick) oder von einem anderen Computer
über das Netzwerk gebootet werden kann, ohne dass eine Installation nötig
wäre. Die Images werden mit einem Werkzeug namens live-build erzeugt, welches es ermöglicht, auf
einfache Art und Weise eigene angepasste Live-Images zu erstellen. Mehr
Informationen über das Debian Live-Projekt finden Sie unter http://live.debian.net/.
Debian GNU/Linux 6.0 ist die erste Veröffentlichung einer
GNU/Linux-Distribution seit jeher, die reichhaltige Unterstützung für
Neurobildgebungs-Forschung basierend auf Magnetresonanztomographie (MRT)
anbietet. Enthalten ist aktuelle Software für strukturelle Bilderkennung
(engl.: structural image analysis) (z.B. ants), Diffusionsbildgebung (engl.: diffusion
imaging) and Traktografie (z.B. mrtrix), Stimulus Delivery (z.B. psychopy), MRT-Sequenz-Entwicklung
(z.B. odin) wie auch eine Reihe von
vielseitigen Programmsammlungen zur Datenverarbeitung und -analyse
(z.B. nipype). Darüber hinaus
enthält diese Veröffentlichung integrierte Unterstützung für alle wichtigen
Datenformate in der Neurobildgebung. Besuchen Sie die Debian
Science- und Debian
Med-Task-Seiten bezüglich einer umfassenden Liste enthaltener
Software sowie die NeuroDebian-Website für weitere
Informationen.
[1] Mit einigen Elementen aus GNOME 2.32.
[2] Diese Änderung bedeutet, dass die Anforderungen an den verfügbaren Festplattenplatz für die durch den debian-installer ausgewählten Programmgruppen ebenfalls gestiegen sind. Mehr Informationen finden Sie im „Anhang D.2. Festplattenplatz, der für die Programmgruppen benötigt wird“ des Installationshandbuchs.
[3] Festgelegt werden diese Abhängigkeiten durch Verwendung des in der Linux Standard Base (LSB) spezifizierten Header-Formats.