Inhaltsverzeichnis
apt contra apt-get /
apt-cache contra aptitude
Testing mit einigen Paketen aus
Unstable
Unstable mit einigen Paketen aus
Experimental
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Anmerkung |
|---|---|
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Dieses Kapitel geht davon aus, dass Die Paketquellen für das APT-System werden in diesem Dokument mit dem
Oberbegriff sources.list bezeichnet .
Sie können die entsprechenden Eintragungen sowohl in der Datei
" |
Debian ist eine Organisation Freiwilliger, die konsistente Distributionen vorkompilierter Binärpakete von freier Software erstellt und sie über ihr Archiv verteilt.
Das Debian-Archiv wird von vielen Spiegel-Servern via HTTP und FTP bereitgestellt. Es ist auch als CD-ROM/DVD erhältlich.
Das derzeit empfohlene Debian-Werkzeug für Paketmanagement, das all diese Ressourcen nutzen kann, ist das Advanced Packaging Tool (APT).
Debians Paketmanagement-System, ermöglicht dem Nutzer (wenn es korrekt genutzt wird), konsistente Sätze von Binärpaketen auf dem System zu installieren. Derzeit sind für die amd64-Architektur 74980 Pakete verfügbar.
Das Debian-Paketmanagement-System hat eine reichhaltige Geschichte und bietet eine Auswahl an Frontend-Benutzerprogrammen, die genutzt werden können sowie an verschiedenen Varianten des Archivzugriffs. Derzeit empfehlen wir folgendes:
apt(8) für alle interaktiven Befehlszeilen-Operationen,
inklusive Paketinstallationen und -entfernungen sowie
Distributions-Upgrades;
apt-get(8) für Paketverwaltungsoperationen mittels
Skripten; auch eine Ausweichlösung für den Fall, dass apt
nicht verfügbar ist (z.B. auf älteren Debian-Systemen);
aptitude(8) für ein interaktives Text-Interface zur
Verwaltung der installierten Pakete und für die Suche nach verfügbaren
Paketen.
Tabelle 2.1. Liste von Debians Paketmanagement-Werkzeugen
| Paket | Popcon | Größe | Beschreibung |
|---|---|---|---|
dpkg
|
V:894, I:999 | 6350 | niederschwelliges Paketmanagement-System für Debian (datei-basiert) |
apt
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V:882, I:999 | 4632 | APT-Frontend zur Paketverwaltung mit text-basierter Bedienung:
apt/apt-get/apt-cache |
aptitude
|
V:36, I:189 | 4624 | APT-Frontend für interaktives Paketmanagement mit Vollbildschirm-Konsole:
aptitude(8) |
tasksel
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V:35, I:983 | 349 | APT-Frontend zur Installation von vorausgewählten Programmgruppen (Tasks):
tasksel(8) |
unattended-upgrades
|
V:126, I:188 | 317 | Erweiterungspaket für APT, um die automatische Installation von Sicherheits-Aktualisierungen zu ermöglichen |
gnome-software
|
V:163, I:270 | 4208 | Software Center für GNOME (grafisches Frontend für APT) |
synaptic
|
V:36, I:310 | 7788 | grafischer Paketmanager (grafisches GTK-Frontend für APT) |
apt-utils
|
V:388, I:998 | 1148 | APT-Hilfsprogramme: apt-extracttemplates(1),
apt-ftparchive(1) und apt-sortpkgs(1) |
apt-listchanges
|
V:368, I:886 | 553 | Benachrichtigungswerkzeug für die Änderungshistorie von Paketen |
apt-listbugs
|
V:5, I:7 | 514 | Auflistung kritischer Fehler vor jeder APT-Installation |
apt-file
|
V:15, I:60 | 89 | APT-Paketsuch-Werkzeug - Befehlszeilen-Interface |
apt-rdepends
|
V:0, I:4 | 39 | rekursive Auflistung von Paketabhängigkeiten |
Hier einige wichtige Punkte für die Paketkonfiguration auf einem Debian-System:
Die händische Konfiguration durch den Systemadministrator wird respektiert. In anderen Worten: das Paketkonfigurationssystem führt keine aufdringliche Konfiguration durch, nur weil es einfach wäre.
Jedes Paket enthält sein eigenes Konfigurationsskript mit einer
standardisierten Benutzerschnittstelle namens debconf(7),
um Sie bei der Erstinstallation des Pakets zu unterstützen.
Debian-Entwickler versuchen ihr Bestes, um mittels der Paketkonfigurationsskripte für einen fehlerfreien Ablauf der Paketaktualisierungen zu sorgen.
Dem Systemadministrator steht die volle Funktionalität der paketierten Software zur Verfügung, aber Funktionen mit Sicherheitsrisiken sind standardmäßig deaktiviert.
Wenn Sie von Hand einen Dienst aktivieren und so Sicherheitsrisiken hervorrufen, sind Sie selbst für die Beherrschung der Risiken verantwortlich.
Esoterische Konfigurationen könnten manuell durch den Systemadministrator aktiviert worden sein. Dies kann Behinderungen mit beliebten, grundlegenden Systemkonfigurations-Programmen verursachen.
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Warnung |
|---|---|
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Installieren Sie nicht Pakete aus einer wahllosen Mischung von Debian-Suiten (Stable, Testing, Unstable, Experimental). Sie können dadurch die Paketkonsistenz beschädigen und deren Korrektur erfordert ein tiefes Verständnis der Systemverwaltung wie Compiler-ABI, Bibliotheks-Versionen, Interpreter-Funktionalitäten usw. |
Als Neuling unter den
Debian-Systemadministratoren sollten Sie bei der Stable-Veröffentlichung bleiben
und nur Sicherheitsaktualisierungen einspielen. Bis Sie das Debian-System
gut verstehen, sollten Sie folgende Vorsichtsmaßnahmen einhalten:
Fügen Sie nicht testing oder unstable in Ihre
"sources.list" ein.
Vermischen Sie in Ihrer "sources.list" nicht das
Standard-Debian mit anderen Nicht-Debian-Archiven wie Ubuntu.
Erstellen Sie keine "/etc/apt/preferences"-Datei.
Ändern Sie nicht über Konfigurationsdateien das Standardverhalten der Paketmanagement-Werkzeuge, wenn Sie die vollständigen Auswirkungen nicht kennen.
Installieren Sie nicht irgendwelche Pakete mit "dpkg -i
irgendein_paket".
Installieren Sie niemals irgendwelche Pakete mit "dpkg --force-all
-i irgendein_paket".
Löschen oder verändern Sie keine Dateien in
"/var/lib/dpkg/".
Überschreiben Sie keine Systemdateien, indem Sie Software-Programme installieren, die direkt aus den Quellen übersetzt wurden.
Installieren Sie solche Pakete, falls nötig, in
"/usr/local" oder "/opt".
Die nicht-kompatiblen Effekte, die das Verletzen von obigen Maßnahmen im Debian-Paketmanagement verursachen können, führen im schlimmsten Falle zu einem nicht mehr verwendbaren System.
Ein ernsthafter Debian-Systemadministrator, der missionskritische Server betreibt, sollte besondere Vorsicht walten lassen.
Installieren Sie nicht irgendwelche Pakete von Debian, die Sicherheitsaktualisierungen beinhalten, ohne sie unter sicheren Bedingungen sorgfältig mit Ihrer speziellen Konfiguration getestet zu haben.
Sie als Systemadministrator sind am Ende für Ihr System verantwortlich.
Die lange Stabilitäts-Historie des Debian-Systems ist für sich alleine keine Garantie.
|
Achtung |
|---|---|
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Für Ihre Produktions-Server wird die
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Trotz der obigen Warnungen weiß ich, dass viele Leser dieses Dokuments
trotzdem die neuere Testing- oder
Unstable-Suite nutzen möchten.
Die Erleuchtung, die wir Ihnen mit den folgenden Informationen bieten, bewahrt Sie vor der ewigen karmischen Qual der Upgrade-Hölle und ermöglicht Ihnen, das Debian-Nirvana zu erreichen.
Diese Liste zielt auf ein selbst-administriertes Arbeitsplatzsystem ab:
Nutzen Sie die Testing-Suite, da dies letztlich ein
Rolling-Release ist, das von Debians Qualitässicherungs-Infrastruktur
profitiert, wie Debians
Continuous-Integration-Unterstützung, der Regel, dass nur Quellcode hochgeladen
werden kann sowie die Nachverfolgung von Versionsübergängen bei
Bibliotheken. Die Pakete in der Testing-Suite
werden häufig genug aktualisiert, um stets die neuesten Funktionalitäten
bieten zu können.
Setzen Sie den zur Testing-Suite passenden Codenamen
(während trixie der aktuellen
stable-Suite entspricht, ist dies
"forky") in Ihrer
"sources.list".
Eine gewisse Zeit nach Freigabe einer neuer Debian-Veröffentlichung
(ca. einen Monat, oder nach Ihrer eigenen Beurteilung auch früher oder
später), ändern Sie diesen Namen in Ihrer "sources.list"
händisch in den neuen Codenamen für Testing. Die
Debian-User- oder -Developer-Mailinglisten sind auch gute Quellen für diese
Informationen.
Die Verwendung von Unstable wird nicht empfohlen. Die
Unstable-Suite ist für Entwickler gut geeignet zur Fehlersuche in Paketen, bringt
aber für normale Arbeitsplatznutzer auch gewisse unnötige Risiken mit
sich. Selbst wenn die Unstable-Suite von Debian die
meiste Zeit sehr stabil erscheint, hat es in der Vergangenheit bereits
Probleme mit bestimmten Paketen gegeben, von denen einige nicht einfach zu
beheben waren.
Hier einige Tipps für grundlegende Vorsichtsmaßnahmen, wie Sie eine schnelle und einfache Systemwiederherstellung bei Fehlern in Debian-Paketen gewährleisten können:
Erstellen Sie ein Dual-boot-fähiges
System, das Debians Stable-Suite auf einer anderen
Partition installiert hat.
Halten Sie die Installations-CD griffbereit, um davon das Rettungssystem (Rescue mode) nutzen zu können.
Ziehen Sie in Betracht, apt-listbugs zu installieren, um
vor einer Paketaktualisierung relevante Informationen aus der Debian-Fehlerdatenbank (BTS)
einsehen zu können.
Lernen Sie genug über die Infrastruktur des Paketsystems, um das Problem umgehen zu können.
|
Achtung |
|---|---|
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Falls Sie keine dieser Vorsichsmaßnahmen durchführen können, sind Sie
möglicherweise nicht bereit für die |
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Tipp |
|---|---|
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Die offiziellen Richtlinien für das Debian-Archiv sind im Debian Policy-Handbuch, Kapitel 2 - The Debian Archive festgeschrieben. |
Lassen Sie uns das Debian-Archiv aus der Sicht eines Benutzers betrachten.
Für einen System-User erfolgt der Zugriff auf das Debian-Archiv über das APT-System.
Die Paketquellen für das APT-System werden hier mit dem Oberbegriff
sources.list definiert und sind in
sources.list(5) beschrieben.
Für die trixie-Suite mit typischem
HTTP-Zugriff sieht eine sources.list in
der traditionellen einzeiligen Darstellung wie folgt aus:
deb http://deb.debian.org/debian/ trixie main non-free-firmware contrib non-free deb-src http://deb.debian.org/debian/ trixie main non-free-firmware contrib non-free deb http://security.debian.org/debian-security trixie-security main non-free-firmware contrib non-free deb-src http://security.debian.org/debian-security trixie-security main non-free-firmware contrib non-free
Die alternative Darstellung im deb822-Format:
Types: deb deb-src URIs: http://deb.debian.org/debian/ Suites: trixie Components: main non-free-firmware contrib non-free Types: deb deb-src URIs: http://security.debian.org/debian-security/ Suites: trixie-security Components: main non-free-firmware contrib non-free
Die Kernpunkte der sources.list sind folgende:
In einzeiliger Darstellung:
Die Konfigurationsdateien sind hier die Datei
"/etc/apt/sources.list" sowie alle
"/etc/apt/sources.list.d/*.list"-Dateien.
Jede Zeile definiert eine Paketquelle für das APT-System.
Die "deb"-Zeile definiert eine Quelle für Binärpakete.
Die "deb-src"-Zeile definiert eine Quelle für
Quellpakete.
Das erste Argument ist die Wurzel-URL für das Debian-Archiv.
Das zweite Argument ist der Name der Distribution, entweder als Name der Suite oder als Codename.
Das dritte und die darauf folgenden Argumente sind eine Liste gültiger Namen für Bereiche im Debian-Archiv.
Im deb822-Format:
Die Konfiguration wird hier in
"/etc/apt/sources.list.d/*.sources"-Dateien festgelegt.
Jeder Block von Zeilen (getrennt durch eine Leerzeile) definiert eine Paketquelle für das APT-System.
Der "Types:"-Eintrag definiert den Typ der Quelle wie
"deb" (für Binärpakete) und "deb-src"
(für Quellpakete).
Der "URIs:"-Eintrag definiert die Liste von
Wurzel-URI-Adressen für das Debian-Archiv.
Der "Suites:"-Eintrag definiert die Liste der
Distributionsnamen, entweder über den Namen der Suite oder den Codenamen.
Der "Components:"-Eintrag definiert die Liste der
verwendeten Archivbereiche aus dem Debian-Archiv.
Die Definition für "deb-src" kann problemlose weggelassen
werden, wenn die Konfiguration lediglich für aptitude
ist, da aptitude entsprechende Metadaten nicht
auswertet. Dies beschleunigt die Aktualisierung der Archiv-Metadaten.
Die URL kann "https://", "http://",
"ftp://", "file://", …. sein.
Zeilen, die mit "#" beginnen, sind Kommentare und werden
ignoriert.
Hier neige ich dazu, den Codenamen "trixie"
oder "forky" zu verwenden statt dem Namen
der Suite (stable oder "testing"), um
Überraschungen zu vermeiden, wenn das nächste
Stable-Release veröffentlicht wird.
|
Tipp |
|---|---|
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Falls in dem obigen Beispiel " |
Hier eine Liste der URL von Debian-Archiv-Seiten und Suite- oder Codenamen,
die in der Konfigurationsdatei nach einer
trixie-Veröffentlichung verwendet werden.
Tabelle 2.2. Liste von Debian-Archiv-Seiten
| Archiv-URL | Suite-Name | Codename | Zweck der Paketquelle |
|---|---|---|---|
| http://deb.debian.org/debian/ | stable |
trixie |
Quasi statische stable-Veröffentlichung, umfangreich
getestet |
| http://deb.debian.org/debian/ | testing |
forky |
Dynamische testing-Veröffentlichung, annehmbar getestet,
Änderungen nach kurzer Wartezeit |
| http://deb.debian.org/debian/ | unstable |
sid |
Dynamische unstable-Veröffentlichung, nur minimale Tests,
Änderungen ohne Wartezeit |
| http://deb.debian.org/debian/ | experimental |
Nicht verfügbar | Experimentelle Vorveröffentlichung von Entwicklern (optional, nur für Entwickler) |
| http://deb.debian.org/debian/ | stable-proposed-updates |
trixie-proposed-updates |
Aktualisierungen für die nächste
stable-Zwischenveröffentlichung (optional) |
| http://deb.debian.org/debian/ | stable-updates |
trixie-updates |
Eine Untermenge von stable-proposed-updates für Pakete,
die dringende Updates erfordern, wie Anpassungen von Zeitzonen (optional) |
| http://deb.debian.org/debian/ | stable-backports |
trixie-backports |
Grobe Sammlung von vorkompilierten Paketen überwiegend aus der
testing-Suite (optional) |
| http://security.debian.org/debian-security/ | stable-security |
trixie-security |
Sicherheitsaktualisierungen für die stable-Suite
(wichtig) |
| http://security.debian.org/debian-security/ | testing-security |
forky-security |
Weder aktiv unterstützt noch genutzt vom Security-Team |
|
Achtung |
|---|---|
|
Nur die reine |
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Achtung |
|---|---|
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Sie sollten grundsätzlich nur eine der Suiten |
|
Tipp |
|---|---|
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Für ein Debian-System mit der |
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Anmerkung |
|---|---|
|
Sicherheitsprobleme im |
Tabelle 2.3. Liste der Debian-Archiv-Bereiche
| Bereich | Anzahl der Pakete | Kriterien der Paketkomponenten |
|---|---|---|
main |
73518 | DFSG-konform und keine Abhängigkeiten zu non-free |
non-free-firmware |
50 | nicht DFSG-konforme Firmware; oft erforderlich, um ein angemessenes Ergebnis bei einer Systeminstallation zu erhalten |
contrib |
376 | DFSG-konform, aber mit Abhängigkeiten zu non-free |
non-free |
1036 | nicht DFSG-konform und nicht in non-free-firmware |
Die Paketanzahl in obiger Liste gilt für die amd64-Architektur. Der
main-Bereich stellt das Debian-System dar (lesen Sie dazu
Abschnitt 2.1.6, „Debian ist zu 100% freie Software“).
