Debian Weekly News - 16. September 2003

Willkommen zur 37. Ausgabe der DWN in diesem Jahr, dem wöchentlichen Newsletter der Debian-Gemeinschaft. Mehrere Leser teilten uns mit, dass die erste Hardware, die Ogg/Vorbis unterstützte, NerosAudio sei und bereits seit Monaten verkauft wurde. Es wird von ihnen ebenfalls berichtet, dass sie einen der Haupt-Ogg-Autoren unterstützen und einen Synchronisations-Manager für GNU/Linux, positron, bieten, der für Debian paketiert und verteilt wird.

Zu viele Versionen von Tcl? Andreas Rottmann fragte sich, wieso es vier verschiedene Versionen (8.0, 8.2, 8.3, 8.4) der Tcl Programmierumgebung im Archiv gibt. Matthew Palmer erklärte, dass Tcl nicht besonders abwärtskompatibel sei. Daher lassen sich mehrere Pakete mit neueren Versionen der Sprache nicht aufrufen oder übersetzen.

Status des Testing-Fortschritts. Petter Reinholdtsen berichtete, dass das Einfließen von Paketen nach testing bedeutend langsamer geworden ist. Zumindest teilweise liegt dies daran, dass der mips buildd stark beansprucht ist. Colin Watson wies darauf hin, dass der Grund dafür die glibc 2.3.2 sei und dass sich dieses Problem ziemlich bald auflösen sollte.

Zweite Überarbeitung von Woody. Eine offizielle Ankündigung wurde verschickt, die den aktuellen Status der zweiten Überarbeitung von Debian Woody (3.0r2) darstellt. Diese Überarbeitung soll um die 130 Sicherheitsaktualisierungen enthalten, die seit der ersten Überarbeitung ausgegeben wurden. Kommentare dazu sollten direkt an Joey geschickt werden.

Keine Duellierenden Banjos in Debian. Einige der bizarrsten E-Mails auf debian-devel waren über Jahre hinweg wiederholte Anfragen von verschiedenen Leuten nach Notenblättern für Duellierende Banjos. Mehrere Abonnenten der Liste haben eifrig versucht, die Leuten bei ihrer Suche zu unterstützen. Jim Penny nannte dies den Duellierenden Banjo Effekt und erklärte, dass dies ein selbst-aufschaukelnder Google-Flop wurde. Die Leute verwenden Google, welches sie an Debian verweist, um Notenblätter zu erhalten, und das erneute Nachfragen bestätigt Googles Annahme, dass Debian ein guter Platz ist, um diese Musik zu erhalten.

Kriterien für die Einbindung in Debian. Adam Kessel fragte sich, ob es neben den DFSG weitere Richtlinien gebe, die festlegten, was in Debian eingebunden wird. Steve Langasek erklärte, dass es selten vorkomme, dass Debian einen Entwickler überstimme, der ein Stück Software betreuen will, das Frei ist und legal vertrieben werden kann. Manoj Srivastava fügte hinzu, dass falls ein Entwickler die Zeit und die Arbeit investiere, eine Software zu paketieren und sie den Richtlinien entsprechend zu ändern, und Debian sie legal verbreiten könne, sie üblicherweise ihren Weg in den Pool gefunden habe.

Alternative zur GNU FDL. Wouter Verhelst bereitete den Entwurf einer Dokumentations-Lizenz vor, die versucht, den Geist der GNU Free Documentation License (FDL) zu behalten, von der er aber denkt, dass sie DFSG-frei sei. Branden Robinson war sich nicht ganz sicher, was der Zweck der FDL sei, aber dachte, dass es fruchtbarer sei, die Absichten der Lizenz aufzuzählen, bevor der Text erstellt werde.

Attribution-ShareAlike Lizenz. John Goerzen fragte sich, ob die Creative Commons Attribution-ShareAlike Lizenz DFSG-frei sei. Laut seiner eigenen Analyse dürfte sie alle Bedingungen der DFSG erfüllen. Branden Robinson stimmte zu, aber warnte, dass die Lizenzen ebenfalls eine "ganzheitliche" Überprüfung überstehen müssen, um sicher zu stellen, dass sie nicht trotz des Erfüllens jeder speziellen Klausel der DFSG non-free sei. Florian Weimer dachte, es würde davon abhängen, ob die Lizenz auf ein Dokument-Format anwendbar sei, das editierbar ist.

Neues vom Paket-Verfolgungs-System. Raphaël Hertzog berichtete über eine neue Fähigkeit, die zum Paket-Verfolgungs-System (PTS) vor einigen Monaten hinzugefügt wurde. Es ist nun möglich, individuelle Informationen zur PTS-Webseite für ein bestimmtes Paket hinzuzufügen. Das PTS bietet viele nützliche Links (BTS, QA-Statistiken, Kontaktinformationen, DDTP-Übersetzungsstatus, Buildd-Logs) und sammelt viele weitere Informationen von verschiedenen Orten. Es gibt über 3000 Abonnements von 1500 verschiedenen Adressen für 1650 verschiedene Quellcode-Pakete.

