Debian Weekly News - 10. Februar 2004
Willkommen zur sechsten Ausgabe der DWN in diesem Jahr, dem wöchentlichen
Newsletter der Debian-Gemeinschaft. Da die Unterstützung von UTF-8 in Freier
Software viel Zeit in Anspruch nimmt, starteten mehrere Personen das UTF-8 Projekt zur
Bekehrung zu und Unterstützung von korrektem Unicode (und insbesondere UTF-8) in Freier
Software und um es zu dokumentieren. Der Kern des Jabber-Protokolls, das Extensible Messaging
and Presence Protocol
, wurde als ein IETF
(Internet Engineering Task Force) Standard vorgeschlagen.
LILO-Unterstützung des Device Mapper. Andrés Roldán fügte vorbereitende Unterstützung für Device Mapper-Blockgeräte zu lilo hinzu. Der Device Mapper des Linux Kernels ist die Implementierung eines minimalistischen kernelseitigen Treibers des LVM (Linux Logical Volume Management) Teams, der die Geräteverwaltung vornimmt, während das Wissen um das zugrunde liegende Geräte-Layout im User-Space verbleibt.
Optimierung Ihres Dateisystems. Roderick W. Smith diskutierte
verschiedene Dateisysteme für Linux und deren spezielle Eigenschaften wie
Unterstützung von Journals, reservierte Blöcke, Prüfintervalle, Blockgrößen,
Verzeichnis-Hashes und I-Node-Optionen. Er erwähnt auch, dass ein ext3-Journal
in seltenen Fällen so beschädigt werden kann, dass es
Wiederherstellungsvorhaben der Platte beeinflusst. In solchen Fällen kann man
das Dateisystem mittels des debugfs
Werkzeugs in ein ext2-Dateisystem
zurück umwandeln.
KDE-Unterstützung in UserLinux. Bruce Perens stellte nach einiger Verwirrung klar, dass UserLinux kommerziellen Support für KDE anbieten werde. Trotzdem sei KDE nicht die gewählte graphische Oberfläche des UserLinux-Projekts. Bruce sagte ebenfalls, dass Qt nicht ihren Lizenzrichtlinien entspreche, da die GPL dort verwendet werde, wo er die GNU Lesser General Public License bevorzuge, so dass eine proprietäre Entwicklung ohne eine kommerzielle Lizenz stattfinden könne.
Bibliotheken die von Datendateien abhängen. Sebastian Ley suchte Rat zu der Frage, wie ein Bibliothekspaket organisiert werden sollte, das von Datendateien abhängt. Ursprünglich würden diese Datendateien in das selbe Verzeichnis für alle Bibliotheken platziert, aber dies verhindere die parallele Installation verschiedener Versionen. Thomas Viehmann schlug vor, versionsabhängige Verzeichnisse zu verwenden. Colin Watson erklärte auch, dass verschiedene Versionen einer Bibliothek installierbar sein sollten, um Probleme bei einem Upgrade zu reduzieren.
Status des GCC Übergangs. Nathanael Nerode bemerkte, dass der Status des Übergangs erneut online ist. Dieser zeige, dass es nur 46 Quellpakete gebe, die noch mit g++ 2.95 kompiliert werden, ohne dass dies ausdrücklich wie bei Qt2 beabsichtigt sei. Alle Bibliotheken wurden konvertiert. Matt Zimmerman lieferte eine Liste der noch fehlenden Pakete.
Altern der experimental
-Pakete. Phil Edwards fragte
sich, ob Pakete in der experimental
-Distribution korrekt alterten, wie
dies in der Entwicklerreferenz
beschrieben sei. Diese sagt, dass experimental
-Pakete automatisch entfernt
würden, sobald das Paket in Unstable eine höhere Versionsnummer habe. James
Troup erklärte,
dass dies zurzeit auf Quellpaketen mit genau dem selben Namen basiere.
Freiwillige Autoren für Hurd gesucht. Lucas Nussbaum beanstandete, dass Dokumentation für Hurd schwierig zu finden und über das gesamte Internet verteilt sei. Er behauptete auch, dass viele Teile des Systems nicht einmal dokumentiert und viele HOWTOs defekt seien. Er bot an, die Hurd-Dokumentation für Endbenutzer neu zu organisieren, Verweise hinzuzufügen und Redundanzen zwischen diesen aufzulösen.