Die Struktur des Debian-Archivs können am besten erforschen, indem Sie mit
Ihrem Browser die jeweilige Archiv-URL mit einem angehängten
dists oder pool besuchen.
Die Distribution wird auf zwei Arten referenziert, über die Suite oder über den Codenamen. Das Wort "Distribution" wird in vielen Dokumentationen synonym zum Namen der Suite verwendet. Die Beziehung zwischen Suite und Codename kann wie folgt zusammengefasst werden:
Tabelle 2.4. Zusammenhanag zwischen Suite und Codename
| Zeitraum | Suite = Stable |
Suite = Testing |
Suite = Unstable |
|---|---|---|---|
nach der Veröffentlichung von Trixie |
Codename = Trixie |
Codename = Forky |
Codename = Sid |
nach der Veröffentlichung von Forky |
Codename = Forky |
Codename = Duke |
Codename = Sid |
Die Historie der Codenamen ist beschrieben in der Debian FAQ: Kapitel 6.2.1 Welche Codenamen wurden in der Vergangenheit verwendet?
In der strengeren Debian-Archiv-Terminologie wird das Wort "Sektion" (section) speziell für die Kategorisierung der Pakete durch Anwendungen genutzt (obwohl der Begriff "main section" auch verwendet werden könnte, um den Bereich "main" im Debian-Archiv zu beschreiben).
Immer wenn ein Debian-Entwickler (DD, von Debian developer) ein Paket in das
Unstable-Archiv hochlädt (via incoming), muss der DD dafür sorgen, dass das
hochgeladene Paket mit dem aktuellen Satz der Pakete im
Unstable-Archiv kompatibel ist.
Falls der DD diese Kompatibilität absichtlich verletzt (für wichtige Bibliotheksaktualisierungen usw.), gibt es gewöhnlich eine Ankündigung dazu auf der Mailingliste debian-devel.
Bevor eine Gruppe von Paketen durch das Wartungsskript des Debian-Archivs
von Unstable nach Testing verschoben
wird, prüft das Wartungsskript nicht nur das Alter (rund 2-10 Tage alt) und
den Status der veröffentlichungskritischen Fehler (RC bugs) für die Pakete,
sondern versucht auch die Kompatibilität der Pakete mit dem aktuellen Satz
der Pakete im Testing-Archiv sicherzustellen. Dieser
Prozess macht Testing sehr aktuell und nutzbar.
Durch den abgestuften, vom Release-Team gesteuerten Archiv-Freeze-Prozess
ist das Testing-Archiv bereits gereift, um es auf diesem
Wege - mit einigen manuellen Eingriffen - vollständig konsistent und
fehlerfrei zu machen. Dann wird die neue
Stable-Veröffentlichung erzeugt, indem der Codename für
das alte Testing-Archiv dem neuen
Stable-Archiv zugewiesen wird; anschließend wird ein
neuer Codename für das neue Testing-Archiv erstellt. Die
anfänglichen Inhalte des neuen Testing entsprechen exakt
dem des neu veröffentlichten Stable.
Sowohl das Unstable- wie auch das
Testing-Archiv können aus unterschiedlichen Gründen unter
vorübergehenden Störungen leiden:
Upload eines beschädigten Pakets in das Archiv (meistens bei
Unstable);
Verzögerung, bis die neuen Pakete im Archiv akzeptiert werden (meistens bei
Unstable);
Timing-Probleme bei der Archiv-Synchronisation (sowohl bei
Testing wie auch bei Unstable);
Manuelle Eingriffe in das Archiv wie das Entfernen eines Pakets (überwiegend
bei Testing).
Falls Sie sich also jemals entscheiden, diese Archive zu verwenden, sollten Sie in der Lage sein, diese Arten von Störungen zu beheben oder zu umgehen.
|
Achtung |
|---|---|
|
Für die ersten Monate nach einer neuen
|
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Tipp |
|---|---|
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Wenn Sie das |
Näheres über Begriffsdefinitionen zum Debian-Archiv finden Sie im Debian Policy-Handbuch:
"Sections" (Sektionen);
"Priorities" (Prioritäten);
"Base system" (Grundsystem);
"Essential packages" (grundlegende Pakete).
Debian besteht aus folgenden Gründen zu 100% aus freier Software:
Debian installiert standardmäßig nur freie Software und respektiert so diedie Freiheit des Benutzers.
Debian stellt in main nur freie Software bereit.
Debian empfiehlt, nur freie Software aus main zu
verwenden.
Kein Paket in main hängt von Paketen in
non-free, non-free-firmware oder
contrib ab bzw. empfiehlt diese.
Einige Leute fragen sich, ob sich folgende Fakten widersprechen oder nicht:
"Debian wird zu 100% frei bleiben" (der erste Punkt des Debian-Gesellschaftsvertrags).
Debian-Server beherbergen etliche non-free-firmware-,
non-free- und contrib-Pakete.
Sie widersprechen sich nicht, und zwar aus folgenden Gründen:
Das Debian-System ist zu 100% frei und seine Pakete werden von
Debian-Servern im main-Bereich vorgehalten.
Pakete außerhalb des Debian-Systems befinden sich auf den Debian-Servern in
den Bereichen non-free,
non-free-firmware und contrib.
Dies wird auch präzise unter Punkt 4 und 5 des Debian-Gesellschaftsvertrags erklärt:
Unsere Prioritäten sind unsere Anwender und Freie Software
Wir orientieren uns an den Bedürfnissen unserer Anwender und der Gemeinschaft für Freie Software. Deren Interessen stehen an erster Stelle. Wir werden unsere Nutzer bei ihrer Arbeit mit den verschiedensten Rechnerumgebungen unterstützen. Wir haben nichts gegen unfreie Arbeiten, die darauf abzielen, auf Debian-Systemen verwendet zu werden oder versuchen, eine Gebühr von Personen, die solche Arbeiten erstellen oder verwenden, einzufordern. Wir erlauben anderen, Distributionen zu erstellen, die das Debian-System und andere Arbeiten enthalten, ohne dafür irgendwelche Gebühren zu erheben. Um diese Ziele zu fördern, bieten wir ein integriertes System von hoher Qualität an, das die gerade beschriebene Nutzung nicht durch rechtliche Einschränkungen verhindert.
Arbeiten, die nicht unseren Standards für Freie Software genügen
Wir wissen, dass einige unserer Anwender unbedingt Arbeiten einsetzen
müssen, die nicht den Debian-Richtlinien für Freie Software entsprechen. Für
solche Arbeiten haben wir die Bereiche "non-free",
"non-free-firmware" und "contrib" in
unserem Archiv eingerichtet. Die Pakete in diesen Bereichen sind nicht
Bestandteil des Debian-Systems, wurden aber trotzdem für den Einsatz mit
Debian vorbereitet. Wir empfehlen den CD-Herstellern, die jeweiligen
Lizenzbestimmungen der Pakete in diesen Bereichen zu studieren und selbst zu
entscheiden, ob sie die Pakete mit ihren CDs verteilen dürfen. Obwohl
unfreie Arbeiten nicht Bestandteil von Debian sind, unterstützen wir ihren
Einsatz und bieten Infrastruktur für nicht-freie Pakete an (z.B. unsere
Fehlerdatenbank und die Mailinglisten). Offizielle Installationsmedien von
Debian könnten Firmware enthalten, die sonst nicht Teil des Debian-Systems
sind; dies soll es ermöglichen, Debian auf Hardware einzusetzen, die solche
Firmware erfordert.
|
Anmerkung |
|---|---|
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Der aktuelle Text des 5. Absatzes im derzeitigen Debian-Gesellschaftsvertrag unterscheidet sich geringfügig von obigem Text. Diese redaktionelle Abweichung ist beabsichtigt, um dieses Dokument konsistent zu machen, ohne den realen Inhalt des Gesellschaftsvertrags ändern zu müssen. |
Benutzer sollten sich der Risiken bewußt sein, die durch die Verwendung von
Paketen aus non-free,
non-free-firmware und contrib
entstehen:
fehlende Freiheit bei diesen Software-Paketen;
keine Unterstützung von Debian für solche Software-Pakete (Debian kann keine vernünftige Unterstützung für Software bieten, bei der nicht auf den Quellcode zugegriffen werden kann);
Verunreinigung Ihres zu 100% freien Debian-Systems.
Die Debian-Richtlinien für Freie Software (DFSG) sind der Freie-Software-Standard für Debian. Debian interpretiert "Software" im weitesten Sinne inklusive Dokumentation, Firmware, Logos und künstlerische Arbeiten in einem Paket. Aufgrund dessen sind Debians Freie-Software-Standards sehr streng.
Typische non-free-, non-free-firmware-
und contrib-Pakete enthalten frei verteilbare Pakete der
folgenden Typen:
Dokumentationspakete unter der GNU-Lizenz für freie
Dokumentation mit unveränderlichen Abschnitten wie diejenigen für
GCC und Make (meistens zu finden in der Sektion
non-free/doc).
Firmware-Pakete, die Binärdaten ohne Quelltext enthalten, wie diejenigen,
die in Abschnitt 9.10.5, „Hardware-Treiber und Firmware“ unter
non-free-firmware aufgeführt sind (meistens zu finden in
der Sektion non-free-firmware/kernel).
Spiele- und Schriftarten-Pakete mit Einschränkungen für die kommerzielle Verwendung und/oder inhaltliche Veränderung.
Bitte beachten Sie, dass die Anzahl der Pakete in
non-free, non-free-firmware und
contrib weniger als 2% der Pakete in
main beträgt. Den Zugriff auf die Bereiche
non-free, non-free-firmware und
contrib des Archivs zu ermöglichen, verschleiert nicht
die Quellen der Pakete. Die interaktive Verwendung von
aptitude(8) im Vollbildmodus erlaubt Ihnen die
vollständige Ansicht und Kontrolle darüber, welche Pakete aus welchen
Bereichen installiert sind, um Ihr System so frei zu halten, wie Sie
möchten.
Das Debian-System stellt einen konsistenten Satz von Binärpaketen bereit und verwendet dafür einen Deklarationsmechanismus für versionierte Binärabhängigkeiten über Felder in der control-Datei. Hier eine leicht vereinfachte Definition dieser Felder:
"Depends" / Hängt ab von
Depends deklariert eine absolute Abhängigkeit und alle Pakete, die in diesem Feld aufgelistet sind, müssen zur selben Zeit oder im Voraus installiert sein.
"Pre-Depends" / Hängt ab (vorher) von
Pre-Depends ist ähnlich wie Depends, nur dass die vollständige Installation der aufgelisteten Pakete im Voraus erforderlich ist.
"Recommends" / Empfiehlt
Recommends deklariert eine starke, aber nicht absolute Abhängigkeit. Die meisten Benutzer würden das Paket nicht installiert haben wollen, solange nicht auch alle in diesem Feld aufgelisteten Pakete installiert sind.
"Suggests" / Schlägt vor
Suggests deklariert eine schwache Abhängigkeit. Viele Benutzer dieses Pakets würden davon profitieren, auch die in diesem Feld aufgelisteten Pakete zu installieren, aber selbst ohne diese bietet das Paket vernünftige Funktionalität.
"Enhances" / Wertet auf
Enhances deklariert eine schwache Abhängigkeit wie Suggests, nur funktioniert sie in der entgegengesetzten Richtung.
"Breaks" / Beschädigt
Breaks deklariert eine Paket-Inkompatibilität, gewöhnlich mit einer Versionsangabe. Grundsätzlich lösen Sie etwaige Probleme, indem Sie alle in diesem Feld aufgelisteten Pakete auf den neuesten Stand bringen.
"Conflicts" / Kollidiert
Conflicts deklariert eine absolute Inkompatibilität. Alle in diesem Feld aufgelisteten Pakete müssen entfernt werden, um dieses Paket zu installieren.
"Replaces" / Ersetzt
Replaces wird deklariert, wenn Dateien, die von diesem Paket installiert werden, andere Dateien in den aufgelisteten Paketen ersetzen.
"Provides" / Stellt bereit
Provides wird deklariert, wenn dieses Paket alle Dateien und Funktionalitäten der hier aufgelisteten Pakete bereitstellt.
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Anmerkung |
|---|---|
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Bitte beachten Sie, dass die gleichzeitige Deklaration von "Provides", "Conflicts" und "Replaces" für ein virtuelles Paket eine vernünftige Konfiguration ist. So wird sichergestellt, dass nur ein reelles Paket, das dieses virtuelle Paket bereit stellt, zur jeweiligen Zeit installiert sein kann. |
Die offizielle Definition inklusive der Quellpaket-Abhängigkeiten finden Sie im Debian Policy-Handbuch: Kapitel 7 - Declaring relationships between packages.
Hier folgt eine vereinfachte Ereignisabfolge für das APT-Paketmanagement.
Aktualisierung der Paketlisten / Update
("apt update", "aptitude update" oder
"apt-get update"):
Archiv-Metadaten vom Archiv-Server beziehen;
Neuaufbau und Aktualisierung der lokalen Metadaten für die Verwendung durch APT.
Paketaktualisierung / Upgrade
("apt upgrade" und "apt full-upgrade"
oder "aptitude safe-upgrade" und "aptitude
full-upgrade" oder "apt-get upgrade" und
"apt-get dist-upgrade"):
Auswahl der Installationskandidat-Version für alle installierten Pakete, was üblicherweise die jeweils letzte verfügbare Version ist (in Abschnitt 2.7.7, „Die Installationskandidat-Version anpassen mit apt-pinning“ finden Sie Infos, wie Sie Ausnahmen festlegen);
Auflösung der Paketabhängigkeiten;
Ausgewählte Binärpakete vom Archiv-Server beziehen, falls die jeweilige Installationskandidat-Version sich von der installierten Version unterscheidet;
Entpacken der heruntergeladenen Binärpakete;
Ausführen des preinst-Skripts;
Installieren der Binärdateien;
Ausführen des postinst-Skripts.
Installieren / Install ("apt
install …", "aptitude install …" oder
"apt-get install …"):
Auswählen der Pakete über die Angabe auf der Befehlszeile
Auflösung der Paketabhängigkeiten;
Beziehen der ausgewählten Binärpakete vom Archiv-Server;
Entpacken der heruntergeladenen Binärpakete;
Ausführen des preinst-Skripts;
Installieren der Binärdateien;
Ausführen des postinst-Skripts.
Entfernen / Remove ("apt remove
…", "aptitude remove …" oder "apt-get
remove …"):
Auswählen der Pakete über die Angabe auf der Befehlszeile
Auflösung der Paketabhängigkeiten;
Ausführen des prerm-Skripts;
Löschen der installierten Dateien außer den Konfigurationsdateien;
Ausführen des postrm-Skripts.
Entfernen inkl. der Konfigurationsdateien /
Purge ("apt purge", "aptitude purge
…" oder "apt-get purge …"):
Auswählen der Pakete über die Angabe auf der Befehlszeile
Auflösung der Paketabhängigkeiten;
Ausführen des prerm-Skripts;
Löschen der installierten Dateien inklusive der Konfigurationsdateien;
Ausführen des postrm-Skripts.
Um des Gesamtbildes willen habe ich hier absichtlich technische Details übersprungen.