DebConf 4 in Brasilien. Carlos Laviola kündigte an, dass die Debian-Konferenz Nr. 4 in Porto Alegre, Brasilien, abgehalten werde. Dieses Land war extrem aktiv in der Freien Software Bewegung, war aber auf vergangenen Debian-Konferenzen sehr unterrepräsentiert. Es gibt bereits Planungen, um die Konferenz einige Tage vor oder nach dem Fórum Internacional de Software Livre (Internationales Freies Software Forum) abzuhalten, damit die Debian-Entwickler ebenfalls an dieser Veranstaltung teilnehmen könnten.

Verbesserungen an der Fehlerdatenbank. Colin Watson kündigte das neue Tag »fixed-upstream« an, dessen Zweck es sei, den alten (Miss)Brauch des »pending« Tags zu ersetzen und auf Fehler zu verweisen, die Upstream behoben wurden und bei denen der Betreuer nur auf ein neues Release wartet. Das neue »owner« Attribut erlaubt es Betreuer-Teams, die Arbeit bequemer aufzuteilen. Falls es gesetzt ist, erhält die Adresse die gleichen E-Mails für den Fehler, die auch der Paketbetreuer erhalten würde.

Sarge mit dem Debian-Installer installieren. Sebastian Ley berichtete, dass das Debian-Installer Team den Build-Prozess der Debian-Installer Images aufgeräumt habe. Sie haben auch ein HOWTO zusammengestellt, das durch den Prozess des Installierens von Sarge führe. Zur selben Zeit hat das Debian-CD Team die netinst ISO-Images für eine Sarge-Installation mit dem neuen Debian-Installer überarbeitet.

Pakete mit Subversion betreuen. Eduard Bloch betreut das svn-devscripts Paket, das Werkzeuge enthält, die bei der Erstellung und Betreuung von Debian-Paketen in einem großen Subversion-Depot helfen. Joey Hess hat jedoch Probleme mit der Implementierung und schlug Verbesserungen vor. Graham Wilson fügte ebenfalls eine weitere Methode zum Importieren von Upstream Quellcode-Archiven hinzu.

Debmirror-Umfrage. Goswin von Brederlow würde gerne wissen, wie andere Leute das debmirror Paket verwenden, um bestimmte Teile des Debian-Archivs zu spiegeln. Er habe das meiste von debmirror bei einem Versuch, die Code-Basis aufzuräumen und eine Anpassungsfähigkeit in die tatsächliche Download-Methode einzubauen, neu geschrieben. Für den Konfigurationsteil bitte er um Hilfe.

Richtige Build-Abhängigkeiten verwenden. Joey Hess entdeckte einen Widerspruch in den Richtlinien in Bezug auf die Build-Abhängigkeiten. Daher erklärte Wouter Verhelst, wie Build-Depends und Build-Depends-Indep als ein Hilfsmittel erstellt wurden, um das automatische Bauen von Paketen einfacher zu machen, und schlug vor, den Absatz in den Richtlinien umzuschreiben.

Debian-Installer Arbeits-Camp. Eine Einladung zum 8. Oldenburger Linux Entwickler-Treffen wurde an die debian-boot Liste geschickt, da es ein Debian-Installer debcamp beherbergen wird. Das Treffen wird am letzten September-Wochenende in Oldenburg, Deutschland, stattfinden. Mehrere Entwickler, die am Debian-Installer mitarbeiten, haben sich bereits für das Treffen angemeldet.

Aktualisierungen zur Systemsicherheit. Die alte Leier! Wer die folgenden Programme einsetzt, sollte sie der Sicherheit wegen auf den neuesten Stand bringen:

Einen Blick wert. Die folgenden Pakete wurden kürzlich dem Debian-Archiv hinzugefügt oder enthalten wichtige Aktualisierungen.

Verwaiste Pakete. 17 Pakete wurden diese Woche aufgegeben und benötigen einen neuen Betreuer. Damit gibt es insgesamt 212 verwaiste Pakete. Vielen Dank an die bisherigen Betreuer, die ihre Zeit für alle zur Verfügung gestellt und damit das Konzept Freie Software unterstützt haben. Die vollständige Liste finden Sie auf den WNPP-Seiten. Fügen Sie bitte eine Notiz zum Fehlerbericht hinzu und benennen Sie ihn in ITA: um, wenn Sie eines dieser Pakete übernehmen wollen.

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Hier gibt es ältere Ausgaben dieser Nachrichtenseite.

Diese Ausgabe der wöchentlichen Debian-Nachrichten wurde von Matt Black und Martin 'Joey' Schulze erstellt.
Sie wurde von Gerfried Fuchs übersetzt.