XFree86 Lizenzprobleme. Die neue vom XFree86-Team vorgeschlagene Lizenz ist wahrscheinlich, wie Paul Cannon andeutete, inkompatibel zur GPL, wenn Linken als Erzeugen eines abgeleiteten Werks betrachtet wird. Andrew Suffield erklärte, dass dies Lizenzen auf GPL-lizenzierte Arbeiten verletze, nicht die Lizenz von XFree86, daher sei es die Interpretation der Autoren der GPL-lizenzierten Arbeiten, die zähle.
Abgeschlossenheit von main. Adam Majer fragte,
wie darf kein Paket außerhalb von main erfordern
aus der
Debian-Policy
zu interpretieren sei. Joel Baker
erklärte, dass dies bedeute, dass die Abhängigkeiten eines Paketes
in main allein auflösbar sein müssen. Ein einzelnes non-free Paket als
Alternative zu freien Paketen aus main schadet also nicht. Steve Langasek fügte
hinzu, dass das selbe für Recommends
statt Depends
gelte.
Hurd in Bochs. Lucas Nussbaum gelang es, ein Bochs-Image für Hurd zu erzeugen. Bruno Bonfils' Dokument über das Einrichten von GNU/Hurd und Bochs sei, ebenso wie die Beschreibung über das selbe Thema von Julien Puydt, hilfreich gewesen. Lucas schloss dennoch damit ab, dass diese Dokumente hilfreich, aber nicht ausreichend seien.
Unterstützung von UTF-8 im Debian-Installer. Nikolai Prokoschenko schlug vor, die zweite Stufe des Installers so zu konfigurieren, dass UTF-8 verwendet werde, da die erste Stufe bereits UTF-8 nutze. Dies würde UTF-8 praktisch zur Standard-Kodierung machen. Alastair McKinstry erklärte, dass UTF-8 auch ein Rückschritt sein könne, da man die Fähigkeit zum Zusammensetzen von Zeichen verliere (z.B. Akzente).
Status von Debian/NetBSD. John Goerzen fragte nach dem Status der NetBSD-Portierung. Matthew Garrett erklärte, dass es sogar zwei Portierungen gebe: eine verwende das NetBSD-Basissystem, während die andere die GNU C Bibliothek favorisiere. Dennoch arbeiten nicht viele Personen daran. Es gäbe sogar Arbeiten zu Sparc- und Alpha-Portierungen, da NetBSD bedeutend mehr Architekturen und Unter-Architekturen als Linux unterstütze.
Internationales Freie-Software-Forum und Debian-Konferenz. Das brasilianische Projeto Software Livre forderte zur Einreichung von Referaten für das 5. International Free Software Forum auf, das vom 3. bis zum 5. Juni in Porto Alegre stattfindet. Das Forum ist rein akademisch und hat fest definierte Inhalte. Es findet unmittelbar nach der diesjährigen Debian Conference statt, die in Porto Alegre vom 26. Mai bis zum 2. Juni abgehalten wird.
Aktualisierungen zur Systemsicherheit. Die alte Leier! Wer die folgenden Pakete einsetzt, sollte sie der Sicherheit wegen auf den neuesten Stand bringen:
- Linux 2.4.17 (mips+mipsel) – Lokale root-Ausnutzung.
- gaim – Verschiedene Verwundbarkeiten.
Neue oder bemerkenswerte Pakete. Die folgenden Pakete wurden kürzlich dem Unstable Debian-Archiv hinzugefügt oder enthalten wichtige Aktualisierungen.
- gnome-sharp – .NET-Bindung für GNOME.
- gtk-sharp-examples – Beispielanwendungen für das gtk-sharp Toolkit.
- lapack3 – Bibliothek linearer Algebra-Routinen, Version 3.
- mono – Die Mono .NET-Entwicklungsumgebung.
- ncbi-epcr – [Biologie] Hilfsmittel zum Testen einer DNS-Sequenz auf Vorhandensein markierter Sequenz-Stellen.
- nhc98 – Ein weiterer Haskell Compiler (der nhc98 Haskell Compiler).
- picax – Werkzeug zur Erzeugung von apt-fähigen Medien.
- pxesconfig – PXES Universal-Linux-Thin-Client-Konfigurationswerkzeug.
- ri1.6 – Interaktive Ruby-1.6-Referenz.
- rt3-clients – E-Mail-Gateway und Kommandozeilenschnittstelle zu request-tracker3.
- sec – Einfacher Ereignis-Korrelator.
- tap-plugins – Toms LADSPA Audio-Verarbeitungs-Plugins.
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Diese Ausgabe der wöchentlichen Debian-Nachrichten wurde von Martin 'Joey' Schulze erstellt.
Sie wurde von Jens Seidel übersetzt.