Sie sollten die offizielle Dokumentation lesen. Das erste Dokument ist
hierbei die Debian-spezifische Datei
"/usr/share/doc/paketname/README.Debian".
Weitere Dokumentation in
"/usr/share/doc/paketname/" sollten
Sie ebenfalls konsultieren. Wenn Sie die Shell wie in Abschnitt 1.4.2, „Anpassen der bash“ beschrieben eingerichtet haben, geben Sie
folgendes ein:
$ cd package_name
$ pager README.Debian
$ mc
Sie müssen unter Umständen das entsprechende Dokumentationspaket
installieren (hängen Sie dazu "-doc" an den Namen an), um
die Dokumentation verfügbar zu haben.
Wenn Sie Probleme mit einem bestimmten Paket haben, sollten Sie unbedingt zuerst die Seiten der Debian-Fehlerdatenbank (BTS) besuchen.
Tabelle 2.5. Liste wichtiger Websites zur Lösung von Paketproblemen
| Website | Befehl |
|---|---|
| Homepage der Debian-Fehlerdatenbank (BTS) | sensible-browser "https://bugs.debian.org/" |
| Fehlerberichte gegen ein bestimmtes Paket | sensible-browser
"https://bugs.debian.org/paketname" |
| Fehlerbericht mit einer bekannten Fehlernummer | sensible-browser
"https://bugs.debian.org/fehlernummer" |
Suchen Sie bei Google mit Suchbegriffen, die
"site:debian.org",
"site:wiki.debian.org",
"site:lists.debian.org" usw. enthalten.
Wenn Sie einen Fehlerbericht einreichen, nutzen Sie bitte den Befehl
reportbug(1).
Wenn Sie auf mehr als zwei ähnliche Pakete stoßen und sich fragen, welches Sie installieren sollen, ohne dabei nach dem "trial and error"-Verfahren (ausprobieren und schauen, welches das richtige ist) vorgehen zu müssen, sollten Sie ein wenig Ihren gesunden Menschenverstand benutzen. Die folgenden Punkte können als gute Hinweise auf passende Pakete angesehen werden:
Essentiell: ja > nein;
Bereich: main > contrib > non-free;
Priorität: erforderlich > wichtig > standard > optional > extra;
Tasks: Pakete, die in Tasks wie "Desktop-Umgebungen" aufgelistet sind;
Pakete, die über eine Paketabhängigkeit ausgewählt werden
(z.B. gcc-10 über gcc);
Popcon: höhere Einstufung bei den vote- und install-Werten;
Changelog (Änderunsprotokoll): regelmäßige Aktualisierungen durch den Betreuer;
BTS (Fehlerdatenbank): keine veröffentlichungskritischen Fehler (RC-Bugs, d.h. keine Fehler mit Schweregrad critical, grave oder serious);
BTS (Fehlerdatenbank): Betreuer reagiert auf Fehlerberichte;
BTS (Fehlerdatenbank): höhere Anzahl von kürzlich behobenen Fehlern;
BTS (Fehlerdatenbank): niedrigere Anzahl von offenen Fehlern mit Schweregrad (Severity) verschieden von wishlist.
Debian ist ein Freiwilligenprojekt mit verteiltem Entwicklungsmodell, dessen Archiv viele Pakete unterschiedlicher Zielsetzung und Qualität enthält. Sie müssen Ihre eigene Entscheidung treffen, was Sie damit anfangen.
Welche Debian-Suite Sie auch immer entschieden haben zu nutzen, Sie werden immer den Wunsch haben, Versionen von Programmen laufen zu lassen, die nicht in dieser Suite enthalten sind. Selbst wenn Sie Binärpakete von solchen Programmen in anderen Debian-Suites oder in nicht-Debian-Quellen finden, könnten deren Abhängigkeiten mit Ihrem aktuellen Debian-Systemen kollidieren.
Obwohl Sie das Paketmanagement anpassen können, z.B. mit der apt-pinning-Technik, um solche nicht-synchronen Binärpakete zu installieren (wie in Abschnitt 2.7.7, „Die Installationskandidat-Version anpassen mit apt-pinning“ beschrieben), haben diese Ansätze nur eine begrenzte Reichweite, da sie auch die entsprechenden Programme oder Ihr System beschädigen können.
Bevor Sie all zu brutal versuchen, solchen nicht-synchronen Pakete zu installieren, sollten Sie vorher alle verfügbaren alternativen und sicheren Lösungen in Erwägung ziehen, die mit Ihrem aktuellen Debian-System kompatibel sind:
Installieren solcher Programme unter Verwendung eines passenden Binärpakets von Upstream in einer Sandbox (siehe Abschnitt 7.7, „Sandbox“).
Erzeugen Sie eine chroot- oder ähnliche Umgebung und lassen Sie dort solche Programme laufen (lesen Sie dazu Abschnitt 9.11, „Virtualisierte Systeme“).
CLI-Befehle (Konsolen-Programme) können auf einfache Art in einer kompatiblen Chroot-Umgebung ausgeführt werden (siehe Abschnitt 9.11.4, „Chroot-System“).
Systeme mit mehreren grafischen Arbeitsplatzumgebungen können einfach ohne einen Reboot getestet werden (siehe Abschnitt 9.11.5, „System mit mehreren Arbeitsplatzumgebungen“).
Bauen Sie die gewünschten Versionen der Binärpakete selbst, so dass sie mit Ihrem laufenden Debian-System kompatibel sind.
Dies ist allerdings keine triviale Aufgabe (siehe Abschnitt 2.7.13, „Ein Paket auf das Stable-System portieren“).
Paketmanagement-Operationen können im Debian-System mit vielen, auf APT
aufbauenden Werkzeugen durchgeführt werden. Wir beschreiben hier drei
grundlegende Paketmanagement-Werkzeuge: apt,
apt-get / apt-cache und
aptitude.
Für Paketmanagement-Operationen inklusive Installation oder Aktualisierung der Paket-Metadaten benötigen Sie root-Privilegien.
Obwohl aptitude ein tolles interaktives Werkzeug ist, das
auch der Autor überwiegend verwendet, sollten Sie einige warnende Fakten
kennen:
aptitude wird nicht für das Upgrade eines
Debian-Stable-Systems (Hochrüstung von einer
Stable-Version zur nächsten) empfohlen.
Dafür empfehlen wir "apt full-upgrade" oder
"apt-get dist-upgrade". Lesen Sie dazu den Fehlerbericht #411280.
Manchmal empfiehlt aptitude beim System-Upgrade von
Testing- oder Unstable-Systemen die
massenweise Entfernung von Paketen.
Diese Situation hat schon manchen Systemadministrator erschreckt. Aber: keine Panik.
Dies wurde scheinbar überwiegend dadurch verursacht, dass eine Schieflage
bei den Versionsnummern von Paketen bestand, die von Metapaketen wie
gnome-core abhängen oder diese empfehlen.
Sie können dies beheben, indem Sie "Noch ausstehende Aktionen abbrechen" im
Menü von aptitude wählen, aptitude
beenden und "apt full-upgrade" verwenden.
Die Befehle apt-get und apt-cache sind
sehr grundlegende APT-basierte
Paketmanagement-Werkzeuge.
apt-get und apt-cache bieten lediglich
eine Befehlszeilen-Oberfläche.
apt-get eignet sich sehr gut für die großen Systemhochrüstungen von einer
Debian-Veröffentlichung auf die nächste, usw.
apt-get bietet einen robusten Mechanismus zur Auflösung von
Paketabhängigkeiten.
apt-get ist weniger anspruchsvoll bezüglich der
Hardware-Ressourcen. Es verbraucht weniger Speicher und läuft schneller.
apt-cache bietet eine grundlegende, auf regulären Ausdrücken basierende
Suche über Paketname und -beschreibung.
apt-get und apt-cache können über
/etc/apt/preferences mehrere Versionen des gleichen
Pakets verwalten, aber dies ist ziemlich mühselig.
Das apt-Programm ist eine Befehlszeilenschnittstelle für
das Paketmanagement. Es ist vom Grundsatz her ein Wrapper-Skript für
apt-get, apt-cache und ähnliche
Programme und als Bedienoberfläche für den Benutzer gedacht; einige für die
interaktive Nutzung zweckmäßige Optionen sind standardmäßig aktiviert.
apt bietet eine nette Fortschrittsanzeige bei der
Paketinstallation mittels apt install.
Standardmäßig entfernt
apt die zwischengespeicherten
.deb-Dateien nach der erfolgreichen Installation.
|
Tipp |
|---|---|
|
Benutzern wird empfohlen, den neuen |
Der Befehl aptitude ist das vielseitigste APT-basierte
Paketmanagement-Werkzeug.
aptitude bietet eine interaktive textbasierte
Benutzeroberfläche mit Vollbildschirm-Ansicht.
aptitude enthält auch eine
Befehlszeilen-Benutzerschnittstelle.
aptitude eignet sich sehr gut für das tägliche interaktive Paketmanagement, wie die
Überprüfung installierter Pakete und die Suche nach verfügbaren Paketen.
aptitude ist anspruchsvoller bezüglich der
Hardware-Ressourcen. Es verbraucht mehr Speicher und läuft geringfügig
langsamer.
aptitude bietet eine erweiterte, auf regulären Ausdrücken basierende
Suche über alle Paket-Metadaten.
aptitude kann mehrere Versionen des gleichen Pakets
verwalten, ohne dabei /etc/apt/preferences zu verwenden,
und es ist sehr intuitiv.
Hier einige grundlegende Paketmanagement-Operationen auf der Befehlszeile,
die apt(8), aptitude(8) und
apt-get(8) / apt-cache(8) verwenden.
Tabelle 2.6. Grundlegende Paketmanagement-Operationen mit apt(8),
aptitude(8) und apt-get(8) /
apt-cache(8)
apt-Syntax |
aptitude-Syntax |
apt-get/apt-cache-Syntax |
Beschreibung |
|---|---|---|---|
apt update |
aptitude update |
apt-get update |
Aktualisieren der Paket-Metadaten |
apt install foo |
aptitude install foo |
apt-get install foo |
Installieren der Installationskandidat-Version von "foo"
inklusive seiner Abhängigkeiten |
apt upgrade |
aptitude safe-upgrade |
apt-get upgrade |
Installieren der Installationskandidat-Version aller installierten Pakete, ohne irgendwelche anderen Pakete zu entfernen |
apt full-upgrade |
aptitude full-upgrade |
apt-get dist-upgrade |
Installieren der Installationskandidat-Version aller installierten Pakete und Entfernen anderer Pakete, falls nötig |
apt remove foo |
aptitude remove foo |
apt-get remove foo |
Entfernen des Pakets "foo" bei gleichzeitiger Erhaltung
seiner Konfigurationsdateien |
apt autoremove |
Nicht verfügbar | apt-get autoremove |
Entfernen aller automatisch installierten, nicht mehr benötigten Pakete |
apt purge foo |
aptitude purge foo |
apt-get purge foo |
Vollständiges Entfernen des Pakets "foo" und Löschung
seiner Konfigurationsdateien |
apt clean |
aptitude clean |
apt-get clean |
Vollständiges Leeren des lokalen Depots heruntergeladener Paketdateien |
apt autoclean |
aptitude autoclean |
apt-get autoclean |
Leeren des lokalen Depots heruntergeladener Paketdateien für veraltete Pakete |
apt show foo |
aptitude show foo |
apt-cache show foo |
Anzeigen von detaillierten Informationen über das Paket
"foo" |
apt search regex |
aptitude search regex |
apt-cache search regex |
Suchen nach Paketen, auf die der reguläre Ausdruck regex zutrifft |
| Nicht verfügbar | aptitude why regex |
Nicht verfügbar | Erklären, warum die Pakete, auf die der reguläre Ausdruck regex zutrifft, installiert werden sollen |
| Nicht verfügbar | aptitude why-not regex |
Nicht verfügbar | Erklären, warum die Pakete, auf die der reguläre Ausdruck regex zutrifft, nicht installiert werden sollen |
apt list --manual-installed |
aptitude search '~i!~M' |
apt-mark showmanual |
Händisch installierte Paket auflisten |
apt/apt-get und
aptitude können ohne größere Probleme gemischt verwendet
werden.
Der Befehl "aptitude why regex" kann
mehr Informationen ausgeben, wenn "-v" verwendet wird ("aptitude -v
why regex"). Ähnliche Informationen erhalten
Sie mit apt rdepends paket" oder
"apt-cache rdepends paket.
Wenn aptitude im Befehlszeilenmodus gestartet wird und
Probleme wie z.B. Paketkonflikte anzeigt, können Sie im Nachhinein in die
interaktive Vollbildschirm-Ansicht wechseln, indem Sie am Prompt die Taste
"e" drücken.
|
Anmerkung |
|---|---|
|
Obwohl der |
Befehlsoptionen können direkt im Anschluß an den
"aptitude"-Befehl angegeben werden.
Tabelle 2.7. Erwähnenswerte Befehlsoptionen für aptitude(8)
| Befehlsoptionen | Beschreibung |
|---|---|
-s |
das Resultat des Befehls simulieren |
-d |
nur Herunterladen, aber nicht installieren/aktualisieren |
-D |
kurze Erläuterungen vor automatischen Installationen und Entfernungen anzeigen |
Weitere Informationen finden Sie unter aptitude(8) und im
"aptitude-Benutzerhandbuch" in
"/usr/share/doc/aptitude/README".
Für interaktives Paketmanagement starten Sie aptitude von
der Konsolen-Shell aus im interaktiven Modus mit:
$ sudo aptitude -u Password:
Die lokale Kopie der Archivinformationen wird aktualisiert und die
Paketliste in der Vollbildschirm-Ansicht angezeigt. Aptitude legt seine
Konfiguration in "~/.aptitude/config" ab.
|
Tipp |
|---|---|
|
Wenn Sie root's Konfiguration verwenden wollen statt der des
unprivilegierten Benutzers, verwenden Sie in obigem Ausdruck " |
|
Tipp |
|---|---|
|
|
Es folgen einige erwähnenswerte Tastenkürzel, um in der Vollbildschirm-Ansicht den Status von Paketen abzufragen und "geplante Aktionen" vorzumerken.
Tabelle 2.8. Liste der Tastaturkürzel für aptitude
| Taste | Tastaturbefehl |
|---|---|
F10 oder Strg-t |
Menü |
? |
Hilfe für Tastaturkürzel anzeigen (ausführlichere Auflistung) |
F10 → Hilfe → Handbuch |
Benutzerhandbuch anzeigen |
u |
Paketinformationen (Metadaten) aktualisieren |
+ |
Paket zur Aktualisierung (upgrade) oder Installation (install) vormerken |
- |
Paket zum Entfernen (remove) vormerken (Konfigurationsdateien erhalten) |
_ |
Paket zum vollständigen Entfernen (purge) vormerken (Konfigurationsdateien löschen) |
= |
Paket auf Zurückhalten (hold) setzen |
U |
Alle aktualisierbaren Pakete markieren (die gleiche Funktion wie full-upgrade) |
g |
Das Herunterladen und Installieren aller markierten Pakete starten |
q |
Aktuelle Ansicht schließen und Änderungen speichern |
x |
Aktuelle Ansicht schließen und Änderungen verwerfen |
Enter |
Informationen über ein Paket anzeigen |
C |
Änderungsprotokoll (Changelog) eines Pakets anzeigen |
l |
Ändern des Filters für die Paketanzeige |
/ |
Suche nach dem ersten Treffer |
\ |
Wiederholen der letzten Suche |
Die Angabe des Dateinamens auf der Befehlszeile sowie das Eingabefeld nach
dem Drücken von "l" und "//" nutzen
aptitudes Regex (regulären Ausdruck) wie unten beschrieben. Damit aptitudes
regulärer Ausdruck exakt auf einen Paketnamen zutrifft, können Sie eine
Zeichenkette verwenden, die mit "~n" beginnt, gefolgt von
dem Paketnamen.
|
Tipp |
|---|---|
|
Im interaktiven Modus müssen Sie " |
In der interaktiven Vollbildschirm-Ansicht von
aptitude(8) werden Pakete in der Paketliste wie im
folgenden Beispiel angezeigt:
idA libsmbclient -2220kB 3.0.25a-1 3.0.25a-2
Diese Zeile hat die folgenden Bedeutungen (von links nach rechts):
die Markierung für den aktuellen Zustand (der erste Buchstabe);
die Markierung für die geplante Aktion (der zweite Buchstabe);
die Markierung für "automatisch installiert" (der dritte Buchstabe);
der Paketname;
die voraussichtliche Änderung beim verwendeten Platz auf der Festplatte, ausgelöst durch die geplante Aktion;
die aktuelle Version des Pakets;
die Installationskandidat-Version des Pakets.
|
Tipp |
|---|---|
|
Eine vollständige Liste der Markierungen finden Sie am unteren Ende der
Hilfe-Ansicht, die Ihnen durch Drücken
von " |
Die Installationskandidat-Version wird
aufgrund der aktuellen lokalen Voreinstellungen ausgewählt (lesen Sie dazu
apt_preferences(5) und Abschnitt 2.7.7, „Die Installationskandidat-Version anpassen mit apt-pinning“).
Im Menü unter Ansichten sind verschiedene Arten von
Paketansichten verfügbar:
Tabelle 2.9. Liste der Ansichten für aptitude
| Ansicht | Beschreibung der Ansicht |
|---|---|
| Paketansicht | laut Tabelle 2.10, „Die Kategorisierung von Standard-Paketansichten“ (Standardeinstellung) |
Empfehlungen überprüfen |
Pakete auflisten, die von installierten Paketen empfohlen werden, aber noch nicht installiert sind |
Einfache Paketansicht |
Pakete ohne Kategorisierung anzeigen (für Verwendung mit Regex) |
Debtags-Browser |
Pakete sortiert nach der Kategorisierung in ihren debtags-Einträgen anzeigen |
Quellpaketansicht |
Pakete gruppiert nach Quellpaketen anzeigen |
|
Anmerkung |
|---|---|
|
Bitte helfen Sie uns, Pakete mit debtags zu versehen! |
Die Standard-Paketansicht kategorisiert Pakete ähnlich
wie dselect plus einiger zusätzlicher Funktionalitäten.
Tabelle 2.10. Die Kategorisierung von Standard-Paketansichten
| Kategorie | Beschreibung der Ansicht |
|---|---|
Aktualisierbare Pakete |
Pakete organisiert nach Sektion →
Bereich → Paket |
Neue Pakete |
" |
Installierte Pakete |
" |
Nicht installierte Pakete |
" |
Veraltete und lokal erstellte Pakete |
" |
Virtuelle Pakete |
Pakete mit der gleichen Funktionalität auflisten |
Tasks (Programmgruppen) |
Pakete mit verschiedenen Funktionalitäten auflisten, die grundsätzlich für eine bestimmte Aufgabe benötigt werden |
|
Tipp |
|---|---|
|
Die |
Aptitude bietet verschiedene Optionen, damit Sie über seine Regex-Formel (regulären Ausdruck) nach Paketen suchen können.
Shell-Befehlszeile:
"aptitude search aptitude_regex" zur
Anzeige von Installationsstatus, Paketname und Kurzbeschreibung passender
Pakete
"aptitude show paketname" zur
Anzeige detaillierter Informationen für ein Paket
Interaktive Vollbildschirm-Ansicht:
"l" zur Einschränkung der Paketansicht auf zutreffende
Pakete
"/" für die Suche nach einem passenden Paket
"\" für die Rückwärts-Suche nach einem passenden Paket
"n" zum Finden des nächsten Treffers
"N" zum Finden des nächsten Treffers in umgekehrter
Richtung
|
Tipp |
|---|---|
|
Die obige Zeichenkette paketname muss exakt auf den
Paketnamen zutreffen, außer sie beginnt mit " |
Die Regex-Formel (regulärer Ausdruck) ist ähnlich wie bei mutt ein erweiterter regulärer Ausdruck (ERE) (lesen Sie
dazu Abschnitt 1.6.2, „Reguläre Ausdrücke“); die Bedeutung der
aptitude-spezifischen speziellen Regelerweiterungen ist
im folgenden erklärt:
Tabelle 2.11. Liste von aptitudes Regex-Formeln
| Beschreibung der erweiterten Regel | Regex-Formel |
|---|---|
| Treffer auf Paketname | ~nregex_name |
| Treffer auf Paketbeschreibung | ~dregex_beschreibung |
| Treffer auf Task-Name | ~tregex_task |
| Treffer auf Debtag | ~Gregex_debtag |
| Treffer auf Paketbetreuer | ~mregex_betreuer |
| Treffer auf Paketsektion | ~sregex_sektion |
| Treffer auf Paketversion | ~Vregex_version |
| Treffer auf Archiv | ~A{trixie,forky,sid} |
| Treffer auf Paket-Herkunft | ~O{debian,…} |
| Treffer auf Priorität | ~p{extra,important,optional,required,standard} |
| Treffer auf essentielle Pakete | ~E |
| Treffer auf virtuelle Pakete | ~v |
| Treffer auf neue Pakete | ~N |
| Treffer auf noch nicht abgeschlossene Aktion | ~a{install,upgrade,downgrade,remove,purge,hold,keep} |
| Treffer auf installierte Pakete | ~i |
| Treffer auf Pakete mit der A-Markierung (automatisch installierte Pakete) | ~M |
| Treffer auf Pakete ohne A-Markierung (vom Administrator manuell zur Installation ausgewählte Pakete) | ~i!~M |
| Treffer auf installierte und aktualisierbare Pakete | ~U |
| Treffer auf entfernte Pakete, deren Konfigurationsdateien aber noch vorhanden sind | ~c |
| Treffer auf Pakete, die entfernt oder vollständig inklusive der Konfigurationsdateien entfernt wurden oder entfernt werden können | ~g |
| Treffer auf Pakete, die eine beschädigte Abhängigkeit melden | ~b |
| Treffer auf Pakete, die eine beschädigte Abhängigkeit vom Typ typ melden | ~Btyp |
| Treffer auf Pakete, die eine Abhängigkeit vom Typ typ definiert haben | ~D[typ:]muster |
| Treffer auf Pakete, die eine beschädigte Abhängigkeit vom Typ typ definiert haben | ~DB[typ:]muster |
| Treffer auf Pakete, zu denen auf muster passende Pakete die Abhängigkeit typ definiert haben | ~R[typ:]muster |
| Treffer auf Pakete, zu denen auf muster passende Pakete die beschädigte Abhängigkeit typ definiert haben | ~RB[typ:]muster |
| Treffer auf Pakete, von denen andere installierte Pakete abhängig sind | ~R~i |
| Treffer auf Pakete, von denen keine anderen installierten Pakete abhängig sind | !~R~i |
| Treffer auf Pakete, von denen andere installierte Pakete abhängig sind oder empfohlen werden | ~R~i|~Rrecommends:~i |
| Treffer auf Pakete, die auf muster passen, mit gefilterter Version | ~S filter muster |
| Treffer auf alle Pakete (true/wahr) | ~T |
| Treffer auf kein Paket (false/unwahr) | ~F |
Der Regex-Teil ist der gleiche erweiterte reguläre Ausdruck (ERE) wie in Unix-typischen
Textverarbeitungswerkzeugen und nutzt "^",
".*", "$" usw., wie es auch
egrep(1), awk(1) und
perl(1) tun.
Der Typ einer Abhängigkeit zur Festlegung von Wechselbeziehungen zwischen Paketen ist einer aus der folgenden Liste: depends (hängt ab von), predepends (hängt ab (vorher) von), recommends (empfiehlt), suggests (schlägt vor), conflicts (kollidiert mit), replaces (ersetzt), provides (stellt bereit).
Der Typ der Standardabhängigkeit ist "depends".
|
Tipp |
|---|---|
|
Wenn regex_muster ein Null-String ist, geben Sie
" |
Hier einige Abkürzungen:
"~Pname" ==
"~Dprovides:name"
"~Cname" ==
"~Dconflicts:name"
"…~W name" == "(…|name)"
Benutzer, denen mutt geläufig ist, werden sich auch hier
schnell zurechtfinden, da mutt die Inspiration für die Syntax des regulären
Ausdrucks war. Lesen Sie "SEARCHING, LIMITING, AND EXPRESSIONS" im
"Benutzerhandbuch" unter
"/usr/share/doc/aptitude/README".
|
Anmerkung |
|---|---|
|
Seit der |
Die Auswahl eines Pakets in aptitude bringt nicht nur
Pakete mit, die in seiner "Depends:"-Liste stehen,
sondern auch solche in "Recommends:", falls die
Einstellung im Menü unter F10 → "Optionen" →
"Einstellungen" → "Abhängigkeitsbehandlung" entsprechend gesetzt ist. Diese
automatisch installierten Pakete werden automatisch entfernt, wenn sie laut
aptitude nicht mehr benötigt werden.
Der Schalter, der das "auto install"-Verhalten von
aptitude steuert, kann auch über den Befehl
apt-mark(8) aus dem apt-Paket
verändert werden.
Sie können vergangene Paketaktivitäten in den Protokolldateien nachkontrollieren.
Tabelle 2.12. Protokolldateien für Paketaktivitäten
| Datei | Inhalt |
|---|---|
/var/log/dpkg.log |
Protokollierung der Operationen auf dpkg-Ebene für alle
Paketaktivitäten |
/var/log/apt/term.log |
Protokollierung der grundlegenden APT-Aktivitäten |
/var/log/aptitude |
Protokollierung der Aktivitäten des aptitude-Befehls |
In der Realität ist es nicht so einfach, aus diesen Protokollen auf die Schnelle aussagekräftige Informationen herauszuziehen. Abschnitt 9.3.9, „Aufzeichnen von Änderungen in Konfigurationsdateien“ gibt Ihnen hilfreiche Infos, wie Sie dies einfacher bewältigen können.
Hier ein paar Beispiele für aptitude(8)-Operationen.
Mit aptitude können Sie nach Paketen suchen, die Ihren
Anforderungen entsprechen, entweder über die Paketbeschreibung oder über die
Liste in "Tasks".
Der folgende Befehl listet Pakete auf, bei denen die Regex-Suche nach dem Paketnamen zutrifft:
$ aptitude search '~n(pam|nss).*ldap' p libnss-ldap - NSS module for using LDAP as a naming service p libpam-ldap - Pluggable Authentication Module allowing LDAP interfaces
Dies ist für Sie ziemlich praktisch, um den exakten Namen eines Pakets zu finden.
Wenn Sie den regulären Ausdruck "~dipv6" in der "Neuen
einfachen Paketansicht" im "l"-Dialog eingeben, werden
die angezeigten Pakete auf diejenigen eingeschränkt, bei denen der Ausdruck
auf die Paketbeschreibung zutrifft, und Sie können deren Informationen
interaktiv durchsuchen.
Sie können alle verbliebenen Konfigurationsdateien entfernter Pakete endgültig löschen.
Überprüfen Sie die Resultate des folgenden Befehls:
# aptitude search '~c'
Wenn Sie glauben, dass die aufgelisteten Pakete vollständig entfernt werden können, führen Sie folgenden Befehl aus:
# aptitude purge '~c'
Sie möchten das gleiche vielleicht im interaktiven Modus durchführen, um eine detailgenaue Kontrolle über den Vorgang zu haben:
Sie geben den regulären Ausdruck "~c" unter der "Neuen
Paketansicht" in dem "l"-Dialog ein. Dadurch werden die
angezeigten Pakete auf solche eingeschränkt, auf die der reguläre Ausdruck
zutrifft, d.h. "gelöscht, aber nicht vollständig inklusive der
Konfigurationsdateien entfernt". All diese, auf den regulären Ausdruck
zutreffenden Pakete können angezeigt werden, indem Sie auf der höchsten
Ebene der Anzeigehierachie (z.B. "Nicht installierte Pakete")
"[" drücken.
Dann drücken Sie auf einem Eintrag in der höchsten Anzeigehierachie
(z.B. auf "Nicht installierte Pakete") "_". Nur Pakete,
auf die der reguläre Ausdruck passt, werden auf diese Art vollständig
inklusive der Konfigurationsdateien entfernt. Sie können jedes dieser Pakete
interaktiv von der vollständigen Entfernung ausschließen, indem Sie auf dem
entsprechenden Paket "=" drücken.
Diese Methode ist ziemlich praktisch und funktioniert für viele andere Befehlskürzel.
Hier beschreibe ich, wie Sie den automatisch/manuell-Installationsstatus bereinigen können (nach der Verwendung von anderen Paketinstallationsprogrammen o.ä.):
Starten Sie aptitude im interaktiven Modus als root.
Drücken Sie "u", "U",
"f" und "g", um die Paketliste sowie
die Pakete zu aktualisieren.
Drücken Sie "l" und setzen Sie den Anzeigefilter auf
"~i(~R~i|~Rrecommends:~i)"; drücken Sie dann
"M" mit der Markierung auf "Installierte
Pakete", um deren Status auf "Automatisch installiert" zu ändern.
Drücken Sie "l", setzen Sie den Anzeigefilter auf
"~prequired|~pimportant|~pstandard|~E" und drücken Sie
"m" mit der Markierung auf "Installierte
Pakete", um deren Status auf "Manuell installiert" zu ändern.
Drücken Sie "l", setzen Sie den Anzeigefilter auf
"~i!~M" und entfernen Sie nicht genutzte Pakete, indem
Sie "-" auf jedem davon drücken (wenn die Markierung auf
"Installierte Pakete" steht, können Sie mit
"[" die Liste aufklappen, so dass alle Pakete sichtbar
werden).
Drücken Sie "l" um den Anzeigefilter auf
"~i" zu setzen; drücken Sie dann "m",
während die Markierung auf "Tasks" steht, um diese Pakete
auf "Manuell installiert" zu setzen.
Beenden Sie aptitude.
Führen Sie "apt-get -s autoremove|less" als root aus, um
zu überprüfen, welche Pakete derzeit von apt-get als ungenutzt gemeldet
werden.
Starten Sie aptitude erneut im interaktiven Modus und
markieren Sie Pakete, bei denen dies nötig ist, mit "m"
als "Manuell installiert".
Führen Sie erneut "apt-get -s autoremove|less" als root
aus, um erneut zu überprüfen, ob bei ENTFERNT nur die gewünschten Pakete
enthalten sind.
Führen Sie "apt-get autoremove|less" als root aus, um
nicht genutzte Pakete automatisch zu entfernen.
Die Aktion "m" mit der Markierung auf
"Tasks" ist eine optionale Aktion, um die Situation
massenhaft zu entfernender Pakete in der Zukunft zu vermeiden.
|
Anmerkung |
|---|---|
|
Beim Wechsel auf einen neue Veröffentlichung sollten Sie eine Neuinstallation in Erwägung ziehen, auch wenn Debian wie unten beschrieben auch auf die neue Version hochgerüstet werden kann. So haben Sie eine Chance, Müll, der sich über die Dauer der Zeit angesammelt hat, loszuwerden und bekommen die beste Kombination der aktuellsten Pakete. Natürlich sollten Sie ein vollständiges System-Backup machen und an einem sicheren Platz ablegen (lesen Sie dazu Abschnitt 10.2, „Datensicherung und -wiederherstellung“), bevor Sie neu installieren. Ich empfehle für einen sanften Übergang eine Dual-Boot-Installation unter Verwendung separater Partitionen. |
Sie können eine systemweite Hochrüstung auf eine neue Veröffentlichung
durchführen, indem Sie die Inhalte der "sources.list"
ändern, so dass sie auf die neue Veröffentlichung zeigt; führen Sie danach
"apt update; apt dist-upgrade" aus.
Um von stable nach testing
bzw. unstable zu aktualisieren, während
trixie-das aktualle stable
ist , ersetzen Sie "trixie" in dem
"sources.list"-Beispiel aus Abschnitt 2.1.5, „Grundlagen über das Debian-Archiv“ durch
"forky" bzw. "sid".
In der Realität könnte es vielleicht einige Komplikationen aufgrund von
Problemen mit Paketübergängen geben, meistens wegen Paketabhängigkeiten. Je
größer die Unterschiede bei der Hochrüstung sind, um so wahrscheinlicher
werden Sie gravierendere Probleme bekommen. Für die Hochrüstung des alten
Stable auf das neue Stable nach dessen
Veröffentlichung können Sie die neuen Veröffentlichungshinweise (Release Notes)
lesen. Folgen Sie exakt der dort beschriebenen Prozedur, um die möglichen
Probleme zu minimieren.
Wenn Sie sich entscheiden, vor der offiziellen Freigabe der nächsten
Veröffentlichung von Stable zu Testing
zu wechseln, gibt es keine Veröffentlichunshinweise, die Ihnen helfen
könnten. Die Unterschiede zwischen Stable und
Testing könnten seit der letzten
Stable-Veröffentlichung ziemlich groß geworden sein und
die Situation für eine Hochrüstung recht komplex machen.
Sie sollten vorbeugende Schritte für das vollständige Upgrade durchführen, indem Sie aktuellste Informationen von den Mailinglisten sammeln, und Ihren gesunden Menschenverstand einsetzen.
Lesen Sie die vorherigen "Veröffentlichungshinweise (Release Notes)".
Machen Sie eine vollständige Sicherung (Backup) von Ihrem System (speziell Daten und Konfigurationsdateien).
Halten Sie ein boot-fähiges Medium bereit für den Fall eines beschädigten Bootloaders.
Informieren Sie die Benutzer des Systems rechtzeitig vorher.
Zeichnen Sie die Aktivitäten während des Upgrades mit
script(1) auf.
Wenden Sie "unmarkauto" für erforderliche Pakete an, also
z.B. "aptitude unmarkauto vim", um solche Pakete als
"Manuell installiert" zu markieren und zu verhindern, dass sie entfernt
werden.
Minimieren Sie die Anzahl installierter Pakete, um die Wahrscheinlichkeit von Paketkonflikten zu reduzieren, entfernen Sie z.B. Desktop-Task-Pakete.
Entfernen Sie die Datei "/etc/apt/preferences" (um
apt-pinning zu deaktivieren).
Versuchen Sie, das Upgrade in mehreren Schritten durchzuführen:
oldstable → stable →
testing → unstable.
Aktualisieren Sie Ihre "sources.list", so dass sie nur
auf das neue Archiv verweist, und führen Sie "aptitude
update" aus.
Installieren Sie neue Kern-Pakete separat
im Voraus, z.B. "aptitude install perl" (optional).
Führen Sie "apt-get -s dist-upgrade" aus, um die
Auswirkungen im Voraus abschätzen zu können.
Führen Sie als letztes den Befehl "apt-get dist-upgrade"
aus.
|
Achtung |
|---|---|
|
Es ist nicht klug, bei Hochrüstung einer
|
|
Achtung |
|---|---|
|
In früheren "Veröffentlichungshinweisen" wurden für GCC, Linux-Kernel, initrd-Werkzeuge, Glibc, Perl, APT-Werkzeuge usw. spezielle Vorsichtsmaßnahmen bei systemweiten Upgrades erwähnt. |
Informationen zu täglichen Upgrades in Unstable finden
Sie in Abschnitt 2.4.3, „Absicherungen für den Fall von Paketproblemen“.
Hier eine Liste weiterer Paketmanagement-Operationen, die
aptitude nicht unterstützt, weil es auf einer anderen
Ebene arbeitet oder weil ihm die nötigen Funktionen fehlen.
Tabelle 2.13. Liste erweiterter Paketmanagement-Operationen
| Befehl | Aktion |
|---|---|
COLUMNS=120 dpkg -l
paketnamen_muster |
Status eines installierten Pakets für einen Fehlerbericht auflisten |
dpkg -L paketname |
Inhalte eines installierten Pakets auflisten |
dpkg -L paketname | egrep
'/usr/share/man/man.*/.+' |
Handbuchseiten (manpages) für ein installiertes Paket auflisten |
dpkg -S dateinamen_muster |
Installierte Pakete auflisten, die auf das Muster passende Dateien enthalten |
apt-file search dateinamen_muster |
Pakete im Archiv auflisten, die auf das Muster passende Dateien enthalten |
apt-file list paketnamen_muster |
Inhalte von auf das Muster passenden Paketen im Archiv auflisten |
dpkg-reconfigure paketname |
Dieses Paket neu konfigurieren |
dpkg-reconfigure -plow paketname |
Dieses Paket mit detaillierten Fragen neu konfigurieren |
configure-debian |
Pakete über das Vollbildschirm-Menü neu konfigurieren |
dpkg --audit |
System nach teilweise installierten Paketen durchsuchen |
dpkg --configure -a |
Alle teilweise installierten Pakete konfigurieren |
apt-cache policy binärpaketname |
Verfügbare Version, Priorität und Archivinformationen eines Binärpakets anzeigen |
apt-cache madison paketname |
Verfügbare Version und Archivinformationen eines Pakets anzeigen |
apt-cache showsrc binärpaketname |
Quellpaket-Informationen eines Binärpakets anzeigen |
apt-get build-dep paketname |
Zum Bau eines Pakets benötigte Pakete installieren |
aptitude build-dep paketname |
Zum Bau eines Pakets benötigte Pakete installieren |
apt-get source paketname |
Ein Quellpaket herunterladen (aus dem Standardarchiv) |
dget URL für dsc-Datei |
Ein Quellpaket herunterladen (aus einem anderen Archiv) |
dpkg-source -x
paketname_version-debian.revision.dsc |
Einen Quellcodebaum aus einem Satz von Quellpaketen erstellen
("*.orig.tar.gz" und "*.debian.tar.gz"
/ "*.diff.gz") |
debuild binärdatei |
Paket(e) aus einem lokalen Quellcodebaum bauen |
make-kpkg kernel_image |
Ein Kernelpaket aus einem Kernel-Quellcodebaum bauen |
make-kpkg --initrd kernel_image |
Ein Kernelpaket mit aktivierter initramfs aus einem Kernel-Quellcodebaum bauen |
dpkg -i
paketname_version-debian.revision_arch.deb |
Ein lokales Paket in das System installieren |
apt install /pfad/zu/paketname.deb |
Ein lokales Paket in das System installieren und dabei versuchen, die Abhängigkeiten automatisch aufzulösen |
debi
paketname_version-debian.revision_arch.dsc |
Lokale(s) Paket(e) in das System installieren |
dpkg --get-selections '*' >selection.txt |
dpkg-Paketauswahlinformationen sichern |
dpkg --set-selections <selection.txt |
dpkg-Paketauswahlinformationen setzen |
echo paketname hold | dpkg
--set-selections |
dpkg-Paketauswahlinformationen eines Pakets auf hold (halten) setzen (gleichbedeutend mit
"aptitude hold paketname") |
|
Anmerkung |
|---|---|
|
Für ein Paket mit der multi-arch-Funktionalität müssen Sie unter
Umständen bei einigen Befehlen den Architekturnamen mit angeben. Verwenden
Sie zum Beispiel " |
|
Achtung |
|---|---|
|
Grundlegende Paketwerkzeuge wie " |
Bitte beachten Sie folgendes:
Alle System-Konfigurations- und Installationsbefehle müssen von root ausgeführt werden.
Anders als aptitude, das reguläre Ausdrücke verwendet
(mehr dazu in Abschnitt 1.6.2, „Reguläre Ausdrücke“), nutzen andere
Paketmanagement-Befehle Suchmuster wie Shell-Globs (Details in Abschnitt 1.5.6, „Shell-Glob“).
Für apt-file(1) aus dem apt-file-Paket
muss zuvor "apt-file update" ausgeführt werden.
configure-debian(8) aus dem
configure-debian-Paket führt
dpkg-reconfigure(8) als Backend im Hintergrund aus.
dpkg-reconfigure(8) führt Paketskripte aus, die
debconf(1) als Backend im Hintergrund verwenden.
Die Befehle "apt-get build-dep", "apt-get
source" und "apt-cache showsrc" erfordern einen
"deb-src"-Eintrag in Ihrer
"sources.list".
dget(1), debuild(1) und
debi(1) erfordern die Installation des
devscripts-Pakets.
Infos zur Prozedur des (Neu-)Paketierens mittels "apt-get
source" finden Sie in Abschnitt 2.7.13, „Ein Paket auf das Stable-System portieren“.
Der make-kpkg-Befehl erfordert die Installation des
kernel-package-Pakets (lesen Sie Abschnitt 9.10, „Der Kernel“).
Grundsätzliche Informationen über das Paketieren finden Sie in Abschnitt 12.9, „Erstellen von Debian-Paketen“.
Die Installation von debsums ermöglicht die Verifizierung
installierter Pakete über MD5sum-Werte aus der Datei
"/var/lib/dpkg/info/*.md5sums" mittels
debsums(1). Details darüber, wie MD5sum arbeitet, finden
Sie in Abschnitt 10.3.5, „Die MD5-Prüfsumme“.
|
Anmerkung |
|---|---|
|
Da die MD5sum-Datenbank durch Eindringlinge gefälscht werden könnte, ist
|
Viele Benutzer bevorzugen die Testing- oder Unstable-Veröffentlichung des Debian-Systems wegen seiner neuen Funktionen und Pakete. Dies macht deren System jedoch anfällig für kritische Paketfehler.
Die Installation des apt-listbugs-Pakets schützt Ihr
System vor kritischen Fehlern, indem bei Upgrades durch das APT-System
automatisch die Debian-Fehlerdatenbank (BTS) bezüglich kritischer Fehler
abgefragt wird.
Die Installation des apt-listchanges-Pakets stellt Ihnen
wichtige Neuigkeiten aus "NEWS.Debian" zur Verfügung,
wenn Upgrades durch das APT-System durchgeführt werden.
Obwohl der Besuch der Debian-Site https://packages.debian.org/ heutzutage einfache Möglichkeiten bietet, die Paket-Metadaten zu durchsuchen, wollen wir uns auch die traditionellen Wege anschauen.
Die Befehle grep-dctrl(1),
grep-status(1) und grep-available(1)
können verwendet werden, um jegliche Datei zu durchsuchen, die das
grundsätzliche Format einer control-Datei für ein Debian-Paket hat.
"dpkg -S dateinamen_muster" kann
verwendet werden, um durch dpkg installierte Pakete zu
finden, die auf das Suchmuster passende Dateinamen enthalten. Hiermit werden
jedoch keine Dateien gefunden, die durch Skripte der Paketbetreuer erzeugt
wurden.
Wenn Sie eine tiefergehende Suche der dpkg-Metadaten benötigen, müssen Sie
den Befehl "grep -e regex_muster *" im Verzeichnis
"/var/lib/dpkg/info/" ausführen. So können Sie Wörter
finden, die in Paketskripten und Texten für Abfragen bei der Installation
auftauchen.
Wenn Sie Paketabhängigkeiten rekursiv abfragen möchten, sollten Sie
apt-rdepends(8) verwenden.
Lassen Sie uns betrachten, wie das Debian-Paketmanagement-System intern funktioniert. Dies sollte Ihnen dabei helfen, eigene Lösungen für gewisse Paketprobleme zu finden.
Metadaten-Dateien für die jeweilige Distribution sind auf jedem
Debian-Spiegel unter "dist/codename"
abgelegt, z.B. auf "http://deb.debian.org/debian/". Sie
können die Archivstruktur mit einem Webbrowser durchsuchen. Es gibt sechs
Arten von wichtigen Metadaten:
Tabelle 2.14. Inhalt der Metadaten des Debian-Archivs
| Datei | Speicherort | Inhalt |
|---|---|---|
Release |
Wurzelverzeichnis der Distribution | Archivbeschreibung und Integritätsinformationen |
Release.gpg |
Wurzelverzeichnis der Distribution | Signaturdatei für die "Release"-Datei, mit dem
Archiv-Schlüssel signiert |
Contents-architektur |
Wurzelverzeichnis der Distribution | Liste aller Dateien für alle Pakete in dem entsprechenden Archiv |
Release |
Wurzelverzeichnis aller Distributions-/Bereichs-/Architektur-Kombinationen | Archivbeschreibung, die zur Festlegung von
apt_preferences(5) verwendet wird |
Packages |
Wurzelverzeichnis aller Distributions-/Bereichs-/Binärarchitektur-Kombinationen | vereinigte debian/control für Binärpakete |
Sources |
Wurzelverzeichnis aller Distributions-/Bereichs-/Quellen-Kombinationen | vereinigte debian/control für Quellpakete |
Im aktuellen Archiv sind diese Metadaten als komprimierte und differenzielle Dateien abgelegt, um Netzwerkverkehr zu reduzieren.
|
Tipp |
|---|---|
|
Die "Release"-Datei im Wurzelverzeichnis wird verwendet, um die Archive im Secure-APT-System zu signieren. |
Jede Suite im Debian-Archiv hat im Wurzelverzeichnis eine
"Release"-Datei,
z.B.
"http://deb.debian.org/debian/dists/unstable/Release",
wie hier:
Origin: Debian Label: Debian Suite: unstable Codename: sid Date: Sat, 14 May 2011 08:20:50 UTC Valid-Until: Sat, 21 May 2011 08:20:50 UTC Architectures: alpha amd64 armel hppa hurd-i386 i386 ia64 kfreebsd-amd64 kfreebsd-i386 mips mipsel powerpc s390 sparc Components: main contrib non-free Description: Debian x.y Unstable - Not Released MD5Sum: bdc8fa4b3f5e4a715dd0d56d176fc789 18876880 Contents-alpha.gz 9469a03c94b85e010d116aeeab9614c0 19441880 Contents-amd64.gz 3d68e206d7faa3aded660dc0996054fe 19203165 Contents-armel.gz ...
|
Anmerkung |
|---|---|
|
Hier finden Sie den Grund dafür, warum ich in Abschnitt 2.1.5, „Grundlagen über das Debian-Archiv“ "Suite" und "Codename" verwende. Die "Distribution" wird benutzt, um sowohl auf "Suite" wie auch auf "Codename" zu verweisen. Alle Namen der Archiv-Bereiche, die von dem Archiv angeboten werden, sind unter "Components" aufgelistet. |
Die Integrität der "Release"-Datei im Wurzelverzeichnis
wird über die kryptografische Infrastruktur namens Secure-APT verifiziert, wie in
apt-secure(8) beschrieben.
Die kryptografische Signaturdatei "Release.gpg" wird aus
der authentischen "Release"-Datei im Wurzelverzeichnis
und dem geheimen Debian-Archiv-Schlüssel erzeugt.
Die öffentlichen Debian-Archiv-Schlüssel werden lokal mittels des
aktuellsten debian-archive-keyring-Pakets installiert.
Das Secure-APT-System verifiziert
automatisch kryptografisch die Integrität der heruntergeladenen
"Release"-Datei im Wurzelverzeichnis über diese
"Release.gpg"-Datei und die lokal installierten
Debian-Archiv-Schlüssel.
Die Integrität all der "Packages"- und
"Sources"-Dateien wird über MD5sum-Werte in der
"Release"-Datei im Wurzelverzeichnis verifiziert. Die
Integrität der Paketdateien wird über MD5sum-Werte in den
"Packages"- und "Sources"-Dateien
verifiziert. Lesen Sie dazu debsums(1) und Abschnitt 2.4.2, „Verifizierung von installierten Paketdateien“.
Da die kryptografische Signaturverifizierung viel CPU-intensiver ist als die
Berechnung von MD5sum-Werten, bietet die Verwendung von MD5sum-Werten für
die Pakete bei gleichzeitiger Nutzung einer kryptografischen Signatur für
die "Release"-Datei im Wurzelverzeichnis einen guten Kompromiss zwischen
Sicherheit und Performance (weiteres in Abschnitt 10.3, „Datensicherheits-Infrastruktur“).
Wenn der sources.list-Eintrag die
"signed-by"-Option enthält, wird die Integrität der
heruntergeladenen "Release"-Datei des obersten
Pfad-Levels mittels des angegebenen öffentlichen Schlüssels
verifiziert. Dies ist nützlich, wenn die sources.list Einträge für nicht-Debian-Archive
enthält.
|
Tipp |
|---|---|
|
Die Verwendung des |
Sie können die Integrität der "Release"-Datei auch
händisch mittels gpg mit der
"Release.gpg"-Datei und dem öffentlichen Schlüssel des
Debian-Archivs verifizieren, der auf ftp-master.debian.org zu finden ist.
|
Tipp |
|---|---|
|
Die "Release"-Dateien im Archivverzeichnis werden zur Festlegung von
|
Es gibt "Release"-Dateien in allen Archivverzeichnissen,
die über sources.list-Einträge wie
"http://deb.debian.org/debian/dists/unstable/main/binary-amd64/Release"
oder
"http://deb.debian.org/debian/dists/sid/main/binary-amd64/Release"
angegeben werden, wie hier:
Archive: unstable Origin: Debian Label: Debian Component: main Architecture: amd64
|
Achtung |
|---|---|
|
Für " |
Für einige Archive (wie experimental und
trixie-backports), die Pakete enthalten,
welche nicht automatisch installiert werden sollten,
z.B.
"http://deb.debian.org/debian/dists/experimental/main/binary-amd64/Release",
existiert eine zusätzliche Zeile, wie hier:
Archive: experimental Origin: Debian Label: Debian NotAutomatic: yes Component: main Architecture: amd64
Bitte beachten Sie, dass für normale Archive ohne "NotAutomatic:
yes" der Wert für die Pin-Priorität 500 ist, während für besondere
Archive mit "NotAutomatic: yes" dieser Wert 1 ist (lesen
Sie dazu apt_preferences(5) und Abschnitt 2.7.7, „Die Installationskandidat-Version anpassen mit apt-pinning“).
Um APT-Werkzeuge wie aptitude,
apt-get, synaptic,
apt-file, auto-apt … zu verwenden,
müssen wir die lokalen Kopien der Metadaten, die die
Debian-Archivinformationen enthalten, aktualisieren. Diese lokalen Kopien
haben die folgenden Dateinamen, passend zu den in der
"sources.list" festgelegten Namen für
Distribution, Bereich und
Architektur (weiteres in Abschnitt 2.1.5, „Grundlagen über das Debian-Archiv“):
"/var/lib/apt/lists/deb.debian.org_debian_dists_distribution_Release"
"/var/lib/apt/lists/deb.debian.org_debian_dists_distribution_Release.gpg"
"/var/lib/apt/lists/deb.debian.org_debian_dists_distribution_area_binary-architektur_Packages"
"/var/lib/apt/lists/deb.debian.org_debian_dists_distribution_bereich_source_Sources"
"/var/cache/apt/apt-file/deb.debian.org_debian_dists_distribution_Contents-architektur.gz"
(für apt-file)
Die ersten vier Typen obiger Dateien werden von allen entsprechenden
APT-Befehlen gemeinsam genutzt und mittels "apt-get
update" oder "aptitude update"
aktualisiert. Die "Packages"-Metadaten werden
aktualisiert, wenn "deb" in der
"sources.list" angegeben
ist. "Sources"-Metadaten werden aktualisiert, wenn
"deb-src" in der "sources.list"
existiert.
Die "Packages"- und
"Sources"-Metadaten enthalten einen
"Filename:"-Eintrag, der auf den Speicherort der Binär-
und Quellpakete verweist. Derzeit sind diese Pakete in dem Verzeichnisbaum
unterhalb von "pool/" abgelegt zwecks einfacher Übergänge
zwischen den Veröffentlichungen.
Lokale Kopien der "Packages"-Metadaten können mit Hilfe
von aptitude interaktiv durchsucht werden. Der
spezialisierte Suchbefehl grep-dctrl(1) kann lokale
Kopien der "Packages"- und
"Sources"-Metadaten durchsuchen.
Lokale Kopien von
"Contents-architektur"-Metadaten
können mittels "apt-file update" aktualisiert werden und
ihr Speicherort unterscheidet sich von den vier anderen. Lesen Sie dazu
apt-file(1). (auto-apt nutzt
standardmäßig andere Speicherorte für die lokale Kopie von
"Contents-architektur.gz".)
Zusätzlich zu den von außerhalb empfangenen Metadaten speichert das
APT-Werkzeug seit Lenny seine lokal erzeugten
Installationsstatus-Informationen in der Datei
"/var/lib/apt/extended_states", die von allen
APT-Programmen genutzt wird, um automatisch installierte Pakete zu
verfolgen.
Zusätzlich zu den von außerhalb empfangenen Metadaten speichert der
aptitude-Befehl seine lokal erzeugten
Installationsstatus-Informationen in der Datei
"/var/lib/aptitude/pkgstates", die nur von aptitude
selbst genutzt wird.
Alle über den APT-Mechanismus von außerhalb empfangenen Pakete werden im
Verzeichnis "/var/cache/apt/archives" abgelegt, bis sie
gelöscht werden.
Sie können diese Richtlinie zur Entfernung von zwischengespeicherten Dateien
bei aptitude unter "Optionen" →
"Einstellungen" festlegen; über das Menü unter
"Aktionen" → "Paketcache komplett
leeren" oder "Nur veraltete Paketdateien
löschen" können Sie dies auch händisch erzwingen.
Die Dateien von Debian-Paketen haben eine bestimmte Namensstruktur:
Tabelle 2.15. Namensstruktur von Debian-Paketen
| Pakettyp | Namensstruktur |
|---|---|
Binärpaket (auch deb) |
paketname_upstream-version-debian.revision_architektur.deb |
Binärpaket für den debian-installer (auch udeb) |
paketname_upstream-version-debian.revision_architetur.udeb |
| Quellpaket (Quellcode der Originalprogrammierer) | paketname_upstream-version-debian.revision.orig.tar.gz |
1.0-Quellpaket (Debian-Änderungen) |
paketname_upstream-version-debian.revision.diff.gz |
3.0 (quilt)-Quellpaket (Debian-Änderungen) |
paketname_upstream-version-debian.revision.debian.tar.gz |
| Quellpaket (Beschreibung) | paketname_upstream-version-debian.revision.dsc |
|
Tipp |
|---|---|
|
Hier sind nur die grundlegenden Quellpaketformate beschrieben. Lesen Sie
weitere Details in |
Tabelle 2.16. In den einzelnen Komponenten von Debian-Paketnamen zu verwendende Zeichen
| Namenskomponente | zu verwendende Zeichen (erweiterter regulärer Ausdruck) | Existenz |
|---|---|---|
paketname |
[a-z0-9][-a-z0-9.+]+ |
erforderlich |
epoche: |
[0-9]+: |
optional |
upstream-version |
[-a-zA-Z0-9.+:]+ |
erforderlich |
debian.revision |
[a-zA-Z0-9.+~]+ |
optional |
|
Anmerkung |
|---|---|
|
Sie können die Reihenfolge von Paketversionen (welche Versionsnummer höher
ist) mit |
|
Anmerkung |
|---|---|
|
Der debian-installer (d-i) nutzt
|
dpkg(1) ist das Werkzeug, das beim Debian-Paketmanagement
auf der untersten Ebene arbeitet. Es ist sehr leistungsfähig und muss mit
Vorsicht verwendet werden.
Beim Installieren eines Pakets
"paketname" arbeitet
dpkg folgende Schritte ab:
die deb-Datei auspacken (gleichbedeutend mit "ar -x");
ausführen von "paketname.preinst"
mittels debconf(1);
installieren des Paketinhalts in das System (gleichbedeutend zu
"tar -x");
ausführen von "paketname.postinst"
mittels debconf(1).
Das debconf-System bietet eine standardisierte
Benutzer-Schnittstelle mit Unterstützung für I18N und L10N (Näheres in Kapitel 8, I18N und L10N).
Tabelle 2.17. Erwähnenswerte Dateien, die durch dpkg erzeugt werden
| Datei | Beschreibung des Inhalts |
|---|---|
/var/lib/dpkg/info/paketname.conffiles |
Liste der Konfigurationsdateien (durch den Benutzer änderbar) |
/var/lib/dpkg/info/paketname.list |
Liste von Dateien und Verzeichnissen, die durch das Paket installiert werden |
/var/lib/dpkg/info/paketname.md5sums |
Liste der MD5-Hash-Werte für Dateien, die durch das Paket installiert werden |
/var/lib/dpkg/info/paketname.preinst |
Paket-Skript, das vor der Paketinstallation ausgeführt wird |
/var/lib/dpkg/info/paketname.postinst |
Paket-Skript, das nach der Paketinstallation ausgeführt wird |
/var/lib/dpkg/info/paketname.prerm |
Paket-Skript, das vor der Paketentfernung ausgeführt wird |
/var/lib/dpkg/info/paketname.postrm |
Paket-Skript, das nach der Paketentfernung ausgeführt wird |
/var/lib/dpkg/info/paketname.config |
Paket-Skript für das debconf-System |
/var/lib/dpkg/alternatives/paketname |
alternative-Informationen, die durch den
update-alternatives-Befehl genutzt werden |
/var/lib/dpkg/available |
availability-Informationen (Verfügbarkeit) für alle Pakete |
/var/lib/dpkg/diversions |
die diversions-Informationen, die durch dpkg(1) genutzt
und durch dpkg-divert(8) gesetzt werden |
/var/lib/dpkg/statoverride |
die stat-override-Informationen, die durch dpkg(1)
genutzt und durch dpkg-statoverride(8) gesetzt werden |
/var/lib/dpkg/status |
Status-Informationen für alle Pakete |
/var/lib/dpkg/status-old |
Backup der ersten Generation von "var/lib/dpkg/status" |
/var/backups/dpkg.status* |
Backup der zweiten Generation und ältere von
"var/lib/dpkg/status" |
Die "status"-Datei wird auch von Werkzeugen wie
dpkg(1), "dselect update" und
"apt-get -u dselect-upgrade" verwendet.
Der spezialisierte Suchbefehl grep-dctrl(1) kann lokale
Kopien der "status"- und
"available"-Metadaten durchsuchen.
|
Tipp |
|---|---|
|
In der debian-installer-Umgebung
wird der Befehl |
Das Debian-System hat Mechanismen, um Programme, die sich bei der
Funktionalität ein wenig überlappen, friedlich nebeneinander zu
installieren, und zwar mittels
update-alternatives(1). Zum Beispiel können Sie den
vi-Befehl so einrichten, dass er vim
ausführt, wenn Sie sowohl das vim wie auch das
nvi-Paket installiert haben.
$ ls -l $(type -p vi)
lrwxrwxrwx 1 root root 20 2007-03-24 19:05 /usr/bin/vi -> /etc/alternatives/vi
$ sudo update-alternatives --display vi
...
$ sudo update-alternatives --config vi
Selection Command
----------------------------------------------
1 /usr/bin/vim
*+ 2 /usr/bin/nvi
Enter to keep the default[*], or type selection number: 1
Das Debian-alternatives-System setzt seine Auswahl als symbolischer Link in
"/etc/alternatives/". Der Auswahlprozess nutzt die
entsprechende Datei in "/var/lib/dpkg/alternatives/".
Stat overrides, bereitgestellt durch den
dpkg-statoverride(8)-Befehl, sind ein Weg,
dpkg(1) mitzuteilen, dass bei Installation eines Pakets
für eine Datei ein anderer Eigentümer
oder andere Berechtigungen verwendet werden sollen. Falls
"--update" angegeben wurde und die Datei bereits
existiert, werden direkt der neue Eigentümer oder neue Berechtigungen
gesetzt.
|
Achtung |
|---|---|
|
Die direkte Abänderung von Benutzer oder Berechtigungen durch den
Systemadministrator (über die Befehle |
|
Anmerkung |
|---|---|
|
Ich verwende hier den Begriff Datei,
jedoch kann dies jegliches Objekt im Dateisystem sein, dass durch
|
Diversions, bereitgestellt durch den
dpkg-divert(8)-Befehl, bieten die Möglichkeit,
dpkg(1) zu zwingen, eine Datei nicht an Ihren Standardort
zu installieren, sondern an einen umgelenkten Speicherort (diverted). dpkg-divert ist zur
Verwendung durch Paketverwaltungs-Skripte gedacht. Die beiläufige Verwendung
durch den Systemadministrator ist nicht mehr zeitgemäß.
Bei einem testing- oder
unstable-System sollte der Administrator darauf
vorbereitet sein, das System im Falle einer Beschädigung des
Paketmanagements wiederherstellen zu können.
|
Achtung |
|---|---|
|
Einige Methoden, die hier beschrieben werden, beinhalten ein hohes Risiko. Sie wurden gewarnt! |
Wenn Sie die Installation eines Pakets über "sudo dpkg -i
..." auf einem System erzwingen, auf dem nicht alle erforderlichen
Pakete vorhanden sind, wird die Paketinstallation mit dem Status
"nicht vollständig installiert" fehlschlagen.
Sie sollten alle benötigten Pakete (Depends) über das APT-System oder
"sudo dpkg -i ..." installieren.
Konfigurieren Sie dann alle unvollständig installierten Pakete mit folgendem Befehl:
# dpkg --configure -a
Fehler beim Zwischenspeichern der Paketdaten führen zu verblüffenden Meldungen, wie "GPG error: ... invalid: BADSIG ..." bei APT.
Sie sollten alle zwischengespeicherten Daten mittels "sudo rm -rf
/var/lib/apt/* " entfernen und es erneut versuchen. (Falls Sie
apt-cacher-ng verwenden, führen Sie auch "sudo
rm -rf /var/cache/apt-cacher-ng/* " aus.)
Wenn ein Desktop-GUI-Programm nach signifikanten Upgrades von Upstream Instabilitäten erkennen lässt, sollten Sie Behinderungen durch alte lokal erstellte Konfigurationsdateien als Ursache in Betracht ziehen. Falls das Programm unter einem neu erstellten Benutzerkonto stabil läuft, ist diese Hypothese bestätigt. (Dies ist ein Fehler beim Paketieren und wird für gewöhnlich durch den Paketersteller vermieden.)
Um das Programm wieder stabil zu bekommen, sollten Sie die entsprechenden lokalen Konfigurationsdateien beiseite schaffen und das GUI-Programm neu starten. Sie müssen möglicherweise die Inhalte alter Konfigurationsdateien lesen, um die Konfigurationsinformationen später wiederherstellen zu können. (Löschen Sie sie nicht zu früh.)
Paketmanagementsysteme für das Debian-Archiv wie
aptitude(8) oder apt-get(1) versuchen
erst gar nicht, Pakete mit überlappenden Dateien über Paketabhängigkeiten zu
installieren (weiteres in Abschnitt 2.1.7, „Paketabhängigkeiten“).
Fehler durch einen Paketbetreuer oder die Einrichtung von inkonsistent
gemischten Archivquellen durch den Systemadministrator (lesen Sie Abschnitt 2.7.6, „Pakete aus verschiedenen Paketarchiven ohne apt-pinning“) könnten Situationen
mit falsch definierten Paketabhängigkeiten hervorrufen. Wenn Sie in solch
einer Situation ein Paket mit überlappenden Dateien mittels
aptitude(8) oder apt-get(1)
installieren, stellt dpkg(1), das das Paket entpackt,
sicher, dass ein Fehler an das aufrufende Programm zurückgegeben wird, ohne
dass vorhandene Dateien überschrieben werden.
|
Achtung |
|---|---|
|
Die Verwendung von Paketen aus Drittquellen bringt durch Betreuerskripte ein
erhebliches Risiko für das System mit sich, da diese mit root-Privilegien
ausgeführt werden und jegliche Aktion auf dem System ausführen können. Der
|
Sie können solche beschädigten Installationen umgehen, indem Sie vorher das
alte betroffene Paket altes-paket
entfernen:
$ sudo dpkg -P old-package
Wenn ein Befehl in einem Paketskript aus irgendeinem Grund einen Fehler zurückgibt und das Skript aufgrund des Fehlers abgebrochen wird, beendet das Paketmanagement die Aktion und es bleiben halb-installierte Pakete zurück. Enthält ein Paket Programmierfehler in seinen Skripten zum Löschen des Pakets, könnte es sein, dass das Paket nicht mehr entfernt werden kann und ziemlich unangenehm wird.
Wenn das Paket "paketname" ein
Problem mit den Skripten hat, sollten Sie in folgenden Paketskripten
nachschauen:
"/var/lib/dpkg/info/paketname.preinst"
"/var/lib/dpkg/info/paketname.postinst"
"/var/lib/dpkg/info/paketname.prerm"
"/var/lib/dpkg/info/paketname.postrm"
Editieren Sie die angebotenen Paketskripte von Grund auf mittels folgender Techniken:
deaktivieren Sie die problematische Zeile, indem Sie ein
"#" voranstellen;
erzwingen Sie, dass das Skript einen Rückgabewert für Erfolg zurück gibt,
indem Sie der fraglichen Zeile "|| true" anhängen.
Folgen Sie dann den Anweisungen in Abschnitt 2.6, „Wiederherstellung eines beschädigten Systems“.
Da dpkg ein Paketwerkzeug ist, das auf der untersten
Ebene arbeitet, kann es auch in sehr schlechten Situationen wie einem nicht
startfähigen System und ohne Netzwerkverbindung noch arbeiten. Wir gehen
hier davon aus, dass das Paket foo beschädigt war und
ersetzt werden muss.
Sie könnten im cache-Verzeichnis
"/var/cache/apt/archives/" zwischengespeicherte Kopien
von älteren, fehlerfreien Versionen des Pakets foo
finden. (Falls nicht, können Sie diese auch aus dem Archiv unter https://snapshot.debian.org/
herunterladen oder von einem funktionierenden System herüber kopieren.)
Ist das System boot-fähig, könnte es unter Umständen möglich sein, das Paket mit folgendem Befehl zu installieren:
# dpkg -i /path/to/foo_old_version_arch.deb
|
Tipp |
|---|---|
|
Wenn die Beschädigung des Systems nur gering ist, könnten Sie das ganze System möglicherweise mit dem APT-System auf eine ältere Version zurückrüsten, wie in Abschnitt 2.7.11, „Downgrade im Notfall“ beschrieben. |
Kann Ihr System überhaupt nicht mehr von Festplatte gestartet werden, suchen Sie nach anderen Wegen, das System zu starten:
Booten Sie das System, indem Sie den Rettungsmodus der debian-installer-CD verwenden.
Binden Sie die Festplattenpartitionen des nicht mehr zu startenden Systems
in "/target" ein.
Installieren Sie wie folgt eine ältere Version des Pakets
foo:
# dpkg --root /target -i /path/to/foo_old_version_arch.deb
Dies funktioniert sogar, wenn der dpkg-Befehl auf der
Festplatte beschädigt ist.
|
Tipp |
|---|---|
|
Jegliches GNU/Linux-System, das von einem anderen System auf der Festplatte oder von Live-GNU/Linux-CD, bootfähigem USB-Stick oder per Netboot gestartet wird, kann auf ähnliche Art zur Rettung des beschädigten Systems verwendet werden. |
Falls der Versuch, ein Paket auf diese Art zu installieren, aufgrund von
verletzten Abhängigkeiten fehlschlägt, können Sie als letzten Ausweg
Abhängigkeiten mit den dpkg-Optionen
"--ignore-depends", "--force-depends"
und weiteren überschreiben. Dabei müssen Sie besondere Sorgfalt darauf
verwenden, die Abhängigkeiten später korrekt wiederherzustellen. Details
finden Sie in dpkg(8).
|
Anmerkung |
|---|---|
|
Falls Ihr System ernsthaft beschädigt ist, sollten ein vollständiges Backup aller Daten an einem sicheren Ort ablegen (siehe Abschnitt 10.2, „Datensicherung und -wiederherstellung“) und eine saubere Neuinstallation durchführen. Dies ist weniger zeitaufwändig und führt am Ende zu einem besseren Ergebnis. |
Falls "/var/lib/dpkg/status" aus irgendeinem Grund
beschädigt wird, verliert das Debian-System die Daten über ausgewählte
Pakete und kommt dadurch erheblich zu Schaden. Sie finden alte
"/var/lib/dpkg/status"-Dateien in
"/var/lib/dpkg/status-old" oder
"/var/backups/dpkg.status.*".
Es könnte eine gute Idee sein, "/var/backups/" auf einer
separaten Partition abzulegen, da dieses Verzeichnis viele wichtige
Systemdaten enthält.
Bei ernsten Beschädigungen empfehle ich eine frische Neuinstallation,
nachdem eine Sicherung der Daten durchgeführt wurde. Sogar wenn alles in
"/var/" verloren ist, können Sie trotzdem noch etliche
Informationen aus Verzeichnissen in "/usr/share/doc/"
wiederherstellen, um Ihre neue Installation zu lenken:
Installieren Sie ein minimales (Desktop-)System.
# mkdir -p /path/to/old/system
Binden Sie die alten Systempartitionen in
"/pfad/zum/alten/system/" ein.
# cd /path/to/old/system/usr/share/doc # ls -1 >~/ls1.txt # cd /usr/share/doc # ls -1 >>~/ls1.txt # cd # sort ls1.txt | uniq | less
Jetzt haben Sie eine Liste mit Paketnamen, die Sie installieren können. (Es
könnten auch einige Zeichenfolgen darunter sein, die keine Paketnamen sind,
wie z.B. "texmf".)
Der Einfachheit halber sind die sources.list-Beispiele in diesem Abschnitt im
einzeiligen Stil angegeben, nach Freigabe von
trixie.
Obwohl der Betreuername, der in "/var/lib/dpkg/available"
und "/usr/share/doc/package_name/changelog" aufgelistet
ist, Informationen darüber gibt, "wer hinter den Paketaktivitäten steht",
sind Informationen über den Uploader (die Person, die das Paket wirklich
hochgeladen hat) ein wenig verschleiert. who-uploads(1)
aus dem devscripts-Paket identifiziert die realen
Uploader von Debian-Quellpaketen.
Falls Sie die Download-Bandbreite für APT einschränken möchten, sagen wir z.B. auf 800Kib/sec (=100kiB/sec), sollten Sie APT mit folgenden Konfigurationsparametern einrichten:
APT::Acquire::http::Dl-Limit "800";
Das apt-Paket enthält ein eigenes cron-Skript
("/etc/cron.daily/apt"), um den automatischen Download
von Paketen zu unterstützen. Durch die Installation des
unattended-upgrades-Pakets kann dieses Skript erweitert
werden, so dass auch die automatische Aktualisierung von Paketen
durchgeführt wird. Sie können dies über Parameter in
"/etc/apt/apt.conf.d/02backup" und
"/etc/apt/apt.conf.d/50unattended-upgrades" noch weiter
anpassen, wie in
"/usr/share/doc/unattended-upgrades/README" beschrieben.
Das unattended-upgrades-Paket ist hauptsächlich für
Sicherheits-Upgrades auf Stable-Systemen gedacht. Wenn
das Risiko, ein vorhandenes Stable-System über einen
automatischen Upgrade-Prozess zu beschädigen, geringer ist als das, welches
von einem Angreifer ausgeht, der über Ausnutzung einer Sicherheitslücke das
System schädigt, sollten Sie ein automatisches Upgrade in Erwägung ziehen,
das diese Lücke über ein Sicherheits-Upgrade schließt. Nutzen Sie dazu
folgende Konfigurationsparameter:
APT::Periodic::Update-Package-Lists "1"; APT::Periodic::Download-Upgradeable-Packages "1"; APT::Periodic::Unattended-Upgrade "1";
Wenn Sie ein Testing- oder
Unstable-System laufen haben, sollten Sie kein
automatisches Upgrade verwenden, da sonst mit Sicherheit eines Tages das
System beschädigt würde. Aber sogar für solch ein
Testing- oder Unstable-System möchten
Sie vielleicht in Vorbereitung für ein interaktives Upgrade die Pakete schon
mal automatisch herunterladen, um Zeit zu sparen. Verwenden Sie dazu
folgende Konfigurationsparameter:
APT::Periodic::Update-Package-Lists "1"; APT::Periodic::Download-Upgradeable-Packages "1"; APT::Periodic::Unattended-Upgrade "0";
Es gibt stable-updates-
("trixie-updates", während
trixie als stable gilt) und
backports.debian.org-Archive, die
aktualisierte Pakete für stable bereitstellen.
Um diese Archive zu nutzen, listen Sie alle erforderlichen Archive in der
"/etc/apt/sources.list"-Datei auf, wie hier:
deb http://deb.debian.org/debian/ trixie main non-free-firmware contrib non-free deb http://security.debian.org/debian-security trixie-security main non-free-firmware contrib non-free deb http://deb.debian.org/debian/ trixie-updates main non-free-firmware contrib non-free deb http://deb.debian.org/debian/ trixie-backports main non-free-firmware contrib non-free
Es ist nicht nötig, einen Wert für die Pin-Priorität in
"/etc/apt/preferences" zu setzen. Wenn neuere Pakete
verfügbar werden, werden mit der Standardkonfiguration passende Upgrades
bereitgestellt (siehe Abschnitt 2.5.3, „"Release"-Dateien im Archivverzeichnis“).
Alle installierten veralteten Pakete werden auf die neuen von
trixie-updates aktualisiert.
Nur manuell installierte veraltete Pakete von
trixie-backports werden auf die neuen
Versionen von trixie-backports aktualisiert.
Wann immer Sie ein Paket namens
"paketname" inklusive seiner
Abhängigkeiten von trixie-backports manuell
installieren möchten, verwenden Sie den folgenden Befehl, wobei Sie die
Zielveröffentlichung mit der Option "-t" festlegen:
$ sudo apt-get install -t trixie-backports package-name
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Warnung |
|---|---|
|
Installieren Sie nicht zu viele Pakete von backports.debian.org. Dies könnte zu Abhängigkeitsproblemen führen. In Abschnitt 2.1.11, „Wie Sie mit Konflikten umgehen“ finden Sie alternative Lösungen. |
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Warnung |
|---|---|
|
Sie sollten sich bewusst sein, dass das externe Paket root-Privilegien für Ihr System bekommt. Sie sollten nur externe Paketarchive nutzen, denen Sie vertrauen. In Abschnitt 2.1.11, „Wie Sie mit Konflikten umgehen“finden Sie alternative Lösungen. |
Sie können secure-APT mit Debian-kompatiblen externen Paketarchiven
verwenden, indem Sie diese zur sources.list hinzufügen und den zugehörigen
Archivschlüssel zum
"/etc/apt/trusted.gpg.d/"-Verzeichnis. Lesen Sie dazu
sources.list(5), apt-secure(8) und
apt-key(8).
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Achtung |
|---|---|
|
Die Installation von Paketen aus gemischten Paketquellen wird von der
offiziellen Debian-Distribution nicht unterstützt, außer für ein paar
bestimmte Archivkombinationen, wie z.B. |
Hier ein Beispiel von Befehlen, über die man spezielle neuere
Upstream-Versionen von Paketen aus Unstable verwendet,
während ansonsten Testing genutzt wird:
Ändern Sie die Datei "/etc/apt/sources.list"
vorübergehend in "unstable".
Führen Sie "aptitude update" aus.
Führen Sie "aptitude install
packetname" aus.
Stellen Sie die Originalversion von
"/etc/apt/sources.list" für testing
wieder her.
Führen Sie "aptitude update" aus.
Bei diesem manuellen Vorgehen erstellen Sie keine
"/etc/apt/preferences"-Datei und müssen sich auch keine
Sorgen über apt-pinning
machen. Allerdings ist dies sehr mühsam.
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Achtung |
|---|---|
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Wenn Sie gemischte Paketquellen verwenden, müssen Sie die Kompatibilität selbst sicherstellen, da Debian diese in solchem Falle nicht garantieren kann. Falls Paketinkompatibilitäten existieren, könnten Sie Ihr System beschädigen. Sie müssen in der Lage sein, diese technischen Anforderungen zu beurteilen. Die Verwendung von gemischten Quellen zufällig ausgewählter Archive ist eine absolut optionale Operation und nicht zu empfehlen. |
Die grundsätzlichen Regeln für die Installation von Paketen aus unterschiedlichen Archiven sind wie folgt:
Nicht-binäre Pakete ("Architecture: all") sind recht
unproblematisch zu installieren:
Dokumentationspakete: keine speziellen Anforderungen;
Pakete von Interpreter-Programmen: ein kompatibler Interpreter muss verfügbar sein.
Bei Binärpaketen (nicht "Architecture: all") gibt es
gewöhnlich viele Stolpersteine und ihre Installation könnte problematisch sein:
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Anmerkung |
|---|---|
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Um die Installation eines Pakets unproblematischer zu machen, existieren möglicherweise einige nicht-freie Binärprogramm-Pakete mit vollständig statisch gelinkten Bibliotheken. Sie sollten diese immer auf ABI-Kompatibilitätsprobleme usw. kontrollieren. |
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Anmerkung |
|---|---|
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Die Installation von Binärpaketen aus nicht-Debian-Archiven ist grundsätzlich eine schlechte Idee, außer vielleicht um für eine kurze Zeit die Installation von beschädigten Paketen zu vermeiden. Sie sollten vorher alle anderen, verfügbaren sicheren Alternativen in Erwägung ziehen, die mit Ihrem aktuellen Debian-System kompatibel sind (lesen Sie dazu Abschnitt 2.1.11, „Wie Sie mit Konflikten umgehen“). |
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Warnung |
|---|---|
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Die Verwendung der apt-pinning-Technik durch einen unerfahrenen Benutzer wird sicher große Probleme hervorrufen. Sie müssen die Verwendung dieser Technik vermeiden, außer es ist unbedingt erforderlich. |
Ohne eine "/etc/apt/preferences"-Datei wählt das
APT-System basierend auf dem Versionseintrag die letzte verfügbare Version
als Installationskandidat-Version
aus. Dies ist der normale Weg und die empfohlene Verwendung des
APT-Systems. Alle offiziell unterstützten Archivkombinationen erfordern
keine "/etc/apt/preferences"-Datei, da bei Archiven, die
nicht als automatische Quelle für Aktualisierungen empfohlen werden, die
Einstellung NotAutomatic gesetzt ist und
diese entsprechend behandelt werden.
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Tipp |
|---|---|
|
Die Regel zum Vergleich der Versionsnummern (welche Versionsnummer größer
ist) kann z.B. über " |
Wenn Sie regelmäßig Pakete aus gemischten Quellen installieren (siehe Abschnitt 2.7.6, „Pakete aus verschiedenen Paketarchiven ohne apt-pinning“), können Sie diese
komplizierten Operationen automatisieren, indem Sie eine Datei
"/etc/apt/preferences" mit entsprechenden Einträgen
erstellen; so beeinflussen Sie die Auswahlregel für die Installationskandidat-Version; dies ist in
apt_preferences(5) beschrieben. Dies Verfahren wird
apt-pinning genannt.
Wenn Sie apt-pinning verwenden, müssen Sie die Kompatibilität der Pakete selbst sicherstellen, da Debian diese in einem solchen Fall nicht garantieren kann. Apt-pinning ist ein absolut optionales Verfahren und nicht zu empfehlen.
Für die apt_preferences(5)-Regeln werden die
Release-Dateien im Archiv-Wurzelverzeichnis verwendet (näheres in Abschnitt 2.5.3, „"Release"-Dateien im Archivverzeichnis“). Daher funktioniert apt-pinning bei normalen Debian-Archiven und Debian-Archiven für
Sicherheitsaktualisierungen nur mit dem "Suite"-Namen. (Dies ist
anders als bei Ubuntu-Archiven.) Zum Beispiel
können wir "Pin: release a=unstable" in
"/etc/apt/preferences" verwenden, aber nicht
"Pin: release a=sid".
Wenn Sie Debian-fremde Archive als Teil von apt-pinning verwenden, sollten Sie kontrollieren, wofür diese gedacht sind und ob sie glaubwürdig sind. So sind zum Beispiel Ubuntu und Debian nicht dazu gedacht, miteinander vermischt zu werden.
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Anmerkung |
|---|---|
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Selbst wenn Sie keine " |
Hier eine vereinfachte Beschreibung der Technik hinter apt-pinning:
Das APT-System wählt für ein Upgrade das
Paket mit der höchsten Pin-Priorität aus den verfügbaren (in
"/etc/apt/sources.list" definierten) Paketquellen als
Installationskandidat-Version aus. Wenn
die Pin-Priorität des Pakets größer als 1000 ist, wird die Einschränkung für
Upgrades nicht beachtet, um ein Downgrade
(eine Zurückrüstung auf eine ältere Version) zu ermöglichen (siehe Abschnitt 2.7.11, „Downgrade im Notfall“).
Werte für die Pin-Priorität eines jeden Pakets werden über Einträge in der
"/etc/apt/preferences"-Datei festgelegt oder verwenden
deren Standardwert.
Tabelle 2.18. Liste erwähnenswerter Pin-Prioritäts-Werte für apt-pinning
| Pin-Priorität | apt-pinning-Effekte auf das Paket |
|---|---|
| 1001 | das Paket installieren, auch wenn dies ein Downgrade des Pakets bedeutet |
| 990 | wird als Standardwert für das Archiv der Zielveröffentlichung verwendet |
| 500 | wird als Standardwert für das normale Archiv verwendet |
| 100 | wird als Standardwert für Archive mit NotAutomatic und ButAutomaticUpgrades verwendet |
| 100 | wird für das installierte Paket verwendet |
| 1 | wird als Standardwert für Archive mit NotAutomatic verwendet |
| -1 | das Paket niemals installieren, selbst wenn es empfohlen wird |
Die gewünschte Zieldistribution (target
release) kann über die Befehlszeilen-Option angegeben werden,
z.B. "apt-get install -t testing irgendein-paket".
Die NotAutomatic- und ButAutomaticUpgrades-Archive werden durch
Archiv-Server definiert, die in ihren Release-Dateien im
Archiv-Wurzelverzeichnis (siehe Abschnitt 2.5.3, „"Release"-Dateien im Archivverzeichnis“) sowohl "NotAutomatic:
yes" wie auch "ButAutomaticUpgrades: yes"
gesetzt haben. Das NotAutomatic-Archiv
wird über Server definiert, die in ihren Release-Dateien lediglich
"NotAutomatic: yes" gesetzt haben.
Die apt-pinning-Situation von
package aus mehreren Archivquellen wird mittels
"apt-cache policy package"
angezeigt.
Eine Zeile beginnend mit "Package pin:" listet die
Paketversion von pin auf, wenn die
Zuordnung direkt über package definiert ist,
z.B. "Package pin: 0.190".
Es existiert keine Zeile mit "Package pin:", wenn keine
Zuordnung direkt über package definiert ist.
Der Pin-Prioritäts-Wert, der direkt zu package gehört,
ist rechts neben den Versionseinträgen aufgelistet, z.B. "0.181
700".
"0" wird rechts neben den Versionseinträgen aufgelistet,
wenn keine Zuordnung direkt mit package definiert ist,
z.B "0.181 0".
Die Pin-Prioritäts-Werte von Archiven (definiert als "Package:
*" in der "/etc/apt/preferences"-Datei) sind
links von den Archivpfaden aufgelistet, z.B. "100
http://deb.debian.org/debian/ trixie-backports/main
Packages".
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Warnung |
|---|---|
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Die Verwendung der apt-pinning-Technik durch einen unerfahrenen Benutzer wird sicher große Probleme hervorrufen. Sie müssen die Verwendung dieser Technik vermeiden, außer es ist unbedingt erforderlich. |
Wenn Sie verhindern möchten, dass bestimmte Pakete über
"Recommends"-Abhängigkeiten (Empfohlen) installiert werden, müssen Sie die
Datei "/etc/apt/preferences" erstellen und explizit all
diese Pakete ganz oben in der Datei auflisten, wie in diesem Beispiel:
Package: package-1 Pin: version * Pin-Priority: -1 Package: package-2 Pin: version * Pin-Priority: -1
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Warnung |
|---|---|
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Die Verwendung der apt-pinning-Technik durch einen unerfahrenen Benutzer wird sicher große Probleme hervorrufen. Sie müssen die Verwendung dieser Technik vermeiden, außer es ist unbedingt erforderlich. |
Hier ein Beispiel für eine apt-pinning-Technik, um neuere Upstream-Versionen
einzelner Pakete aus Unstable regelmäßig aktualisieren zu
können und ansonsten Testing zu nutzen. Sie listen alle
benötigten Archive in der "/etc/apt/sources.list"-Datei
auf, wie hier:
deb http://deb.debian.org/debian/ testing main contrib non-free deb http://deb.debian.org/debian/ unstable main contrib non-free deb http://security.debian.org/debian-security testing-security main contrib
Richten Sie die "/etc/apt/preferences"-Datei wie folgt
ein:
Package: * Pin: release a=unstable Pin-Priority: 100
Wenn Sie mit dieser Konfiguration ein Paket namens
"paketname" aus dem
Unstable-Archiv inklusive seiner Abhängigkeiten
installieren möchten, führen Sie folgenden Befehl aus, wobei über die Option
"-t" die Zielveröffentlichung angepasst wird (die
Pin-Priorität von Unstable wird 990):
$ sudo apt-get install -t unstable package-name
Mit dieser Konfiguration wird die normale Ausführung von "apt-get
upgrade" und "apt-get dist-upgrade" (oder
"aptitude safe-upgrade" und "aptitude
full-upgrade") Pakete, die aus Testing
installiert wurden, unter Verwendung des derzeitigen
Testing-Archivs aktualisieren; Pakete, die aus
Unstable installiert wurden, werden unter Verwendung des
derzeitigen Unstable-Archivs aktualisiert.
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Achtung |
|---|---|
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Achten Sie darauf, dass Sie nicht den " |
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Tipp |
|---|---|
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Ich bearbeite für gewöhnlich die
" |
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Tipp |
|---|---|
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Wenn " |
Möchten Sie bestimmte Pakete in Unstable automatisch ohne
vorangestelltes "-t unstable" auf aktuellem Stand halten,
müssen Sie die "/etc/apt/preferences"-Datei erstellen und
ganz oben in der Datei all diese Pakete wie folgt auflisten:
Package: package-1 Pin: release a=unstable Pin-Priority: 700 Package: package-2 Pin: release a=unstable Pin-Priority: 700
Dadurch wird die Pin-Priorität für jedes dieser Pakete spezifisch
gesetzt. Um zum Beispiel immer die aktuellste
Unstable-Version dieser "Debian Reference" in Englisch zu
installieren, sollten Sie folgende Einträge in Ihrer
"/etc/apt/preferences"-Datei haben:
Package: debian-reference-en Pin: release a=unstable Pin-Priority: 700 Package: debian-reference-common Pin: release a=unstable Pin-Priority: 700
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Tipp |
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Diese apt-pinning-Technik funktioniert
sogar, wenn Sie normalerweise |
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Warnung |
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Die Verwendung der apt-pinning-Technik durch einen unerfahrenen Benutzer wird sicher große Probleme hervorrufen. Sie müssen die Verwendung dieser Technik vermeiden, außer es ist unbedingt erforderlich. |
Hier ein anderes Beispiel der apt-pinning-Technik, um neuere Upstream-Versionen
einzelner Pakete aus Experimental zu integrieren und
ansonsten Testing zu nutzen. Sie listen alle benötigten
Archive in der "/etc/apt/sources.list"-Datei auf, wie
hier:
deb http://deb.debian.org/debian/ unstable main contrib non-free deb http://deb.debian.org/debian/ experimental main contrib non-free deb http://security.debian.org/ testing-security main contrib
Die Standard-Pin-Priorität für das Experimental-Archiv
ist immer 1 (<<100), da es ein Archiv mit gesetztem NotAutomatic ist (siehe Abschnitt 2.5.3, „"Release"-Dateien im Archivverzeichnis“). Es ist nicht nötig, den Wert für
die Pin-Priorität explizit in der
"/etc/apt/preferences"-Datei zu setzen, um das
Experimental-Archiv nutzen zu können (außer wenn Sie
möchten, dass bestimmte Pakete daraus beim nächsten Upgrade automatisch
verwendet werden sollen).
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Warnung |
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Die Verwendung der apt-pinning-Technik durch einen unerfahrenen Benutzer wird sicher große Probleme hervorrufen. Sie müssen die Verwendung dieser Technik vermeiden, außer es ist unbedingt erforderlich. |
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Achtung |
|---|---|
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Ein Downgrade wird von Debian aufgrund seines Designs nicht offiziell unterstützt. Es sollte nur als Teil einer Notfall-Rettungsmaßnahme durchgeführt werden. Davon einmal abgesehen ist bekannt, dass es in den meisten Fällen gut funktioniert. Bei kritischen Systemen sollten Sie nach der Wiederherstellung alle wichtigen Daten auf dem System sichern und dann das System von Grund auf neu installieren. |
Sie könnten Glück haben und ein Downgrade auf eine ältere Archiv-Version
durch Manipulation der Installationskandidat-Versionen hinbekommen (lesen
Sie dazu Abschnitt 2.7.7, „Die Installationskandidat-Version anpassen mit apt-pinning“). Dies ist die
tippfaule Alternative zu vielen langwierigen Befehlen der Art "dpkg
-i
beschädigtes-paket_alte-version.deb"
(näheres dazu in Abschnitt 2.6.6, „Systemrettung mit dem dpkg-Befehl“).
Suchen Sie Zeilen in der "/etc/apt/sources.list"-Datei
wie die folgende, die unstable referenzieren:
deb http://deb.debian.org/debian/ sid main contrib non-free
Ersetzen Sie sie durch die folgende, um stattdessen auf
testing zu verweisen:
deb http://deb.debian.org/debian/ forky main contrib non-free
Richten Sie die "/etc/apt/preferences"-Datei wie folgt
ein:
Package: * Pin: release a=testing Pin-Priority: 1010
Führen Sie "apt-get update; apt-get dist-upgrade" aus, um
ein Downgrade aller Pakete im System zu erzwingen.
Entfernen Sie diese spezielle
"/etc/apt/preferences"-Datei nach dem Downgrade.
|
Tipp |
|---|---|
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Es ist eine gute Idee, so viele Pakete wie möglich zu löschen (nicht vollständig inklusive der Konfigurationsdateien entfernen!), um die Wahrscheinlichkeit von Abhängigkeitsproblemen zu minimieren. Sie müssen bei einem solchen Downgrade unter Umständen einige Pakete von Hand entfernen oder installieren. Linux-Kernel, Bootloader, udev, PAM, APT und Netzwerk-bezogene Pakete sowie deren Konfigurationsdateien erfordern besondere Aufmerksamkeit. |
Wenn Sie ein Programm aus den Quellen übersetzen möchten, um das
entsprechende Debian-Paket zu ersetzen, ist es das beste, ein echtes lokal
gebautes Paket nach Debian-Art zu erstellen (*.deb) und
dafür ein privates Archiv zu nutzen.
Haben Sie sich jedoch entschieden, ein Programm aus den Quellen zu
kompilieren und es stattdessen in "/usr/local" zu
installieren, können Sie möglicherweise equivs als letzte
Rettung einsetzen, um die fehlenden Paketabhängigkeiten zu erfüllen:
Package: equivs Priority: optional Section: admin Description: Circumventing Debian package dependencies This package provides a tool to create trivial Debian packages. Typically these packages contain only dependency information, but they can also include normal installed files like other packages do. . One use for this is to create a metapackage: a package whose sole purpose is to declare dependencies and conflicts on other packages so that these will be automatically installed, upgraded, or removed. . Another use is to circumvent dependency checking: by letting dpkg think a particular package name and version is installed when it isn't, you can work around bugs in other packages' dependencies. (Please do still file such bugs, though.)
|
Achtung |
|---|---|
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Es gibt keine Garantie, dass die hier beschriebene Prozedur ohne händischen Extraaufwand funktioniert, wenn das System sich unterscheidet. |
Für partielle Upgrades eines Stable-Systems ist das
Neubauen von Paketen innerhalb ihrer Umgebung unter Verwendung der
Quellpakete sinnvoll. Sie vermeiden so riesige Upgrades aufgrund von
Paketabhängigkeiten.
Fügen Sie folgende Einträge zur "/etc/apt/sources.list"
des Stable-Systems hinzu:
deb-src http://deb.debian.org/debian unstable main contrib non-free
Installieren Sie für das Kompilieren erforderliche Pakete und laden Sie das Quellpaket wie folgt herunter:
# apt-get update # apt-get dist-upgrade # apt-get install fakeroot devscripts build-essential # apt-get build-dep foo $ apt-get source foo $ cd foo*
Aktualisieren Sie einige Pakete aus der Werkzeugkette wie
z.B. dpkg und debhelper aus
Paketquellen für zurück-portierte Pakete, falls diese für die Rückportierung
erforderlich sind.
Führen Sie folgendes aus:
$ dch -i
Erhöhen Sie die Paketversion, z.B. indem Sie ein "+bp1"
in "debian/changelog" angehängen.
Bauen Sie die Pakete und installieren Sie sie wie folgt im System:
$ debuild $ cd .. # debi foo*.changes
Obwohl das Spiegeln von vollständigen Sektionen des Debian-Archivs
Plattenplatz und Netzwerkbandbreite verschwendet, ist es der Einsatz eines
lokalen Proxy-Servers für APT wert in Erwägung gezogen zu werden, wenn Sie
viele Systeme im LAN (Netzwerk)
administrieren. APT kann konfiguriert werden, einen generischen
Web-(http-)Proxy-Server wie squid (siehe auch Abschnitt 6.5, „Weitere Netzwerkanwendungs-Server“) zu verwenden, wie in
apt.conf(5) und
"/usr/share/doc/apt/examples/configure-index.gz"
beschrieben. Sie können die Umgebungsvariable
"$http_proxy" nutzen, um die Proxy-Server-Einstellungen
aus der "/etc/apt/apt.conf"-Datei zu überschreiben.
Es gibt Proxy-Hilfsprogramme, die für das Debian-Archiv spezialisiert sind. Sie sollten die Fehlerdatenbank (BTS) überprüfen, bevor Sie sie verwenden.
Tabelle 2.19. Liste von Proxy-Hilfsprogrammen speziell für das Debian-Archiv
| Paket | Popcon | Größe | Beschreibung |
|---|---|---|---|
approx
|
V:0, I:0 | 8308 | zwischenspeichernder Proxy-Server für Debian-Archiv-Dateien (kompiliertes OCaml-Programm) |
apt-cacher
|
V:0, I:0 | 267 | zwischenspeichernder Proxy-Server für Debian-Paket- und Quell-Dateien (Perl-Programm) |
apt-cacher-ng
|
V:4, I:4 | 1968 | zwischenspeichernder Proxy für die Verteilung von Software-Paketen (kompiliertes C++-Programm) |
|
Achtung |
|---|---|
|
Sollte Debian einmal seine Archivstruktur umorganisieren, benötigen diese spezialisierten Proxy-Hilfsprogramme eventuell eine Code-Änderung durch den Paketbetreuer und könnten eine Zeit lang nicht funktionsfähig sein. Generische Web-(http-)Proxy-Server sind andererseits robuster und können einfacher mit solchen Änderungen umgehen. |
Folgende Dokumentation bietet sich an, um mehr über das Paketmanagement zu lernen.
Primäre Dokumentation zum Paketmanagement:
aptitude(8), dpkg(1),
tasksel(8), apt(8),
apt-get(8), apt-config(8),
apt-secure(8), sources.list(5),
apt.conf(5) und apt_preferences(5);
"/usr/share/doc/apt-doc/guide.html/index.html" und
"/usr/share/doc/apt-doc/offline.html/index.html" aus dem
apt-doc-Paket;
"/usr/share/doc/aptitude/html/en/index.html" aus dem
aptitude-doc-en-Paket.
Offizielle und detaillierte Dokumentation zum Debian-Archiv:
Anleitung zum Bau eines Debian-Pakets für Debian-Benutzer: